14.000 Menschen demonstrieren in Frankfurt gegen Rechtsruck | hessenschau.de | Europawahl - hessenschau.de
Vor der Europawahl – Tausende demonstrieren in Leipzig gegen Rechtsruck und Nationalismus
Mehrere tausend Demonstranten sind in Frankfurt für ein gerechtes und solidarisches Europa auf die Straße gegangen. Oberbürgermeister Feldmann sprach angesichts der Bilder von "Wahnsinn".

“Es ist Wahnsinn, was heute in der Innenstadt los ist”, sagte Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) bei der Kundgebung mit mehreren Tausend Menschen auf dem Opernplatz und rief dazu auf, am 26. Mai zur Europawahl zu gehen. Ein starkes Signal für internationale Solidarität sei nötig. Feldmann wettete, dass Frankfurt bei der Wahl die höchste Beteiligung erreichen werde. Ein breites Aktionsbündnis aus mehr als 40 Organisationen und Initiativen hatte zu der Demonstration am Sonntag unter dem Motto “Ein Europa für alle – Deine Stimme gegen den Nationalismus” aufgerufen. Die Europawahl sei eine Richtungsentscheidung über die Zukunft der Europäischen Union (EU), hieß es im Aufruf. Auch in Berlin, Hamburg, Köln, Leipzig, München und Stuttgart fanden Demonstrationen statt, ebenso in anderen europäischen Städten.

Nach den Eröffnungsreden bildeten die Demonstranten einen Zug durch die Innenstadt. Rund 14.000 Menschen nahmen an der Demonstration teil, wie ein Polizeisprecher sagte. Ihm zufolge blieb es friedlich. Die Veranstalter sprachen von 16.000 Teilnehmern.

Viele Vertreter der Zivilgesellschaft hielten auf dem Opernplatz Reden. “Wir sind nicht hier, um die EU zu bejubeln, wie sie ist”, sagte etwa Yasmin Alinaghi, Landesgeschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbands in Hessen. Die neoliberale Politik der EU sei mit Schuld an Armut und Ungleichheit. Philipp Jacks vom Deutschen Gewerkschaftsbund fügte hinzu: “Wir wollen nicht in einem System leben, in dem das Gegeneinander grundlegendes Prinzip ist.”

Unter den Demonstranten war auch eine 66-jährige Wormserin, die sich in der zivilgesellschaftlichen Initiative “Omas gegen Rechts” engagiert. “Wir wünschen uns, dass viele zur Wahl gehen und für die europafreundlichen Parteien stimmen”, sagte sie. Auch die jüngere Generation kam zu Wort. Ein 17-Jähriger Vertreter der “Fridays For Future”-Bewegung forderte auf der Bühne eine gerechte Klimapolitik: “Die Europawahl muss eine Klimawahl sein!”

Mehrere Tausend Menschen sind am Sonntagnachmittag für ein demokratisches und vielfältiges Europa um den Innenstadtring gezogen. Leipzig beteiligte sich als einzige Stadt im Osten – neben Berlin – an der europaweiten Großdemonstration gegen den Rechtsruck.

Auch in Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart sowie in anderen europäischen Städten wurde demonstriert.

Mit Trillerpfeifen, Fanfaren und Rockmusik ist am Sonntagnachmittag die Großdemonstration Ein Europa für alle um den Leipziger Ring gezogen. Nach Angaben der Veranstalter waren rund 10.000 Menschen aller Altersklassen dabei. Die Forschungsgruppe Durchgezählt sprach dagegen von 3700 bis 4500 Menschen.

Ja, wir haben uns das Recht herausgenommen, für Vielfalt, Rettung der Erde, gegen Chouvinismus und Kurzsichtigkeit zu demonstrieren.Wir wollen ein verbessertes, sozialeres Europa, in dem vor allem die junge Generation gut leben kann. Allen Skeptikern zum Trotz: Bei diesem tollen Wetter davon zu sprechen, junge Leute seien manipuliert worden, nicht an den See zu fahren, sondern auf dem Ring einen Sonnenstich zu riskieren, ist schon zum Schmunzeln. Wir können Klaus Renft nicht mehr fragen, aber was er und Cäsar bestimmt nicht gewollt hätten, ist nationale Überhöhung. Danke vor allem für das Lied "Ketten werden knapper", das sie lange nicht mehr gespielt haben. Ich hoffe, dass durch solche Statements Nationalisten knapper werden, damit wir uns nicht eines Tages vor Verdun wieder gegenseitig aus den Gräben beschießen. Ich empfehle dazu " Im Westen nichts Neues" von Erich Maria Remarque zu lesen.

