Brandstiftung in Göttingen: Verdächtige gefasst - NDR.de
Brandstiftung?: Mehrfamilienhaus in Göttingen wegen Feuer evakuiert
Großeinsatz am Donnerstagmorgen in Göttingen: Wegen eines Brandes mussten vierzig Menschen aus einem Wohnhaus in der Kurzen Straße evakuiert werden. Offenbar handelt es sich um Brandstiftung.

Aktualisiert um 9.39 Uhr – Die Berufsfeuerwehr wurde um kurz nach vier Uhr alarmiert, weil eine Mülltonne brannte. Weil der genaue Ort jedoch nicht klar war, wurden zwei Fahrzeuge der Berufsfeuerwehr auf die Suche geschickt. Wie sich dann herausstellte, brannten im Durchgang zum Wochenmarkt in der Kurzen Straße mehrere große Müllcontainer lichterloh, Flammen schlugen an der Gebäudefassade empor. Auch die Scheiben eines direkt angrenzenden Nagelstudios wurden durch die Hitzeentwicklung zerstört, so dass sich das Feuer in das Innere des Geschäfts ausbreiten konnte. Es wurde völlig zerstört. Die darüber befindlichen Wohnungen sind teilweise unbewohnbar.

Der Fluchtweg für die Bewohner des Appartmentwohnhauses war versperrt, der Rauch hatte bereits mehrere Etagen verqualmt. Aus mehreren Wohnungen war das Piepen von Heimrauchmeldern zu hören. Bei Eintreffen der ersten Kräfte standen Personen an den Fenstern und schrien um Hilfe.

Nach und nach wurden weitere Kräfte alarmiert, zunächst der Löschzug der Berufsfeuerwehr, dann die Freiwilligen Feuerwehren Stadtmitte, Weende und Geismar sowie eine Vielzahl an Rettungswagen und Notärzten. Rund fünfzig Einsatzkräfte waren vor Ort.

Die eingeschlossenen Bewohner wurden über zwei Drehleitern und tragbare Leitern von zwei Seiten des Gebäudes aus den oberen Etagen gerettet. Sie wurden alle medizinisch untersucht. Zwei mussten aufgrund einer Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus gebracht werden. Die anderen konnten sich zunächst in einem Stadtbus aufwärmen, später im gegenüber liegenden Gemeindezentrum einer Kirche.

Die Beschicker des Wochenmarktes konnten durch den Feuerwehreinsatz ihre Stände erst verspätet aufbauen. Auch der durch den Brand betroffene Durchgang bleibt gesperrt.

Rettungs- und Einsatzkräfte waren mit einem Großaufgebot vor Ort. Neben 18 Polizeibeamten waren 42 Kameraden der Berufsfeuerwehr im Einsatz. Ebenfalls eingesetzt waren mehrere Rettungswagen und ein Notarzt.

Das Gebäude ist derzeit nicht begehbar, der Brandort wurde von der Polizei beschlagnahmt. Die Schadenshöhe ist noch unbekannt, erste vorsichtige Schätzungen gehen von etwa 110.000 Euro aus. Als Brandursache wird Brandstiftung an den Müllcontainern im Durchgang vermutet. Nach Auskunft eines Bäckers in der Groner Straße, rund 200 Meter vom Brandort entfernt, haben zwei Unbekannte wenige Minuten vor dem Feuer in der Kurzen Straße versucht, einen anderen Container in der Nikolaistraße anzuzünden. Weil sie der Zeuge daraufhin ansprach, entfernten sie sich. In der Nacht auf Donnerstag ist es laut Polizei in der Innenstadt zu mehreren Bränden durch Anzünden von gelben Säcken und Altpapiertonnen gekommen. Auch im Laufe des Einsatzes gab es ein weiteres Feuer: In der Nikolaistraße brannte eine Mülltonne. Das Feuer wurde durch die Ortsfeuerwehr Geismar schnell gelöscht. 

Ob es einen Zusammenhang gibt, ist noch unklar. Wie die Polizei am Donnerstagvormittag mitteilte, wurden zwei mutmaßliche Täter in der Nähe des brennenden Hauses gefasst. Die beiden Tatverdächtigen wurden festgenommen. 

Seit 1999 freiberuflich für die HNA tätig, hauptsächlich in Göttingen. Schwerpunkte: Luftbilder und Blaulicht, aber nicht nur.

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Die Feuerwehr hat am frühen Donnerstagmorgen in der Kurzen Straße in Göttingen rund 40 Menschen wegen eines Brandes aus einem Mehrfamilienhaus gerettet. Nach Angaben der Polizei wurden zwei Personen ins Krankenhaus gebracht. Sie hätten vermutlich eine Rauchgasvergiftung erlitten, sagte ein Sprecher.

Das Feuer war nach ersten Erkenntnissen gegen vier Uhr in einem Container gelegt worden und hatte von dort auf das Gebäude übergegriffen. Weil der Weg durch den Hauseingang durch Rauch versperrt war, musste die Feuerwehr die Bewohner zum Teil mit Hilfe einer Drehleiter retten. Andere Menschen seien durch Fenster ins Freie gelangt, sagte der Sprecher.

Die Polizei konnte zwei Tatverdächtige vorläufig festnehmen. Die Schadenshöhe wird auf 110 000 Euro geschätzt.