Polizei zufrieden, HSV frustriert
LIVE! Hamburger SV – FC St. Pauli, 2. Bundesliga, Saison 2018/19, 8. Spieltag
Pfiffe, Frust, Enttäuschung. Schnarch-0:0 gegen St. Pauli – nach dem Abpfiff war beim HSV nicht mehr viel von Derby-Freude zu spüren.

Drei Spiele sieglos, 293 Minuten kein Tor – und gegen St. Pauli nicht mal ein ernsthafter Schuss auf die Kiste. Unfassbar, wie wenig der HSV mit der teuersten Truppe der Zweitliga-Geschichte (28,5 Mio für Gehälter) hinbekommt.

Lewis Holtby war nach dem Spiel wütend. Er war der einzige Spieler, den auch noch die Journalisten in der dritten und vierten Reihe in der Interviewzone verstanden. Nach drei torlosen Spielen jetzt gleich wieder alles in Frage stellen? “In einem Spiel bist du der Heilsbringer, und dann wird wieder draufgehauen”, sagte Holtby, der monierte, dass “viel Negatives von außen kommt, und das macht mich so aggressiv”. Der HSV habe schließlich viele junge Spieler, “und die kriegen das doch alles mit.” Und jetzt? “Ruhe bewahren, Fresse halten, weiter arbeiten”, so Holtby.

Sport-Vorstand Ralf Becker (48): Ich weiß nicht, ob es überhaupt eine klare Torchance gab. Wir haben uns das anders vorgestellt. Am Ende ist das 0:0 verdient. Damit sind wir natürlich nicht zufrieden.

Viel Wirbel um nichts! Der HSV und St. Pauli trennen sich beim lange erwarteten Hamburger Stadt-Derby mit einem trostlosen 0:0.

“Man kann den Eindruck haben, dass auch die Leichtigkeit im Offensivspiel abhandengekommen ist”, sagte Trainer Christian Titz, dem klar ist, dass nach nur zwei Punkten aus den vergangenen Spielen wieder gemurrt wird. 14 Punkte, vorübergehend Platz drei, noch ist die Saison lang. Es bleibt die Erkenntnis: Der HSV hat auch in der zweiten Liga Probleme, sich gegen tiefstehende Gegner klare Torchancen herauszuspielen. Wer aufsteigen will, muss allerdings Spiele gewinnen.

Findet Christian Titz (47) noch den Weg aus der Krise? Die Zweifel wachsen. Auch intern. Die Partie Freitag in Darmstadt (zuletzt drei Niederlagen in Serie) dürfte für den Trainer schon die letzte Chance sein. Trend, Formkurve und aktuelle Verfassung machen wenig Mut. Nicht nur wegen der drei Sieglos-Partien (vor Pauli das 0:5 gegen Regensburg, 0:0 in Fürth).

2011, war der HSV noch eine große Nummer, hatte wirklich Wahnsinnsleute und immerhin zweimal in Folge in einem europäischen Halbfinale gestanden. Die Rollen waren klar verteilt, in einer Mannschaft startete Ruud van Nistelrooy, in der anderen – bei allem Respekt – Ralph Gunesch. Erstaunlich ist vor allem, dass die Erwartungshaltung beim HSV unverändert hoch ist. Ein Sieg war fest eingeplant. St. Pauli hat dabei nur einen Punkt weniger geholt in dieser Saison.

Bei den bisherigen acht Auftritten hat der HSV selten überzeugt. Der Dreier in Sandhausen (3:0) war ungefährdet, gegen Bielefeld (3:0) holten die Hamburger ihren zweiten klaren Erfolg. Sonst war es meist dünn.

► Nach der Regensburg-Klatsche veränderte der Coach die Ausrichtung. Seitdem agiert er mit zwei Abräumern im Mittelfeld. Mit Orel Mangala (20) und Vasilije Janjicic (19), dafür musste Titz-Stammkraft Matti Steinmann (23) raus.

