Göttinger Schüler gehen für mehr Klimaschutz auf die Straße - HarzKurier
“Fridays for Future”-Bewegung: Klima-Demos – von Berlin bis Sydney
Mit Nachdruck setzen sich in Göttingen junge Leute für den Klimaschutz ein. Etwa 1000 Schüler waren dafür auf der Straße und demonstrierten.

Aktualisiert um 13.45 Uhr – Am Morgen begann die Protestaktion mit einer Auftaktkundgebung auf dem Bahnhofsvorplatz. Verschiedene Redner machten dabei auch die Klimaproblematik aufmerksam. Prof. Dr. Rainer-W. Hoffmann, Vorsitzender des Vereins Klimaschutz Göttingen, freute sich, dass so viele Teilnehmer dabei sind.

Greta hat durch ihre stoische Haltung gezeigt, wie ein junger Mensch mit einem Lächeln im Gesicht auf einen eklatanten gesellschaftlichen Missstand aufmerksam machen kann. Die jungen Leute in Deutschland haben das geradezu wie ein Signal aufgenommen und sind durch ihr Vorbild inspiriert worden, es ihr gleich zu tun, so Hurrelmann zu BILD.Der Experte hält es für möglich, dass die Bewegung weiter wächst: Die jungen Leute halten ihre Demonstrationen jetzt schon seit drei Monaten durch. Wenn das noch einmal drei Monate so weitergeht, dann haben wir eine politisierte junge Generation, die sich auf allen Ebenen in die Politik einmischen wird.

Er rief den zumeist jungen Leuten zu: „Hier in Göttingen seid ihr in Freundesland. Wir haben selbst anspruchsvolle Klimaziele und viele engagierte Menschen.“ Er wies darauf hin, dass die Schüler mit ihren Aktivitäten die Wissenschaftler-Initiative „Scientists for Future“ angestoßen haben.

Und weiter: Ich bin für Realitätssinn. Von Kindern und Jugendlichen kann man nicht erwarten, dass sie bereits alle globalen Zusammenhänge, das technisch Sinnvolle und das ökonomisch Machbare sehen. Das ist eine Sache für Profis.▶︎ Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) widersprach. Ich finde es gut, dass diese angeblich so unpolitische Generation den Mund aufmacht und auf die Straße geht, sagte sie der Bild am Sonntag.▶︎ Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) begrüßten die Schülerproteste für mehr Klimaschutz ausdrücklich.

„Ich bin unter den ersten tausend Unterzeichnern, indem wir eure Forderungen unterstützen, nehmen wir der billigen Kritik den Wind aus den Segeln, dass ihr Teenies euch vor dem Kritisieren erst einmal das nötige Wissen aneignen sollt“, sagte Hoffmann. Nach seinen Angaben stehen hinter den Jugendlichen nun Dutzende der führenden Fachleute.

▶︎ Die Bundesregierung will das laufende Jahr nach Angaben von SPD-Partei- und Fraktionschefin Andrea Nahles zum Klimajahr machen. Auch angesichts der Schülerdemos für mehr Klimaschutz freue sie sich, dass die GroKo das Thema bei ihrem Spitzentreffen am Vortag zur Chefsache gemacht habe, sagte Nahles am Freitag in Berlin.

Auch am Gänseliesel am Vormittag versammelten sich Hunderte von Schülern und deren Mitstreiter. So war etwa auch eine Kindergartengruppe mit ihren Erzieherinnen gekommen. „Hört auf, so viel Plastik zu produzieren!“, forderte sie ihre älteren Mitmenschen mit Nachdruck auf.

▶︎ Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) rät den vielen Schülern, ihre Proteste in die Freizeit zu verschieben. Demonstrationen außerhalb der Schulzeit würden dem Anliegen sicherlich noch einmal eine ganz neue Durchschlagskraft verleihen und ihr ernsthaftes Engagement untermauern, argumentierte Altmaier.

Auch andere Bürgerbewegungen, wie etwa die Atomkraftgegner, solidarisierten sich mit den Protestierenden mit Redebeiträgen oder Transparenten.

Sie ist inzwischen zu einer Ikone für Klimaschützer rund um die Welt geworden. In vielen Städten hielten Demonstranten Schilder mit dem Spruch Make the world Greta again in die Höhe – angelehnt an den Wahlkampfslogan von US-Präsident Donald Trump Make America great again (Macht Amerika wieder groß).

