Freiburg: OB Martin Horn über die mutmaßliche Gruppenvergewaltigung
Nach Gruppen-Vergewaltigung: OB Horn fordert Abschiebung krimineller Flüchtlinge
WELT: Ihr Tübinger OB-Kollege Boris Palmer hat gefordert, junge, bereits straffällig gewordene Männer in speziellen Einrichtungen unterzubringen, möglichst weit weg vom ÖPNV, bis deren Asylverfahren abgeschlossen sind. Ist das eine Lösung?

Horn: Die Konzentrierung von straffällig gewordenen Geflüchteten auf dem Land finde ich falsch, aber dennoch trifft Palmer einen Nerv. Es hat niemand dafür Verständnis, dass Menschen, die fliehen und bei uns Schutz suchen, straffällig werden. Die klare Botschaft muss sein, dass diese Verbrechen hart und konsequent bestraft werden.

WELT: Sie selbst sind wegen einer Presseerklärung nach der Gruppenvergewaltigung einer jungen Frau heftig angefeindet worden, haben Morddrohungen erhalten. Wie geht es Ihnen damit?

0 WELT: Ihr Tübinger OB-Kollege Boris Palmer hat gefordert, junge, bereits straffällig gewordene Männer in speziellen Einrichtungen unterzubringen, möglichst weit weg vom ÖPNV, bis deren Asylverfahren abgeschlossen sind. Ist das eine Lösung?

Horn: Die Konzentrierung von straffällig gewordenen Geflüchteten auf dem Land finde ich falsch, aber dennoch trifft Palmer einen Nerv. Es hat niemand dafür Verständnis, dass Menschen, die fliehen und bei uns Schutz suchen, straffällig werden. Die klare Botschaft muss sein, dass diese Verbrechen hart und konsequent bestraft werden.

Nach Gruppenvergewaltigung in Freiburg Offene Haftbefehle: Innenminister will schnell aufklären Der Streit zwischen Grünen und CDU in Baden-Württemberg im Zusammenhang mit der Gruppenvergewaltigung in Freiburg ist vorerst beigelegt. Innenminister Strobl ist jetzt in der Bringschuld.  mehr…

WELT: Sie selbst sind wegen einer Presseerklärung nach der Gruppenvergewaltigung einer jungen Frau heftig angefeindet worden, haben Morddrohungen erhalten. Wie geht es Ihnen damit?

Freiburg – Nach der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung in Freiburg hat Oberbürgermeister Martin Horn (parteilos) eine härtere Gangart gegenüber straffälligen Flüchtlingen gefordert.

Einmal mehr müsse man sich mit Fehlleistungen des Innenministers Thomas Strobl (CDU) beschäftigen, sagte SPD-Fraktionschef Andreas Stoch am Donnerstag im Stuttgarter Landtag. “Ein Innenminister, der keine Ahnung hat, ist diesem Land keine Hilfe.”

“Die Botschaft muss sein, dass Leute ihren Schutzstatus verlieren, wenn sie solche Taten begehen und sich nicht an unsere Gesetze halten”, wurde Horn von der Onlineausgabe der “Welt” am Donnerstag zitiert.

Strobl stehe für mehr Verunsicherung im Land. Immer wenn etwas passiere, kündige Strobl Maßnahmen an, die nach mehr Sicherheit klingen sollten. Er sei seit Beginn seiner Amtszeit ein “Ankündigungsminister” gewesen, so Stoch.

Gegebenenfalls müsste über Abschiebeerleichterungen nachgedacht werden. “Gleichzeitig müssen wir unsere vorhandenen Strukturen – Polizei, Justiz, Staatsanwaltschaft – so stärken, dass konsequenter und schneller gehandelt wird.”

Schützenhilfe bekam Strobl vom grünen Koalitionspartner. Baden-Württemberg habe einen starken Rechtsstaat, der funktioniere, sagte Fraktionschef Andreas Schwarz. Die Kriminalität sei so niedrig wie seit Jahren nicht mehr.

Mitte Oktober soll eine 18 Jahre alte Studentin in Freiburg nach einem Discobesuch von mehreren Männern vergewaltigt worden sein. Acht Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft – sieben Syrer im Alter von 19 bis 29 Jahren und ein 25 Jahre alter Deutscher.

Hintergrund der Debatte im Landtag ist die Gruppenvergewaltigung einer 18-jährigen Studentin in Freiburg. Sie soll nach einem Discobesuch von mehreren Männern missbraucht worden sein.

Sowohl Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) als auch Innenminister Thomas Strobl (CDU) sehen Handlungsbedarf im Umgang mit problematischen Asylbewerbern. Strobl und die Polizei stehen seit Tagen in der Kritik, weil gegen den Hauptbeschuldigten ein nicht vollstreckter Haftbefehl vorlag.