Einjähriger Probelauf: Ab August ist Frankfurts nördliches Mainufer für Autos tabu - hessenschau.de
Frankfurt: Ab August: Nördliches Mainufer für Autos dicht
Viel Betrieb: Doch von Anfang August an werden Autos und Lastwagen vom nördlichen Mainufer verbannt – zumindest während des einjährigen Modellversuchs. Bild: dpa

In Frankfurt soll der Main-Abschnitt am Eisernen Steg ein Jahr lang probeweise Passanten vorbehalten sein. Wird die dortige Straße dauerhaft gesperrt, muss in der Stadt einiges umgeplant werden.

Das nördliche Frankfurter Mainufer zwischen der Alten Brücke und der Untermainbrücke wird vom 2. August 2019 an für den motorisierten Verkehr probeweise gesperrt. Der im Koalitionsvertrag von CDU, SPD und Grünen vereinbarte Modellversuch soll ein Jahr und drei Wochen bis zum 30. August 2020, dem Ende des Museumsuferfestes, dauern. Danach soll endgültig entschieden werden, ob der Straßenabschnitt wieder für Autos freigegeben wird oder dauerhaft ausschließlich Fußgängern und Radfahrern zur Verfügung steht.

Offiziell wird während der einjährigen Sperrung untersucht, welche Folgen die Maßnahme für den Frankfurter Verkehr hat. Oberbürgermeister Peter Feldmann und Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (beide SPD) rechnen nicht mit einem chronischen Verkehrschaos in der Stadt und hoffen auf eine dauerhafte Sperrung des Abschnitts für Autos und Lastwagen. Die Öffnung des Mainufers wird ein Erfolgsmodell, sagte Feldmann bei der Vorstellung des Vorhabens voraus. Die endgültige Entscheidung, ob der besagte Abschnitt am Mainufer dauerhaft für Passanten und Radler reserviert bleiben wird, fällt nach Meinung Feldmanns und Oesterlings in der Kommunalwahl 2022. Dann werde sich herausstellen, ob es für eine Dauersperrung in der neuen Stadtverordnetenversammlung eine Mehrheit gebe.

Das Projekt einer Probesperrung hatte die Frankfurter SPD bei den Koalitionsverhandlungen von 2016 durchgesetzt, die CDU zeigte sich damals gegenüber dem Vorhaben eher skeptisch. Dem von Oesterling vorgelegten Konzept einer probeweisen Sperrung muss die Stadtverordnetenversammlung noch zustimmen. Doch darf sich der Verkehrsdezernent der Stimmen der in einer Koalition verbündeten CDU, SPD und Grünen sicher sein. Der Ortsbeirat hat laut Ortsvorsteher Oliver Strank (SPD) die Sperrung schon gutgeheißen.

Während des Versuchsphase soll es keine Einbauten wie etwa Cafés auf dem genannten Mainuferabschnitt geben, die nicht wieder zurückgebaut werden könnten, sagte der Verkehrsdezernent. Allerdings könnten die ansässigen Gastronomen während dieser Zeit auf dem Abschnitt eine Außengastronomie betreiben. Sollte die bisherige Autostraße danach endgültig für Fußgänger und Radfahrer reserviert werden, werde man einen städtebaulichen Wettbewerb ausschreiben.

Die Sperrung des Abschnitts soll jeweils an den Brücken durch Betonpoller gesichert werden. Zudem soll es eine Schranke geben, die etwa von der Feuerwehr passiert werden kann. In West-Ost-Richtung können Autos von der Straße Zum Pfarrtor an zur Alten Brücke fahren. Diese Ausnahme soll Fahrern, die das Parkhaus Dom/Römer verlassen, zugutekommen. Außerdem wird am Pfarrtor ein Halteplatz für Busse eingerichtet, die Passagiere zu den Mainschiffen bringen. Die Stadt plant darüber hinaus weitere Papierkörbe und Toilettencontainer und will auch für zusätzliche Reinigungen sorgen.

Frankfurt – Es ist nur ein Probelauf. Doch wenns nach OB Peter Feldmann (60) und Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (67, beide SPD) geht, wars das für Autos auf dem Mainkai.Von der Untermain- bis kurz vor die Alte Brücke herrscht ab 2. August Fahrverbot – fast 13 Monate lang, bis zum Museumsuferfest 2020 (30. August). Kosten: 83 600 Euro.Die Menschen haben den Main wieder lieb gewonnen, so der OB. Die Sperrung brächte ein Mehr an Lebensqualität. Seit 1975 sei das Auto-Aus in der Diskussion, ergänzt Oesterling. Und: Die Frankfurter Altstadt rückt direkt an den Fluss. Wohin die Autofahrer ausweichen, soll eine Untersuchung ans Licht bringen.Optisch ändert sich im Probejahr (fast) nichts, abgesehen von Pollern und Schranken an den Enden der 750-m-Strecke, Zusatz-Mülleimern, Extra-Klos.

Immerhin: Die Außen-Gastro soll wachsen, versuchsweise autonome Mini-Busse verkehren.Und später? Die SPD-Politiker sind für eine Dauer-Sperrung. Dann könnte es bald heißen: alles neu am Main, nicht nur baulich.

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Bei Oesterling ist schon ein Wassertaxi-Betreiber vorstellig geworden.Auch denkbar: Wiederbelebung der Hafenbahn – und Ausweitung des Weihnachtsmarktes Richtung Eisernen Steg. Feldmann: Ich fände das schön.