Aus den Göttinger Gymnasien heißt es zu der Demo: Das Fehlen wird aus rechtlichen Gründen als „unentschuldigter Fehltag“ im Klassenbuch eingetragen und wird auch am Schuljahresende wie andere unentschuldigte Fehltage im Zeugnis vermerkt. Entschuldigungen mit der Begründung „Teilnahme an der Demonstration“ sind nicht möglich.

Hunderttausende Jugendliche haben am Freitag weltweit für einen radikalen Kurswechsel hin zu mehr Klimaschutz demonstriert. Kundgebungen unter dem Motto Fridays For Future gab es in europäischen Metropolen wie Rom, Wien, Warschau, London und auch in Dutzenden deutschen Städten.

Gleichzeitig begrüßen die Direktoren der Göttinger Gymnasien die Teilnahme an der Demo: „Die Beteiligung am demokratischen Willensbildungsprozess, das Wecken des medialen und öffentlichen Interesses sowie das Zeigen von Zivilcourage, so zeigt die Erfahrung, kann und darf nicht immer regelkonform geschehen.“ 

Von Melbourne bis Madrid, von Kapstadt bis Köln: Am Freitag haben bei einem weltweiten Aktionstag Hunderttausende Schüler für mehr Ehrgeiz beim Klimaschutz demonstriert. Kundgebungen unter dem Motto "Fridays For Future" gab es in fast allen europäischen Metropolen, darunter in Rom, Paris, London, Wien sowie in Kopenhagen und Stockholm. Auch in Dutzenden deutschen Städten gingen Jugendliche und ihre Unterstützer auf die Straße statt zur Schule – die Veranstalter schätzen ihre Zahl bundesweit auf rund 300.000. Allein in Berlin nahmen laut Polizei 15.000 bis 20.000 Menschen teil. Die Veranstalter sprachen von rund 25.000 Teilnehmern. Auch in Köln und München waren nach Polizeiangaben jeweils mehr als Zehntausend auf den Beinen.  Rund um den Globus waren mehr als 2000 Kundgebungen und Schülerstreiks in mehr als 120 Staaten angekündigt, hierzulande rund 200. Die Kernforderungen: ein schnelles Aus für die klimaschädliche Verbrennung von Kohle, Öl und Gas, keine Subventionen mehr für diese "dreckigen" Energieträger, mehr Investitionen in erneuerbare Energien aus Windkraft und Sonne.

Tom Wedrins, Leiter der Göttinger Geschwister-Scholl-Gesamtschule, sagt: „Ich finde es grundsätzlich gut, wenn sich die Schuler engagieren.“ Allerdings seien für die Teilnahme an der Demo die bekannten Spielregeln einzuhalten. 

Von den Erwachsenen erwarte die Bewegung nicht, dass sie der Jugend Hoffnung spende, schrieben Thunberg und ihre Mitstreiter. "Wir wollen, dass ihr in Panik geratet und handelt. Wir wollen, dass ihr euch anschließt." Konkret müsse schnell weltweit der Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas organisiert werden. Subventionen für diese Art "schmutziger Energie" gehörten abgeschafft, stattdessen müsse viel mehr Geld in erneuerbare Energien fließen. Auf Plakaten bei Protesten in Deutschland hieß es unter anderem: "Wir lernen nicht für eine zerstörte Zukunft" oder "Fehlstunden verkraften wir, Klimawandel nicht". Andere hatten Schilder dabei mit Aufschriften wie "Die Dinos dachten auch, sie hätten Zeit", "Wäre die Welt eine Autofirma, hättet ihr sie längst gerettet" und "Die Zeit rennt, ihr pennt".

Der Philologenverband Niedersachsen hatte die „Fridays for Future“-Demonstrationen während der Unterrichtszeiten am Donnerstag scharf kritisiert. Die Umsetzung der Schulpflicht werde auf die Lehrkräfte abgewälzt, während die Politiker auf einer Sympathie-Welle mitsurften, sagte der Vorsitzende Horst Audritz. Es sei bemerkenswert, dass das Thema vom Kultusministerium und der Bundeskanzlerin kulant zur Seite gewischt werde. 