Hamburger SV – FC St. Pauli 0:0 Hamburg: Pollersbeck – Sakai, Bates, van Drongelen, Santos – Janjicic, Mangala – Hwang (65. Narey), Holtby, Hunt (53. Ito) – Arp (72. Lasogga) St. Pauli: Himmelmann – Dudziak, Ziereis, Avevor, Buballa – Flum (83. Zehir), Knoll – Sahin, Buchtmann, Möller Daehli (76. Neudecker) – Diamantakos (73. Veerman) Schiedsrichter: Markus Schmidt Gelbe Karten: Arp, Janjicic / Buchtmann, Sahin, Flum Zuschauer: 57.000 (ausverkauft)

Der Zug ging auf. Jetzt steht der HSV defensiv deutlich stabiler. Allerdings: Im neuen 4:2:3:1-System geht nichts mehr nach vorne. Titz: Die Leichtigkeit im Offensivspiel ist uns abhanden gekommen.

Geduld, die Tore würden schon fallen, glaubt HSV-Torwart Julian Pollersbeck. “Wir haben da vorn fünf oder sechs Wahnsinnsleute”, so Pollersbeck, der seinem Team mit einer Rettungstat in der Nachspielzeit zumindest einen Punkt bewahrt hatte: “Das sah spektakulärer aus, als es war.” Cenk Sahin hatte aus 35 Metern gelupft und fast wäre sein Ball just in jenem Tor gelandet, in das Asamoah vor sieben Jahren getroffen hatte.

Becker: Nach dem Regensburg-0:5 wollten wir in Fürth gut stehen, wenig zulassen. Das haben wir geschafft. Wenn das aber bedeutet, dass wir vorne keine Chancen mehr haben, haben wir auch ein Problem. Wir brauchen einen Mittelweg, müssen vorne mehr kreieren. Da müssen wir schon ehrlich sein.

► Titz hat ein Star-Problem. Lässt der Trainer nur noch mit drei offensiven Mittelfeld-Spielern agieren, ist die Sache eigentlich einfach: außen zwei schnelle Flügel-Stürmer (wie Hwang und Narey), dazu ein Spielmacher im Zentrum.

Heißt allerdings: Aaron Hunt (32) oder Lewis Holtby (28) – Kapitän oder Kumpel, einer müsste auf die Bank. Das wollte Titz aber zwei Mal umgehen, stellte Hunt auf den Flügel und wechselte ihn jeweils früh aus. Gegen Pauli nach 53, in Fürth nach 62 Minuten.

Die Neuauflage am Sonntag wird niemandem im Gedächtnis bleiben, auch wenn der Rahmen erstklassig war. St. Paulis Philipp Ziereis: “Es war absolut geil, die Stimmung war überragend.” Zumindest, bis die 57.000 Zuschauer begriffen hatten, für welche Art Fußball sie teure Eintrittskarten erworben hatten. Andererseits, wer zum Derby geht, den locken vor allem die Emotionen.

Einzelkritik: Avevor bärenstark, Holtby übermotiviert

Mit Hunt und Holtby hat der HSV ein Geschwindigkeits-Problem. Im Derby war Hee-Chan Hwang (22) in der Offensive der einzige HSV-Profi mit Tempo. Den Südkoreaner holte Titz aus sportlichen Gründen nach 65 Minuten runter. Turbo Narey schmorte über eine Stunde auf der Bank.

► Im Sturm hat der Trainer so lange gewechselt, bis gar nichts mehr geht. Hunt, Pierre-Michel Lasogga (26), Hwang und gegen Pauli Fiete Arp (18). Vier unterschiedliche Spitzen in acht Spielen. Anfangs (Lasogga-Hattrick gegen Heidenheim, Hwang in Dresden) ballerten die Joker Hamburg noch zum Sieg.

