Schrecklicher Todesfall in Halle: Als die Polizei an ihrer Haustür klingelt, stürzt ...
Schrecklicher Todesfall in Halle: Als die Polizei an ihrer Haustür klingelt, stürzt eine Schulschwänzerin (15) vom Balkon
Djamila (15) aus Halle(Sachsen-Anhalt) ist eine notorische Schulschwänzerin. Als Polizisten die Jugendliche am Donnerstagmorgen um kurz vor 8 Uhr in den gerichtlich verhängten Jugendarrest bringen wollten, stürzte die Schülerin auf der Flucht vor den Beamten in den Tod!

Laut Djanilas Bruder Denis (19) saß das Mädchen im Wohnzimmer, als die Polizisten klingelten. Die Schülerin sei in ihr Zimmer gelaufen und dort durchs Fenster auf den Balkon geklettert.

Um kurz vor acht Uhr klingelten die Beamten an der Tür einer Schulschwänzerin. In der Tasche hatten sie drei Beschlüsse des Amtsgerichts Halle auf Jugendarrest. Die Polizisten wollten die 15-Jährige abholen, doch sie versuchte zu flüchten – und stürzte vom Balkon dabei aus der 6. Etage in den Tod.

Ermittlungen nach tödlichem Sturz einer Schülerin vom Balkon

Dennis zu BILD: Die Beamten entdeckten meine Schwester stehend auf dem Geländer des Balkons. Sie rannten auf den Balkon und versuchten, sie zu greifen. Doch Djamila geriet offenbar in Panik und sprang.

Aus der sechsten Etage stürzte das Mädchen auf die Wiese vor dem Wohnblock. Die Beamten leisteten Erste Hilfe, ein Rettungswagen brachte die Schwerverletzte in eine Klinik. Dort starb das Mädchen jedoch wenig später.

Nach dem tödlichen Sturz einer Schülerin in Halle-Neustadt von einem Balkon gehen die Ermittlungen weiter. Die genauen Todesumstände untersucht allerdings die Polizei in Magdeburg und nicht die Polizei in Halle. Darüber hinaus ist im Zusammenhang mit dem Unglück die Debatte um den Jugendarrest bei Schulschwänzern neu entfacht.

Tragisches Unglück in Halle: Einer 15-Jährigen drohte wegen Schulschwänzens Jugendarrest. Als die Beamten an ihrer Haustür klingeln, wollte das Mädchen über den Balkon fliehen und stürzte in den Tod.

Nach dem Tod einer 15-jährigen Schülerin in Halle  werden nun die Hintergründe zu den Todesumständen untersucht. Allerdings ermittelt in dem Fall die Polizei in Magdeburg und nicht die Polizei in Halle. Laut Ermittler ein normaler Vorgang, wenn Polizisten in einen Todesfall involviert sind. Niemand solle später Vorwürfe zur Unabhängigkeit erheben können.

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Das 15 Jahre alte Mädchen war Donnerstagmorgen in Halle von einem Balkon in die Tiefe gestürzt, als die Polizei sie zum Arrest abholen wollte. Gegen die Jugendliche lagen drei Gerichtsbeschlüsse wegen Schulschwänzens vor.

Im Zusammenhang mit dem Unglück ist auch eine Diskussion um den Jugendarrest bei Schulschwänzern entbrannt. Während CDU und AfD an der Strafe festhalten wollen, fordern SPD, Linke und Grüne, sie abzuschaffen.

Die Mutter hatte den Beamten am Donnerstagmorgen die Wohnungstür geöffnet. Sie fragten nach ihrer Tochter und die Mutter bestätigte, dass diese zu Hause sei.

Die Linke in Sachsen-Anhalt kritisiert den Jugendarrest als solchen und setzt sich seit Jahren für dessen Abschaffung ein. Die stellvertretende Fraktionschefin Eva von Angern sagte MDR SACHSEN-ANHALT, Arrest sei kein erzieherisches Mittel. Es könne nicht sein, dass man, wenn Kinder und Jugendliche nicht zur Schule gingen, dann die Polizei schicke und die Schulschwänzer in den Jugendarrest stecke. “Wir leben im Jahr 2018. Wir sind nicht mehr im Mittelalter, wo es heißt, wenn ich nicht zur Schule gehe, werde ich in den Karzer gesteckt.”

Polizeibeamte und Rettungskräfte führten noch vor Ort Erste-Hilfe-Maßnahmen durch. Die 15-Jährige starb wenig später im Krankenhaus.

