Schmiergeld: Korruptionsverdacht an Universität Göttingen
Göttingen: Korruption an der Uni-Medizin?
Erst beim Hochschulsport – dann bei einer Tochtergesellschaft der Hochschulklinik: Ermittlungen wegen Untreue- und Schmiergeld-Vorwürfen sorgen für Unruhe an der Uni Göttingen.

Aktualisiert um 17.30 Uhr – Die Universitätsstadt kommt nicht zur Ruhe: Nach den Durchsuchungen in Uni-Gebäuden und Wohnungen von leitenden Mitarbeitern des Hochschulsports am Donnerstagvormittag, gingen am Nachmittag die Ermittler von Staatsanwaltschaft und Zoll unter Mithilfe der Polizei bei Durchsuchungen im Umfeld einer Universitätsmedizin-Tochterfirma vor. Festnahmen gab es keine. Hintergrund sind Untreue- und Korruptions-Vorwürfe.

Die Ermittlungen waren nach einem anonymen Hinweis in Gang gekommen. Mehrere Beschäftigte der für infrastrukturelles Gebäudemanagement zuständigen UMG-Tochter sollen Schmiergelder, teure Autos und Motorräder für die Vergabe von Aufträgen kassiert haben. Ermittelt werde wegen eines besonders schweren Falles von Bestechlichkeit und Bestechung sowie wegen Untreue, sagte der Sprecher der Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte in Braunschweig, Christian Wolters, am Montag.

Durchsucht wurden Geschäftsräume- und Privat-Wohnungen in Göttingen und anderen Orten in Südniedersachsen und Thüringen. Die Behörde hat laut Wolters dabei zahlreiche Unterlagen, Computer und Speichermedien sichergestellt. Die Durchsuchungsaktion, die sich unter anderem auch gegen eine Firma aus dem nordthüringischen Kyffhäuserkreis richtete, fand bereits am Donnerstagnachmittag statt. Die Behörden hatten darüber nicht berichtet.

Ein Klinikumssprecher bestätigte die Durchsuchung. Die beschuldigten Mitarbeiter befänden sich wegen der Ermittlungen gegenwärtig nicht im Dienst. Weitere Angaben wollte der Sprecher wegen des laufenden Verfahrens nicht machen.

Die UMG-Bediensteten sollen nach Angaben der Staatsanwaltschaft von 2014 bis 2018 für die Vergabe von Aufträgen an Firmen Geld kassiert und Luxusfahrzeuge erhalten haben. Dabei soll es sich um einen Sportwagen Audi A8 Spider und ein Harley Davidson-Motorrad handeln. Einer der Beschuldigen werde zudem verdächtigt, Arbeiten auf seinem Privatgrundstück im Kreis Göttingen über die UMG-Tochterfirma abgerechnet zu haben.

Den Informationen zufolge sollen die Beschuldigten zudem Abrechnungen für Renovierungen und andere Handwerker-Arbeiten auf dem UMG-Gelände manipuliert haben. Zur finanziellen Höhe des Schadens machte die Braunschweiger Staatsanwaltschaft keine Angaben.

Das „Infrastrukturelle Gebäudemanagement“ ist seit 2016 für alle UMG-Gebäude mit einer Gesamtfläche von rund 400 000 Quadratmetern zuständig. Gegenwärtig teilt sich das Aufgabenspektrum des Unternehmens in die Tätigkeitsschwerpunkte Sicherheitsmanagement und Handwerk. Sie kümmert sich unter anderem um Hausmeisterservice, Parkraumbewirtschaftung, Außenanlagen, Winterdienst, Schädlingsbekämpfung oder Abfallentsorgung.

Am Donnerstag hatten Staatsanwaltschaft, Zoll und Finanzfahnder Räume des Hochschulsports der Universität Göttingen am Sprangerweg oberhalb des Klinikums sowie Privatwohnungen von durchsucht.

Führende Mitarbeiter der Zentralen Uni-Einrichtung stehen laut Staatsanwaltschaft im Verdacht, jahrelang Gelder veruntreut, Steuern hinterzogen und Sozialabgaben für Übungsleiter nicht abgeführt zu haben. Auch soll aus den Einnahmen von Großsportveranstaltungen entnommen worden sein. Der Hochschulsport veranstaltet unter anderem den Uni-Sporttag Dies-Academicus mit mehr als 10 000 und den Great-Barrier Run mit mehr als 3000 Teilnehmern. (lni/tko)

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Mitarbeiter der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) stehen nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur unter Korruptionsverdacht. Mehrere Beschäftigte einer Tochterfirma der UMG sollen Schmiergelder kassiert sowie Autos und Motorräder für die Vergabe von Aufträgen erhalten haben. Ermittelt werde wegen eines besonders schweren Falles von Bestechlichkeit und Bestechung sowie wegen Untreue, sagte ein Sprecher der Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte in Braunschweig. Bei Durchsuchungen in Göttingen und anderen Orten in Südniedersachsen und Thüringen habe seine Behörde zahlreiche Unterlagen, Computer und Speichermedien sichergestellt, sagte Wolters. Festnahmen habe es nicht gegeben. Die Ermittlungen waren nach einem anonymen Hinweis in Gang gekommen.

Mehrere Mitarbeiter einer Tochterfirma der Universitätsmedizin Göttingen sollen mit Geld, teuren Autos und Motorräder bestochen worden sein. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Zunächst hatten Mitarbeiter von Staatsanwaltschaft, Zoll und des Finanzamtes Räume des Hochschulsports der Universität sowie Privatwohnungen durchsucht. Führende Mitarbeiter stehen im Verdacht, jahrelang Gelder veruntreut, Steuern hinterzogen und Sozialabgaben für Trainer nicht abgeführt zu haben. Eine folgende Aktion richtete sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft Braunschweig dann gegen Mitarbeiter der für “infrastrukturelles Gebäudemanagement” zuständigen UMG-Tochterfirma. Ein Klinikumssprecher bestätigte die Durchsuchung. Die beschuldigten Mitarbeiter befänden sich wegen der Ermittlungen gegenwärtig nicht im Dienst. Weitere Angaben wollte der Sprecher mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht machen.

Die Verdächtigen sollen nach Angaben der Staatsanwaltschaft in den Jahren 2014 bis 2018 für die Vergabe von Aufträgen an Firmen Geld kassiert und Luxusfahrzeuge erhalten haben. Dabei soll es sich um einen Sportwagen der Marke Audi und ein Motorrad der Marke Harley-Davidson handeln. Einer der Beschuldigen werde zudem verdächtigt, Arbeiten auf seinem Privatgrundstück über die UMG-Tochterfirma abgerechnet zu haben. Außerdem sollen die Beschuldigten Abrechnungen für Renovierungen und andere Handwerker-Arbeiten auf dem UMG-Gelände manipuliert haben. Zur Höhe des mutmaßlichen Schadens machte die Braunschweiger Staatsanwaltschaft keine Angaben.

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt gegen eine Firma aus Göttingen. Das Unternehmen soll Schmiergelder gezahlt haben, um Produkte im Ausland besser verkaufen zu können. mehr