Frankfurt: Mainkai wird ab August für Autos gesperrt | Frankfurt am Main - fr.de
Nördliches Mainufer in Frankfurt wird für Autos gesperrt
Frühere Planergenerationen wollten den Mainkai sogar mal großflächig untertunneln. „Das wurde damals aber aus finanziellen und technischen Gründen verworfen“, sagt Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD). Den eigentlichen Zweck der Übung setzt die Stadt jetzt um: Das nördliche Mainufer entlang der Altstadt wird für Kraftfahrzeuge gesperrt.

Mit Beginn des Mainfests am 2. August müssen Motorisierte sich neue Wege suchen – oder auf umweltfreundliche Verkehrsmittel umsteigen. Der Mainkai zwischen Alter Brücke und Untermainbrücke ist dann für Fußgänger, Rad- und Rollerfahrer reserviert. Das hat der Magistrat beschlossen. Ausnahmen bis zur Straße Zum Pfarrturm gibt es für Busse, die Passagiere zu den Mainschiffen bringen.

Frankfurt – Es ist nur ein Probelauf. Doch wenns nach OB Peter Feldmann (60) und Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (67, beide SPD) geht, wars das für Autos auf dem Mainkai.Von der Untermain- bis kurz vor die Alte Brücke herrscht ab 2. August Fahrverbot – fast 13 Monate lang, bis zum Museumsuferfest 2020 (30. August). Kosten: 83 600 Euro.Die Menschen haben den Main wieder lieb gewonnen, so der OB. Die Sperrung brächte ein Mehr an Lebensqualität. Seit 1975 sei das Auto-Aus in der Diskussion, ergänzt Oesterling. Und: Die Frankfurter Altstadt rückt direkt an den Fluss. Wohin die Autofahrer ausweichen, soll eine Untersuchung ans Licht bringen.Optisch ändert sich im Probejahr (fast) nichts, abgesehen von Pollern und Schranken an den Enden der 750-m-Strecke, Zusatz-Mülleimern, Extra-Klos.

Bis zum Ende des Museumsuferfests im Jahr darauf, am 30. August 2020, dauert die Testphase. Sie soll Aufschluss darüber geben, wie sich eine solche Umwidmung langfristig auswirkt. Mit Bedacht sprechen sowohl Stadtverordnete als auch Magistrat nicht von einer Sperrung, sondern von einer Öffnung für den Fuß- und Radverkehr. „Die Öffnung wird aus meiner Sicht ein Erfolgsmodell“, sagt Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). „Ich löse damit ein Versprechen ein. Der Main gehört den Menschen hier.“

Feldmann und Oesterling überbieten einander am Montag mit Vergleichen bei der Präsentation des Projekts: Als es einst darum ging, die Zeil für Fußgänger zu reservieren, den Opernplatz, den Römer, die Konstabler- und vor allem die Hauptwache, stets habe es geheißen: „Das könnt ihr doch nicht machen!“ Heute wolle kein Mensch mehr diese Flächen den Autos zurückgeben. Die Stimmung in der Stadt hat sich gewandelt: Die Widerrede gegen ein autofreies Mainufer sei inzwischen „fast harmlos“, sagt Feldmann. Oesterling ist überzeugt: „Das wird ein bundesweit beachtetes Beispiel.“ Ob es bleibt, entscheiden die Stadtverordneten nach der Testphase.

Immerhin: Die Außen-Gastro soll wachsen, versuchsweise autonome Mini-Busse verkehren.Und später? Die SPD-Politiker sind für eine Dauer-Sperrung. Dann könnte es bald heißen: alles neu am Main, nicht nur baulich.

„Erlebnisorte und Ruheräume“ verspricht sich der Magistrat von den Plänen, „identitätsstiftenden Raum“, Platz für Außengastronomie und Grün und vieles mehr, wenn sich das Projekt durchsetzt. Die Betonung liegt auf: Ruhe. „Wir wollen den Bürgern zeigen, was ginge“, sagt Rita Jakoby vom Planungsbüro Albert Speer und Partner, das ein Konzept für den Mainkai entwickelt, „aber wir wollen keinen Rummelplatz.“ – „Wir wollen auch keinen zweiten Friedberger Platz haben, wo sich die Leute bis 2 Uhr nachts treffen“, sagt Oesterling, „aber eins ist klar: Das ist Innenstadt.“ Mit anderen Worten: Es gibt auch mal Geräusche.

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Nur eben keine Motorengeräusche. Wo soll er hin, der Verkehr, die 20 000 Kraftfahrzeuge täglich, die bisher den Mainkai passieren? „Dafür machen wir den Verkehrsversuch“, sagt Oesterling. Und geht davon aus: „Teils verschwindet er großräumig, teils steigen die Leute auf Bus, Bahn und Fahrrad um.“ Veränderte Grünphasen etwa auf der Berliner Straße sollen helfen.

