Freude in Göttingen über Landung von Mars-Sonde
Nasa-Sonde Insight landet erfolgreich auf dem Mars und funkt 1. Foto zur Erde
Millionen von Kilometern entfernt arbeitet jetzt ein von Menschen gebauter Roboter, um für uns die Geheimnisse des Roten Planeten zu lüften.

Die Nasa-Sonde InSight ist erfolgreich auf dem Mars gelandet. Nach einem halben Jahr Anflug (rund 485 Millionen Kilometer) glückte das hochkomplizierte etwa sechsminütige Landemanöver in der Ebene Elysium Planitia nördlich des Mars-Äquators.

InSight soll auf der Mars-Oberfläche landen. Quelle: Uncredited/NASA/JPL-Caltech/AP/dpa Knapp sieben Monate nach ihrem Start ins All soll die Nasa-Sonde InSight heute auf dem Mars landen (ab 20.47 Uhr MEZ). Wissenschaftler und Ingenieure erwarten das Landemanöver mit großer Spannung. Das sanfte Aufsetzen zählt auf unserem Nachbarplaneten zu den schwierigsten Unterfangen der Raumfahrt. InSight ist ein stationäres geophysikalisches Observatorium, mit dem Wissenschaftler in den nächsten beiden Jahren erstmals das Innere des Mars und seinen Aufbau untersuchen wollen.

Bei jedem kleinen Schritt auf ihrer letzten Etappe – dem Abkoppeln vom Antrieb, dem Eindringen in die Mars-Atmosphäre, dem Entfalten des Fallschirms und dem Zünden der Bremsraketen – klatschten die Wissenschaftler in der Kommando-Zentrale in Pasadena (Kalifornien) Beifall. Am Ende ertönte dann Riesenjubel, als klar war, dass der Roboter die Oberfläche des Roten Planeten planmäßig erreicht hat.

Bisher gibt es auf dem Mars nur Forschungsrover, die dessen Oberfläche untersuchen. Nun soll in das Innere des Planeten vorgedrungen werden.

Studie über das Planeten-Innere: Nasa-Sonde soll auf Mars landen

Was ein wunderbarer Tag für die Nasa, sagte der Chef der US-Raumfahrtbehörde, Jim Bridenstine, der im Kontrollzentrum dabei war. Es war so intensiv, man konnte die Emotionen fühlen. US-Vizepräsident Mike Pence gratulierte per Telefon.

"Maulwurf" des DLR – Sonde gräbt sich in den Marsboden Der Rote Planet birgt viele Geheimnisse. Einige soll der Lander …

Nasa-Sonde “Insight”: Der Mars-Maulwurf ist gelandet

Nur wenige Minuten nach dem Aufsetzen erreichte die Kommandozentrale das erste Foto der Sonde. Zu sehen ist nicht viel, denn die verschmutzte Schutzkappe bedeckt noch die Linse. Für die Forscher ist es aber von höchstem Wert. Es bedeutet: Die Kamera funktioniert, die Funkverbindung arbeitet einwandfrei – und das alles in vielen Millionen Kilometern Entfernung von der Erde.

Toll für Fans: InSight, dessen Mission die beteiligten Nationen etwa 900 Millionen Euro kostet, soll nicht nur Wissenschaftler mit Informationen füttern, sondern auch die Raumfahrt-Fans in aller Welt. Der Roboter hat dafür seinen eigenen Twitter-Kanal.

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Die Forscher warten nun darauf, dass der Roboter innerhalb der nächsten Stunden seine Solar-Schirme entfaltet und seinen eigenen Strom produzieren kann – die Voraussetzung für seinen Messarbeiten.

Landung am Montag – Mars-Maulwurf auf der Zielgeraden

Denn InSight soll mit zahlreichen wissenschaftlichen Instrumenten über einen Zeitraum von zwei Jahren den Mars untersuchen und vor allem mehr über den Aufbau des Planeten und die Dynamik unter seiner Oberfläche in Erfahrung bringen. Sobald der Lander sicher steht, soll im direkten Umfeld die Suche nach passenden Standorten für die mitgebrachten Messgeräte beginnen. Ein Roboterarm soll sie an die optimale Position heben.

Ein in Deutschland entwickeltes Gerät, eine Art Marsmaulwurf, soll sich dann fünf Meter tief in den Boden bohren. Die insgesamt rund 650 Millionen Euro teure Mission ist auf zwei Jahre angelegt.

Nächste Woche wird ein Maulwurf auf dem Mars ausgesetzt. Er soll sich in den Boden graben und dort Messungen durchführen.

