Fans können Marslandung heute live in Göttingen erleben: Blick in den Roten ...
“Minuten des Grauens”:Marssonde InSight versucht die Landung
Die letzte erfolgreiche Landung auf dem Mars liegt schon einige Jahre zurück: 2012 brachte die Nasa den Roboter Curiosity auf den Roten Planeten. Eine weitere Mission der Europäischen Raumfahrtbehörde Esa ging 2016 schief – die Testsonde Schiaparelli zerschellte beim Landeversuch.

Heute nun der nächste Anlauf: Gegen 20.47 Uhr soll die Nasa-Sonde InSight in die Mars-Atmosphäre eintreten und rund sechseinhalb Minuten später sicher landen. Für das Nasa-Team am Boden sind diese Minuten der blanke Horror: Die Momente vor der Landung bezeichnen die Ingenieure und Wissenschaftler als sechseinhalb Minuten des Grauens.

Nasa-Roboter InSight – Ein Maulwurf landet auf dem Mars

Diese Umschreibung ist durchaus berechtigt: Nur rund 40 Prozent der bisherigen Missionen zum äußerten der inneren Planeten unseres Sonnensystems waren erfolgreich. Eine Vielzahl von Missionen – darunter Schiaparelli – scheiterte.

Der "Marsmaulwurf", wie ihn die Forscher liebevoll nennen, trägt den offiziellen Namen HP3 (Heat Flow and Physical Properties Package). Entwickelt wurde das Forschungsinstrument vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Derzeit befindet sich HP3 an Bord des Landers InSight (Interior Exploration using Seismic Investigations, Geodesy and Heat Transport), den die US-Raumfahrtbehörde NASA im Mai auf eine 485 Millionen Kilometer lange Reise zum Mars geschickt hatte. Am Montag (26. November, etwa 21 Uhr MEZ) soll InSight auf dem Roten Planeten landen.

Vor allem die Atmosphäre unseres Nachbarplaneten macht die Mission ein Stück weit unberechenbar: Die dünne Lufthülle des Mars vermindert die Bremswirkung der Fallschirme deutlich. Die Sonde könnte also so hart auf dem Roten Planeten aufschlagen, dass die Sonde beschädigt wird. Dazu kommt, dass die Sonde mit schweren Hitzeschilden ausgerüstet ist, damit sie beim Eintritt in die Mars-Atmosphäre nicht verglüht. Innerhalb von nur drei Minuten erhitzt sich die Hülle der Sonde auf 1500 Grad Celsius. Dementsprechend schwer ist die Sonde: Das Landegerät wiegt 358 Kilogramm.

Äußerlich erinnert der Marsmaulwurf kein bisschen an seinen tierischen Namensvetter, sondern eher an eine Mini-Rakete: ein 40 Zentimeter langer Stab, der vorne spitz zuläuft. In Teilschritten von jeweils 50 Zentimetern soll er bis in fünf Meter Tiefe vordringen. Ein elektrisch angetriebener, vollautomatischer Hammerschlagmechanismus macht dies möglich. Mit InSight ist HP3 über ein Kabel verbunden, damit die Forscher den Wärmefluss im Untergrund dauerhaft messen können. Wenn alles klappt, soll der Maulwurf zwei Jahre lang Daten an die Erde senden.

Zu den Fehlschlägen zählt auch der erste europäische Versuch einer Marslandung vor 15 Jahren: Im Dezember 2003 verschwand das in Großbritannien gebaute Mini-Landegerät Beagle 2 spurlos. Jahrelang herrschte Rätselraten um sein Schicksal, denn der Lander meldete sich nie wieder. Erst im Januar 2015 gelang es der Nasa, das verstummte Landegerät auf der Mars-Oberfläche zu fotografieren.

Zuletzt hatte die Nasa 2012 den Rover “Curiosity” erfolgreich auf den Mars gebracht. Landungen auf dem roten Planeten gelten aber als extrem schwierig – nur rund 40 Prozent aller bisher weltweit gestarteten Mars-Missionen waren der Nasa zufolge erfolgreich. Bisher gelang es überhaupt nur den USA, funktionierende Forschungsrover auf dem Mars abzusetzen.

In der Theorie gibt es für die Operation natürlich einen exakt durchgetakteten Lande-Plan. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) rechnet um genau 20.47 Uhr (MESZ) mit dem Eintritt der Sonde in die Atmosphäre des Roten Planeten.

