Bundesliga: Augsburg überrascht Frankfurt - tagesschau.de
Frankfurt – Augsburg 1:3: Neu-Trainer Martin Schmidt mit Tonnen-Tritt
Drei Punkte zum Einstand: Trainer Martin Schmidt hat beim kriselnden FC Augsburg ein perfektes Debüt und den womöglich vorentscheidenden Sieg im Kampf um den Klassenerhalt gefeiert.

Die Schwaben gewannen zum Abschluss des 29. Spieltags der Fußball-Bundesliga beim Champions-League-Aspiranten Eintracht Frankfurt mit 3:1 (2:1), der Vorsprung auf den Relegationsrang beträgt nun sieben Punkte. U21-Nationalspieler Marco Richter (31.) glich für die Augsburger zunächst die Frankfurter Führung durch Goncalo Paciencia (14.) aus und drehte mit einem präzisen Fernschuss (45.+4) die Partie sogar noch vor der Halbzeit. Für die Entscheidung sorgte Michael Gregoritsch (84.).

"Wir wussten, was auf uns zukommt – das war extrem wichtig", sagte der zweimalige Torschütze Marco Richter am ARD-Mikrofon, "die Gelb-Rote Karte gegen Frankfurt hat uns in die Karten gespielt, das sollte aber unsere Leistung nicht schmälern." Und zu Neu-Trainer Martin Schmidt meinte Richter: "Das war blöd mit dem Wechsel unter der Woche. Aber Martin Schmidt hat uns viel von seiner Philosophie mitgegeben und das haben wir ganz gut umgesetzt."

Geschockt präsentierte sich der FCA vom Rückstand aber keineswegs, die Elf von Schmidt schob immer wieder an und hatte zudem Pech, als es nach einem klaren Foul von Touré an Richter keinen Elfmeter und nicht einmal Videobeweis gab (17.). Seis drum, konnte in Minute 31 aus Augsburger Sicht gesagt werden: Denn hier fand Gregoritsch Richter – und der 21-Jährige vollendete präzise aus kurzer Distanz zum 1:1-Ausgleich. Doch nicht nur das: Kurz vor der Pause fasste sich Richter links vor dem Strafraum ein Herz und nagelte den Ball herrlich wie unhaltbar rechts unten ins lange Eck, Trapp streckte sich vergebens (45.+4).

Da spielten die Hessen nach der Gelb-Roten Karte für Gelson Fernandes (47.) schon lange in Unterzahl. Der erste Auswärtssieg des FCA seit dem 27. Oktober war zudem ein Novum: Vor Schmidt hatte nach einem Trainerwechsel in dieser Saison noch kein neuer Coach einen Erfolg im ersten Spiel verbucht. Während Augsburg nach der engagierten Vorstellung den restlichen Wochen optimistisch entgegenblicken darf, erhielten die Königsklassen-Hoffnungen der Eintracht durch die erste Liga-Niederlage in diesem Jahr einen Dämpfer. Zudem misslang die Generalprobe für das Viertelfinal-Rückspiel in der Europa League: Am Donnerstag (18.04.2019) muss Frankfurt gegen Benfica Lissabon ein 2:4 aufholen muss. "Heute hat vieles nicht gepasst", sagte Frankfurts Sebastian Rode, "es gab viele Unkonzentriertheiten."

Frankfurts Coach Adi Hütter nahm im Vergleich zum bitteren 2:4 im Viertelfinal-Hinspiel der Europa League bei Benfica Lissabon (frühe Rote Karte Ndicka, Dreierpack Joao Felix) trotz angekündigter Rotation lediglich zwei Wechsel vor: Almamy Touré und Pacienca kamen für Ndicka und Abraham (jeweils Bank) rein. Der in dieser Saison so starke Stürmer Haller (14 Tore und zehn Assists in 27 Ligaspielen, fünf Treffer und drei Vorlagen in neun Europa-League-Partien) fiel indes weiterhin wegen einer hartnäckigen Bauchmuskelverletzung aus.

Im Vergleich zum desaströsen 0:4 gegen die TSG Hoffenheim, das Ex-Trainer Manuel Baum letztlich den Job gekostet hatte, nahm Schmidt in seiner Startelf vier Veränderungen vor – unter anderem weil Verteidiger Philipp Max krankheitsbedingt fehlte. Dessen Vertreter Konstantinos Stafylidis hatte nach 118 Sekunden auch die erste, wenngleich harmlose Abschlussmöglichkeit der Partie. Für deutlich mehr Gefahr sorgten in der offen geführten Anfangsphase die Versuche des Frankfurters Luka Jovic (4./5.).

