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Europa League: Eintracht Frankfurt wohl in Mailand ohne Ante Rebic
Die Tore 13 und 14: Frankfurts Sebastien Haller (am Ball) erhöhte mal wieder sein Trefferkonto, gegen Düsseldorf traf er zweimal – hier zum 2:0.

Die Eintracht gewinnt abgezockt das Bundesliga-Spiel in Düsseldorf und reist gestärkt zum Europa-League-Rückspiel nach Mailand.

Offensivpower: Für ihr Offensiv-Trio Ante Rebic, Luka Jovic und Sébastien Haller wird die Eintracht inzwischen bundesweit gelobt. In Düsseldorf fehlte Rebic verletzt, Haller saß zunächst auf der Bank, und der im Hinspiel fünf Mal erfolgreiche Jovic blieb torlos. Machte aber nichts. Der Portugiese Goncalo Paciencia köpfte bei seinem Startelf-Debüt das 1:0, der in der 72. Minute eingewechselte Haller ließ zwei weitere Treffer (90.+1/90.+3) folgen. In der Breite sind wir inzwischen viel besser aufgestellt, sagte Hübner. Paciencia war derweil überglücklich. Schon in der Vorwoche gegen Hoffenheim hatte er als Joker in der sechsten Minute der Nachspielzeit das Siegtor zum 3:2 erzielt. Auf die Frage, ob der Treffer in Düsseldorf eine Kopie war und er nur diese Tore könne, antwortete der Portugiese: Wenn ich noch viele Tore auf diese Weise mache, soll es mir recht sein. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden die Frankfurter auch im Achtelfinal-Rückspiel gegen Mailand auf Rebic verzichten müssen. Ich habe wenig Hoffnung, es sieht nicht besonders gut aus, sagte Frankfurts Sportdirektor Bruno Hübner diesbezüglich.

Am Donnerstagabend wird der Fußballtrainer Adi Hütter per Dekret von seiner Mannschaft isoliert. Das wäre nicht mal so schlimm, wenn sein Klub Eintracht Frankfurt zu diesem Zeitpunkt nicht das wichtigste Europapokalspiel seit 24 Jahren absolvieren würde. Hütter muss das Achtelfinal-Rückspiel in der Europa League bei Inter Mailand von der Tribüne aus anschauen. Er darf keinerlei Kontakt zu seinem Team haben, weil er im Hinspiel (0:0) nach dem wütenden Tritt gegen eine Wasserflasche von der Bank verbannt worden war. Hütter findet die Sperre fürs Rückspiel übertrieben, ärgert sich auch darüber und hofft nun, dass seine Assistenztrainer Armin Reutershahn und Christian Peintinger “die Sache allein hinbekommen”. Seit Montagabend sind diesbezüglich aber alle recht zuversichtlich. Mit einem 3:0-Sieg bei Fortuna Düsseldorf haben die Frankfurter neuerlich gezeigt: Es ist zurzeit total egal, wer bei der Eintracht spielt – sie machen es alle exzellent.

Ohne den verletzten Ante Rebic, mit Sebastien Haller zunächst nur auf der Bank und trotz eines eher lässig daherspielenden Luka Jovic gewannen die Frankfurter beim zuletzt zweitbesten Team der Bundesliga auch deshalb so deutlich, weil sich der von einer langwierigen Verletzung genesene Portugiese Goncalo Paciencia schon als der vierte überragende Eintracht-Stürmer entpuppt. Hinzu kam, dass Haller nach seiner Einwechslung in der 72. Minute auch noch zwei Tore schoss. Die 1:0-Führung hatte Paciencia kurz nach der Pause per Kopfball erzielt. Es war nach dem 3:2-Siegtor in der Nachspielzeit eine Woche zuvor gegen Hoffenheim sein zweites Tor in zwei aufeinanderfolgenden Spielen. “Mit ihm sind wir jetzt noch schwerer auszurechnen”, sagte Sportdirektor Bruno Hübner grinsend. Über die Haller-Treffer in der Nachspielzeit wunderte sich sowieso niemand mehr. Der Franzose rangiert mit 14 Saisontreffern in der Bundesliga-Torschützenliste auf Rang drei hinter Bayerns Robert Lewandowski (17) und dem Eintracht-Kollegen Jovic (15).

Die Tore ihrer vielen in Topform befindlichen Stürmer haben zur Folge, dass die Frankfurter seit elf Pflichtspielen unbesiegt sind. 22 Treffer haben sie in dieser Zeit erzielt und sich dabei zwei torlose Unentschieden geleistet – das zweite davon im Hinspiel gegen Inter. Am optimistischsten bezüglich des ersten Frankfurter Einzugs in ein Europapokal-Viertelfinale seit 1995 äußerte sich Düsseldorfs Trainer Friedhelm Funkel. Ihn beeindruckt die Effizienz der Eintracht-Stürmer. “Sie schießen immer ihre Tore”, schwelgte Funkel, “deshalb bin ich fest davon überzeugt, dass die Eintracht am Donnerstag weiterkommt.” Dem Trainer Hütter spendeten diese Worte Trost. Schließlich wird er während der Partie bei Inter Mailand keinerlei Einfluss aufs Geschehen nehmen können.

Die Eintracht-Ultras pflegen eine Fanfreundschaft mit den Anhängern von Atalanta Bergamo, die wiederum bei den Inter-Ultras verhasst sind. Die Mailänder Fans können in der Serie A besonders gut mit den Ultras von Lazio Rom, die aber ein Problem mit den Eintracht-Fans haben. Die Antipathie beruht auf Gegenseitigkeit. Beim Europacup-Spiel der Hessen im Dezember in Rom war es zu Ausschreitungen im Stadion gekommen. Die Polizei rechnet damit, dass sowohl Bergamo- als auch Lazio-Fans nach Mailand fahren.

Dem deutschen Pokalsieger Eintracht Frankfurt droht im bedeutenden Europa-League-Achtelfinale bei Inter Mailand ein Ausfall von Torjäger Ante Rebic. Der 25 Jahre alte Kroate hatte sich beim 3:2 gegen 1899 Hoffenheim vor gut einer Woche das Knie verdreht und war anschließend zur Behandlung nach Belgrad gereist. Ich habe wenig Hoffnung, es sieht nicht besonders gut aus, sagte Frankfurts Sportdirektor Bruno Hübner am Montagabend nach dem 3:0-Sieg der Hessen bei Fortuna Düsseldorf. Die Hessen gastieren am Donnerstagabend (21 Uhr/RTL und DAZN) im San Siro.

Als Schikane will man das Verbot auf beiden Seiten nicht missverstanden wissen. Die Partie zwischen Mailand und Frankfurt gilt als Hochrisikospiel. Für die italienischen Behörden ist sie durch “hohe Risikoprofile gekennzeichnet”, wie die Zeitung La Gazetta dello Sport berichtet. Kopfzerbrechen bereiten den Ordnungshütern die Rivalitäten und Allianzen beider Fan-Lager.

Rebic hatte bereits beim Achtelfinal-Hinspiel (0:0) gegen den italienischen Traditionsclub am vergangenen Donnerstag gefehlt. Der Vize-Weltmeister ist neben Sébastien Haller und Luka Jovic Teil des Frankfurter Sturm-Trios, das in dieser Spielzeit schon für so viele Tore gesorgt hat. Im Sechzehntelfinale gegen Schachtjor Donezk hatte Rebic im Rückspiel zum 4:1-Endstand getroffen.