Parks und Museen: Geldsegen für Hamburg
Museen, Plätze, Bäder, Theater: Neuer Geldsegen für Hamburg
Bund fördert Projekte mit vielen Millionen, wie die Evangelische Stiftung Alsterdorf. Auf Betreiben des SPD-Abgeordneten Kahrs.

Hamburg darf sich über einen Geldsegen aus Berlin freuen. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat am Donnerstag Millionenbeträge für mehrere Projekte in der Hansestadt bewilligt. Maßgeblich an den Entscheidungen mitgewirkt haben die Hamburger Bundestagsabgeordneten Johannes Kahrs (SPD) und Rüdiger Kruse (CDU).

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat Millionenbeträge für mehrere Projekte in der Hansestadt bewilligt. Dazu Finanzsenator Andreas Dressel im Interview.

In die Grünanlagen im Hamburger Osten sollen bis 2022 insgesamt 30 Millionen Euro investiert werden. Der Haushaltsausschuss habe dafür 15 Millionen Euro bewilligt, teilte der Bezirk Hamburg-Mitte mit. Weitere 15 Millionen Euro werde Hamburg dazuzahlen. Allein 15 Millionen Euro sollen in den Öjendorfer Park fließen. Geplant seien ein Badestrand, Cafés und vielfältige Freizeitangebote, damit dies “der Stadtpark des Hamburger Ostens” werde, sagte Kahrs, der zugleich haushaltspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion ist.

Die Parks im Hamburger Osten sollen attraktiver werden – vor allem der Öjendorfer Park. Jetzt hat der Bund dafür 15 Millionen Euro bewilligt, weitere 15 Millionen kommen von der Stadt.

Zugleich sollen ausgewählte Grünanlagen im Hamburger Osten auch ökologisch ertüchtigt werden. So werde die Wasserqualität verbessert und die Artenvielfalt gesichert. Vor allem Menschen in Billstedt und Jenfeld würden von den Investitionen profitieren, ergänzte Finanzsenator Andreas Dressel (SPD).

Der Leiter des Bezirksamts Hamburg-Mitte, Falko Droßmannn (SPD) sagte, auch andere Grünflächen sollten von den Fördermitteln profitieren: “Es geht auch darum, die Parks im Hamburger Osten grundsätzlich mal anzuschauen, den Hammer Park, Blohmspark, den Horner Park – also diese kleinen Stadtteil-Parks vor Ort”. Je nach Bedarf sollen dann auch dort zum Beispiel Wege erneuert und Spielplätze modernisiert werden. Das Geld solle helfen, die Grünanlagen attraktiver und vielfältiger zu gestalten.

Auch viele Kultureinrichtungen bekommen eine finanzielle Förderung aus Berlin. Das Altonaer Museum soll in den kommenden Jahren für 39 Millionen Euro umgebaut werden. Der Haushaltsausschuss bewilligte eine finanzielle Unterstützung von 19,5 Millionen Euro dafür – die andere Hälfte kommt wie bei den anderen Projekten auch von der Stadt. Die Modernisierung umfasst neben Umbauten des Hauses auch die Neuausrichtung der ständigen Ausstellung. Ein Gebäudeflügel, der nach einem Kriegsschaden in den 1950er-Jahren neu erbaut wurde, muss saniert werden. Auch wird die Barrierefreiheit verbessert. Für die Kunsthalle wurden in Berlin 10,7 Millionen Euro eingeplant, für eine Modernisierung in den Bereichen Kupferstichkabinett, Bibliothek und historisches Archiv sowie eine Sanierung des Sammlungsbereichs der zeitgenössischen Kunst.

Gute Nachrichten auch für die Forschung in Hamburg: Ein geplantes Technologie- und Gründerzentrum in Nachbarschaft zum Desy-Forschungscampus in Bahrenfeld kann jetzt gebaut werden. Der Haushaltsausschuss billigte die Investition von 95 Millionen Euro für den Bau des Gebäudes mit Büros und Laboren. Wissenschaftler am Desy und anderen Instituten sollen die Möglichkeit bekommen, Start-ups zu gründen, mit denen sie ihre Forschungsergebnisse im Bereich der Bio- und Nanotechnologie oder der neuen Werkstoffe zur Marktreife weiterentwickeln.

Der Etat der Privattheatertage 2019 wird um 1,5 Millionen Euro aufgestockt. Im Rahmen eines Denkmalsonderschutzprogramms werden außerdem das Hamburger CVJM-Haus, der Dampfeisbrecher “Stettin”, das Harburger Schlossgewölbe, die Kirche St. Pauli sowie die Dreieinigkeitskirche in St. Georg mit insgesamt 1,45 Millionen Euro gefördert. Für die Grundsanierung der denkmalgeschützten Alsterschwimmhalle überweist der Bund zehn Millionen Euro.

Die Evangelische Stiftung Alsterdorf erhält 7,5 Millionen Euro, um das Areal am Alsterdorfer Markt zu modernisieren. Sieben historische, derzeit baufällige Gebäude werden denkmalgerecht saniert und sollen eine “Straße der Inklusion” ergeben. Dort entsteht ein Gedenkort, der Besucher auch an den Massenmord von Behinderten in der NS-Zeit erinnert. Außerdem wird der Kirchplatz verschönert. Auch das Kraftwerk Bille kann mit 2,35 Millionen Euro rechnen. Es soll mit Kunst und Kultur zum Vorzeigeprojekt im Hamburger Osten werden.