Allgemein hatte der erste Abschnitt zwischen diesen beiden Teams auch reichlich Zweikämpfe sowie zwischenzeitlich einen Videobeweis bezüglich eines angeblichen Handspiels von Khedira (28.) zu bieten – und zudem zwei Verletzungen. Auf Frankfurter Seite griff sich Hinteregger an den Oberschenkel, es kam Ndicka (26.). Auf der anderen Seite bekam Torwart Kobel unabsichtlich das Knie von Kostic ab, spielte zunächst weiter und musste letztlich doch mit dem Verdacht einer Gehirnerschütterung für Ersatzmann Luthe runter (40.).

Nach dem sehenswerten Treffer von Paciencia, der den wie in Lissabon verletzt fehlenden Sebastien Haller ersetzte, verlor das auf Augenhöhe geführte Duell allerdings an Attraktivität. Der Ausgleich durch Richter kam ebenso wie die FCA-Führung etwas überraschend. Insgesamt behinderten zahlreiche Fouls und Verletzungspausen den Spielfluss. Offensivaktionen waren vor allem im ersten Durchgang die Seltenheit, Schiedsrichter Bastian Dankert (Rostock) hatte mit den häufig diskutierenden Spielern jede Menge Arbeit.

Für Frankfurt, das nach sechs Ligasiegen in Folge damit erstmals wieder verloren hat und zugleich die zweite Pflichtspielniederlage in diesen Jahr kassiert hat, geht es am Donnerstag (21 Uhr) mit dem Rückspiel gegen Benfica Lissabon weiter. Ein 2:4-Rückstand muss aufgeholt werden. Augsburg, mit diesem immens wichtigen Dreier wieder ein Stück von der akuten Zone entfernt, empfängt Stuttgart am Samstag (15.30 Uhr) zum Kellerduell.

Der Platzverweis des souverän wirkenden Unparteiischen gegen Fernandes war vertretbar – und er erschwerte die Bemühungen der Gastgeber, die vor allem mental nicht den frischesten Eindruck machten. Ein Ausdruck dafür waren zahlreiche Abstimmungsfehler, technische Unzulänglichkeiten und zu einfach vertändelte Bälle. Nach einer knappen Stunde hätte Ja-Cheol Koo (58.) die Schwäche der SGE ausnutzen müssen, er verpasste aus kurzer Distanz allerdings den dritten Treffer. Insgesamt waren die Gäste in dieser Phase einer Vorentscheidung dennoch deutlich näher als die Frankfurter dem Ausgleich.

Die Eintracht legt jetzt den Fokus komplett aufs Europa-League-Rückspiel gegen Benfica Lissabon (Live-Ticker bei sportschau.de). Am Wochenende dann beschließen die Hessen den 30. Spieltag, die Frankfurter spielen Montagabend beim VfL Wolfsburg, der FC Augsburg hat zwei Tage zuvor im Schwabenderby den VfB Stuttgart zu Gast.

Nach 15 Minuten erlaubte sich Augsburg allerdings auch Fahrlässigkeiten, was sich direkt rächen sollte: Erst einmal durfte Kostic von der linken Seite komplett ohne Gegenwehr flanken, im Zentrum konnte Paciencia relativ unbedrängt hochsteigen und kraftvoll zur Führung einnicken. Dies war das fünfte Pflichtspieltor und zugleich der fünfte Kopfballtreffer im zwölften Einsatz für den 24-jährigen Portugiesen (15.).

Frankfurt hadert, Augsburg feiert: Drei Tage nach der 2:4-Pleite bei Benfica Lissabon verliert die Eintracht 1:3 gegen Augsburg. Ein Grund: Augsburgs neuer Trainer, Martin Schmidt, motiviert sein Team auf besondere Weise.

Wer nicht lernen will, muss zahlen – und ab sofort zu Fuß gehen. Hammer-Strafe für BVB-Profi Marius Wolf (23)!