Und so lautet der weitere Plan: Die Reibung mit der Marsatmosphäre soll die Sonde abbremsen, bis sich zwölf Kilometer über dem Boden ein Fallschirm öffnet. An ihm soll der Lander dann der Planetenoberfläche entgegen schweben. In 1200 Metern Höhe wird der Fallschirm abgetrennt, und InSight soll – von Triebwerken gebremst – möglichst sanft auf der Marsebene Elysium Planitia aufsetzen. Die Experten sprechen von einem hochkomplexen und einem der riskantesten Raumfahrtmanöver überhaupt.

InSight Livestream: NASA überträgt die Landung des Mars-Roboters ab 20:00 Uhr Live auf YouTube (360°)

Übersteht die Sonde die sechseinhalb Minuten des Grauens, dann beginnt die Forschungsarbeit in Form mehrerer Messungen, die sich über die kommenden zwei Jahre erstrecken sollen. Im Gegensatz zu vorherigen Missionen wie Curiosity soll InSight dabei fest an einem Platz bleiben. Im Wesentlichen sollen das Innere und der Aufbau des Planeten untersucht werden. Dazu sollen in den kommenden beiden Jahren Entwicklung, Struktur und physikalische Eigenschaften von Kruste, Mantel und Kern des Roten Planeten erforscht werden.

Am Max-Planck-Institut (MPI) für Sonnensystemforschung in Göttingen herrscht Hochspannung: Heute gegen 21 Uhr ist die Landung der Marssonde “InSight” auf dem roten Planeten geplant. Das MPI hat zur wissenschaftlichen Ausrüstung der NASA-Mission mit einem Seismometer beigetragen. Die Wissenschaftler in Göttingen erhoffen sich erstmals aussagekräftige geophysikalische und seismologische Daten vom Mars, die Einblick in das Innenleben des Nachbarplaneten ermöglichen. “Wir wollen verstehen, wie sich der Mars seit seiner Entstehung entwickelt hat – und warum er sich heute so deutlich von der Erde unterscheidet”, sagt Ulrich Christensen, Direktor des beteiligten MPI und Mitglied des dortigen Seismometer-Teams.

NASA Livestream: InSight Marslandung online schauen

Für die entsprechenden Messungen sind Geräte des DLR und der französischen Raumfahrtagentur Cnes an Bord: Das DLR hat für die Mission den Maulwurf HP3 entwickelt, der sich nach der Landung bis zu fünf Meter tief in den Boden graben soll, um dort Temperatur und Wärmeleitfähigkeit zu erforschen. Gelingt die Operation, dann wäre es das tiefste Loch, das bislang mit menschengemachter Technik auf einem fremden Himmelskörper entstand.

Es ist das erste Mal seit der Astronauten-Mission Apollo 17 im Jahr 1972, dass Wärmefluss-Messungen auf einem anderen Himmelskörper durchgeführt werden. Die Daten sollen nicht nur dazu beitragen, den Aufbau des Planeten Mars besser zu verstehen, sie ermöglichen nach Auskunft der Wissenschaftler auch Rückschlüsse auf die frühe Entwicklung der Erde. Landen soll die Sonde nördlich des Mars-Äquators, nur rund 500 Kilometer vom noch aktiven NASA-Rover “Curiosity” entfernt.

Nächste Woche wird ein Maulwurf auf dem Mars ausgesetzt. Er soll sich in den Boden graben und dort Messungen durchführen.

Die Sonde hatte sich am 5. Mai dieses Jahr auf ihre 485 Millionen Kilometer lange Reise gemacht. Die Mars-Mission kostet rund 650 Millionen Euro. Die Missionsdauer, so die Forscher, sei auf zunächst ein Marsjahr festgelegt, was zwei Jahren auf der Erde entspricht.

Studie über das Planeten-Innere: Nasa-Sonde soll auf Mars landen

Wachsen Pflanzen eigentlich auch unter verminderter Schwerkraft? Am Montag starten deutsche Forscher einen Tomaten-Test im Weltraum.

Die Franzosen wollen zusätzlich Wellen aufzeichnen, die von Marsbeben und Meteoriteneinschlägen ausgehen und durch den Planeten laufen. Zu dem Seismometer haben Forscher des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) beigetragen, wissenschaftlich beteiligt ist auch das DLR.

Hochspannung am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Bremen: Montag gegen 21 Uhr landet die Marssonde InSight auf dem roten Planeten. Dieser Moment der 485 Millionen Kilometer langen Reise wird live übertragen!

Die spannendste Weltraum-Mission des Jahres: Verfolgen Sie die InSight-Landung auf dem Mars ab 20 Uhr im Livestream bei BILD!

Der Countdown läuft: Der am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelte und gebaute Marsmaulwurf HP3 ist im Anflug.