Es ist eine wahrlich große Tragödie. Denn mit etwas planetarer Fortune könnte es auf dem Mars heute deutlich sichtbares Leben geben. So aber steht ein schrecklicher Verdacht im Weltenraum: Womöglich ist ein so lauschiges, blau funkelndes Örtchen wie die Erde extrem selten im kalten All. Und der Mensch dann vielleicht das am höchsten entwickelte Wesen des Universums. Sollen wir wirklich alles sein? Nach 13,81 Milliarden Jahren Sein, Existenz, Dinglichkeit des Kosmos? Wie sinnlos.

Wachsen Pflanzen eigentlich auch unter verminderter Schwerkraft? Am Montag starten deutsche Forscher einen Tomaten-Test im Weltraum.

Die MPI-Wissenschaftler erhoffen sich erstmals aussagekräftige geophysikalische und seismologische Daten vom Mars, die Einblick in das Innenleben des Nachbarplaneten ermöglichen. “Wir wollen verstehen, wie sich der Mars seit seiner Entstehung entwickelt hat – und warum er sich heute so deutlich von der Erde unterscheidet”, sagt Ulrich Christensen, Direktor des beteiligten MPI und Mitglied des dortigen Seismometer-Teams. Es ist das erste Mal seit der Astronauten-Mission Apollo 17 im Jahr 1972, dass Wärmefluss-Messungen auf einem anderen Himmelskörper durchgeführt werden. Die Daten sollen nicht nur dazu beitragen, den Aufbau des Planeten Mars besser zu verstehen, sie ermöglichen nach Auskunft der Wissenschaftler auch Rückschlüsse auf die frühe Entwicklung der Erde.

▶︎ Zuletzt hatte die Nasa 2012 den Rover Curiosity erfolgreich auf den Mars gebracht. Landungen auf dem roten Planeten gelten als extrem schwierig – nur rund 40 Prozent aller bisher weltweit gestarteten Mars-Missionen waren der Nasa zufolge erfolgreich. Die USA sind das bisher einzige Land, das es geschafft hat, funktionierende Forschungsrover auf dem Mars abzusetzen.

Computeranimation von “InSight”: Der stationäre Roboter soll mehr über Aufbau und Dynamik der Marsoberfläche herausfinden. (Quelle: dpa)

Jubel und Freudentränen bei der Nasa: Nach dem Rover “Curiosity” im Jahr 2012 ist nun auch der Roboter “InSight” erfolgreich auf dem Mars gelandet. Mit an Bord ist ein deutscher “Marsmaulwurf”.

Feuriger Eintritt: Ein Hitzeschild bewahrt Mars InSight beim Eintritt in die Marsatmosphäre vor dem Verglühen.

Der Nasa-Roboter “InSight” ist auf dem Mars gelandet. Nach einer rund 485 Millionen Kilometer langen Reise setzte der im Mai gestartete Lander “InSight” am Montag in der Ebene Elysium Planitia nördlich des Mars-Äquators auf dem roten Planeten auf. “Landung bestätigt” klang es aus den Lautsprechern im Kontrollzentrum im kalifornischen Pasadena – und die allesamt in dunkelrote Hemden gekleideten Wissenschaftler der US-Raumfahrtbehörde Nasa brachen in Klatschen, Jubel, Umarmungen und Freudentränen aus. Nach dem Eintritt in die Mars-Atmosphäre war der Roboter mithilfe von Bremsraketen und einem Fallschirm in einem äußerst komplizierten Manöver abgesenkt worden.

Die letzten Sekunden: Nach Reibung und Fallschirm sorgen Bremsdüsen für eine weiche Landung von Mars InSight.

“Was ein wunderbarer Tag für die Nasa”, sagte der Chef der US-Raumfahrtbehörde, Jim Bridenstine, der im Kontrollzentrum dabei war. “Es war so intensiv, man konnte die Emotionen fühlen.” Nur Sekunden nach der Landung habe ihm US-Vizepräsident Mike Pence per Telefon gratuliert. Der Roboter schickte unterdessen bereits ein erstes Foto, auf dem ein Stück der Oberfläche des Planeten und des Horizonts zu sehen sind – und ziemlich viel Staub auf der Linse. Ob “InSight” (“Interior Exploration using Seismic Investigations, Geodesy and Heat Transport”) voll funktionsfähig ist, wird sich in den kommenden Tagen herausstellen.

