Das DRK geht mit einem interdisziplinären Therapiezentrum am Philosophenwald neue Wege. Innerhalb von 48 Stunden bekommen Patienten, die aus dem Krankenhaus entlassen werden und weiterer Behandlung bedürfen, hier einen Termin. Kooperationspartner der Einrichtung ist die benachbarte Arbeiterwohlfahrt. Ministerpräsident Volker Bouffier, der am Montag zur offiziellen Einweihung gekommen war, hob den Modellcharakter hervor: »Es ist großartig, dass hier eine integrierte, vernetzte Angebotspalette zur Verfügung steht«. Für Menschen, die nach einer schweren Erkrankung Unterstützung brauchten, sei ein derartiges Gemeinschaftswerk von immenser Bedeutung.

Dass es DRK-Vorstand Christian Betz und AWO-Geschäftsführer Jens Dapper innerhalb von drei Monaten gelungen sei, ein komplett neues Projekt auf die Beine zu stellen, sei vorbildlich. »Am Ende gelingt es, wenn die Beteiligten wirklich miteinander arbeiten wollen«, sagte Bouffier in Anspielung auf die schwierigen Entscheidungsfindungen in Berlin. In diesem Zusammenhang ließ er nicht unerwähnt, dass auch die Bundesregierung Großes leiste – in Sachen Pflegereform zum Beispiel: »Das ist ein Jahrhundertprojekt mit einem ziemlich breiten Konsens.« Das deutsche Gesundheitssystem sei unbestritten eines der besten der Welt. Klar sei aber auch, dass kein Mensch das ungeheuer komplizierte bürokratische Dickicht verstehe. Umso hilfreicher sei es, vor Ort praktische Hilfe zu finden.

Das DRK-Therapiezentrum hat vor einem Monat seine Arbeit aufgenommen (die GAZ berichtete). Mit dem interdisziplinären Team aus Physio-, Logo-, Ergotherapeuten werden lange und umständliche Wege von einer Praxis in die andere vermieden, zudem können die notwendigen Behandlungsschritte aufeinander abgestimmt werden. Damit werde die Therapie optimiert und eine Versorgungslücke geschlossen, freute sich Dr. Klaus Döring, Präsident des DRK-Kreisverbandes.

Zur Feierstunde gekommen waren zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung und den Sozialverbänden. Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz hob das funktionierende Kooperationsnetzwerk in der Stadt Gießen hervor – die Kommune, freie Träger, Vereine und Bürgerschaft sorgten gemeinsam für ein Angebot, das sich sehen lassen könne. Das Therapiezentrum mit seinen Leistungen unter einem Dach sei eine Riesenchance für die Stadt.

Betz wies darauf hin, dass es gelungen sei, ein Team von gut ausgebildeten und hoch motivierten Therapeuten zu gewinnen. Für die Patienten – beispielsweise nach einem Schlaganfall oder einem Herzinfarkt – fange die »Arbeit« nach der Entlassung aus dem Krankenhaus erst richtig an. Je schneller die Therapie beginne, desto erfolgversprechender sei die Genesung. Die Bewohner des Albert-Osswald-Hauses, erklärte Dapper, profitierten auf jeden Fall von diesem Angebot.

Das Training könne je nach Gesundheitszustand des Patienten im Seniorenheim oder im Therapiezentrum mit seiner modernen Geräteausstattung stattfinden. Die Kompetenz der neuen Nachbarn wolle man auch im präventiven Bereich nutzen. Den Mitarbeitern biete man in Zusammenarbeit mit der AOK-Hessen im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung die Möglichkeit, sich im Therapiezentrum sportlich zu betätigen. In dem Gebäude war bis vor einigen Wochen der Mobile Dienst der Arbeiterwohlfahrt untergebracht. Dieser ist in den oberen Bereich des AWO-Geländes umgezogen.

Gebündelt an einem Ort können die Patienten Angebote der Ergotherapie, der Logopädie, der Physiotherapie und der Gerätetherapie in Anspruch nehmen. Kontakt: Therapiezentrum am Philosophenwald, Tannenweg 41, Tel. 4 00 06-750 oder E-Mail an therapiezentrum@drk-mittelhessen.de.

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Der DRK Kreisverband Marburg-Gießen hat am Montag bei einer offiziellen Feier sein interdisziplinäres Therapiezentrum am Philosophenwald eröffnet.

Zerschnitten gemeinsam ein rotes Band zur Eröffnung des Therapiezentrums (von links): Dietlind Grabe-Bolz, Dieter Geißler, Martin Rößler, Volker Bouffier, Christian Betz, Norbert Södler, Jens Dapper, Peter Neidel und Dr. Klaus Döring. Foto: DRK