Betrugsvorwürfe: Durchsuchungen an Uni Göttingen
Hochschulsport der Uni Göttingen: Razzia wegen Verdacht der Veruntreuung | Göttingen
70 Polizei-, Finanzbeamte und Zollfahnder haben am Donnerstag mit der Staatsanwaltschaft Göttingen zeitgleich eine Durchsuchung im Hochschulsport der Uni Göttingen gestartet.

Ziel der Razzia waren zahlreiche Gebäude und Räume der Universität Göttingen, der Zentralen Einrichtung für den Hochschulsport (ZEHS) und Privatwohnungen von zwei Beschuldigten.

In der Einrichtung, die am Institut für Sportwissenschaften (IfS) der Universität am Sprangerweg/Gutenbergstraße untergebracht ist, besteht laut Staatsanwaltschaft Göttingen der Anfangsverdacht, dass seit 2014 zwei "Verantwortliche im Bereich des Hochschulsports systematisch zum Nachteil der Universität und ihrer Mitarbeiter Gelder veruntreut, sozialversicherungspflichtige Beiträge vorenthalten und Steuern hinterzogen haben."

Auch geht es laut Oberstaatsanwalt Buick um den Vorwurf der Scheinselbständigkeit im Bereich der Beschäftigung von sportlichen Übungsleitern. Zudem sollen Mitarbeiter rechtswidrig Bargeld aus Einnahmen von Großveranstaltungen entnommen haben.

Sämtliche Mitarbeiter der Universität seien sehr kooperationsbereit gewesen, teilte Buick mit. Der Impuls kam aus der Universität: Die Präsidentin Prof. Dr. Ulrike Beisiegel hatte im Mai 2018 die interne Revision mit einer „Sonderprüfung des dem Präsidiumsressort Infrastrukturen zugeordneten Bereichs Hochschulsport beauftragt“, wie die Uni mitteilt. Die Prüfung ist noch nicht abgeschlossen.

Nun werden die sichergestellten Gegenstände ausgewertet, um den Tatvorwurf bestätigen oder entkräften zu können. Beteiligt an der Aktion waren unter Federführung der Abteilung für Wirtschaftsstrafsachen der Staatsanwaltschaft Göttingen Beamte der Polizeiinspektion Göttingen, des Hauptzollamts Braunschweig und des Finanzamtes für Fahndung und Strafsachen Braunschweig.

Der Hochschulsport Göttingen organisiert Sportmöglichkeiten und Uni-Wettkampfsport für Studierende und Bedienstete der Universität Göttingen – vorwiegend am Uni-Sportzentrum am Sprangerweg oberhalb des Uni-Klinikums. Den Studierenden der PFH Göttingen, der VWA Göttingen sowie der HAWK steht der Hochschulsport ebenso offen.

Der Hochschulsport hat sich in den vergangenen Jahrzehnten aber auch mehr und mehr geöffnet, bietet Aktionen und Sport für Kinder, wie Geburtstagsfeiern, an. Das Kletterzentrum Roxx ist öffentlich zugänglich und nutzbar. Zum Angebot gehört auch das Fitnesszentrum FIZ mit Geräten und Gruppenangeboten.

Organisiert werden auch Events, also Großveranstaltungen, wie der Uni-Sporttag Dies-Academicus mit bis zu zehntausend Teilnehmern, den Great-Barrier-Run und die Sportlerehrung Göttingen. Zu den Aufgaben gehört auch der Betrieb des Sportreferates. 

Das Hochschulrahmengesetz (HRG) weist die Förderung des Hochschulsports als Aufgabe der Hochschule und der Studierenden aus. Der gesetzliche Auftrag verpflichtet die Hochschulen, den Hochschulsport durch entsprechende materielle und personelle Ausstattung zu fördern. Die Organisationsformen hochschulsportlicher Einrichtungen in Deutschland ist aber höchst unterschiedlich.

In Göttingen stellt der Hochschulsport eine Zentrale Einrichtung (ZEHS) dar – spricht somit in erster Linie Bedienstete und Studierende der Universität Göttingen, die erst jüngst ihren guten Ruf bestätigten konnte, an. Leiter der ZEHS sind Dr. Axel Bauer und Dr. Arne Göring. 

*1961 in Hameln. Nach dem Studium in Göttingen lange HNA-Berichterstatter in Nordhessen. Seit 2011 Leiter der Göttinger Redaktion.

Geboren 1985, Studium an der Ruhr-Universität Bochum, seit Oktober 2017 bei der HNA als Redakteur. Freizeitbeschäftigung: Sport, insbesondere Fußball.

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Bei einem Großeinsatz in Göttingen haben 70 Beamte von Finanz- und Zollbehörden und der Polizei am Mittwoch mehrere Räume der Universität und Wohnungen durchsucht und Unterlagen, darunter Kontobelege sowie Bargeld beschlagnahmt. Das hat die Staatsanwaltschaft mitgeteilt.

Zwei Verantwortliche des Hochschulsports stehen im Verdacht, über mehrere Jahre zum Nachteil der Universität und deren Mitarbeitern Gelder veruntreut, Beiträge zur Sozialversicherung vorenthalten und Steuern hinterzogen zu haben. Auch sollen sie bei Großveranstaltungen Bargeld aus Kassen gestohlen haben. Um welche Summen es sich insgesamt handelt, wisse man noch nicht, sagte Oberstaatsanwalt Andreas Buick NDR 1 Niedersachsen. Ausgelöst wurden die Ermittlungen durch einen anonymen Hinweis.

Die Staatsanwaltschaft Göttingen ermittelt gegen den Hochschulsport der Universität der Stadt. Es handelt sich unter anderem um veruntreute Gelder und hinterzogene Steuern.

An der Universität Göttingen gab es offenbar schon zuvor Verdachtsmomente gegen die Abrechnungen im Hochschulsport: Ein Sprecher verwies auf eine bereits im Mai beauftragte eigene Sonderprüfung des Hochschulsports durch die interne Revision. Ergebnisse dazu lägen allerdings nicht vor; die Prüfung sei noch nicht abgeschlossen, so der Sprecher.

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