Polizei zufrieden, HSV frustriert
HSV gegen St. Pauli: Hamburg bleibt braun-weiß
Endlich wieder ein Hamburger Duell, nach siebeneinhalb Jahren Pause – und dann das: St. Pauli ist mit einem 0:0 weiter der letzte Derbysieger. Der HSV wirkt verunsichert, Lewis Holtby platzte später der Kragen.

Jahrgang 1978, studierte Rechts-, Politikwissenschaft & Soziologie in Hamburg und Hagen. Journalistenschule in Berlin. Anschließend Redakteur bei sportal.de, Redakteur und CvD bei sportdigital in Hamburg, Autor für verschiedene Print- und Online-Medien. Seit Februar 2015 freie Mitarbeit, seit Juli 2017 Redakteur im Sportressort von SPIEGEL ONLINE.

St. Paulis Trainer machte nach dem Derby überhaupt keinen Hehl aus seinem destruktiven Plan. “Wir wollten den fußballerischen Schlagabtausch vermeiden”, sagte Markus Kauczinski. Die Taktik der defensivstarken Gäste ging auf, für die 57.000 Zuschauer wurde es allerdings ein zäher Zweitliga-Sonntagnachmittag.

Unangenehmer die Situation beim HSV: Der Absteiger bleibt zum dritten Mal in Folge ohne Sieg und Tor. Wartet seit 16 Jahren auf einen Pflichtspiel-Erfolg gegen St. Pauli (zuvor 1:1, 0:1)!

Alarmstufe Derby: Die Gewinner, die Verlierer

90 Minuten verteidigte St. Pauli konzentriert. 90 Minuten mühte sich der Hamburger SV nach Kräften, klare Abschlusssituationen herauszuspielen oder – mit zunehmender Spieldauer – zumindest irgendwie zu erzwingen. “Wir wussten, sie haben damit Probleme”, sagte St. Paulis Christopher Buchtmann. Ein fußballerisch enttäuschendes Stadtderby endete mit dem einzig angemessenen Ergebnis: 0:0.

Aber: Auch St. Pauli trägt seinen schlechten Teil dazu bei. Trotzdem können die Kiez-Kicker (seit drei Spielen ungeschlagen) besser mit dem Punkt leben.

Nach Schnarch-Derby: St.-Pauli-Profi lästert über den großen HSV

Auch wenn es keinen Sieger gab: St. Pauli bleibt “Stadtmeister”. Das ist natürlich kein richtiger Titel – außer für den Klub, der ihn gerade tragen darf. Exakt 2783 Tage lang darf sich der FC St. Pauli schon so nennen, mindestens bis zum zweiten März-Wochenende 2019 bleibt Hamburg weiter braun-weiß. Im Februar 2011 hatte Gerald Asamoah im Volkspark das Derby zugunsten der Gäste entschieden.

Bis heute war das übrigens der letzte Bundesliga-Sieg des FC St. Pauli, der damals im Anschluss nur noch einen einzigen Punkt aus den verbleibenden zwölf Saisonspielen holte, als Tabellenletzter abstieg und den HSV damals schamvoll im Fußball-Oberhaus zurückließ.

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Mancher behauptet gar, allein dieses Tor erkläre die Vehemenz, mit der der HSV in den Folgejahren auf den Abstieg hingearbeitet habe. Um irgendwie die Chance zu bekommen, sich diesen Titel zurückzuholen. Wo waren Sie, als Asamoah traf? Wer es mit einem dieser beiden Klubs hält, kann auf diese Frage ohne Bedenkzeit antworten.

Schon am Sonntagmorgen griffen Beamte am U-Bahnhof Feldstraße ein. Gegen 9.30 Uhr stoppten und überprüften sie 36 Angehörige der Ultras St. Pauli-Warriors, stellten dabei 14 rote Sturmhauben, Mundschutze und Handschuhe mit Einlagen sicher. Die Fans wurden danach wieder entlassen.

Die Neuauflage am Sonntag wird niemandem im Gedächtnis bleiben, auch wenn der Rahmen erstklassig war. St. Paulis Philipp Ziereis: “Es war absolut geil, die Stimmung war überragend.” Zumindest, bis die 57.000 Zuschauer begriffen hatten, für welche Art Fußball sie teure Eintrittskarten erworben hatten. Andererseits, wer zum Derby geht, den locken vor allem die Emotionen.

