Brand auf der Elberfelder Straße: Hagen: Tatverdächtiger vorläufig festgenommen - Hagen - Lokalkompass.de
Staatsschutz ermittelt nach Brand vor Hagener Moschee
Die Feuerwehr Hagen hat Mülltonen vor einer Moschee gelöscht. Gemeindemitglied Michael Isik spricht von einem Anschlage.

Hagen.   Vor einer Moschee in Hagen brennen Mülltonnen. Die Gemeinde ist in großer Sorge. Der vermeintliche Verursacher wurde verhaftet.

Vor einer Moschee in der Hagener Innenstadt sind am Samstagmorgen Mülltonnen in Brand gesetzt worden. Die Gemeinde ist in großer Sorge. Ein Video aus einer Überwachungskamera hat den Vorfall aufgezeichnet. Am Abend hat die Polizei den vermeintlichen Verursacher aufgegriffen. Er wird verhört.

Der Mann, der mit zwei Hunden unterwegs war, hat die Tonnen, die im Eingangsbereich des Gebäudes standen, vermutlich mit einer Zigarette in Brand gesteckt. Die Brandstiftung ist durch Überwachungskameras aufgenommen worden und auf einem Mitschnitt dokumentiert.

Die Hagener Feuerwehr hat den Brand an der unteren Elberfelder Straße schnell unter Kontrolle.  Foto: Alex Talash Um 9.45 Uhr wurde die Hagener Feuerwehr alarmiert. Die Einsatzkräfte hatten den Brand laut Aussage der Leitstelle schnell unter Kontrolle. Das Feuer selbst habe nicht auf das Gebäude übergegriffen. Allerdings war dichter Rauch in das mehrgeschossige Haus an der unteren Elberfelder Straße gezogen. Türen mussten aufgebrochen werden. Decken wurden geöffnet, um nach möglichen Glutnestern zu suchen. Das Gebäude musste durchlüftet werden.

Im Erdgeschoss des Hauses befinden sich der Gebetsraum sowie Räume der Gemeinde. In den Obergeschossen normale Wohnungen. Die Bewohner mussten während des Einsatzes evakuiert werden.

Diese Mülltonnen wurden im Eingangsbereich in Brand gesetzt.  Foto: Alex Talash Die Kriminalpolizei Hagen untersuchte die Brandstelle. Der Staatsschutz ist – da es sich um einen Brand vor einer Moschee handelt – eingeschaltet und führt die Ermittlungen. Das Video wurde ausgewertet. Am Abend konnte dann der Mann, der in dem Film zu sehen ist, festgenommen werden.

Der Mann soll, nach Aussage von Polizeisprecher Sebastian Hirschberg, einen Zwischengang mit zwei Hunden betreten haben. Dann ist er wieder herausgekommen, so Hirschberg. Danach ist es in einer Altpapiertonne zu dem Feuer gekommen.

Während Mitglieder der Gemeinde von einem Anschlag sprechen, will und kann die Polizei zunächst das nicht bestätigen. Die genauen Umstände kennen wir nicht, so Hirschberg. Es kann ebenso gut sein, dass das Feuer durch eine achtlos weggeworfene Zigarette entstanden ist

Die Moschee gehört zu der umstrittenen türkischen Milli-Görüs-Bewegung (deutsch: Nationale Sicht), die bis zur Machtübernahme Erdogans in der Türkei verboten war. Das Bundesamt für Verfassungsschutz kam zu der Überzeugung, dass Milli Görüs ein antidemokratisches Grundverständnis zeige. Die Bewegung wehrt sich gegen diese Vorwürfe.

Im Eingangsbereich sind die Spuren des Brandes sichtbar.  Foto: Alex Talash Die Milli-Görüs-Gemeinde Hagen, die rund 100 Mitglieder hat, zeigte sich betroffen. Wenn so etwas am Tag vor der Europawahl passiert, macht man sich Gedanken, so Mikail Isik, das ist ein feiger Anschlag. Wir sind sehr in Sorge, was jemanden dazu treibt, so etwas zu tun. Man kann nur von Glück sagen, dass sich niemand im Gebetsraum aufgehalten hat und dass keine Menschen zu Schaden gekommen sind.

Die Gemeinde hatte für Samstagabend zu einer Kundgebung an der Moschee aufgerufen. Auf ihrer Facebook-Seite schreibt sie: Wir verurteilen diesen islamfeindlichen Anschlag aufs Schärfste.

Staatsschutz ermittelt nach Brand vor Hagener Moschee Papiertonne vor Moschee in Hagen fängt FeuerKeine Verletzten, 20.000 Euro SchadenPolizei sucht nun nach ZeugenStaatsschutz ermittelt Neuer Abschnitt In einem Hagener Mehrfamilienhaus, in dem sich auch eine Moschee befindet, ist am Samstag (25.05.2019) ein Feuer ausgebrochen. Verletzt wurde nach Informationen der Polizei niemand. Aufgrund der Nähe zur Moschee hat der Hagener Staatsschutz den Fall jetzt übernommen.

Nach bisherigen Ermittlungen ging gegen 9.45 Uhr ein unbekannter Mann, der zwei Hunde an einer Leine mit sich führte, in einen Durchgang zwischen den Häusern. Dort habe er sich kurz aufgehalten und sei dann wieder gegangen. Wenig später brannte nach Polizeiangaben eine Altpapiertonne am Ende des Durchganges.

Die Feuerwehr konnte den Brand löschen. Die angrenzende Moschee wurde durch das Feuer nicht beschädigt. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr mussten in dem Gotteshaus jedoch Türen und einige Decken aufstemmen, um Glutnester auszuschließen.

Der Gesamtschaden wird auf zirka 20.000 Euro geschätzt. Ob es sich bei der mutmaßlichen Brandstiftung um Fahrlässigkeit oder um Vorsatz handelte, ist aktuell Gegenstand der Ermittlungen. Die Polizei sucht nun Zeugen, die Hinweise – insbesondere zu dem unbekannten Mann mit den zwei Hunden – geben können.