Nasa-Roborter “InSight”: Maulwurf landet auf dem Mars

60 Prozent aller Marsmissionen scheitern. Vor allem Landungen sind wegen der besonderen Marsatmosphäre schwierig. Angespannt blicken die Nasa deshalb der Landung der Sonde InSight am Montagabend entgegen. Sie soll mit deutscher Technik dem Mars auf den Grund gehen.

Der Countdown für die nächste Marslandung läuft: Am Montag gegen 21 Uhr deutscher Zeit soll die Nasa-Sonde InSight auf unserem Nachbarplaneten aufsetzen – mit einem deutschen Marsmaulwurf und einem französischen Seismometer an Bord. Knappe sieben Minuten dauert die hochkomplexe Landung, die zu den riskantesten Raumfahrtmanövern überhaupt zählt. Deshalb nennen Ingenieure und Wissenschaftler diese nervenaufreibende Zeitspanne auch die "sechseinhalb Minuten des Grauens".

Dass man von der Erde aus eine Mars-Landung live verfolgen kann, ist nicht möglich: Bei der aktuellen Entfernung zwischen Erde und Mars beträgt die Lichtlaufzeit – die Zeit, die Licht braucht, um von einem Planeten zum anderen zu kommen – etwa acht Minuten. Empfängt man auf der Erde ein Signal vom Beginn der Marslandung, ist sie auf dem Mars bereits beendet. Denn vom Zeitpunkt des Eintritts in die Marsatmosphäre bis zur Landung auf der Oberfläche benötigt „Insight“ nur etwa sechseinhalb Minuten. Es sind die „sieben Minuten des Terrors“, in denen alles passieren kann und die Beteiligten auf der Erde nichts beeinflussen können. Sind sie überstanden und sind alle Signale auf der Erde eingetroffen, beginnt die eigentliche Aufgabe der Mission: Die Erforschung des Mars-Innern.

Nasa-Wissenschaftschef zu Mars-Landung: “Wir wollen das Innere des Planeten besser verstehen”

InSight ist ein stationäres geophysikalisches Observatorium, das es laut Deutschem Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) so in der Geschichte der Erforschung unseres Sonnensystems noch nicht gegeben hat. Die Mission will das Innere des Mars und seinen Aufbau untersuchen. Dazu sollen in den kommenden beiden Jahren Entwicklung, Struktur und physikalische Eigenschaften von Kruste, Mantel und Kern des Roten Planeten erforscht werden.

Im Fall von „InSight“ sieht es wie folgt aus: MRO fliegt während des Landevorgangs über die Landestelle und sammelt Daten ein. Die werden in einer Art „Blackbox“ gespeichert und bei der nächsten Gelegenheit zur Erde weitergeleitet. Gleichzeitig Daten empfangen und weiterschicken kann MRO nicht. Die Nasa rechnet damit, dass die Daten gegen Mitternacht auf der Erde vorliegen – gut drei Stunden nach der Landung. Später wird auch der Orbiter „Odyssey“ über die Landestelle fliegen und Daten von „Insight“ aufnehmen – unter anderem soll der Orbiter ermitteln, ob die Solarpaneele richtig ausgefahren wurden. Diese Informationen werden jedoch noch später auf der Erde eintreffen: Die Verantwortlichen rechnen um etwa 2:30 Uhr in der Nacht damit.

“InSight”: Marsmission in entscheidender Phase

Doch zunächst einmal muss die InSight-Landesonde sicher auf dem Mars aufsetzen. Dabei ist eine Marslandung alles andere als Routine: Nur rund 40 Prozent der bisherigen Missionen zum äußersten der inneren Planeten unseres Sonnensystems waren erfolgreich. Zuletzt gelang der Nasa im August 2012 mit dem Marsrover "Curiosity" eine Landung.

Der Weltraum fasziniert die Menschen seit Jahrhunderten, aber erst seit relativ kurzer Zeit ist es überhaupt möglich, Eindrücke von anderen Planeten in unserem Sonnensystem zu bekommen. Heute Abend wird wieder ein Ereignis stattfinden, das sehr viel Beachtung findet und weltweit sowohl im TV als auch im Web übertragen wird: Die Landung des Mars-Roboters InSight auf dem roten Planeten. Auch auf YouTube kann man ab 20:00 Uhr deutscher Zeit mit dabei sein. google_ad_client = “ca-pub-3153097597200094”; google_ad_slot = “8728953924”; google_ad_width = 336; google_ad_height = 280; In diesem Jahr hat es bereits viele „besondere“ Missionen gegeben, die die Menschen fasziniert und für glühende Drähte bei den Livestreams gesorgt haben: Unvergessen sind die Starts der Elon Musk-Raketen, wobei sich vor allem der Livestrem der Falcon Heavy großer Beliebtheit erfreute, aber auch die beiden folgenden Falcon 9-Starts sowie die Iridium-Mission waren sehr begehrt. Für die deutschen Zuseher gab es dann mit dem Start von Alexander Gerst zur ISS noch ein weiteres Highlight und zuletzt startete die Solar Probe der NASA. Nach den vielen Starts sehen wir nun erstmals auch eine Landung.