Besonders perfide: Pauli-Anhänger zündeten vor dem Spiel bereits eine Pyro-Batterie nahe eines Friedhofs, die mit einem elektronischen Zünder ausgestattet war. Ob es sich dabei um eine Art Zeitschaltuhr oder Fernsteuerung handelte, gab die Polizei nicht bekannt.

Nervös war die Stimmung gewesen in der Stadt. Ein Überfall auf eine Gruppe von HSV-Fans, die eine Choreografie bastelte, in der Stadt aufgehängte Strohpuppen im St. Pauli-Look. Ein Stinkbombenangriff am S-Bahnhof Bahrenfeld, wo die Mehrheit der Gästefans ankam. Einiges normale Derby-Folklore, einiges leider auch darüber hinaus. Die Polizei war mit 1500 Kräften im Einsatz, gemessen an den Befürchtungen blieb es aber ruhig. Auch abseits des Rasens.

Er fand auch lobende Worte für die Anhänger der beiden Vereine: Ich möchte mich ausdrücklich bei den Hamburger Fußballfans bedanken. Sie haben mit ihrem heutigen Verhalten dazu beigetragen, dass Hamburg sich als Sportstadt gut präsentiert hat.

Es war vor allem in der erste Hälfte mehr ein Spiel, das keiner verlieren wollte, als eins, das jemand gewinnen wollte. “Beide Mannschaften waren damit beschäftigt, kein Tor zu kassieren”, sagte Khaled Narey. Dem desaströsen HSV-Auftritt gegen Regensburg folgten nun zwei betont seriöse torlose Remis.

“Man kann den Eindruck haben, dass auch die Leichtigkeit im Offensivspiel abhandengekommen ist”, sagte Trainer Christian Titz, dem klar ist, dass nach nur zwei Punkten aus den vergangenen Spielen wieder gemurrt wird. 14 Punkte, vorübergehend Platz drei, noch ist die Saison lang. Es bleibt die Erkenntnis: Der HSV hat auch in der zweiten Liga Probleme, sich gegen tiefstehende Gegner klare Torchancen herauszuspielen. Wer aufsteigen will, muss allerdings Spiele gewinnen.

Nach Abpfiff sperrte die Polizei zeitweilig die Reeperbahn in Richtung Innenstadt, blockierte den Millerntorplatz an der Helgoländerallee mit Wasserwerfern und Hundertschaften. Sorgten so für einen reibungslosen Abmarsch der rund 500 St.-Pauli-Fans.

Lewis Holtby war nach dem Spiel wütend. Er war der einzige Spieler, den auch noch die Journalisten in der dritten und vierten Reihe in der Interviewzone verstanden. Nach drei torlosen Spielen jetzt gleich wieder alles in Frage stellen? “In einem Spiel bist du der Heilsbringer, und dann wird wieder draufgehauen”, sagte Holtby, der monierte, dass “viel Negatives von außen kommt, und das macht mich so aggressiv”. Der HSV habe schließlich viele junge Spieler, “und die kriegen das doch alles mit.” Und jetzt? “Ruhe bewahren, Fresse halten, weiter arbeiten”, so Holtby.

Als die Fangruppen nach dem Spiel aus dem Volkspark zogen und sich wieder in der Stadt verteilten, endeten ein paar auf Krawall gebürstete HSV-Anhänger auf einen Absacker in einer Fan-Kneipe an der Ecke Bahrenfelder Chaussee/Regerstraße.

Geduld, die Tore würden schon fallen, glaubt HSV-Torwart Julian Pollersbeck. “Wir haben da vorn fünf oder sechs Wahnsinnsleute”, so Pollersbeck, der seinem Team mit einer Rettungstat in der Nachspielzeit zumindest einen Punkt bewahrt hatte: “Das sah spektakulärer aus, als es war.” Cenk Sahin hatte aus 35 Metern gelupft und fast wäre sein Ball just in jenem Tor gelandet, in das Asamoah vor sieben Jahren getroffen hatte.

Als zur Hilfe eilende Polizisten zwei Chaoten festnehmen wollten, versuchten diese zu flüchten – und leisteten großen Widerstand bei ihrer Festnahme. Weitere HSV-Anhänger solidarisierten sich mit ihnen, bepöbelten die Beamten.

