Die Eintracht-Niederlage in fünf Punkten: Europa ist in großer Gefahr - hessenschau.de
LIVE! Eintracht Frankfurt – 1. FSV Mainz 05, Bundesliga, Saison 2018/19, 33. Spieltag
Die Europa-League-Helden von Eintracht Frankfurt sind am Ende ihrer Kräfte. Der Geist von London ist zwar auch gegen Mainz spürbar, nach dem nächsten Rückschlag droht aber ein tabellarisches Fiasko. Die Analyse in fünf Punkten.

Eintracht Frankfurt verliert mit 0:2 (0:0) gegen den 1. FSV Mainz 05 und rutscht von Champions-League-Rang vier auf Platz sechs ab. Einen Spieltag vor Schluss ist der Traum von der Champions League wohl geplatzt und die Hoffnung auf die Europa League auf ein Minimum gesunken. Am Samstag geht es für die Hessen beim FC Bayern um alles.

Verteidiger Martin Hinteregger (26) zu Sky: Die Gegentore waren zu einfach, wir haben uns nicht gut angestellt. Aus dem Nichts stand es 0:2, dann war es schwer zurückzukommen. Wir haben die Chance nächstes Jahr in Europa zu spielen nicht genutzt. Jetzt müssen wir gegen die Bayern alles raushauen.

Video: Pressekonferenz nach SGE – Mainz

Frankfurt – Mainz 0:2: Doppel-Ujah macht Eintracht platt

Stimmungstechnisch knüpften die Fans von Eintracht Frankfurt am Sonntag genau dort an, wo sie am Donnerstag in London aufgehört hatten. Sie peitschten die Mannschaft schon lange vor Anpfiff nach vorne und versuchten mit lautstarken Anfeuerungsrufen und pausenloser Unterstützung, die müden Beine der Spieler noch einmal zum Leben zu erwecken. “Lasst uns unsere Farben weiter durch Europa tragen”, stand auf einem großen Banner. Der zwölfte Mann auf den Rängen, er lief erneut zu Hochform auf.

Noch einmal alles geben, noch einmal ein typisches Frankfurter Spiel auf den Rasen brennen. Das musste doch möglich sein. Mit “Europacup, Europacup in diesem Jahr”-Sprechchören formulierten die Anhänger ihren Wunsch nach einer Wiederholung der diesjährigen Reise durch europäische Großstädte. Als Vierter war die Eintracht in den Spieltag gegangen, ein einziger Punkt hätte zur direkten Qualifikation für die Europa League gereicht. Bei einem Sieg wäre sogar die Königsklasse durchaus realistisch gewesen. Ein letztes Mal kämpfen und gemeinsam siegen, so der fromme Wunsch der Anhänger. Doch daraus wurde nichts.

Ganz klar: Eine lange Saison mit 49 Pflichtspielen hat Kraft gekostet. Die Eintracht-Stars wirken gegen Mainz platt, schaffen es nicht, ihren Power-Fußball durchzuziehen. Nur Rebic hat eine Großchance, schießt nach Kostic-Flanke aus Nah-Distanz drüber (18.).

Denn drei Tage nach der mentalen und körperlichen Grenzerfahrung beim Halbfinal-Aus gegen den FC Chelsea war der Wille zum letzten Aufbäumen zwar bei jedem erkennbar. Die Erschöpfung konnte im Team von Adi Hütter aber niemand mehr verstecken. Nach insgesamt 47 Pflichtspielen stottert der lange wie geschmiert laufende Eintracht-Motor auf der letzten Rille in Richtung Ziel, das Tempo und die Power vergangener Tage tauchten gegen den Nachbarn aus Mainz nur noch in homöopathischen Dosen auf. Etwa als Filip Kostic sich grätschend und sprintend in Richtung Tor vorkämpfte, Ante Rebic seine Vorlage dann aber in den Abendhimmel drosch (18. Spielminute).