Startschuss für die 30 km lange Pendler-Radroute in Rheinhessen! Schon bald soll der Bau der Schnellverbindung beginnen.

Wie das funktioniert, untersuchen die Planer in Kooperation mit einem Navigationsgerätehersteller und den Hochschulen aus Frankfurt, Offenbach und Darmstadt. Die Kosten des Tests: 83 600 Euro. Größter Posten: die Parkhauskosten für 17 Stellplätze. Die muss die Stadt den betroffenen Anwohnern erstatten. Macht 38 800 Euro.

Täglich geraten Fußgänger und Radfahrer in Frankfurt sich auf den Wegen entlang des Mains ins Gehege. Die Teilung des Wegs am Nordufer in Rad- und Fußgängerspur aber ist umstritten.

Frankfurter Zahlen seit 1988 zeigen einen Trend weg vom Kraftfahrzeug – aber nur für die City. Drumherum nimmt der motorisierte Verkehr stark zu.

Viel Betrieb: Doch von Anfang August an werden Autos und Lastwagen vom nördlichen Mainufer verbannt – zumindest während des einjährigen Modellversuchs. Bild: dpa

In Frankfurt soll der Main-Abschnitt am Eisernen Steg ein Jahr lang probeweise Passanten vorbehalten sein. Wird die dortige Straße dauerhaft gesperrt, muss in der Stadt einiges umgeplant werden.

Das nördliche Frankfurter Mainufer zwischen der Alten Brücke und der Untermainbrücke wird vom 2. August 2019 an für den motorisierten Verkehr probeweise gesperrt. Der im Koalitionsvertrag von CDU, SPD und Grünen vereinbarte Modellversuch soll ein Jahr und drei Wochen bis zum 30. August 2020, dem Ende des Museumsuferfestes, dauern. Danach soll endgültig entschieden werden, ob der Straßenabschnitt wieder für Autos freigegeben wird oder dauerhaft ausschließlich Fußgängern und Radfahrern zur Verfügung steht.

Offiziell wird während der einjährigen Sperrung untersucht, welche Folgen die Maßnahme für den Frankfurter Verkehr hat. Oberbürgermeister Peter Feldmann und Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (beide SPD) rechnen nicht mit einem chronischen Verkehrschaos in der Stadt und hoffen auf eine dauerhafte Sperrung des Abschnitts für Autos und Lastwagen. Die Öffnung des Mainufers wird ein Erfolgsmodell, sagte Feldmann bei der Vorstellung des Vorhabens voraus. Die endgültige Entscheidung, ob der besagte Abschnitt am Mainufer dauerhaft für Passanten und Radler reserviert bleiben wird, fällt nach Meinung Feldmanns und Oesterlings in der Kommunalwahl 2022. Dann werde sich herausstellen, ob es für eine Dauersperrung in der neuen Stadtverordnetenversammlung eine Mehrheit gebe.

Das Projekt einer Probesperrung hatte die Frankfurter SPD bei den Koalitionsverhandlungen von 2016 durchgesetzt, die CDU zeigte sich damals gegenüber dem Vorhaben eher skeptisch. Dem von Oesterling vorgelegten Konzept einer probeweisen Sperrung muss die Stadtverordnetenversammlung noch zustimmen. Doch darf sich der Verkehrsdezernent der Stimmen der in einer Koalition verbündeten CDU, SPD und Grünen sicher sein. Der Ortsbeirat hat laut Ortsvorsteher Oliver Strank (SPD) die Sperrung schon gutgeheißen.

Während des Versuchsphase soll es keine Einbauten wie etwa Cafés auf dem genannten Mainuferabschnitt geben, die nicht wieder zurückgebaut werden könnten, sagte der Verkehrsdezernent. Allerdings könnten die ansässigen Gastronomen während dieser Zeit auf dem Abschnitt eine Außengastronomie betreiben. Sollte die bisherige Autostraße danach endgültig für Fußgänger und Radfahrer reserviert werden, werde man einen städtebaulichen Wettbewerb ausschreiben.

Die Sperrung des Abschnitts soll jeweils an den Brücken durch Betonpoller gesichert werden. Zudem soll es eine Schranke geben, die etwa von der Feuerwehr passiert werden kann. In West-Ost-Richtung können Autos von der Straße Zum Pfarrtor an zur Alten Brücke fahren. Diese Ausnahme soll Fahrern, die das Parkhaus Dom/Römer verlassen, zugutekommen. Außerdem wird am Pfarrtor ein Halteplatz für Busse eingerichtet, die Passagiere zu den Mainschiffen bringen. Die Stadt plant darüber hinaus weitere Papierkörbe und Toilettencontainer und will auch für zusätzliche Reinigungen sorgen.