Warum die Mars-Landung nicht live übertragen wird

Ingenieur Kris Bruvold jubelt im Jet Propulsion Laboratory der NASA, als der InSight-Lander auf dem Mars landet. Der Nasa-Roboter InSight ist auf dem Mars gelandet. (Quelle: dpa)

Der 360 Kilogramm schwere Roboter kann nicht rollen, sondern bleibt an einem Ort. Der Landeplatz liegt in einer Region, die weitgehend eben und frei von größeren Steinen und Felsen ist. Bisherige Mars-Missionen haben das Gebiet noch nicht vom Boden aus erkundet.

Der Countdown läuft: Der am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelte und gebaute Marsmaulwurf HP3 ist im Anflug.

Mit zahlreichen wissenschaftlichen Instrumenten soll der Roboter nun den Mars untersuchen und vor allem mehr über den Aufbau des Planeten und die Dynamik unter seiner Oberfläche in Erfahrung bringen. Sobald der Lander sicher steht, soll im direkten Umfeld die Suche nach passenden Standorten für die mitgebrachten Messgeräte beginnen. Ein Roboterarm soll sie an die optimale Position heben.

„Die gesamte Mission möchte das Innere des Mars erforschen“, erklärt Tilman Spohn vom DLR, der das Experiment HP3 wissenschaftlich leitet. Es gehe darum, mehr über den Aufbau des Planeten und über die Dynamik unter seiner Oberfläche zu erfahren. Der Marsmaulwurf werde dazu beitragen, indem er die Temperaturen und die Leitfähigkeit des Bodens messe. „Jeder Planet ist im Grunde eine Wärmekraftmaschine. Die Abwärme, die so eine Maschine abgibt, ist ein Maß dafür, welche Arbeit der Motor in ihr leistet. Wir messen diese Abwärme und erstellen daraus Rechenmodelle über die Entstehung des Planeten.“

Die Nasa-Sonde "InSight" – Aufbau, Ablauf der Landung und Arbeitsweise auf dem Mars: Die Sonde soll um ca. 20:47 Uhr auf dem Mars landen. (Quelle: dpa)

Der erste Maulwurf im Weltall war aus Plüsch. Als das Space Shuttle „Endeavour“ 2011 zu seinem letzten Flug abhob, hatte der Astronaut Andrew Feustel den „kleinen Maulwurf“ des tschechischen Zeichners Zdenek Miler im Gepäck. Mehr als sieben Jahre später hat es erneut ein Maulwurf in den Weltraum geschafft. Diesmal besteht er aus einem Hammer, mechanischen Federn und einem Elektromotor. Das Gerät soll heute am Mars ankommen – und dort so bald wie möglich in das Innere des Planeten vordringen. Um genau 20.53 Uhr Mitteleuropäischer Zeit am heutigen Montag soll es soweit sein.

Ein in Deutschland entwickeltes Gerät, eine Art Marsmaulwurf, soll sich in den Boden bohren. Der Roboter mit dem offiziellen Namen HP3 (“Heat Flow and Physical Properties Package”) wurde vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt. Das 40 Zentimeter lange, spitz zulaufende Gerät wird bis in fünf Meter Tiefe vordringen und dort den Wärmefluss messen. Die insgesamt rund 650 Millionen Euro teure “InSight”-Mission ist auf zwei Jahre angelegt.

Es folgen Interviews mit Wissenschaftlern vor Ort in den USA und eine Gesprächsrunde rund um Marslandungen, offene wissenschaftliche Fragen und die Zukunft der Marsforschung. Teilnehmer der Runde sind neben Robert Lindner auch Ulrich Christensen, Direktor am Göttinger Max-Planck-Institut und Mitglied des SEIS-Teams von InSight, sowie Walter Goetz, Marsforscher am Göttinger Max-Planck-Institut. Höhepunkt des Abends ist das Public Viewing des NASA-Livestreams der Landung. Diese wird gegen 21 Uhr erwartet. Der Abend wird von Ute Andres moderiert. Der Eintritt ist kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Gefährliches Manöver: Nasa-Roboter “InSight” landet auf dem Mars – Live-Stream

Foto von Mars: Schon kurz nach der Landung schickte die Sonde am Montag ihr erstes Foto vom Roten Planeten aus. (Quelle: NASA/AP/dpa)

Zuletzt hatte die Nasa 2012 den Rover “Curiosity” erfolgreich auf den Mars gebracht. Landungen auf dem roten Planeten gelten als extrem schwierig – nur rund 40 Prozent aller bisher weltweit gestarteten Mars-Missionen waren der Nasa zufolge erfolgreich.

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