Neues Porsche-Werk soll in Halle entstehen - MDR
Leipzig: Warum presst Halle jetzt den Porsche?
Der Sportwagenhersteller Porsche will ein neues Werk bauen. Nach Informationen des MDR ist die Entscheidung nun auf Halle als Standort gefallen. Baubeginn soll bereits im Sommer sein.

Der Autohersteller Porsche will ein neues Werk in Halle bauen. Das erfuhr der MDR aus Unternehmenskreisen. Das neue Werk soll in der Kooperation mit der Schuler AG entstehen. Dabei soll es sich um ein 13 Hektar großes Gelände handeln. Nach MDR-Informationen sollen an dem neuen Standort 100 neue Arbeitsplätze entstehen.

Laut Wirtschaftsministerium hat das Land im vorigen Jahr 102 Investitionen von Unternehmen im Gesamtvolumen von rund 867 Millionen Euro unterstützt – dadurch wurden knapp 1300 Arbeitsplätze neu geschaffen und weitere 2860 gesichert. Diese Vorhaben wurden mit insgesamt 68,7 Millionen Euro gefördert. Die größten 2018 geförderten Ansiedlungen waren die neue Papierfabrik der Progroup AG in Sandersdorf-Brehna (Investitionsvolumen: 376,1 Millionen Euro), das neue Werk der Brezelbäckerei Ditsch in Oranienbaum-Wörlitz (45 Millionen Euro) und das Logistikzentrum des Online-Möbelhändlers home24 in Halle (41,8 Millionen Euro).

“Das ist sicherlich eine Entscheidung für Halle und für die gesamte Region”, sagt MDR-Reporter Wolfgang Bringschulte, der das Thema recherchiert hat. Für Halle sprächen die gute Infrastruktur und die große Nähe zum Leipziger Porschewerk. Es sei damit keine Entscheidung gegen andere Standortvarianten gefallen. Neben Halle hatte sich auch Leipzig als Standort für das neue Werk beworben. Monatelang wurde darüber spekuliert, wo das neue Werk gebaut wird und ob nicht das Porschewerk-Gelände in Leipzig dafür in Frage kommt.

„Das ist der krönende Abschluss unserer Ansiedlungserfolge im Star Park”, sagte Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand. „Die Stadt hat sich im mitteldeutschen Standort-Wettbewerb durchgesetzt und mit schnellen Genehmigungen und zentralen Ansprechpartnern gepunktet.” Im „Star Park” seien seit 2014 zehn Groß-Ansiedlungen realisiert worden. Diese seien mit der Schaffung von rund 3500 Arbeitsplätzen in den Bereichen Metallverarbeitung, Lebensmittelindustrie und Logistik verbunden, darunter der Automobilzulieferer Schaeffler oder die Online-Versandhändler Zalando und home24.

Neues Werk: Porsche kommt nach Sachsen-Anhalt

Entstehen soll in ein Karosserie-Presswerk. Schuler AG ist ein Weltmarktführer in der Presstechnik. Das Unternehmen kommt aus Göppingen und ist in anderen ostdeutschen Städten bereits vertreten. Bei dem Bau des Werks handelt es sich um ein Joint Venture. Demnach ist Porsche nur ein Teil eines Gemeinschaftsprojekts. Der Automobilbauer soll aus dem Presswerk beliefert werden, aber auch weitere Kunden sollen gewonnen werden.

Im vorigen Jahr haben bei Porsche hohe Kosten – unter anderem für den Einstieg in die Produktion von Elektroautos – etwas auf die Profitabilität gedrückt. Der Stuttgarter Sportwagenbauer wuchs aber weiter kräftig. Der Umsatz der Porsche AG stieg um fast zehn Prozent auf knapp 25,8 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis – der Gewinn vor Zinsen und Steuern also – legte um 3,5 Prozent auf knapp 4,3 Milliarden Euro zu. Weltweit lieferte Porsche 2018 rund 256 000 Autos aus, vier Prozent mehr als 2017. Fast jedes dritte Fahrzeug geht inzwischen nach China.

Baubeginn ist bereits für den Sommer 2019 angesetzt. Dafür soll eine zweitstellige Millionensumme investiert werden. Die Fertigstellung sei für 2021 geplant.

Halle l Auf einem 13 Hektar großen Areal im „Star Park Halle” sollen ab Mitte 2021 Karosserieteile gefertigt werden. Das teilte das sachsen-anhaltische Wirtschaftsministerium am Mittwoch mit. Die Unternehmen wollen nach eigenen Angaben mehr als 100 Millionen Euro investieren und zunächst 100 neue Arbeitsplätze schaffen. Das Wirtschaftsministerium fördert die Ansiedlung mit 7,5 Millionen Euro aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur”. Baubeginn für das Presswerk ist in der zweiten Hälfte dieses Jahres.

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Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) sagte: „Die Ansiedlung ist ein Hauptgewinn für Halle und für den Automobilstandort Sachsen-Anhalt insgesamt. Sie zeigt, wie wettbewerbsfähig und attraktiv der Wirtschaftsstandort Sachsen-Anhalt auch für internationale Großkonzerne ist.”

Der Sportwagenhersteller baut im Star-Park in Halle für mehr als 100 Mio. Euro ein Presswerk. Gemeinsam mit der Schuler AG, einem Umformspezialisten aus Göppingen (Baden-Württemberg), gründete Porsche dafür die Smart Press Shop GmbH & Co. KG.

Porsche hat gerade mit der fünften Erweiterung seines Werks in Leipzig begonnen. Dort soll in einigen Jahren die neue Generation des kleinen Geländewagens Macan mit Elektroantrieb vom Band rollen. Dafür investiert der Autobauer mehr als 600 Millionen Euro.

Baustart auf dem 13 Hektar großen Areal ist in der zweiten Hälfte dieses Jahres. Bereits 2021 soll das neue Werk mit dauerhaft 100 Arbeitsplätzen Karosserie-Außenteile für Porsche pressen.

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Auch Leipzig und Kommunen in Thüringen hatten auf eine Zusage gehofft – aber das Rennen machte Halle. Warum? In gewisser Weise ist dies einem Konkurrenten zu verdanken. Denn das künftige Porsche-Areal war einst für eine mögliche Werk-Ansiedlung von BMW vorgesehen. Doch die Münchner bauten lieber in Leipzig.

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Ministerpräsident Reiner Haseloff (65, CDU), der den seinerzeit kritisierten Millionen-Ausbau als Wirtschaftsminister unterstützt hatte: Die Ansiedlung zeigt, dass es sich lohnt, in Infrastruktur und Gewerbegebiete mit Potential zu investieren, so Haseloff.

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Für Halles Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand (62, ptl.) ist die Ansiedlung wie ein Sechser im Lotto.

Er unterschrieb Mittwoch nicht nur den Kaufvertrag für 13 Hektar. Weitere 35 Hektar wurden dem Gemeinschaftsunternehmen von Porsche AG und Schuler AG fest zugesagt. Der Star Park ist damit voll belegt.