Eintracht Frankfurt scheitert nach Elfer-Drama an Chelsea - hessenschau.de
Eintracht Frankfurt: Präsident Peter Fischer brennen die Sicherungen durch
Eintracht Frankfurt hat den Einzug in das Europa-League-Finale verpasst. Nach einem intensiven und packenden Spiel verloren die Hessen nach Elfmeterschießen beim FC Chelsea.

Der Traum von Baku ist für Eintracht Frankfurt geplatzt. Beim FC Chelsea verloren die Hessen am Donnerstagabend im Rückspiel des Halbfinales der Europa League nach einem dramatischen Spiel und großem Kampf mit 4:5 nach Elfmeterschießen.

Video: Adlerträger in London gelandet

Europa League – Chelsea – Eintracht Frankfurt LIVE: Elfmeter-Drama in London

Die tragischen Figuren aus Eintracht-Sicht waren Martin Hinteregger und Goncalo Paciencia, die vom Punkt aus an Chelsea-Keeper Kepa Arrizabalaga scheiterten. Zuvor hatte Kevin Trapp gegen Chelsea-Kapitän Cesar Azpilicueta pariert. Eden Hazard traf mit dem fünften Schuss zum Sieg für die Londoner, die damit das Europa-League-Finale erreichten.

Hütter hatte vor der Partie seine Aufstellung im Gegensatz zum Hinspiel nur auf einer Position umgestellt. Der beim 1:1 in Frankfurt gesperrte Ante Rebic kehrte zurück, dafür musste Gelson Fernandes auf die Bank. Die Frage war nur, wie die Eintracht diese auf dem Papier offensivere Aufstellung auf dem Platz umsetzen würde. Die Antwort darauf gab es vom Start weg. Die Eintracht machte Druck und kam in der 14. Minute zur ersten guten Chance. Nach einer Flanke von Luka Jovic hämmerte Danny da Costa das Leder in Richtung Chelsea-Tor.

Keeper Arrizabalaga fischte den Ball jedoch mit einer starken Parade aus dem Winkel. Erst danach kamen die Londoner zu guten Chancen – dann aber direkt im Dreierpack. Die ersten beiden konnten Eintracht-Torwart Kevin Trapp und Makoto Hasebe noch klären, bei der dritten zappelte der Ball aber im Netz. Nach einem klugen Pass von Superstar Hazard tauchte Ruben Loftus-Cheek frei vor Trapp auf, behielt die Ruhe und traf zum 1:0 (28. Minute). Ein Treffer, der bei den Hessen Wirkung zeigte. Bis zur Halbzeit waren die Londoner deutlich überlegen.

Eintracht Frankfurt (SGE): Brisante Sprachnachricht: Erneuter Eklat durch Eintracht-Präsident Peter Fischer | Eintracht

Die Pause tat der Eintracht gut. Nach dem Wiederanpfiff waren die Gäste wie ausgewechselt – und gleichzeitig eiskalt. Mit der ersten Chance traf Jovic zum 1:1 (49.). Nach einem schönen Doppelpass mit Mijat Gacinovic tauchte der Torjäger der Frankfurter frei vor Arrizabalaga auf, ließ sich die Chance nicht nehmen und erzielte seinen zehnten Treffer in der diesjährigen Europa-League-Saison. Mit einem Mal waren die Hessen in der Partie. Chelsea war dadurch im zweiten Spielabschnitt in der Offensive lange Zeit komplett abgemeldet. Erst in der 78. Minute testete Davide Zappacosta Eintracht-Keeper Trapp aus gut 20 Metern. Der Schlussmann der Hessen war jedoch zur Stelle.

Frankfurt – Eintracht Frankfurts Präsident Peter Fischer sorgt erneut mit einer Aussage für einen Eklat vor dem Europa-League-Spiel gegen den FC Chelsea (im Live-Ticker bei fr.de*). "Am Donnerstag spielen wir in London. Da geht es gegen Chelsea. Und da werden wir die Scheiß-Hütte bei denen anstecken", hat Fischer laut bild.de gesagt und sich damit nach seinem umstrittenen Statement vor einer Partie gegen Schachtjor Donezk ("Das Stadion muss brennen!") erneut einer Feuer-Analogie bedient.