Mancher behauptet gar, allein dieses Tor erkläre die Vehemenz, mit der der HSV in den Folgejahren auf den Abstieg hingearbeitet habe. Um irgendwie die Chance zu bekommen, sich diesen Titel zurückzuholen. Wo waren Sie, als Asamoah traf? Wer es mit einem dieser beiden Klubs hält, kann auf diese Frage ohne Bedenkzeit antworten.

Inzwischen ist das Problem ein anderes: Die Angreifer bekommen überhaupt keine Bälle mehr. Titz räumt ein: Das Spiel nach vorne ist uns schwergefallen. Uns hat die Durchschlagskraft gefehlt.

2. Liga: HSV – St. Pauli 0:0 – Keine Highlights im Schnarch-Derby

Becker: Das Kernproblem ist, dass wir keine Chancen herausgespielt haben. Wir tun uns schwer, Tor-Möglichkeiten zu kreieren. Wir müssen schauen, dass wir uns da verbessern. So, wie wir das gemacht haben, war es nicht gut.

Unangenehmer die Situation beim HSV: Der Absteiger bleibt zum dritten Mal in Folge ohne Sieg und Tor. Wartet seit 16 Jahren auf einen Pflichtspiel-Erfolg gegen St. Pauli (zuvor 1:1, 0:1)!

Hamburger Zweitliga-Derby: Mutlos in Mordor

Zusätzliches Problem für ihn: Die, die ihm nach dem Abstieg den Vertrag (läuft bis 2020) gaben, haben keinen Einfluss mehr.

Aber: Auch St. Pauli trägt seinen schlechten Teil dazu bei. Trotzdem können die Kiez-Kicker (seit drei Spielen ungeschlagen) besser mit dem Punkt leben.

Promi-Auflauf im Volkspark. Zum Stadtderby kamen die VIPs zahlreich. Und machten wie die Fans nach dem Schlusspfiff lange Gesichter.

HSV gegen St. Pauli: Ein Derby nicht nur im Stadion – Fußball

HSV-Verteidiger Rick van Drongelen und Torwart Julian Pollersbeck bekamen sich in der zweiten Hälfte im Derby gegen Pauli in die Haare.

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HSV gegen den FC St. Pauli: So lief das Hamburger Stadtderby

Finanz-Chef Frank Wettstein (44), damals Allein-Vorstand, kümmert sich wieder um die Zahlen. Bernhard Peters (58), der Direktor Sport, arbeitet auf Abruf. Es geht nur noch um die Trennungs-Modalitäten.

Schon am Sonntagmorgen griffen Beamte am U-Bahnhof Feldstraße ein. Gegen 9.30 Uhr stoppten und überprüften sie 36 Angehörige der Ultras St. Pauli-Warriors, stellten dabei 14 rote Sturmhauben, Mundschutze und Handschuhe mit Einlagen sicher. Die Fans wurden danach wieder entlassen.

Vor Derby gegen St. Pauli: HSV-Trainer Titz unter Druck – Polizei alarmiert

Der neue Boss Bernd Hoffmann (55) hätte Titz wohl gar nicht mit einem Kontrakt für die 2. Liga ausgestattet.

Besonders perfide: Pauli-Anhänger zündeten vor dem Spiel bereits eine Pyro-Batterie nahe eines Friedhofs, die mit einem elektronischen Zünder ausgestattet war. Ob es sich dabei um eine Art Zeitschaltuhr oder Fernsteuerung handelte, gab die Polizei nicht bekannt.

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Er fand auch lobende Worte für die Anhänger der beiden Vereine: Ich möchte mich ausdrücklich bei den Hamburger Fußballfans bedanken. Sie haben mit ihrem heutigen Verhalten dazu beigetragen, dass Hamburg sich als Sportstadt gut präsentiert hat.

