Spielhallen-Prozess: Millionen könnten an Städte fließen | wr.de | Hagen - WR
Prozess gegen Spielhallenbetreiber in Hagen gestartet
Auftakt im Spielhallen-Prozess: Drei Angeklagte aus Hagen, so der Vorwurf, sollen 48,4 Millionen Euro Steuern hinterzogen haben.

Hagen.   Befangenheitsantrag, Menschenrechtskonvention und eine lange Anklage: So war der erste Tag im Hagener Spielhallen-Prozess. Es geht um Millionen.

Es war eine Razzia mit außergewöhnlichen Dimensionen. Und es wird nun ein Mammut-Prozess mit ebenso außergewöhnlichen Dimensionen: 58 Verhandlungstage sind bislang am Landgericht Hagen angesetzt, um die Vorwürfe gegen drei Hagener (darunter ein Brüder-Paar) zu klären, die in einem Geflecht von Spielhallen in ganz Nordrhein-Westfalen binnen zehn Jahren Steuern und Abgaben in Höhe von stolzen 48,4 Millionen Euro hinterzogen haben sollen. Und zwar mit einer speziellen Software, die die Umsatzausdrucke der Spielgeräte manipuliert haben soll.

Prozess gegen Spielhallenbetreiber in Hagen gestartet Technik in Spielautomaten manipuliertVorwurf: 48 Millionen Euro Steuern hinterzogen58 Verhandlungstage angesetzt Neuer Abschnitt Sie sollen 48 Millionen Euro Steuern hinterzogen haben. Dafür müssen sich drei Spielhallenbetreiber seit Montag (27.05.2019) vor dem Hagener Landgericht verantworten. Die Männer haben Spielhallen in Hagen, Menden und Dortmund betrieben.

Die Angeklagten sollen die Technik in Spielautomaten manipuliert haben. Dadurch zeigten die Geräte auf den Abrechnungen weniger Umsätze an, als sie wirklich erzielt hatten. Diese Beträge sollen dann noch mit einer Spezial-Software geschönt worden sein. In zehn Jahren haben die Beschuldigten so laut Anklage 48 Millionen Euro an Steuern und Abgaben hinterzogen.

Die sieben Verteidiger stellten zunächst Anträge wegen angeblicher Formfehler der Wirtschaftsstrafkammer. Außerdem bestreiten sie, dass die Steuerschulden ihrer Mandanten so hoch liege.

Dies im Detail nachzuweisen wird aufwändig für die Hagener Wirtschafts-Strafkammer: Sie hat insgesamt 58 Verhandlungstage angesetzt – bis ins nächste Jahr hinein.

Im September 2018 hatte die Polizei bei den Spielhallen-Betreibern neben Geld auch mehrere Luxus-Autos beschlagnahmt. Die auffällig lackierten Sportwagen werden in Hagen momentan versteigert. Mit dem Geld aus der Aktion soll ein Teil der Steuerschulden wieder reinkommen.