Die erste große Chance in der Verlängerung hatte der eingewechselte Sébastien Haller. Nach einer schönen Hereingabe von Filip Kostic traf der Franzose den Ball aber nicht richtig, weswegen Chelsea-Verteidiger David Luiz den Ball noch auf der Linie klären konnte. Wenige Minuten danach war es erneut Haller. Sein Kopfball wurde jedoch von Zappacosta geklärt.

Ob Fischers Wortwahl richtig ist, ist diskutabel. Er hatte vor dem Europa-League-Spiel gegen Schachtjor Donezk gesagt: „Wenn ich sage, dass das Stadion morgen brennt, dann brennt das morgen. Und zwar so, dass Ihr kaputtgeht, weil Ihr viel zu viel Licht habt, und deshalb wird das Spiel vielleicht ein bisschen neblig für Euch.“ 

Weniger Druck für Chelsea – Fällt Kanté wegen Sarri aus?

Im zweiten Abschnitt der Verlängerung gab es aus Sicht der Eintracht noch einen Schreck-Moment: Keeper Trapp wurde von Azpilicueta kurz vor der Linie bedrängt, der Ball fiel ins Tor, Chelsea jubelte. Nur: Schiedsrichter Ovidiu Hategan gab Freistoß für die Frankfurter und keinen Treffer. Da danach nichts mehr passierte, ging es ins Elfmeterschießen – und das Eintracht-Drama nahm seinen Lauf.

Wir hoffen, dass die Reise nicht hier endet, sondern uns nach Baku führt, sagte Kapitän David Abraham. Trainer Adi Hütter: Vielleicht wäre es schon ein Wunder, wenn es Eintracht Frankfurt ins Finale schaffen könnte. Um dieses Wunder zu schaffen, muss alles aufgehen.

Chelsea: Kepa – Azpilicueta, Christensen (73. Zappacosta), David Luiz, Emerson – Jorginho – Loftus-Cheek (86. Barkley), Kovacic – Willian (62. Pedro), Giroud  (96. Higuain), Hazard       Frankfurt: Trapp – Abraham, Hinteregger, Falette – Hasebe – da Costa, Rode (70. de Guzman), Gacinovic (118. Paciencia), Kostic – Jovic, Rebic (90. Haller) Tore: 1:0 Loftus-Cheek (28.), 1:1 Jovic (49.)Elfmeterschießen: 1:2 Haller, 2:2 Barkley, 2:3 Jovic, 2:4 de Guzman, 3:4 Jorginho, 4:4 David Luiz, 5:4 Hazard Gelbe Karten:  Azpilicueta, Kovacic – Rode, Falette, de GuzmanSchiedsrichter: Hategan (Rumänien) Zuschauer: 40.853 (ausverkauft) 

Offensiv-Star Ante Rebic rückt nach seiner Sperre im Hinspiel zurück in die Startaufstellung. Der wieder genesene Torjäger Sebastien Haller sitzt als Joker auf der Bank.

Mit dem 1:1 im Hinspiel gegen Chelsea blieb Frankfurt in der Europa League zuhause ungeschlagen. Im Rückspiel benötigt die Eintracht nun mindestens einen Treffer, um ins Finale von Baku einzuziehen. 

Während Loftus-Cheek, Vorlagengeber im Hinspiel und Torschütze am Sonntag beim 3:0 gegen Watford, gerade auch in die Kategorie “Topform” passt, fällt sein Mittelfeld-Nebenmann Ngolo Kanté am Donnerstag aus: Der Weltmeister musste gegen Watford schon nach zehn Minuten mit Oberschenkelproblemen ausgewechselt werden. “Es ist nicht allzu ernst, aber er muss sich ein paar Wochen schonen”, erklärte Sarri dazu etwas widersprüchlich. In einem möglichen Finale (29. Mai in Baku) könne er womöglich wieder mitwirken.

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Dafür, dass Maurizio Sarri vor einigen Wochen unmittelbar vor der Entlassung zu stehen schien, verläuft Chelseas Saison erstaunlich erfolgreich: In der Premier League ist ein Champions-League-Platz sicher, im Ligapokalfinale verloren die Blues dramatisch knapp gegen ManCity, und in der Europa League winkt das Finale: Am Donnerstag (21 Uhr, LIVE! bei kicker.de und im Stream bei DAZN) kommt Eintracht Frankfurt zum Halbfinalrückspiel an die Stamford Bridge – und Chelsea kann beinahe befreit aufspielen.