Stadtderby: Hamburger Polizei zieht positive Bilanz
HSV gegen St. Pauli: Hamburg bleibt braun-weiß
Nach dem Spiel lästert St.-Pauli-Profi Christopher Buchtmann (26) beim NDR: Natürlich ist man zufrieden, wenn man einen Punkt im Volksparkstadion holt. Du bist hier, wie alle so schön sagen, beim großen HSV. Davon habe ich heute nicht so viel gesehen.

Aber: Auch St. Pauli trägt seinen schlechten Teil dazu bei. Trotzdem können die Kiez-Kicker (seit drei Spielen ungeschlagen) besser mit dem Punkt leben.

Unangenehmer die Situation beim HSV: Der Absteiger bleibt zum dritten Mal in Folge ohne Sieg und Tor. Wartet seit 16 Jahren auf einen Pflichtspiel-Erfolg gegen St. Pauli (zuvor 1:1, 0:1)!

Der Sportvorstand hat seine Zweifel an der Arbeit von Titz: “Vielleicht versuchen wir manchmal, Situationen zu kontrolliert und zu strategisch zu lösen. Wir müssen einen Mittelweg finden. Hinten gut stehen, aber vorne auch gefährlich sein.”

Lewis Holtby (28): Wir sollten jetzt nicht alles infrage stellen. Das wäre absoluter Nonsens. Wir müssen die Ruhe bewahren und die Fresse halten.

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Endlich wieder ein Hamburger Duell, nach siebeneinhalb Jahren Pause – und dann das: St. Pauli ist mit einem 0:0 weiter der letzte Derbysieger. Der HSV wirkt verunsichert, Lewis Holtby platzte später der Kragen.

Besonders perfide: Pauli-Anhänger zündeten vor dem Spiel bereits eine Pyro-Batterie nahe eines Friedhofs, die mit einem elektronischen Zünder ausgestattet war. Ob es sich dabei um eine Art Zeitschaltuhr oder Fernsteuerung handelte, gab die Polizei nicht bekannt.

Jahrgang 1978, studierte Rechts-, Politikwissenschaft & Soziologie in Hamburg und Hagen. Journalistenschule in Berlin. Anschließend Redakteur bei sportal.de, Redakteur und CvD bei sportdigital in Hamburg, Autor für verschiedene Print- und Online-Medien. Seit Februar 2015 freie Mitarbeit, seit Juli 2017 Redakteur im Sportressort von SPIEGEL ONLINE.

Er fand auch lobende Worte für die Anhänger der beiden Vereine: Ich möchte mich ausdrücklich bei den Hamburger Fußballfans bedanken. Sie haben mit ihrem heutigen Verhalten dazu beigetragen, dass Hamburg sich als Sportstadt gut präsentiert hat.

St. Paulis Trainer machte nach dem Derby überhaupt keinen Hehl aus seinem destruktiven Plan. “Wir wollten den fußballerischen Schlagabtausch vermeiden”, sagte Markus Kauczinski. Die Taktik der defensivstarken Gäste ging auf, für die 57.000 Zuschauer wurde es allerdings ein zäher Zweitliga-Sonntagnachmittag.

Das hatten sich Spieler und Fans des Hamburger SV sicher ganz anders vorgestellt. Der Bundesligaabsteiger trat am Sonntag gegen den Stadtrivalen FC St. Pauli an und kam nicht über ein 0:0-Remis hinaus. Für Pauli ein Erfolg, für den Traditionsverein das genaue Gegenteil.

HSV gegen St. Pauli: Polizei zufrieden: Außer Pyros blieb es ruhig beim Nord-Derby | shz.de

90 Minuten verteidigte St. Pauli konzentriert. 90 Minuten mühte sich der Hamburger SV nach Kräften, klare Abschlusssituationen herauszuspielen oder – mit zunehmender Spieldauer – zumindest irgendwie zu erzwingen. “Wir wussten, sie haben damit Probleme”, sagte St. Paulis Christopher Buchtmann. Ein fußballerisch enttäuschendes Stadtderby endete mit dem einzig angemessenen Ergebnis: 0:0.

Und direkt nach der Partie ließ das auch ein Pauli-Profi den großen Rivalen spüren. Christopher Buchtmann äußerte sich und ärgerte mit seiner Aussage sicher zahlreiche HSV-Anhänger. Vielleicht sogar auch Spieler?