Nach Ansicht des CDU-Bundestagsabgeordneten Philipp Amthor sollten die Proteste erst nach dem Unterrichtsende beginnen. "Politisches Interesse der Schüler finde ich immer gut. Dem können sie aber auch in ihrer Freizeit nachgehen", sagte der 26-Jährige der "Heilbronner Stimme". Ähnlich äußerte sich CDU-Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier im "Spiegel". Vergangene Woche hatte jedoch nach Kanzlerin Angela Merkel auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Schülerproteste begrüßt. Die deutsche Klimaaktivistin Luisa Neubauer, eine 22-jährige Studentin, kündigte im SWR einen weiteren großen Protest für den 24. Mai an, "wenn wir die Europawahl zur Klimawahl machen werden und massivst auf die Straßen gehen in ganz Europa, um direkt vor den Wahlen allen Parteien richtig Angst zu machen".

„Der Klimaschutz braucht zweifelsfrei mehr Aufmerksamkeit von uns allen. Dies darf aber nicht über dauerhaft regelwidriges Verhalten wie dem Schulschwänzen erreicht werden“, sagte Audritz. Haltung dürfe nicht nur für den Klimaschutz eingefordert werden, sondern auch für die Schulpflicht.

Politik 15.03.19 "Fridays for Future" Zehntausende Schüler streiken in ganz Deutschland Symbolfigur der Protestwelle ist die 16-jährige schwedische Schülerin Greta Thunberg, die seit August 2018 immer freitags für einen beherzteren Kampf gegen den Klimawandel demonstriert statt zur Schule zu gehen. Sie ist inzwischen zu einer Ikone für Klimaschützer rund um die Welt geworden. In vielen Städten hielten Demonstranten Schilder mit dem Spruch "make the world Greta again" in die Höhe. Thunberg, die zusammen mit Tausenden Mitstreitern in Stockholm protestierte, bescheinigte den Regierungen weltweit zu wenig Ehrgeiz im Kampf gegen die Erderwärmung. Anstatt zu handeln, vergeudeten Politiker allerorten Zeit, sagte die 16-Jährige am Rande einer Demonstration vor dem Reichstag. 

Göttingen ist einer von 210 Orten in Deutschland, an denen am Freitag eine solche Aktion lief. Weltweit sind es 1325. Vorbild der großen Demonstrationsbewegung ist die inzwischen 16-jährige Greta Thunberg aus Schweden. Die Skandinavierin bestreikt seit Monaten jeden Freitag die Schule.

Tatsächlich drängt die Zeit: Schon jetzt hat sich die Erde nach Befunden des Weltklimarats IPCC gegenüber der vorindustriellen Zeit um etwa ein Grad erwärmt, in Deutschland sogar noch etwas stärker. Die Jahre 2015 bis 2018 waren nach Analysen der Weltwetterorganisation die vier wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen im 19. Jahrhundert. Geht es weiter wie bisher, ist Ende dieses Jahrhunderts die Welt wohl gut drei Grad wärmer. Zu den fatalen Folgen gehören mehr Hitzewellen, längere Dürren sowie mehr Stürme, Starkregen und Hochwasser. Um den Trend zu stoppen, muss der Ausstoß von Treibhausgasen etwa aus der Verbrennung von Kohle und Öl oder aus der Tierhaltung stark reduziert werden.

Auch in Kassel sind am Freitag hunderte Schüler auf die Straße gegangen, um für einen besseren Klimaschutz zu demonstrieren. Hier finden Sie alle Infos.

Baujahr 1967. Seit 1990 bei der HNA, seit 2012 in der Göttinger Lokalredaktion tätig. In meiner Freizeit engagiere ich mich für das THW

„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr unsere Zukunft klaut“, rufen etwa 280 Schüler, als sie heute Mittag vor dem Rosentor für den Klimaschutz demonstrieren. In der Kaiserstadt ist es die erste Veranstaltung der Initiative „Fridays for Future“, für die freitags weltweit Schüler auf die Straße gehen. „Es gibt keinen Planeten B“ und „Klimaschutz statt Kohleschmutz“ steht auf etlichen Plakaten, mit denen die Schüler um die Marktkirche ziehen. Sie wollen sich gegen die internationale Klimapolitik engagieren und für den Kohleausstieg einsetzen.

“Fridays for Future”: Schüler-Demos für den Klimaschutz

Geboren 1985, Studium an der Ruhr-Universität Bochum, seit Oktober 2017 bei der HNA als Redakteur. Freizeitbeschäftigung: Sport, insbesondere Fußball.