U21-Nationalspieler Marco Richter (31.) glich für die Augsburger zunächst die Frankfurter Führung durch Goncalo Paciencia (14.) aus und drehte mit einem präzisen Fernschuss (45.+4) die Partie sogar noch vor der Halbzeit. Für die Entscheidung sorgte Michael Gregoritsch (84.). Da spielten die Hessen nach der Gelb-Roten Karte für Gelson Fernandes (47.) schon lange in Unterzahl, ähnlich wie drei Tage zuvor im Europa-League-Duell mit Benfica Lissabon (2:4).

Bei der Kabinenansprache vor Anpfiff zeigt der Schweizer vollen Körper-Einsatz, tritt mit voller Wucht gegen die Wäsche-Tonne und rüttelt seine Jungs wach.

Stürmer Marco Richter verrät: Da ist jetzt eine Delle drin. Und die ist nicht allzu klein. Der Tritt hat den gewünschten Effekt. Richter per Doppelpack und Gregoritsch drehen das Spiel nach Paciencias Führung.

Für deutlich mehr Gefahr sorgten in der offen geführten Anfangsphase die Versuche des Frankfurters Luka Jovic (4./5.). Nach dem sehenswerten Treffer von Paciencia, der den wie in Lissabon verletzt fehlenden Sebastien Haller ersetzte, verlor das auf Augenhöhe geführte Duell allerdings an Attraktivität. Der Ausgleich durch Richter kam ebenso wie die FCA-Führung etwas überraschend.

Neu-Trainer Martin Schmidt, seit vier Tagen im Amt bei Sky: Mir fehlen die Worte für die Leistung des Teams. Wir sind immer draufgegangen.

Im Vergleich zum desaströsen 0:4 gegen die TSG Hoffenheim, das Ex-Trainer Manuel Baum letztlich den Job gekostet hatte, nahm Schmidt in seiner Startelf vier Veränderungen vor – unter anderem weil Verteidiger Philipp Max krankheitsbedingt fehlte. Dessen Vertreter Konstantinos Stafylidis hatte nach 118 Sekunden auch die erste, wenngleich harmlose Abschlussmöglichkeit der Partie.

Bitter für Augsburg: Torwart Kobel muss mit Kopfverletzung nach Crash mit Kostic vom Feld (40.). Diagnose: Gehirnerschütterung! Zwischenzeitlich konnte er sich nicht an alle seine Spielaktionen erinnern.

Der Platzverweis des nicht immer souverän wirkenden Unparteiischen gegen Fernandes war hart, aber vertretbar – und er erschwerte die Bemühungen der Gastgeber, die vor allem mental nicht den frischesten Eindruck machten. Ein Ausdruck dafür waren zahlreiche Abstimmungsfehler, technische Unzulänglichkeiten und zu einfach vertändelte Bälle.

Eintracht dagegen schwächt sich selbst: Mittelfeldmann Gelson Fernandes (32) fliegt mit Gelb-Rot (47.). Wieder ein Platzverweis: Am Donnerstag hatte Evan Ndicka (19) schon nach 20 Minuten Rot für eine Notbremse kassiert.

Nach einer knappen Stunde hätte Ja-Cheol Koo (58.) die Schwäche der SGE ausnutzen müssen, er verpasste aus kurzer Distanz allerdings den dritten Treffer. Insgesamt waren die Gäste in dieser Phase einer Vorentscheidung dennoch deutlich näher als die Frankfurter dem Ausgleich.

Hinteregger weigerte sich, unter Manuel Baum nochmal aufzulaufen. Jetzt ist der Augsburg-Trainer weg. Was bedeutet das für Hinti?

Insgesamt behinderten zahlreiche Fouls und Verletzungspausen den Spielfluss. Offensivaktionen waren vor allem im ersten Durchgang die Seltenheit, Schiedsrichter Bastian Dankert (Rostock) hatte mit den häufig diskutierenden Spielern jede Menge Arbeit.

Die 70 Minuten Unterzahl gegen Benfica sind Frankfurt anzumerken: Luka Jovic (21) – laut spanischer Medien Real Madrids neuer Wunschstürmer – vergibt früh zwei Top-Chancen.

Verteidiger Hinteregger muss im 42. Frankfurter Pflichtspiel mit Muskelverletzung runter. Die Eintracht braucht am Donnerstag ein Euro-Wunder gegen Lissabon – am Besten ohne Platzverweis.

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