Auch wenn es keinen Sieger gab: St. Pauli bleibt “Stadtmeister”. Das ist natürlich kein richtiger Titel – außer für den Klub, der ihn gerade tragen darf. Exakt 2783 Tage lang darf sich der FC St. Pauli schon so nennen, mindestens bis zum zweiten März-Wochenende 2019 bleibt Hamburg weiter braun-weiß. Im Februar 2011 hatte Gerald Asamoah im Volkspark das Derby zugunsten der Gäste entschieden.

Nach dem 0:0 im Hamburger Stadtderby zwischen dem HSV und dem FC St. Pauli hat sich Pauli-Spieler Christopher Buchtmann zum Spiel geäußert – eine klare Spitze gegen den Rivalen! 

2. Liga: HSV – St. Pauli 0:0 – Keine Highlights im Schnarch-Derby

Bis heute war das übrigens der letzte Bundesliga-Sieg des FC St. Pauli, der damals im Anschluss nur noch einen einzigen Punkt aus den verbleibenden zwölf Saisonspielen holte, als Tabellenletzter abstieg und den HSV damals schamvoll im Fußball-Oberhaus zurückließ.

Mancher behauptet gar, allein dieses Tor erkläre die Vehemenz, mit der der HSV in den Folgejahren auf den Abstieg hingearbeitet habe. Um irgendwie die Chance zu bekommen, sich diesen Titel zurückzuholen. Wo waren Sie, als Asamoah traf? Wer es mit einem dieser beiden Klubs hält, kann auf diese Frage ohne Bedenkzeit antworten.

Der HSV und der FC St. Pauli haben sich im 132. Hamburger Stadtderby 0:0 getrennt. Beide Teams geizten im ausverkauften Volksparkstadion mit Offensivaktionen. Auf den Rängen blieb es friedlich. mehr

Die Neuauflage am Sonntag wird niemandem im Gedächtnis bleiben, auch wenn der Rahmen erstklassig war. St. Paulis Philipp Ziereis: “Es war absolut geil, die Stimmung war überragend.” Zumindest, bis die 57.000 Zuschauer begriffen hatten, für welche Art Fußball sie teure Eintrittskarten erworben hatten. Andererseits, wer zum Derby geht, den locken vor allem die Emotionen.

Ex-HSV-Keeper Richard Golz und St.-Pauli-Ikone Fabian Boll im NDR Sportclub über das Stadtderby und die Situation der beiden Hamburger Zweitligisten.

Nervös war die Stimmung gewesen in der Stadt. Ein Überfall auf eine Gruppe von HSV-Fans, die eine Choreografie bastelte, in der Stadt aufgehängte Strohpuppen im St. Pauli-Look. Ein Stinkbombenangriff am S-Bahnhof Bahrenfeld, wo die Mehrheit der Gästefans ankam. Einiges normale Derby-Folklore, einiges leider auch darüber hinaus. Die Polizei war mit 1500 Kräften im Einsatz, gemessen an den Befürchtungen blieb es aber ruhig. Auch abseits des Rasens.

Mit einem massiven Aufgebot war es den Sicherheitskräften gelungen, die beiden Fanlager zu trennen. Neben einer großen Zahl von Sicherheitskräften kamen Diensthunde, berittene Polizei, Wasserwerfer, viele szenekundige Beamte und etliche Polizisten in Zivil zum Einsatz. Über dem Volksparkstadion kreiste ein Hubschrauber. Im neun Kilometer entfernten Millerntorstadion des FC St. Pauli versammelten sich 15 000 Zuschauer zum Public Viewing.

Es war vor allem in der erste Hälfte mehr ein Spiel, das keiner verlieren wollte, als eins, das jemand gewinnen wollte. “Beide Mannschaften waren damit beschäftigt, kein Tor zu kassieren”, sagte Khaled Narey. Dem desaströsen HSV-Auftritt gegen Regensburg folgten nun zwei betont seriöse torlose Remis.