2011, war der HSV noch eine große Nummer, hatte wirklich Wahnsinnsleute und immerhin zweimal in Folge in einem europäischen Halbfinale gestanden. Die Rollen waren klar verteilt, in einer Mannschaft startete Ruud van Nistelrooy, in der anderen – bei allem Respekt – Ralph Gunesch. Erstaunlich ist vor allem, dass die Erwartungshaltung beim HSV unverändert hoch ist. Ein Sieg war fest eingeplant. St. Pauli hat dabei nur einen Punkt weniger geholt in dieser Saison.

“Probiert es noch so verzweifeifelt (sic!), unsere Größe ist in Stein gemeißelt.” Das stand auf der Choreografie in der Nordkurve. Darüber thronten die größten Helden der Vereinsgeschichte, mit all den Trophäen, die der Klub in einem anderen Jahrtausend mal gewonnen hat. Wer in der Gegenwart keine Identität findet, sucht halt in der Vergangenheit. So kommt man nie in der zweiten Liga an. Vielleicht bekommt man so aber immerhin mehr als nur eine weitere Chance, die Stadtmeisterschaft zurückzugewinnen.

Um 9.50 Uhr setzten sich etwa 3000 Pauli-Anhänger am Millerntor-Stadion in Richtung Landungsbrücken in Bewegung, wurden von dort mit drei Sonder-S-Bahnen zum Volksparkstadion gebracht.

Hamburger SV – FC St. Pauli 0:0 Hamburg: Pollersbeck – Sakai, Bates, van Drongelen, Santos – Janjicic, Mangala – Hwang (65. Narey), Holtby, Hunt (53. Ito) – Arp (72. Lasogga) St. Pauli: Himmelmann – Dudziak, Ziereis, Avevor, Buballa – Flum (83. Zehir), Knoll – Sahin, Buchtmann, Möller Daehli (76. Neudecker) – Diamantakos (73. Veerman) Schiedsrichter: Markus Schmidt Gelbe Karten: Arp, Janjicic / Buchtmann, Sahin, Flum Zuschauer: 57.000 (ausverkauft)

2. Bundesliga: HSV und FC St. Pauli trennen sich unentschieden

Pfiffe auf den Rängen! Der Hamburger SV trennt sich mit 0:0 vom Stadtrivalen. Die Fans der Gäste wirken deutlich zufriedener mit diesem Resultat. Nach vorne ging bei den Rothosen schlichtweg zu wenig, Hwang hatte mit seinem Schuss ans Außennetz noch die beste Chance.

Kurz vor Anpfiff um 13.30 Uhr entzündeten die Pauli-Ultras mehrere Bengalo-Feuer. Dazu vermummten sich 25 bis 30 Personen im Gäste-Fanblock, sagte Polizeisprecher Ulf Wundrack.

Was für eine Szene! Cenk Sahin dribbelt sich kurz nach der Mittellinie durch und zieht aus fast 40 (!) Metern ab. Pollersbeck lenkt die Kugel gerade so über die Latte.

Insgesamt waren knapp 1800 Polizisten im Einsatz. Mit dabei: Beamte der Bundespolizei, aus Schleswig-Holstein und Bremen. Und zum Glück trafen sie nur auf ein paar wenige Idioten.

Knoll ist aufgerückt und hat im Zentrum nochmal richtig viel Platz. Er kann zum Derby-Helden werden, zieht seinen wuchtigen Schuss aber rechts am Tor vorbei.

Nullnummer im Volkspark: Ein Derby zum Vergessen

Neudecker hat im Zentrum viel Platz, sein Zuspiel auf Cenk Sahin ist deswegen aber auch viel zu schlecht gespielt. Gefahr dahin.

Lewis Holtby, der nach 53 Minuten von Aaron Hunt die Binde übernahm, erklärte: “Der eine Punkt fühlt sich nicht gut an. Hinten standen wir stabil, aber vorne müssen wir konsequenter und kreativer sein. Wir wollten unbedingt gewinnen. Das hat leider nicht geklappt. Ich hätte heute natürlich lieber mit den Fans gefeiert.” In die gleiche Kerbe schlug auch sein Trainer. “Die Enttäuschung überwiegt deutlich, wir wollten hier heute unsere Fans mit einem Heimsieg gegen St. Pauli belohnen – und natürlich uns selbst. Man muss aber auch sagen, dass wir heute nach vorne wenig kreiert haben”, so der 47-Jährige.