Weltweit demonstrieren Schüler für mehr Klimaschutz. In Deutschland gingen Hunderttausende auf die Straße. Die “FridaysforFuture”-Bewegung macht Druck – und die Bundesregierung Klimaschutz zur Chefsache.

Eine der Organisatorinnen in Goslar ist die 19-jährige Frauke Nickel, die im vergangenen Jahr ihr Abitur am Christian-von-Dohm-Gymnasium abgeschlossen hat. Auf die Straße geht sie aus der Überzeugung, dass sie der letzten Generation angehört, die etwas für das Klima tun kann. „Ich frage mich, wovon ich im Jahr 2050 leben soll, wenn wir die Erde kaputtmachen“, erklärt Nickel.

Seit Monaten boykottieren in vielen Ländern weltweit junge Leute einmal pro Woche den Unterricht, um ihrem Unmut gegen ausbleibende Maßnahmen gegen die Erderwärmung zu äußern. Heute wurden die Aktionen zu einem ersten globalen Protesttag ausgeweitet. Den Organisatoren zufolge gingen weltweit in fast 1700 Städten Jugendliche auf die Straßen – von Finnland bis Südafrika. In Ozeanien und Asien liefen die Demonstrationen am Morgen bereits an, Aktionen gab es unter anderem in Sydney, Bangkok und Hongkong.

Eine der Organisatorinnen in Goslar ist die 19-jährige Frauke Nickel, die im vergangenen Jahr ihr Abitur am Christian-von-Dohm-Gymnasium abgeschlossen hat. Auf die Straße geht sie aus der Überzeugung, dass sie der letzten Generation angehört, die etwas für das Klima tun kann. Ich frage mich, wovon ich im Jahr 2050 leben soll, wenn wir die Erde kaputtmachen, erklärt Nickel.

Schüler aus Sydney nehmen am weltweiten Klimaprotest "Friday for Future" von Schülern und Studenten teil.

Viele Schüler hatten Plakate mit Forderungen angefertigt, die sie auf der Demo präsentierten.  Foto: Heinrich Jung Ähnlich sieht es Eric Janetta. Auf seinem Plakat sprach er insbesondere die Minister Andreas Scheuer und Julia Klöckner an. Freiwilligkeit wird die Welt nicht retten, hieß es dazu, bezogen auf die Initiativen der beiden Minister, die Industrie zu mehr freiwilligen Klimaschutz zu bewegen. Es ist wichtig zu demonstrieren, damit sich etwas ändert, ist der 17-Jährige überzeugt. Auch eine lokale Forderung hat er auf seinem Plakat erhoben – und zwar nach dem Radschnellweg auf der Gladbecker Straße. Denn die Verkehrswende sei von immenser Bedeutung für den Klimaschutz.

#Fridaysforfuture mobilisierte auch in Deutschland Hunderttausende Menschen. Bundesweit waren 220 Proteste angekündigt, an denen sich laut Veranstaltern rund 300.000 Menschen beteiligten. Die meisten Teilnehmer gab es bei der Demonstration in Berlin, wobei die Angaben über die Teilnehmerzahl schwanken. Die Polizei zählte bis zu 20.000 Menschen, die bei dem Zug mitliefen. In München kamen nach Behördenangaben rund 10.000 Teilnehmer zusammen, 6000 versammelten sich in Frankfurt am Main. Auch in anderen Städten wie Köln, Bremen, Hannover und Nürnberg wurde protestiert.

Inspiriert sind die Schulstreiks von der 16-jährigen Schwedin Greta Thunberg, die im vergangenen Jahr allein vor dem schwedischen Parlament zu demonstrieren begonnen hatte – inzwischen ist sie sogar für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen.

Die allwöchentlichen Proteste weiten sich immer mehr aus. Mahnungen von Politikern, die Schüler sollten lieber lernen und den Kampf gegen den Klimawandel den Profis überlassen, kommen bei ihnen nicht gut an. Eine der Organisatorinnen in Berlin, Luisa Neubauer, mahnte die Politiker, auf die Jugendlichen zu hören. Bei der Europawahl im Mai müsse sich jeder überlegen, ob er noch für eine Partei stimmen könne, die keinen Plan für die Zukunft und das Klima habe.