Pfiffe auf den Rängen! Der Hamburger SV trennt sich mit 0:0 vom Stadtrivalen. Die Fans der Gäste wirken deutlich zufriedener mit diesem Resultat. Nach vorne ging bei den Rothosen schlichtweg zu wenig, Hwang hatte mit seinem Schuss ans Außennetz noch die beste Chance.

Die Polizei ermittelt gegen Unbekannte, die in der Nacht auf Sonntag gegen 1.10 Uhr am S-Bahnhof Bahrenfeld stark ätzende Buttersäure (riecht wie Kot) verteilten. Ein Polizeisprecher: Es stank bestialisch. Zeugen haben die Beamten verständigt.

Nächste HSV-Nullnummer im Derby gegen St. Pauli

Was für eine Szene! Cenk Sahin dribbelt sich kurz nach der Mittellinie durch und zieht aus fast 40 (!) Metern ab. Pollersbeck lenkt die Kugel gerade so über die Latte.

Knoll ist aufgerückt und hat im Zentrum nochmal richtig viel Platz. Er kann zum Derby-Helden werden, zieht seinen wuchtigen Schuss aber rechts am Tor vorbei.

Als die Fangruppen nach dem Spiel aus dem Volkspark zogen und sich wieder in der Stadt verteilten, endeten ein paar auf Krawall gebürstete HSV-Anhänger auf einen Absacker in einer Fan-Kneipe an der Ecke Bahrenfelder Chaussee/Regerstraße.

Spielbericht | Hamburg – St. Pauli | 30.09.2018

Neudecker hat im Zentrum viel Platz, sein Zuspiel auf Cenk Sahin ist deswegen aber auch viel zu schlecht gespielt. Gefahr dahin.

Als zur Hilfe eilende Polizisten zwei Chaoten festnehmen wollten, versuchten diese zu flüchten – und leisteten großen Widerstand bei ihrer Festnahme. Weitere HSV-Anhänger solidarisierten sich mit ihnen, bepöbelten die Beamten.

2. Bundesliga: HSV und FC St. Pauli trennen sich unentschieden

Mangala geht im Strafraum zu Boden, er war über seinen am Boden liegenden Gegenspieler gestürzt. Natürlich fordern nun viele im Stadion Elfmeter. Schmidt winkt aber sofort ab.

Bereits Sonntagmorgen gegen 9.10 Uhr stoppten Fahnder einen laut Polizeiangaben gewalttätigen HSV-Anhänger (22) an der Max-Brauer-Allee. In seinem Wagen: Pyrotechnik, Quarzhandschuhe und Vermummungsmaterial.

Arp hat alles gegeben und sprintet nun vom Platz. Lasogga ist neu drin. Die Offensive ist nun also komplett ausgetauscht.

Nächster Dämpfer: HSV verpasst Sieg im Derby gegen St. Pauli

Cenk Sahin nimmt sich aus der Distanz mal ein Herz. Nach seinem Dribbling fehlt dem Schuss aber die nötige Wucht.

Gegen zwei Männer wird nun wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt, gegen einen zusätzlich wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und Körperverletzung.

Der aufgeladene Arp kommt sofort herbei und löst eine kleine Rudelbildung aus. Dafür sieht er Gelb.

Kurz vor Anpfiff um 13.30 Uhr entzündeten die Pauli-Ultras mehrere Bengalo-Feuer. Dazu vermummten sich 25 bis 30 Personen im Gäste-Fanblock, sagte Polizeisprecher Ulf Wundrack.

HSV – St. Pauli: Liveticker: Arp und Diamantakos starten im Sturm!

Schluss für Hwang, der durch Narey ersetzt wird. Der Flügelflitzer hatte in Fürth noch in der Anfangsformation gestanden.

Das Pendel schlägt mittlerweile deutlicher zu Gunsten des HSV aus. Die Hausherren schnuppern am Führungstor. Derweil liegt Buballa mit Schmerzen am Boden.