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“Man kann den Eindruck haben, dass auch die Leichtigkeit im Offensivspiel abhandengekommen ist”, sagte Trainer Christian Titz, dem klar ist, dass nach nur zwei Punkten aus den vergangenen Spielen wieder gemurrt wird. 14 Punkte, vorübergehend Platz drei, noch ist die Saison lang. Es bleibt die Erkenntnis: Der HSV hat auch in der zweiten Liga Probleme, sich gegen tiefstehende Gegner klare Torchancen herauszuspielen. Wer aufsteigen will, muss allerdings Spiele gewinnen.

Nach dem Spiel seien lediglich zwei Personen festgenommen worden, die Pyrotechnik gezündet hätten. Gegen sie wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet. Vier Stunden vor der Partie war ein HSV-Fan, der laut Polizei als Gewalttäter im Sportumfeld gilt, in Gewahrsam genommen worden, weil in dessen Auto unter anderem sogenannte Passivbewaffnung und Pyrotechnik gefunden wurde.

HSV: Trainer Christian Titz nach Derby gegen St. Pauli in Not

Lewis Holtby war nach dem Spiel wütend. Er war der einzige Spieler, den auch noch die Journalisten in der dritten und vierten Reihe in der Interviewzone verstanden. Nach drei torlosen Spielen jetzt gleich wieder alles in Frage stellen? “In einem Spiel bist du der Heilsbringer, und dann wird wieder draufgehauen”, sagte Holtby, der monierte, dass “viel Negatives von außen kommt, und das macht mich so aggressiv”. Der HSV habe schließlich viele junge Spieler, “und die kriegen das doch alles mit.” Und jetzt? “Ruhe bewahren, Fresse halten, weiter arbeiten”, so Holtby.

Das erste Stadt-Derby seit sieben Jahren. Am 8. Spieltag der Zweiten Liga empfing der Hamburger SV den FC St. Pauli. Die Gästefans zündeten vor Anpfiff Bengalos, bei den HSV-Anhängern gab es Anfang der zweiten Hälfte ein paar Fackeln.

HSV gegen den FC St. Pauli: So lief das Hamburger Stadtderby

Geduld, die Tore würden schon fallen, glaubt HSV-Torwart Julian Pollersbeck. “Wir haben da vorn fünf oder sechs Wahnsinnsleute”, so Pollersbeck, der seinem Team mit einer Rettungstat in der Nachspielzeit zumindest einen Punkt bewahrt hatte: “Das sah spektakulärer aus, als es war.” Cenk Sahin hatte aus 35 Metern gelupft und fast wäre sein Ball just in jenem Tor gelandet, in das Asamoah vor sieben Jahren getroffen hatte.

2011, war der HSV noch eine große Nummer, hatte wirklich Wahnsinnsleute und immerhin zweimal in Folge in einem europäischen Halbfinale gestanden. Die Rollen waren klar verteilt, in einer Mannschaft startete Ruud van Nistelrooy, in der anderen – bei allem Respekt – Ralph Gunesch. Erstaunlich ist vor allem, dass die Erwartungshaltung beim HSV unverändert hoch ist. Ein Sieg war fest eingeplant. St. Pauli hat dabei nur einen Punkt weniger geholt in dieser Saison.

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“Probiert es noch so verzweifeifelt (sic!), unsere Größe ist in Stein gemeißelt.” Das stand auf der Choreografie in der Nordkurve. Darüber thronten die größten Helden der Vereinsgeschichte, mit all den Trophäen, die der Klub in einem anderen Jahrtausend mal gewonnen hat. Wer in der Gegenwart keine Identität findet, sucht halt in der Vergangenheit. So kommt man nie in der zweiten Liga an. Vielleicht bekommt man so aber immerhin mehr als nur eine weitere Chance, die Stadtmeisterschaft zurückzugewinnen.

Hamburger SV – FC St. Pauli 0:0 Hamburg: Pollersbeck – Sakai, Bates, van Drongelen, Santos – Janjicic, Mangala – Hwang (65. Narey), Holtby, Hunt (53. Ito) – Arp (72. Lasogga) St. Pauli: Himmelmann – Dudziak, Ziereis, Avevor, Buballa – Flum (83. Zehir), Knoll – Sahin, Buchtmann, Möller Daehli (76. Neudecker) – Diamantakos (73. Veerman) Schiedsrichter: Markus Schmidt Gelbe Karten: Arp, Janjicic / Buchtmann, Sahin, Flum Zuschauer: 57.000 (ausverkauft)