Mangala geht im Strafraum zu Boden, er war über seinen am Boden liegenden Gegenspieler gestürzt. Natürlich fordern nun viele im Stadion Elfmeter. Schmidt winkt aber sofort ab.

“Beide Mannschaften haben versucht, zu null zu spielen. St. Pauli stand sehr tief. Es war schwer, da durchzukommen”, gestand Innenverteidiger Rick van Drongelen, der wie in Fürth neben David Bates im Abwehrzentrum agierte. Ganz vorne warf Titz erstmals Fiete Arp rein, der zuvor lediglich zweimal spät als Joker zum Zug gekommen war. Gegen St. Pauli hing der 18-Jährige in der Luft, wurde nicht mit Bällen gefüttert und fiel eigentlich nur durch sein Temperament auf.

HSV gegen St. Pauli – Großdemonstration im Volkspark

Arp hat alles gegeben und sprintet nun vom Platz. Lasogga ist neu drin. Die Offensive ist nun also komplett ausgetauscht.

Cenk Sahin nimmt sich aus der Distanz mal ein Herz. Nach seinem Dribbling fehlt dem Schuss aber die nötige Wucht.

Bereits am Freitag (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) wartet die unangenehme Aufgabe beim SV Darmstadt 98. Titz fordert schon jetzt: “Wir müssen schnellstmöglich schauen, dass wir im nächsten Spiel jetzt auch mal in Führung gehen, dass auch die Leichtigkeit des Offensivspiels zurückkommt.” Wenn das nicht gelingt, könnte der Rückstand auf Spitzenreiter Köln (aktuell fünf Zähler) noch weiter anwachsen.

HSV gegen den FC St. Pauli: So lief das Hamburger Stadtderby

Der aufgeladene Arp kommt sofort herbei und löst eine kleine Rudelbildung aus. Dafür sieht er Gelb.

Gleichzeitig sei er dennoch zufrieden, wie seine Elf in den letzten beiden Spielen gegen den Ball gearbeitet habe. Haken an der Geschichte: “Dann stehst du defensiv total stabil und lässt nichts mehr zu, aber dann geht das auf Kosten der Offensive. Uns hat oftmals der Punch gefehlt.” Titz hatte zu wenig “Wege in die Tiefe” gesehen, speziell daran will er vor dem nächsten Spiel arbeiten.

Schluss für Hwang, der durch Narey ersetzt wird. Der Flügelflitzer hatte in Fürth noch in der Anfangsformation gestanden.

Die englische Woche war für den Hamburger SV fraglos eine gebrauchte: Aus drei Spielen holten die Rothosen lediglich zwei Punkte und blieben ohne eigenes Tor. Weil auch das Stadtderby gegen St. Pauli nicht gewonnen werden konnte, war HSV-Keeper Julian Pollersbeck angefressen.

Das Pendel schlägt mittlerweile deutlicher zu Gunsten des HSV aus. Die Hausherren schnuppern am Führungstor. Derweil liegt Buballa mit Schmerzen am Boden.

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HSV-Startelf-Debüt? Fiete Arp geht auf St. Pauli los

Arp geht stark an Ziereis vorbei und schießt dann aus spitzem Winkel erneut ans Außennetz. Anschließend beschwert er sich heftig beim Referee, weil dieser auf Abstoß entscheidet.

Ein HSV-Konter rollt und bringt mächtig Gefahr. Mangala steckt auf rechts für Hwang durch. Der Südkoreaner wird erst geblockt, doch kommt nochmal an den Ball. Dann legt er das Leder ans Außennetz.

Nach Fehler von Bates flankt Buchtmann gefühlvoll in Richtung Diamantakos. Dieser bringt aus elf Metern aber keinen Druck hinter seinen Kopfball. Sichere Beute für Pollersbeck.

Mangala hilft dem leicht angeschlagenen Cenk Sahin auf. So muss das Spiel nicht unterbrochen werden. Faire Geste.