Arp geht stark an Ziereis vorbei und schießt dann aus spitzem Winkel erneut ans Außennetz. Anschließend beschwert er sich heftig beim Referee, weil dieser auf Abstoß entscheidet.

Lewis Holtby, der nach 53 Minuten von Aaron Hunt die Binde übernahm, erklärte: “Der eine Punkt fühlt sich nicht gut an. Hinten standen wir stabil, aber vorne müssen wir konsequenter und kreativer sein. Wir wollten unbedingt gewinnen. Das hat leider nicht geklappt. Ich hätte heute natürlich lieber mit den Fans gefeiert.” In die gleiche Kerbe schlug auch sein Trainer. “Die Enttäuschung überwiegt deutlich, wir wollten hier heute unsere Fans mit einem Heimsieg gegen St. Pauli belohnen – und natürlich uns selbst. Man muss aber auch sagen, dass wir heute nach vorne wenig kreiert haben”, so der 47-Jährige.

Ein HSV-Konter rollt und bringt mächtig Gefahr. Mangala steckt auf rechts für Hwang durch. Der Südkoreaner wird erst geblockt, doch kommt nochmal an den Ball. Dann legt er das Leder ans Außennetz.

Nach Fehler von Bates flankt Buchtmann gefühlvoll in Richtung Diamantakos. Dieser bringt aus elf Metern aber keinen Druck hinter seinen Kopfball. Sichere Beute für Pollersbeck.

Kaum vorstellbar, was dann losgewesen wäre im mit 57.000 Zuschauern ausverkauften Volksparkstadion, das auch so nach Schlusspfiff die Mannschaft mit Pfiffen verabschiedete. Das 0:0 war in jedem Fall kein Schritt nach vorne: Erstmals ist der HSV unter Trainer Christian Titz nun dreimal in Folge sieglos, dazu kommen drei Spiele in Serie ohne ein eigenes Tor. Und drei Hamburger Derbys in Folge ohne HSV-Sieg? Das hatte es zuvor noch nie gegeben.

Mangala hilft dem leicht angeschlagenen Cenk Sahin auf. So muss das Spiel nicht unterbrochen werden. Faire Geste.

Ito und Douglas Santos kommen über links, doch nach Zuspiel des Jokers ist Hamburgs Linksverteidiger zu hektisch. Er legt sich die Kugel zu weit vor. Abstoß.

Arp hat gegen den bulligen Avevor einen schweren Stand. Wieder drischt St. Paulis Abwehr-Hüne die Kugel vor dem Angreifer weg.

Buchtmann haut aus der Distanz drauf, doch Bates blockt ihn. Anschließend foult St. Paulis Linksfuß den Innenverteidiger.

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Frech! Douglas Santos zieht den Ball direkt aufs Tor, doch Himmelmann hat ein gutes Auge – und sieht, dass die Kugel nur aufs Tordach fliegt. Abstoß.

„Wir müssen schauen, dass wir im nächsten Spiel jetzt auch mal in Führung gehen.“HSV-Coach Christian Titz

Knoll zieht den Standard etwas zu weit, sodass Pollersbeck aus seinem Tor kommen und die Kugel relativ einfach runterpflücken kann.

Der HSV und St. Pauli trennen sich nach viel Brimborium im Vorfeld schiedlich und auch langweilig mit 0:0. St. Pauli feierte trotzdem.

Auf personelle Wechsel haben beide Trainer noch verzichtet, das dürfte sich auch noch ändern nach der Pause.

Pause in Hamburg: In einem intensiven Schlagabtausch fehlen die ganz großen Torraumszenen. Der HSV hat mehr Ballbesitz und drückt – doch im letzten Drittel fehlen die Ideen. St. Pauli setzt Nadelstiche, von denen aber noch keiner Pollersbeck in Verlegenheit bringen konnte.

Arp tankt sich gegen vier Kiez-Kicker durch, am Ende kriegt Buballa aber einen Tritt mit. Offensivfoul.