Es gibt keinen Planeten B – gleich mehrfach war diese Mahnung auf Plakaten und Bannern bei der Schüler-Demo für mehr Klimaschutz zu lesen. Gut 500 Schülerinnen und Schüler beteiligten sich an der ersten Fridays for Future-Demo in Bottrop. Von dem Erfolg waren die Organisatoren sichtlich überwältigt. Mit so vielen Teilnehmern hätten wir nicht gerechnet, sagte Nico Zielinski.

Junger Klima-Protest in OWL so laut wie noch nie | OWL

“Fridays for Future” – Hunderttausende Schüler aus mehr als 120 Ländern boykottieren Unterrichttagesthemen 21:45 Uhr, 15.03.2019, Ingrid Bertram, WDR

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Etwa 8000 Teilnehmer bei Fridays for Future in Düsseldorf

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Die Schulstreikbewegung “Fridays for Future” erreicht ihren bisherigen Höhepunkt. Auch Eltern und Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Chemie schließen sich den Demonstrationen an.

Schüler streiken in Erlangen für Fridays For Future

Unterstützung bekommt die ursprünglich von jungen Leuten initiierte Bewegung auch aus anderen Generationen. So haben rund 12.000 Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz eine Stellungnahme unterzeichnet, um dem Anliegen der Klimabewegung Nachdruck zu verleihen – Stichwort: “Scientists for future”. Auch Eltern stellen sich mit “Parents for Future” an die Seite der Jugendlichen. Sie bitten unter anderem darum, auf Schulverweise oder andere disziplinarische Maßnahmen zu verzichten, wenn Schüler für Proteste dem Unterricht fernbleiben.

Rund 1000 Schüler beteiligten sich an der Protestaktion unter dem Motto “Fridays for Future” in Mainz. Foto: dpa

Vollbild  Sie wollen nicht leise sein: An vielen Orten der Welt machten sich Kinder und Jugendliche auf den Weg, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren. Die Kleinsten – hier in Sydney – wurden von ihren Eltern begleitet. | Bildquelle: REUTERS

In der Sitzung des Bundestages zollten alle Parteien bis auf die AfD den Teilnehmern der “Friday for Future”-Proteste Respekt. So betonte etwa der Bundestagsvizepräsident Thomas Opperman:

Auch Bundesumweltministerin Svenja Schulze lobte die Bewegung. Sie sei dankbar “für den Weckruf”, gleichzeitig wies sie jedoch den Vorwurf vieler Teilnehmer zurück, das nichts in Sachen Klimaschutz passiere. Ein Beispiel sei der beschlossene Kohleausstieg.

Doch trotz der Zustimmung für den Protest mahnten mehrere Politiker, etwa Bildungsministerin Anja Karliczek und CSU-Politikerin Anja Weisgerber auch die Einhaltung der Schulpflicht an – was bei dem Fraktionschef der Grünen, Anton Hofreiter, für Widerspruch sorgte: Statt eine “seltsame Debatte” über die Schulpflicht zu führen, sollte die Bundesregierung lieber daran arbeiten “echte Maßnahmen” für den Klimaschutz zu ergreifen.

Das von der Regierung neu gebildete Klimakabinett gehöre für ihn jedoch nicht dazu. Das Gremium soll die rechtlich verbindliche Umsetzung der Klimaschutzziele für das Jahr 2030 vorbereiten. Doch Hofreiter kritisierte:

“Fridays for Future” wird in Bayern immer größer

“Hochtrabende Namen können nicht darüber hinwegtäuschen: Die Bundesregierung weiß beim Klimaschutz nicht weiter und gründet einen Arbeitskreis.”

Klimaschutz: Fridays for Future: 700 Schüler trotzen dem Dauerregen in Kempten

Die AfD hingegen kritisierte die Protestbewegung scharf und auch das Lob der anderen Bundestagsparteien. Opperman beispielsweise warf die AfD vor, “für illegales Handeln Partei zu ergreifen”, da die Schüler bewusst die Schulpflicht verletzen würden. Der Abgeordnete Marc Jongen zog den menschengemachten Klimawandel in Zweifel und nannte finanzielle Aufwendungen für den Klimaschutz Geldverschwendung.

Vergangene Woche hatte nach Kanzlerin Angela Merkel auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Schülerproteste begrüßt. Viele der Erwachsenen hätten noch nicht gemerkt, “dass es fünf vor zwölf ist”, sagte Steinmeier in Neumünster zu Schülern einer “Fridays For Future”-Mahnwache: “Wir brauchen junge Menschen wie euch, die sich einmischen.”