Hamburg – St. Pauli 0:0: 2. Bundesliga im Live-Ticker

Ito und Douglas Santos kommen über links, doch nach Zuspiel des Jokers ist Hamburgs Linksverteidiger zu hektisch. Er legt sich die Kugel zu weit vor. Abstoß.

“Wir tun uns schwer, Chancen gegen gut stehende Gegner zu kreieren. Aber wir hatten ein Derby, eine heiße Atmosphäre. Unsere Fans wollten den Sieg sehen. Unter dem Strich ist das zu wenig. Wir müssen unsere PS auf den Platz bekommen”, fasste Becker nach dem 0:0 gegen Pauli zusammen.

Vor Derby gegen St. Pauli: HSV-Trainer Titz unter Druck – Polizei alarmiert

Arp hat gegen den bulligen Avevor einen schweren Stand. Wieder drischt St. Paulis Abwehr-Hüne die Kugel vor dem Angreifer weg.

Buchtmann haut aus der Distanz drauf, doch Bates blockt ihn. Anschließend foult St. Paulis Linksfuß den Innenverteidiger.

Christian Titz gerät nach drei sieglosen Spielen beim Hamburger SV unter Druck. Vorstand Ralf Becker äußerte nach dem 0:0 im Derby gegen den FC St. Pauli erste Bedenken an der aktuellen Arbeit des Trainers.

Frech! Douglas Santos zieht den Ball direkt aufs Tor, doch Himmelmann hat ein gutes Auge – und sieht, dass die Kugel nur aufs Tordach fliegt. Abstoß.

Linksverteidiger Douglas Santos war hinten kaum gefordert und schaltete sich oftmals vorne ein. Der Olympia-Sieger brachte mit klugen Pässen Linie ins Spiel und glänzte auch mit “typisch-brasilianischen” Aktionen: Für seinen dreifachen Übersteiger gab es Szenenapplaus (15.). Mit seinem Freistoß aus dem Halbfeld, den der 24-Jährige frech aufs Tor zog, läutete er die zweite Hälfte ein (50.). Douglas Santos sorgte allerdings auch für Gelächter, als er bei der Ausführung einer Ecke mit dem Fuß gegen die Fahne trat und so die Chance liegenließ (84.).

Knoll zieht den Standard etwas zu weit, sodass Pollersbeck aus seinem Tor kommen und die Kugel relativ einfach runterpflücken kann.

HSV – St. Pauli: Fans starten zum Stadion

Auf personelle Wechsel haben beide Trainer noch verzichtet, das dürfte sich auch noch ändern nach der Pause.

Auch Mats Möller Daehli arbeitete gut nach hinten mit. Besonders seine Rettungsaktion per Kopf in der 24. Minute war sehr wichtig. Trotzdem fand der Norweger auch Zeit für Offensivaktionen. Wann immer es geordnet nach vorne ging, hatte der 23-Jährige seine Füße im Spiel. Möller Daehli hatte auch die beste Chance der ersten Hälfte, wurde aber im letzten Moment geblockt (44.). In der zweiten Hälfte war er weniger auffällig und wurde in der 76. Minute ausgewechselt.

Pause in Hamburg: In einem intensiven Schlagabtausch fehlen die ganz großen Torraumszenen. Der HSV hat mehr Ballbesitz und drückt – doch im letzten Drittel fehlen die Ideen. St. Pauli setzt Nadelstiche, von denen aber noch keiner Pollersbeck in Verlegenheit bringen konnte.

HSV-Torhüter Julian Pollersbeck war von Beginn an hellwach – und hielt bei der ersten St.-Pauli-Chance sicher (7.). Gegen tiefstehende Gäste war der 24-Jährige im Derby sonst meist als erster Ballverteiler gefragt. Doch Pollersbeck verlor nicht die Konzentration – und das war wichtig: Nach einem weiteren “Abschlüsschen” der Kiezkicker wurde es in der Nachspielzeit noch mal brenzlig. Aber der Schlussmann rettete mit einer guten Parade.

Arp tankt sich gegen vier Kiez-Kicker durch, am Ende kriegt Buballa aber einen Tritt mit. Offensivfoul.

2. Bundesliga: Hamburger SV gegen FC St. Pauli heute live im TV und im Live-Stream | Fußball

Heiße Szene! Buballa tankt sich auf links richtig stark durch, seine Ablage für Möller Daehli ist perfekt. Der Norweger zieht sofort ab, im allerletzten Moment ist aber ein Bein dazwischen. Das hätte richtig gefährlich werden können.