Christian Titz gerät nach drei sieglosen Spielen beim Hamburger SV unter Druck. Vorstand Ralf Becker äußerte nach dem 0:0 im Derby gegen den FC St. Pauli erste Bedenken an der aktuellen Arbeit des Trainers.

Heiße Szene! Buballa tankt sich auf links richtig stark durch, seine Ablage für Möller Daehli ist perfekt. Der Norweger zieht sofort ab, im allerletzten Moment ist aber ein Bein dazwischen. Das hätte richtig gefährlich werden können.

Bates hat bislang alles im Griff, diesmal geht er an der Seitenlinie auf Nummer sicher und knallt die Kugel auf die Tribüne.

Knoll holt im Mittelfeld Arp von den Beinen. Da war der HSV-Youngster einen Tick zu schnell für St. Paulis Sechser.

Diamantakos rutscht weg – und in Hunt hinein. Gleich eilt van Drongelen herbei und steht mit dem Griechen Kopf an Kopf. Die Szene hat Schmidt aber erneut im Griff, ein paar klärende Worte beruhigen die Lage.

HSV – St. Pauli: Friedliche Stimmung im Stadion

Sakai findet mit seiner Flanke von links erstmals Arp, der mit Kopf herankommt, das Leder aber nicht platzieren kann. Ein Ansatz, wie es gehen kann.

Douglas Santos bringt den Ball an den Fünfmeterraum, wo der Ball kurz still liegt und für ein paar weiche Knie im Gästeblock sorgt. Am Ende wird das Leder aber wuchtig aus der Gefahrenzone geschlagen. Aufatmen bei St. Pauli.

2. Bundesliga: HSV – FC St. Pauli LIVE im TV, Stream, Ticker

Avevor ist bislang ein verlässlicher Turm in der Abwehr der Gäste, auch der schnelle Hwang hat Probleme mit dem bulligen Verteidiger.

Buchtmann bringt eine schwache Ecke in die Mitte – Arp köpft die Kugel am ersten Pfosten aus der Gefahrenzone.

Hamburger SV gegen FC St.Pauli LIVE: HSV – St.Pauli Das Spiel der Spiele im Norden

In den Zweikämpfen geht es sehr intensiv zur Sache. Janjicic muss im eigenen Sechzehner zur Ecke klären. Chance für die Gäste!

Angst vor Fan-Randale beim 2. Liga-Derby HSV gegen St. Pauli

St. Pauli drängt mal nach vorne, doch am Ende fehlt die Präzision im Passspiel. Buchtmann kriegt die Kugel nicht mehr vor der Grundlinie. Abstoß.

Douglas Santos bietet sich am Strafraum eine Schusschance, doch der Brasilianer zögert zu lange. Cenk Sahin spitzelt ihm die Kugel weg – und dann haut der Linksverteidiger des HSV ins Leere.

Die Gastgeber sind dem Führungstor mittlerweile näher, doch im letzten Drittel fehlt dem Spiel des HSV auch der letzte Punch.

Um ein Haar das 1:0 für die Hausherren! Nach der Ecke von rechts ist Bates am ersten Pfosten ziemlich frei, seine abgefälschte Kopfball-Verlängerung segelt knapp am zweiten Pfosten vorbei.

Hamburg-Fan über Liebe zu beiden Clubs: Hab zwei Fußballherzen

Gefährlich! Holtby auf Hwang, der direkt zum Linksfuß zurückgibt. Die anschließende Flanke segelt mit viel Drall an den zweiten Pfosten, doch St. Paulis Defensive bleibt extrem aufmerksam.

HSV vs. St. Pauli: Mit voller Leidenschaft ins Derby

Erste Gelbe für Cenk Sahin, der den Ball unnötigerweise zurück ins Spielfeld schießt. Damit verhindert er einen schnellen Abstoß. In der Zweikampfführung muss er nun schon stärker aufpassen.