Drei Tage nach dem ebenso unglücklichen wie furiosen Elfer-Aus in der Europa League beim FC Chelsea kassiert Frankfurt ein 0:2 gegen Mainz. Für die Eintracht das fünfte Ligaspiel ohne Sieg, dabei gabs drei Pleiten.

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Schluss in Frankfurt, wo die Eintracht den nächsten Rückschlag im Kampf um die Königsklasse kassiert. Der SGE fehlte nach dem Halbfinalaus in der Europa League die Frische, Mainz gewann nach sieben Niederlagen in Serie wieder mal auf fremdem Platz.

Ujah zu Sky: Ich bin sehr glücklich wir haben das Derby gewonnen. Es geht nicht besser. Ich habe lange, lange auf die Tore gewartet.

Rebic probiert es bei einem Freistoß aus über 20 Metern direkt, Müller lenkt die Kugel über die Querlatte. Die folgende Ecke bringt nichts ein.

Vier Minuten Nachspielzeit werden angezeigt – am Sieg der Nullfünfer wird das allerdings wohl nichts mehr ändern.

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Rebic zieht von der Strafraumkante aus zentraler Position ab – auch dieser Versuch ist aber kein Problem für Müller.

Warum immer er? Sebastian Rode (28) hat in seiner Karriere bereits fünf schwere Verletzungen weggesteckt.

Der nächste Abschluss. Im Anschluss an eine Ecke wird ein Schuss von Kostic zunächst von Hack geblockt. Der Serbe kommt erneut an den Ball – setzt die Kugel aber knapp am Kasten vorbei.

De Guzman probiert es mal aus der Distanz, sein Schuss ist aber kein Problem für Müller, der zum ersten Mal eingreifen muss.

Frankfurt sucht zwar immer wieder den Weg nach vorne, in Bedrängnis können die Hessen Mainz aber nicht wirklich bringen.

Etwas mehr als zehn Minuten bleiben der Eintracht noch. Aktuell sieht es aber nach dem nächsten Rückschlag für Frankfurt im Kampf um die Champions League aus.

Gacinovic erobert den Ball im Mittelfeld und will anschließend auf Jovic durchstecken – sein Zuspiel kommt aber nicht an.

Mainz igelt sich keineswegs nur hinten ein, sondern sucht immer wieder den Weg nach vorne. Ihre Konter spielen die Nullfünfer aber schwach zu Ende.

Das ist zu harmlos. Da Costa probiert es mal aus der Distanz, sein Flachschuss ist aber keine Gefahr für den Kasten von Müller.

Bei einem Konter hat Mainz ganz viel Platz. Mateta steckt auf Ujah durch, der eigentlich freie Bahn hätte – aber zuvor im Abseits stand. Wenn die Gäste das besser ausspielen, ist das wohl die Entscheidung.

Viel fällt der Eintracht bislang nicht ein auf den Rückstand. Müller musste nach der Pause noch nicht eingreifen.

Die Gäste haben sich mit der komfortablen Führung im Rücken nun etwas zurückgezogen, Frankfurt will den Anschlusstreffer.

Für Ujah geht damit eine lange Durststrecke zu Ende. 18 Spiele hatte der Nigerianer nicht getroffen – und heute direkt doppelt.

Doppelschlag der Gäste! Nach einem Einwurf von Donati geht Gbamin viel zu leicht an Falette vorbei und bedient dann Ujah. Der Nigerianer hat im Strafraum zu viel Platz, nimmt die Kugel zunächst an und vollendet anschließend aus der Drehung ins lange Eck – 2:0 für die Nullfünfer.

Wie reagiert Frankfurt auf diesen Rückschlag? Von der Eintracht muss nun offensiv mehr kommen – noch ist allerdings genug Zeit.

Die Führung für die Gäste! Nach einem langen Ball von Latza behauptet Mateta den Ball im gegnerischen Strafraum stark. Der Franzose hebt die Kugel über Abraham hinweg und legt das Leder dann ins Zentrum. Dort kommt Ujah frei vor Trapp zum Abschluss und vollendet volley zum 1:0 für Mainz.