Trainer Christian Titz hatte seinen Spielern mit dem öffentlichen Abschlusstraining vor 2.500 begeisterten Fans eine besonders Einstimmung aufs Derby verschafft. Doch auf dem Platz äußerte sich das eher in Übermotivation (Holtby). Auch die personellen Kniffe (Arp und Hwang für Lasogga und Narey, die wiederum als Joker kamen) saßen nicht. Lediglich mit der Einwechslung von Ito brachte der 47-Jährige neuen Schwung ins Spiel.

Bates hat bislang alles im Griff, diesmal geht er an der Seitenlinie auf Nummer sicher und knallt die Kugel auf die Tribüne.

Weil das HSV-Spiel stockte, hing Jann-Fiete Arp meist in der Luft. Bei St. Paulis Defensive war der Mittelstürmer gut aufgehoben. Auch bei seinen zwei Gelegenheiten wusste sich der 18-Jährige nicht so recht in Szene zu setzen: Erst köpfte er drüber (39.), dann brauchte er zu lange für den Abschluss (45.). Das schwache Spiel führte zu Frust und einer Gelben Karte wegen Meckerns (69.). Drei Minuten später musste Arp runter.

Knoll holt im Mittelfeld Arp von den Beinen. Da war der HSV-Youngster einen Tick zu schnell für St. Paulis Sechser.

Philipp Ziereis war häufiger in direkten Zweikämpfen zu sehen. Besonders Flanken klärte 25-Jährige zuverlässig – in der 39. Minute konnte er Arp immerhin noch stören. Sechs Minuten später stoppte der 1,85-Meter-Mann den HSV-Stürmer mit einem guten Tackling. Auch kurz vor dem Ende war der Innenverteidiger rigoros. Dass es nach seinem Einsteigen gegen Mangala keinen Elfmeter gab, war zumindest glücklich.

Diamantakos rutscht weg – und in Hunt hinein. Gleich eilt van Drongelen herbei und steht mit dem Griechen Kopf an Kopf. Die Szene hat Schmidt aber erneut im Griff, ein paar klärende Worte beruhigen die Lage.

Sakai findet mit seiner Flanke von links erstmals Arp, der mit Kopf herankommt, das Leder aber nicht platzieren kann. Ein Ansatz, wie es gehen kann.

Hamburg-Derby: HSV setzt Torlos-Serie gegen Stadtrivale St. Pauli fort

Douglas Santos bringt den Ball an den Fünfmeterraum, wo der Ball kurz still liegt und für ein paar weiche Knie im Gästeblock sorgt. Am Ende wird das Leder aber wuchtig aus der Gefahrenzone geschlagen. Aufatmen bei St. Pauli.

HSV in Noten: Die Einzelkritik zum Derby gegen den FC St. Pauli

Avevor ist bislang ein verlässlicher Turm in der Abwehr der Gäste, auch der schnelle Hwang hat Probleme mit dem bulligen Verteidiger.

Hee-chan Hwang hatte zu Beginn viele Ballkontakte, war sofort gut im Spiel. Die Kiezkicker stellten sich jedoch bald auf den wendigen Südkoreaner ein, der dann nicht mehr zu sehen war. In der 60. Minute hätte der 22-Jährige trotzdem zum Derby-Helden werden können, schoss aber knapp vorbei. Fünf Minuten später wurde er ausgewechselt.

Buchtmann bringt eine schwache Ecke in die Mitte – Arp köpft die Kugel am ersten Pfosten aus der Gefahrenzone.

In den Zweikämpfen geht es sehr intensiv zur Sache. Janjicic muss im eigenen Sechzehner zur Ecke klären. Chance für die Gäste!

St. Pauli drängt mal nach vorne, doch am Ende fehlt die Präzision im Passspiel. Buchtmann kriegt die Kugel nicht mehr vor der Grundlinie. Abstoß.

Arp startet – Cenk Sahin scheitert spät aus 40 Metern

Douglas Santos bietet sich am Strafraum eine Schusschance, doch der Brasilianer zögert zu lange. Cenk Sahin spitzelt ihm die Kugel weg – und dann haut der Linksverteidiger des HSV ins Leere.