Die ersten 20 Minuten sind durch – und die Fans warten noch auf die ganz großen Möglichkeiten. Gefährlicher wirken die Vorstöße der Gäste.

Foto auf Instagram: Fiete Arp ätzt gegen den FC St. Pauli – Titz reagiert | shz.de

Brutaler Antritt von Hwang, doch am Ende legt dieser sich den Ball zu weit vor – Avevor hält sich das Schienbein. Offensivfoul des Südkoreaners.

Langer Diagonalball auf Sakai, der per Direktabnahme flankt – doch kein Abnehmer wartet in der Mitte.

Toll gemacht von Douglas Santos, der nach zwei Übersteigern Holtby mit dem Außenrist auf die Reise schickt. Das Zuspiel ist letztlich aber doch etwas zu steil angesetzt.

HSV gegen St. Pauli: So verrückt lief das torreichste Hamburg-Derby

Starke Szene von Diamantakos, der auf links durchgeht und dann sogar Sakai tunnelt. Am Ende gehen dem fünfmaligen griechischen Nationalspieler aber die Kräfte aus.

HSV – FC St. Pauli: Hamburger SV verpasst Derby-Sieg gegen Pauli

Avevor drückt Arp rechts am Strafraum zu Boden. Der Ball trudelt ins Aus. Schmidt entscheidet auf Abstoß. Als sich der HSV-Youngster ein paar Worte anhören muss, legt er den Zeigefinger vor die Lippen. Es sind auch viele kleine Nebengeschichten heute.

Der HSV baut gerade mehr und mehr Druck auf. Es gibt kaum Entlastung für die Kiez-Kicker, allerdings steht Kauczinskis Elf bislang extrem gut sortiert.

Douglas Santos bringt den Ball in den Fünfmeterraum, doch Ziereis ist der Herr der Lüfte und bereinigt ohne große Probleme.

Die ersten zehn Minuten sind fast durch – und die Hausherren warten noch auf ihre erste Annäherung. Holtby holt mal eine Ecke raus. Geht da was?

Die erste Chance gehört dem FC St. Pauli! Der Freistoß von Knoll segelt ins Zentrum, wo Flum sich relativ unbedrängt selbst an die Schulter köpft. Pollersbeck taucht ab und hat die Kugel sicher.

Die Gäste verstecken sich keineswegs, Cenk Sahin sucht direkt das Dribbling – und wird im Mittelfeld von den Beinen geholt.

Knoll bringt den ersten Freistoß aus dem linken Halbfeld in die Mitte. Den schwachen Versuch klärt dann allerdings Hunt per Kopf.

Anschließend geraten Holtby und Ziereis kurz aneinander, der HSV-Profi kann sich erst gar nicht beruhigen, doch Schmidt klärt die Situation mit seiner ganzen Routine und Ruhe.

Douglas Santos schickt den ersten Freistoß von links in den Strafraum. Kurze Verwirrung, ehe es St. Pauli im Verbund klären kann.

Das Zweitliga-Stadtderby hat begonnen. Und Bates wird gleich mal heftig in der Luft abgeräumt. Offensivfoul von Buchtmann.

Die Stimmung ist hervorragend – und auch das Wetter spielt mit. Die Sonne scheint in Hamburg, dazu haben beide Kurven eine Choreographie vorbereitet.

Der Unparteiische der heutigen Partie, die sicherlich einige brenzlige Szenen bereithalten wird: Markus Schmidt. Der Personal-Referent aus Stuttgart leitete in dieser Saison unter anderem das Kölner 3:5 gegen Paderborn.

Nochmal ein genauerer Blick auf die Aufstellungen: Beim HSV beginnt Hwang für Narey auf der Außenbahn, dazu gibt Arp seine Startelf-Premiere im Unterhaus – Lasogga sitzt vorerst nur auf der Bank. Bei den Kiez-Kickern verzichtet Kauczinski derweil darauf, seine letzte siegreiche Elf zu verändern.

