Anklage fordert lebenslänglich für Mord an Achtjähriger
Kleine Johanna vor fast 20 Jahren getötet – Staatsanwalt fordert lebenslänglich
Johanna Bohnacker aus Hessen wurde 1999 entführt und getötet. Ihr mutmaßlicher Mörder steht nun in Gießen vor Gericht – und soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft lebenslang ins Gefängnis.

Die Staatsanwaltschaft hat für den mutmaßlichen Mörder der achtjährigen Johanna Bohnacker eine lebenslange Freiheitsstrafe gefordert. Der Angeklagte habe sich in “ganz besonders egoistischer Weise über den Lebensanspruch” des Kindes hinweggesetzt, sagte der Anklagevertreter vor dem Landgericht Gießen. Das Mädchen aus Hessen war vor fast 20 Jahren getötet worden.

Der Angeklagte habe sich in “ganz besonders egoistischer Weise über den Lebensanspruch” des Mädchens hinweggesetzt, sagte der Anklagevertreter am Freitag vor dem Landgericht Gießen.

Muss Johannas mutmaßlicher Mörder lebenslang in Haft?

Nach dem Willen der Staatsanwaltschaft soll das Gericht auch eine besondere Schwere der Schuld bei Rick J. feststellen. Das würde eine vorzeitige Haftentlassung so gut wie ausschließen.

Nach dem Willen der Staatsanwaltschaft soll das Gericht auch eine besondere Schwere der Schuld feststellen, was eine vorzeitige Haftentlassung ausschließen würde.

Der 42 Jahre alte Angeklagte soll Johanna aus Ranstadt im Wetteraukreis 1999 in sein Auto gezerrt und entführt haben, um sie zu missbrauchen. Die Anklage geht davon aus, dass das Kind erstickte. Rick J. räumt die Entführung ein, stellt den Tod des Mädchens aber als Unfall dar.

Die Anklage geht davon aus, dass das Kind erstickte. Der Angeklagte räumt die Entführung ein, stellt den Tod des Kindes aber als Unfall dar.

Der Verteidiger forderte, Rick J. solle nicht wegen Mordes, sondern Totschlags verurteilt werden. Zudem solle der 42-Jährige wegen seines Drogenkonsums in einer Entziehungsklinik untergebracht werden. Ein Strafmaß nannte der Verteidiger nicht.

Der 42 Jahre alte Angeklagte soll 1999 die damals achtjährige Johanna aus Ranstadt (Wetteraukreis) entführt haben, um sie zu missbrauchen.

Ermittlungen in einem anderen Missbrauchsfall hatten die Polizei auf die Spur des Mannes aus dem gut 30 Kilometer von Ranstadt entfernten Friedrichsdorf gebracht. Festgenommen wurde er im Oktober 2017.

Gießen – Die Staatsanwaltschaft hat für den mutmaßlichen Mörder der kleinen Johanna eine lebenslange Freiheitsstrafe gefordert.

Gießen – Eine entschlossene Stimme schneidet sich durch die kalte Stille von Saal 207 des Landgerichts. Sie gehört Staatsanwalt Thomas Hauburger (37), Ankläger von Rick J. (42), dem Killer der kleinen Johanna Bohnacker (†8). Er will, dass dieser Mann Lebenslänglich bekommt. Und nicht nach 15 Jahren wieder frei kommt.

Rick J. hat Johanna im September 1999 entführt, mit Choloroform betäubt, ihren Kopf mit Klebeband umwickelt. Sie erstickte. 2017 wurde er verhaftet. Die Entführung gibt J. zu, Johannas Tod stellt er als Unfall war.

► Mord zur Befriedigung des Geschlechtstriebes oder zur Verdeckung einer Straftat. Schließlich haben Sie 17 Mal gesagt: ,Damit ich nicht entdeckt werde.

► Sie wollen glauben machen, es sei eine Tötung im Drogenrausch gewsen. Je länger die Verhandlung dauert, desto mehr hat ihr Drogen-Konsum offenbar zugenommen.

► Sie haben sich in ganz besonders egoistischer Weise über den Lebensanspruch des Mädchens gestellt.

Währenddessen stiert Rick J. auf den Aktenordner, der vor ihm auf dem Tisch liegt, blickt nicht ein einziges Mal auf. Neben Lebenslang fordert Staatsanwalt Hauburger, die “besondere schwere der Schuld” festzustellen. Folgt das Gericht dem, muss der Killer mindestens 25 Jahre ins Gefängnis.

Tapfer, wie Johannas Mutter Gabriele die Verhandlung durchsteht. Sie sagt: Familie und Freunde leiden noch heute unter dem Verlust. Hannah wäre heute 27 – wie wäre ihr Leben? Wäre sie verheiratet? Hätte sie studiert? Wäre sie erfolgreich oder hätte sie ihr Leben in den Sand gesetzt? Wir werden es nie erfahren. Am 19. November um 11 Uhr wird Richterin Regine Enders-Kunze (55) ihr Urteil sprechen.

★ 2. September 1999: Johanna wird gegen 17.20 Uhr zum letzten Mal am Sportplatz ihres Heimatortes Ranstadt-Bobenhausen gesehen. Ihr Vater Richard Bohnacker meldet sie kurz darauf als vermisst. Die Suche nach der Schülerin startet. Am sechsten Tag werden auch Taucher eingesetzt. Doch das Kind bleibt verschwunden. ★ 1. April 2000: Ein Spaziergänger findet die sterblichen Überreste der Achtjährigen in einem rund 100 Kilometer entfernten Waldstück.

Um ihn 18 Jahre nach der Tat zu überführen, mieteten die Ermittler der Soko Johanna” sich sogar heimlich in seinem Haus ein.

★ 2002 beginnt die erste Testreihe, bei der mehrere Hundert Männer freiwillig ihre Fingerabdrücke abgeben. ★ 2. September 2002: Johannas Eltern schreiben einen Brief an den Mörder und veröffentlichen ihn online: Warum haben Sie Johanna getötet?

★ April 2005: Die zweite Testreihe startet, sie umfasst die Nutzer einer Bauschuttdeponie in der Nähe des Entführungsortes.

★ 2006/2007: Die Ermittler organisieren wieder Massentests. ★ 2016: Johannas Papa, Richard Bohnacker, stirbt mit 64 Jahren, 17 Jahre nach dem Tod seiner geliebten Johanna.