Die Gastgeber sind dem Führungstor mittlerweile näher, doch im letzten Drittel fehlt dem Spiel des HSV auch der letzte Punch.

Um ein Haar das 1:0 für die Hausherren! Nach der Ecke von rechts ist Bates am ersten Pfosten ziemlich frei, seine abgefälschte Kopfball-Verlängerung segelt knapp am zweiten Pfosten vorbei.

Gefährlich! Holtby auf Hwang, der direkt zum Linksfuß zurückgibt. Die anschließende Flanke segelt mit viel Drall an den zweiten Pfosten, doch St. Paulis Defensive bleibt extrem aufmerksam.

0:0 – Kein Sieger im Hamburger Stadtderby

Erste Gelbe für Cenk Sahin, der den Ball unnötigerweise zurück ins Spielfeld schießt. Damit verhindert er einen schnellen Abstoß. In der Zweikampfführung muss er nun schon stärker aufpassen.

Hamburger SV gegen FC St.Pauli LIVE: HSV – St.Pauli Das Spiel der Spiele im Norden

Die ersten 20 Minuten sind durch – und die Fans warten noch auf die ganz großen Möglichkeiten. Gefährlicher wirken die Vorstöße der Gäste.

Brutaler Antritt von Hwang, doch am Ende legt dieser sich den Ball zu weit vor – Avevor hält sich das Schienbein. Offensivfoul des Südkoreaners.

HSV-Training vor 2500 Fans

Langer Diagonalball auf Sakai, der per Direktabnahme flankt – doch kein Abnehmer wartet in der Mitte.

Toll gemacht von Douglas Santos, der nach zwei Übersteigern Holtby mit dem Außenrist auf die Reise schickt. Das Zuspiel ist letztlich aber doch etwas zu steil angesetzt.

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Starke Szene von Diamantakos, der auf links durchgeht und dann sogar Sakai tunnelt. Am Ende gehen dem fünfmaligen griechischen Nationalspieler aber die Kräfte aus.

Hamburg-Fan über Liebe zu beiden Clubs: Hab zwei Fußballherzen

Avevor drückt Arp rechts am Strafraum zu Boden. Der Ball trudelt ins Aus. Schmidt entscheidet auf Abstoß. Als sich der HSV-Youngster ein paar Worte anhören muss, legt er den Zeigefinger vor die Lippen. Es sind auch viele kleine Nebengeschichten heute.

Der HSV baut gerade mehr und mehr Druck auf. Es gibt kaum Entlastung für die Kiez-Kicker, allerdings steht Kauczinskis Elf bislang extrem gut sortiert.

Douglas Santos bringt den Ball in den Fünfmeterraum, doch Ziereis ist der Herr der Lüfte und bereinigt ohne große Probleme.

Die ersten zehn Minuten sind fast durch – und die Hausherren warten noch auf ihre erste Annäherung. Holtby holt mal eine Ecke raus. Geht da was?

Die erste Chance gehört dem FC St. Pauli! Der Freistoß von Knoll segelt ins Zentrum, wo Flum sich relativ unbedrängt selbst an die Schulter köpft. Pollersbeck taucht ab und hat die Kugel sicher.

Die Gäste verstecken sich keineswegs, Cenk Sahin sucht direkt das Dribbling – und wird im Mittelfeld von den Beinen geholt.

Knoll bringt den ersten Freistoß aus dem linken Halbfeld in die Mitte. Den schwachen Versuch klärt dann allerdings Hunt per Kopf.

Anschließend geraten Holtby und Ziereis kurz aneinander, der HSV-Profi kann sich erst gar nicht beruhigen, doch Schmidt klärt die Situation mit seiner ganzen Routine und Ruhe.

Douglas Santos schickt den ersten Freistoß von links in den Strafraum. Kurze Verwirrung, ehe es St. Pauli im Verbund klären kann.

Das Zweitliga-Stadtderby hat begonnen. Und Bates wird gleich mal heftig in der Luft abgeräumt. Offensivfoul von Buchtmann.

Die Stimmung ist hervorragend – und auch das Wetter spielt mit. Die Sonne scheint in Hamburg, dazu haben beide Kurven eine Choreographie vorbereitet.