Bei einem Remis würde sich Frankfurt auf Platz vier schieben – allerdings wäre die Ausgangslage für den letzten Spieltag nicht so gut wie bei einem Sieg.

Kostic führt den folgenden Freistoß aus, seinen viel zu kurz getretenen Ball kann Kunde aber mühelos klären.

Hinteregger schaltet sich vorne mit ein und wird von Kunde umgecheckt. Der Österreicher bleibt kurz liegen, kann aber weitermachen.

Keine Tore zur Pause in Frankfurt. Beide Mannschaften sind zwar bemüht, agieren im letzten Drittel aber noch zu ungenau. Die bislang beste Chance der Partie vergab Rebic frei vor Müller.

Zwei Minuten werden nachgespielt – und Mainz kommt noch einmal zum Abschluss. Nach einem zu kurz abgewehrten Einwurf kommt Latza aus dem Rückraum zum Schuss, zielt aber zu hoch.

Die Eintracht noch einmal im Vorwärtsgang. Kostic flankt von der linken Seite in den Strafraum, Hack köpft die Kugel aus der Gefahrenzone.

Ujah bekommt im Kopfballduell mit Falette den Ellbogen des Franzosen gegen die Rippen. Der Nigerianer bleibt liegen und muss behandelt werden.

Fünf Minuten sind in Durchgang eins noch zu spielen – passiert noch etwas vor der Pause? Aktuell sieht es eher nicht danach aus.

Auch Brosinski ist nun mit blauem Kopfverband zurück auf dem Feld, die Nullfünfer sind wieder zu elft.

Während Brosinski noch behandelt wird, ist Kostic wieder auf dem Feld – und direkt im Mittelpunkt. Der Serbe zieht im Strafraum ab, stand aber im Abseits.

Kostic und Brosinski stoßen im Zweikampf mit den Köpfen zusammen und bleiben beide liegen. Die Eintracht hat viel Platz zum Kontern, Schiedsrichter Osmers unterbricht die Partie jedoch.

Kostic flankt die Kugel von der linken Seite in den Strafraum, wo Jovic vor Hack am Ball ist – das Leder aber über den Kasten köpft.

Eine halbe Stunde ist gespielt. Beide Mannschaften suchen weiter den Weg nach vorne, im letzten Drittel agieren beide aber zu ungenau. So sind gefährliche Abschlüsse bislang eher eine Seltenheit.

Mateta legt den Ball von der rechten Seite ins Zentrum, wo Ujah die Kugel übers Tor schaufelt. Der Nigerianer will eine Ecke haben, Schiedsrichter Osmers entscheidet aber zu Recht auf Abstoß.

Falette erhält Szenenapplaus, nachdem er kurz vor der eigenen Grundlinie Mateta gestoppt – und sogar einen Einwurf herausgeholt hat.

Erste richtig gute Chance für die Gäste! Kunde zieht aus rund 20 Metern zentraler Position ab, Falette fälscht noch entscheidend ab. Die Kugel rauscht knapp am Kasten vorbei, Trapp wäre ohne Chance gewesen. Die folgende Ecke der Gäste bleibt ohne Ertrag.

Die Ballbesitzanteile sind bislang komplett ausgeglichen. Die knappe Mehrheit der Zweikämpfe entscheidet aber Mainz für sich.

Das muss das 1:0 für die Hausherren sein! Bei einem Konter der Eintracht setzt sich Kostic mit großem Einsatz gegen Brosinski durch und flankt dann gefühlvoll in den Strafraum. Dort kommt Rebic völlig frei zum Abschluss – setzt die Kugel aber volley über den Kasten.

Jovic nimmt bei einem Angriff der SGE Rebic mit, der sich den Ball an Hack vorbeilegen will – und am FSV-Innenverteidiger hängen bleibt.

Munterer Beginn in Frankfurt. Von Müdigkeit ist bei der Eintracht nach dem Halbfinalaus in der Europa League nichts zu spüren. Und auch Mainz sucht immer wieder den Weg nach vorne.