Auch SPD-Landesfraktionsvorsitzende Katja Pähle nannte den Jugendarrest nicht mehr zeitgemäß und nicht mehr sinnvoll. Er trage nicht dazu bei, dass man weniger Schulschwänzer habe. Kinder, die über eine lange Zeit nicht in die Schule gehen, hätten andere Gründe, da nicht hinzugehen. Die bekämpfe man nicht, in dem man mit Strafen drohe, im schlimmsten Fall mit Jugendarrest. Das sieht der parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Sebastian Striegel, ebenso. Er fordert eine Änderung des Schulgesetzes. Striegel sagte, Schularrest sei keine gute Lösung. Kinder gehörten in die Schule, nicht in den Arrest.

In der CDU dagegen sieht man den Arrest als eine Art Warnschuss. Der rechtspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Detlef Gürth, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, man brauche dieses Instrument, wenn zuvor alles an Fürsorge versagt habe. Das sei nötig, damit ein Jugendlicher noch einmal zur Besinnung komme und das Bildungsangebot nutze. Als wichtiges Instrument, um Kindern den Umgang mit dem Gesetz zu vermitteln, sieht es auch die AfD. Deren bildungspolitische Sprecher im Landtag, Hans-Thomas Tillschneider, sagte, gerade heute müsste man jungen Menschen die Lehre vermitteln, dass Verstöße gegen Recht und Gesetz Sanktionen nach sich zögen. “Und wenn sie sich dafür entscheiden, sich nicht an Recht und Gesetz zu halten, dann hat das empfindliche Konsequenzen.”

Nach dem Sturz oder Sprung vom Balkon ist eine 15-Jährige in Halle gestorben. Polizisten wollten sie abholen, weil sie wegen Schwänzerei der Schule vom Gericht zu Jugendarrest verurteil worden war.

Nach dem Unglück war am Freitagvormittag spontan der Rechtsausschuss des Landtages zusammengekommen. Die Linke kündigte an, das Thema Jugendarrest auf einer Sitzung im Landtag auf die Tagesordnung zu setzen.

Auch Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner (CDU) zeigte sich nach dem Vorfall entsetzt. Er erklärte aber auch, dass er es nicht besonders klug fände, von einem akuten Einzelfall auf eine Systembetrachtung zu kommen. Man werde überlegen, welche Maßnahmen wie sinnvoll anzuwenden seien.

Ein Polizeieinsatz gilt als letztes Mittel gegen Schulschwänzen. Normalerweise ist Schulschwänzen zunächst eine Angelegenheit zwischen der Schule und dem Schüler beziehungsweise dessen Eltern. Bei unentschuldigtem Fehlen werden zuerst Gespräche geführt. Wenn sich dadurch nichts ändert, gibt es einen Elternbrief. Erst wenn sich auch nach einem zweiten Elternbrief nichts ändert, geht der Fall von der Schule an das Jugendamt.

Das Jugendamt kann weitere Schritte einleiten. Dazu gehört die Verhängung eines Ordnungsgelds, eine Anhörung vor dem Jugendrichter oder Arbeitsstunden. Der Jugendarrest, wie er im aktuellen Fall angeordnet wurde, ist die letzte Maßnahme. Richter in Sachsen-Anhalt griffen im vergangenen Jahr 187 Mal zu diesem Mittel. Das geht aus einer Kleinen Anfrage der Linken hervor. Im ersten Halbjahr 2018 kam die Strafe demnach in 44 Fällen zum Einsatz. Erst wenn auch der Arrest vom Schulschwänzer nicht angetreten wird, steht die Polizei vor der Tür.

In der Landespolitik wird bereits seit Jahren über eine mögliche Abschaffung des Jugendarrests für Schulschwänzer diskutiert. Die SPD wollte die Strafe schon 2013 abschaffen.

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Es ist einfach unglaublich, dass die Schulpflicht noch immer nicht abgeschafft ist. Welche (Freiheits-)Rechte haben Kinder in dieser Gesellschaft? Kinder sind auch Menschen und keine Sklaven die wir uns heranzüchten.Das Wohl der Kinder sollte an vorderster Stelle stehen und nicht irgendwelche Regeln und Gesetze. Jedes Kind sollte frei sein dürfen, so lange es das möchte.So lange die Schule verpflichtend bleibt, wird sich an dem absolut mangelhaften Bildungssystem auch nicht viel ändern. Ändern wird sich erst was, wenn die Schulen um ihre Schüler werben müssen und das Bildungsangebot überzeugt. Denn erst wenn das ANGEBOT von sich aus überzeugend ist, wird es von den Kindern freiwillig und gerne genutzt. Jedes Kind und jeder Mensch ist von Natur aus lernbegierig! Es kommt auf Geduld, Vertrauen und Liebe an und nicht auf Kontrolle und Gewalt. Lernen passiert ohne Zwang.