Der Unparteiische der heutigen Partie, die sicherlich einige brenzlige Szenen bereithalten wird: Markus Schmidt. Der Personal-Referent aus Stuttgart leitete in dieser Saison unter anderem das Kölner 3:5 gegen Paderborn.

Nochmal ein genauerer Blick auf die Aufstellungen: Beim HSV beginnt Hwang für Narey auf der Außenbahn, dazu gibt Arp seine Startelf-Premiere im Unterhaus – Lasogga sitzt vorerst nur auf der Bank. Bei den Kiez-Kickern verzichtet Kauczinski derweil darauf, seine letzte siegreiche Elf zu verändern.

Bevor das Leder in rund 20 Minuten rollt noch ein Blick auf die Tabelle: Der HSV möchte als aktueller Tabellenvierter wieder näher an Köln heranrücken, das sechs Punkte vorausgeeilt ist. St. Pauli könnte mit einem Dreier in die Spitzengruppe vordringen.

“Als der Spielplan rauskam, haben wir natürlich gleich geschaut, wann das Derby stattfindet. Wegen der englischen Woche konnten wir uns nicht so viel mit dem Spiel beschäftigen. Aber die Vorfreude steigt nun minütlich”, erklärte St. Paulis Keeper Himmelmann im Vorfeld: “Wir gehen mit sechs Punkten im Rücken in dieses Spiel. Wir wollen möglichst als Sieger vom Platz gehen. Alle sind heiß und fokussiert.”

Häme gab es nämlich nach dem 0:5 gegen Regensburg im letzten Heimspiel genug. In den folgenden 90 Minuten soll alles anders werden.

Das 0:1 im Heimspiel 2011 war im Vorfeld freilich auch nochmal Thema. Eigentlich “reicht der Ansporn, gegeneinander zu spielen, aus”, so Titz. Allerdings, und das schickte er schmunzelnd hinterher, wäre dies “wohl noch das i-Tüpfelchen” in puncto Motivation. Schließlich ernte derjenige, der gewinnt, “die Lorbeeren, der Verlierer die Häme”. Das will der HSV unbedingt vermeiden.

Titz erwartet heute einen “sehr unangenehmen” Gegner. Durch die “Motivation und die Brisanz” dürfte es im Volksparkstadion “eine Art Abnutzungskampf” geben.

Und beim Gegner? Da haben nach zuvor drei Niederlagen zwei Siege in Serie die Stimmung entspannt. “Was war, ist für den Moment egal. Es war wichtig, dass wir in der englischen Woche Ballast abwerfen konnten. Nun können wir befreit aufspielen. Wir sind voller Vorfreude auf das Derby. Es kribbelt. Es ist ein besonderes Spiel”, erklärte Trainer Markus Kauczinski.

Coach Christian Titz nahm ihn daraufhin in Schutz: “Er kann es nicht abwarten, hat es ja als Jugendspieler schon erlebt. Bereits dort musste man ihn zurückhalten. Fiete wollte damit nicht zur Gewalt aufrufen – er wollte sagen, dass er bereit für das Derby ist. Für sich, für seine Mannschaft, für seinen Verein. Es ist gut, so einen Spieler zu haben, der so brennt.” Und prompt wurde er von Beginn an aufgestellt.

Eben jener Arp hatte im Vorfeld für ein wenig Wirbel gesorgt: Bei Instagram stellte der 18-Jährige einen eindeutigen Slogan gegen die Kiez-Kicker ein.

Und beim HSV? Da setzt Christian Titz doch recht überraschend auf Youngster Arp von Beginn an. Das hoffnungsvolle Sturm-Talent war in dieser Saison lediglich zweimal spät eingewechselt worden.

Die Aufstellungen sind mittlerweile raus: Bei St. Pauli stürmt Diamantakos, der zuletzt das wichtige 1:1 gegen Paderborn erzielt hatte – am Ende sprang ein 2:1-Heimsieg heraus.

Es ist natürlich das allererste direkte Duell im Unterhaus, in den letzten beiden Aufeinandertreffen in der Saison 2010/11 ging es jeweils schon heiß her: Am Millerntor gab es ein 1:1 – und beim HSV setzte sich der Underdog mit 1:0 durch.

Es ist angerichtet: Ab 13.30 Uhr rollt im Volksparkstadion der Ball! Der Hamburger SV trifft im brisanten Stadtderby auf den FC St. Pauli.

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