Rebic setzt sich über links gegen Hack durch und flankt dann auf Gacinovic. Latza klärt per Kopf zur Ecke, die aber nichts einbringt.

Brosinski flankt von rechts in den Strafraum, wo Mateta die Kugel aufs Tor lenkt. Trapp pariert stark, allerdings stand Mateta zuvor ohnehin knapp im Abseits, ein Treffer hätte nicht gezählt.

Erster gefährlicher Angriff der Gäste. Brosinski hat auf der rechten Seite viel Platz und legt im Strafraum auf Gbamin zurück. Fernandes klärt in höchster Not zur Ecke für die Nullfünfer. Im Anschluss an den Standard kommt Latza im Rückraum zum Abschluss – Trapp ist schnell genug unten und pariert.

Die Rahmenbedingungen könnten nicht besser sein. Mit 51.500 Zuschauern ist die Commerzbank-Arena ausverkauft.

Wieder geht es über die linke Seite der SGE. Kostic flankt an den kurzen Pfosten, wo da Costa die Kugel aber nicht aufs Tor bekommt.

Die Hausherren sind in den ersten Minuten die tonangebende Mannschaft. Rebic setzt sich auf der linken Seite gegen Brosinski durch und flankt ins Zentrum – dort klärt Hack.

Frankfurt das erste Mal im Vorwärtsgang. Rebic geht bis zur Grundlinie und legt dann auf Jovic zurück – der trifft aber den Ball nicht voll.

Schiedsrichter der Partie ist Harm Osmers aus Hannover. Er wird die Begegnung in wenigen Minuten freigeben.

Mainz verlor seine vergangenen sieben Auswärtsspiele allesamt. Mit einer Niederlage heute würden die Nullfünfer ihren Vereinsnegativrekord aus der Saison 2004/05 (unter Trainer Jürgen Klopp) einstellen.

Schwarz nimmt gegenüber dem 3:3 gegen Leipzig drei Änderungen vor: Kunde, Mateta und Ujah kommen für Baku und Onisiwo (beide Bank) sowie Quaison (Sprunggelenksverletzung) neu in die Startelf.

Zu den Aufstellungen. Hütter ist im Vergleich zum Halbfinalaus bei Chelsea zu einem Wechsel gezwungen: Fernandes ersetzt Rode (Knorpelschaden).

“Für uns geht es nicht darum, der Eintracht etwas vermasseln oder verbauen zu wollen”, erklärt der FSV-Coach. “Wir wollen in Frankfurt gegen eine Top-Mannschaft den Beweis antreten, dass wir uns weiterentwickeln. Und wir wollen mit einem positiven Gefühl aus dieser Saison rausgehen.”

Mainz hat den Klassenerhalt derweil längst geschafft. Für die letzten Spiele hatte Trainer Sandro Schwarz Platz zehn als Ziel ausgerufen – dafür müssten die Nullfünfer heute unbedingt gewinnen.

Nach nur zwei Punkten aus den vergangenen vier Spielen droht die Eintracht die Königsklasse im Saisonendspurt noch zu verspielen. Ein Sieg heute wäre ein großer Schritt in Richtung Platz vier – zumal die Konkurrenz aus Leverkusen, Wolfsburg und Hoffenheim gestern Federn ließ.

“Heute ist die Enttäuschung noch erlaubt”, erklärte Trainer Adi Hütter nach der Rückkehr aus London. “Morgen interessiert das aber niemanden mehr. Wir müssen jetzt alles raushauen, denn es geht um wahnsinnig viel.”

Noch am Donnerstag war die Eintracht in der Europa League im Einsatz – wo beim FC Chelsea der Traum vom Finale nach großem Kampf erst im Elfmeterschießen (3:4) platzte. Um den Spielern ausreichend Regeneration zu ermöglichen, wurde die Partie gegen Mainz auf heute verschoben.

Macht Eintracht Frankfurt heute einen großen Schritt in Richtung Champions League? Die Hessen empfangen zum Abschluss des 33. Spieltages den 1. FSV Mainz 05. Um 18 Uhr gehts los.

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