Eine Woche vor der Europawahl brachten die Demonstranten ihre Befürchtung zum Ausdruck, dass Nationalisten und Rechte die Mehrheit im europäischen Parlament übernehmen, die Europa abschaffen wollen. Vom Leuschnerplatz aus zogen die Teilnehmer mit bunten Fahnen störungsfrei über Martin-Luther-Ring und Goerdelerring Richtung Hauptbahnhof. Dort wurde eine Zwischenkundgebung für ein umweltfreundliches Europa abgehalten.

@ 18 Jutta SchubertDas, wofür Sie demonstriert haben ist ja alles schön und gut aber Sie müssen bitte auch zur Kenntnis nehmen, dass die derzeitige Konstruktion der EU und seiner Verwaltungen genau das Gegenteil dessen repräsentiert, was Sie wollen.Wenn lobbycontrol, Zitat:"Schätzungsweise 25.000 Lobbyisten mit einem Jahresbudget von 1,5 Milliarden Euro nehmen in Brüssel Einfluss auf die EU-Institutionen. Etwa 70 Prozent von ihnen arbeiten für Unternehmen und Wirtschaftsverbände. Sie genießen privilegierte Zugänge zu den Kommissaren." die Lage so beschreibt und die derzeit dominierenden Parteien dafür verantwortlich sind, dann muß man das gegenwärtige Konstrukt schon in Frage stellen. Tun Sie das ?

Die Großdemonstration fand zeitgleich in rund 50 weiteren europäischen und in sieben deutschen Städten statt. Veranstalter war ein breites Bündnis aus Initiativen und Organisationen, darunter Gewerkschaften, Umweltverbände, Seenotretter, Schüler, Studenten und Eltern der Fridays for Future-Bewegung, Kulturschaffende, der Paritätische Wohlfahrtsverband oder die Naturfreundejugend.

Es ist gekommen, wie es zu erwarten war: Eine friedliche Demonstration engagierter Freunde eines geeinten, freizügigen, offenen, demokratischen Europas wird von den Rechten – die doch eigentlich, nachdem ihr Austria-Posterboy gerade wunderbar vorgeführt hat, welche menschliche Qualitäten, welches Rechtsverständnis und welches Verantwortungsbewußtsein die "Alternativen" so verkörpern, fein den Mund halten sollten und ihre Gehetze wenigstens kurzzeitig in Demut einstellen sollten – auf die übliche verlogene Weise diskreditierz. Dumm, verantwortungslos, abgrundtief unsympathisch! Strachianer halt…

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) appellierte bei der Eröffnungskundgebung an alle Demokraten: Haltet zusammen, steht auf, geht am 26. Mai wählen und wählt den Nationalismus ab! Neben der legendären Leipziger Rockband Renft spielten Großstadtgeflüster und Riders Connection vor und nach der Demonstration auf dem Leuschnerplatz.

Tausende, meist junge Menschen, sind am Sonntag in Leipzig für ein gerechtes und solidarisches Europa auf die Straße gegangen. Unter dem Motto “Ein Europa für Alle” sollten Wähler zur Stimmabgabe für EU-freundliche Parteien ermutigt werden. Nach den Eröffnungsreden zogen die Demonstranten mit Schildern, Luftballons, Fahnen und Transparenten hinter einem großen Banner mit der Aufschrift “Ein Europa für Alle – gegen Nationalismus” über den Innenstadtring. Nach offiziellen Angaben der Veranstalter lag die Teilnehmerzahl bei 9.000 bis 10.000. Der Zug hatte gut einen Kilometer Länge, wie ein Sprecher sagte.

Der östliche Abschnitt des Leipziger Innenstadtrings wird ab Montag aufgrund von Bauarbeiten gesperrt. Die Straßenbahnen betrifft dies zwar nicht, doch auf Autofahrer kommen lange Umleitungen zu. Wir zeigen sie.

Im März dieses Jahres hat Leipzig mehr Übernachtungsgäste als Sachsens Hauptstadt Dresden empfangen. Damit gehört die Messestadt auch deutschlandweit zu den beliebtesten Zielen.

Ein gerechtes und solidarisches Europa ist eine schöne Illusion. Die EU in ihrer momentanen Form ist ein bürokratischer, zerstrittener Verein. "Gegen Nationalismus" ist pauschaler Quatsch, ist populistisch und gehört in die schwarz-weiß-Schublade. Gegen gesunden Nationalismus ohne Überhöhung ist nichts einzuwenden. Wer nicht für DIESE EU ist soll lt. mdr ein Rechtspopulist sein. Dem kann man nur entgegnen, wer undifferenziert für diese EU ohne Reformen stimmt der geht einer Illusion auf den Leim.

Buurtzorg heißt Nachbarschaftspflege. Der Pflegedienst Bosold erprobt nun das bewährte Konzept aus den Niederlanden in Leipzig.