Bevor das Leder in rund 20 Minuten rollt noch ein Blick auf die Tabelle: Der HSV möchte als aktueller Tabellenvierter wieder näher an Köln heranrücken, das sechs Punkte vorausgeeilt ist. St. Pauli könnte mit einem Dreier in die Spitzengruppe vordringen.

“Als der Spielplan rauskam, haben wir natürlich gleich geschaut, wann das Derby stattfindet. Wegen der englischen Woche konnten wir uns nicht so viel mit dem Spiel beschäftigen. Aber die Vorfreude steigt nun minütlich”, erklärte St. Paulis Keeper Himmelmann im Vorfeld: “Wir gehen mit sechs Punkten im Rücken in dieses Spiel. Wir wollen möglichst als Sieger vom Platz gehen. Alle sind heiß und fokussiert.”

Häme gab es nämlich nach dem 0:5 gegen Regensburg im letzten Heimspiel genug. In den folgenden 90 Minuten soll alles anders werden.

Das 0:1 im Heimspiel 2011 war im Vorfeld freilich auch nochmal Thema. Eigentlich “reicht der Ansporn, gegeneinander zu spielen, aus”, so Titz. Allerdings, und das schickte er schmunzelnd hinterher, wäre dies “wohl noch das i-Tüpfelchen” in puncto Motivation. Schließlich ernte derjenige, der gewinnt, “die Lorbeeren, der Verlierer die Häme”. Das will der HSV unbedingt vermeiden.

Titz erwartet heute einen “sehr unangenehmen” Gegner. Durch die “Motivation und die Brisanz” dürfte es im Volksparkstadion “eine Art Abnutzungskampf” geben.

Und beim Gegner? Da haben nach zuvor drei Niederlagen zwei Siege in Serie die Stimmung entspannt. “Was war, ist für den Moment egal. Es war wichtig, dass wir in der englischen Woche Ballast abwerfen konnten. Nun können wir befreit aufspielen. Wir sind voller Vorfreude auf das Derby. Es kribbelt. Es ist ein besonderes Spiel”, erklärte Trainer Markus Kauczinski.

Coach Christian Titz nahm ihn daraufhin in Schutz: “Er kann es nicht abwarten, hat es ja als Jugendspieler schon erlebt. Bereits dort musste man ihn zurückhalten. Fiete wollte damit nicht zur Gewalt aufrufen – er wollte sagen, dass er bereit für das Derby ist. Für sich, für seine Mannschaft, für seinen Verein. Es ist gut, so einen Spieler zu haben, der so brennt.” Und prompt wurde er von Beginn an aufgestellt.

Eben jener Arp hatte im Vorfeld für ein wenig Wirbel gesorgt: Bei Instagram stellte der 18-Jährige einen eindeutigen Slogan gegen die Kiez-Kicker ein.

Und beim HSV? Da setzt Christian Titz doch recht überraschend auf Youngster Arp von Beginn an. Das hoffnungsvolle Sturm-Talent war in dieser Saison lediglich zweimal spät eingewechselt worden.

Die Aufstellungen sind mittlerweile raus: Bei St. Pauli stürmt Diamantakos, der zuletzt das wichtige 1:1 gegen Paderborn erzielt hatte – am Ende sprang ein 2:1-Heimsieg heraus.

Es ist natürlich das allererste direkte Duell im Unterhaus, in den letzten beiden Aufeinandertreffen in der Saison 2010/11 ging es jeweils schon heiß her: Am Millerntor gab es ein 1:1 – und beim HSV setzte sich der Underdog mit 1:0 durch.

Es ist angerichtet: Ab 13.30 Uhr rollt im Volksparkstadion der Ball! Der Hamburger SV trifft im brisanten Stadtderby auf den FC St. Pauli.

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