Eine Vielzahl von Marslandungen scheiterte hingegen, was vor allem mit der Atmosphäre unseres Nachbarplaneten zu tun hat. Die dünne Lufthülle des Mars bewirkt nämlich einerseits, dass Fallschirme nur eine begrenzte Bremswirkung bei der Landung einer Sonde entfalten. Andererseits ist die Marsatmosphäre aber dick genug, um einem Raumschiff beim Eintauchen mit großer Geschwindigkeit kräftig einzuheizen – die Sonde muss also mit schweren Hitzeschilden ausgerüstet sein.

InSight wird laut DLR am Montag um 20.47 Uhr MEZ zunächst in einem flachen Winkel in die Atmosphäre unseres Nachbarplaneten eindringen. Dabei erhitzt sich das Schutzschild der Sonde innerhalb von drei Minuten auf höllische 1500 Grad Celsius.

Der Roboter soll auf dem Mars aufsetzen und muss dabei von einer Geschwindigkeit von gut 19.000 km/h auf 0 km/h abbremsen und anschließend landen – und genau diese Landung wird Live bei YouTube, im TV und bei vielen Public Viewings übertragen. Der Roboter wird nach erfolgreicher Landung den „Marsmaulwurf“ HP3 auf die Oberfläche setzen, der dort das innere bzw. die Schicht unter der Oberfläche des Mars untersuchen soll. Dadurch erhofft man sich neue Erkenntnisse um den Kern des Planeten.

Die Reibung mit der Marsatmosphäre bremst die Sonde dabei ab, bis sich zwölf Kilometer über dem Boden ein Fallschirm öffnet. An ihm schwebt der Lander dann der Planetenoberfläche entgegen. In 1200 Metern Höhe wird der Fallschirm abgetrennt, und InSight setzt von Triebwerken gebremst auf der Marsebene Elysium Planitia auf.

NASA-Sonde InSight vor Landung auf dem Mars

So weit die Theorie. Dass die Praxis bei einer Mars-Landung auch anders aussehen kann, musste neben anderen Raumfahrtorganisationen zuletzt auch die europäische Weltraumagentur ESA erleben: Deren Testsonde "Schiaparelli" zerschellte 2016 auf dem Roten Planeten.

Auch der erste europäische Versuch einer Marslandung vor nunmehr 15 Jahren missglückte: Im Dezember 2003 verschwand das in Großbritannien gebaute Mini-Landegerät "Beagle 2" spurlos. Jahrelang herrschte Rätselraten um sein Schicksal, denn der Lander meldete sich nie wieder. Erst im Januar 2015 gelang es der Nasa, das verstummte Landegerät auf der Mars-Oberfläche zu fotografieren.

Dass InSight am Montag von solchen Misserfolgen verschont bleibt, hoffen neben den Nasa-Ingenieuren besonders inständig das DLR und die französische Raumfahrtagentur Cnes. Denn beide tragen wichtige Experimente zu der Marsmission bei.

Die letzten Sekunden: Nach Reibung und Fallschirm sorgen Bremsdüsen für eine weiche Landung von Mars InSight.

Beim DLR entwickelt und gebaut wurde der Marsmaulwurf HP3. Dabei handelt es sich um eine Rammsonde, die auf der Marsoberfläche ein bis zu fünf Meter tiefes Loch hämmern soll – es wäre das tiefste Loch, das bislang mit menschengemachter Technik auf einem fremden Himmelskörper entstand.

Das Cnes ist bei der Nasa-Mission mit dem Marsbeben-Observatorium SEIS vertreten. Es zeichnet Wellen auf, die von Marsbeben oder Meteoriteneinschlägen ausgehen und durch den Planeten laufen. Zu dem Seismometer haben Forscher des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) beigetragen, wissenschaftlich beteiligt ist auch das DLR.

Landung der InSight auf dem Mars: Alle Infos zur Nasa-Mission

Doch bevor die Marsbeben und das Innere unseres Nachbarplaneten erforscht werden können, steht InSight am Montag der Höllenritt hinunter zur Marsoberfläche bevor. Die "sechseinhalb Minuten des Grauens" werden über Wohl und Wehe der Mission entscheiden.