Zoo Frankfurt vermeldet Nachwuchs bei den Fossas
Nach 20 Jahren wieder ein Fossababy im Frankfurter Zoo
Wusel! H├╝pf! Niedlicher gehts nicht… Im Zoo haben die Fossas ein Baby bekommen – und es traut sich auf eine kleine Erkundungstour. ­čĺ×

1. UpdateZum ersten Mal seit fast 20 Jahren gibt es im Zoo Frankfurt mit einem am 7. September geborenen Jungtier wieder eine Fossafamilie.

Kamerascheu ist das Fossa-Baby so gar nicht. „Es ist fast ein bisschen mediengeil“, sagt eine TV-Reporterin und lacht. Der neueste, superniedliche Bewohner des Katzendschungels posiert n├Ąmlich fast schon wie Topmodels auf dem Catwalk, als er am Donnerstag im Frankfurter Zoo offiziell vorgestellt wird.

Erst schreitet das Junge in die eine Ecke unweit der Glasscheibe, die es von den Besuchern trennt. Dann tapst es, nach einem kleinen Stolper-Moment im Laub, zur anderen Seite des Geheges. Soll ja jeder seine Chance auf ein Foto haben. Damit keine Missverst├Ąndnisse aufkommen: Fossas sind keine Katzen. Sie geh├Âren zu den „Katzenartigen“ und sind die gr├Â├čten Raubtiere Madagaskars. Den bislang letzten Fossa-Nachwuchs im Frankfurter Zoo gab’s 1999.

Entschuldigen Sie, dass wir das Raubtierchen mit 556 Gramm K├Ârpergewicht nicht beim Namen nennen. Es hat noch keinen. Z├Ąhne auch nicht. Deshalb kann es mit der toten Taube im Gehege h├Âchstens spielen oder daran nuckeln. Aber eigentlich gibt es nur Milch von Mama. Sein Geburtstag war bereits am 7. September, aber erst am Mittwoch, also zwei Monate sp├Ąter, konnte es nun die Zootier├Ąrztin zum ersten Mal untersuchen und feststellen, dass es sich um einen Jungen handelt. Und dass „er sehr fit ist“, erz├Ąhlt Zoodirektor Miguel Casares. Normalerweise bek├Ąmen Fossas ein bis vier Babys. „Aber schon ein Jungtier ist super, denn die Fossas kommen nur in Madagaskar vor und sind eine hoch bedrohte Tierart, die es wahrscheinlich in ein paar Jahren nicht mehr im nat├╝rlichen Lebensraum geben wird.“ In Madagaskar gebe es wegen der Umwandlung von Regenw├Ąldern in Ackerland nur noch gesch├Ątzte 2600 dieser Tiere. 120 lebten weltweit in Zoos. Drei davon nun eben in Frankfurt.

Mama Sissi (5) ist trotz des Medienrummels so gechillt wie gl├╝cklich. Papa Bohara (9) beobachtet alles ganz genau vom Gehege nebenan – er darf sich seinen Nachwuchs nur durch die Glasscheibe anschauen. „Das w├Ąre viel zu gef├Ąhrlich, wenn wir ihn in die N├Ąhe des Jungtiers lie├čen, und nur unn├Âtiger Stress f├╝r die Mutter“, erz├Ąhlt Revierleiterin Anni Fuchs. Sie war schon 1999 bei der ersten Fossa-Geburt im Zoo t├Ątig. Sie kennt sich also aus. „Bei den Fossas hat immer die Frau das Sagen. Sie bestimmt auch den Paarungsplatz“, erz├Ąhlt Fuchs. Das sei gleichzeitig Sissis Lieblingsschlafplatz. Auf einem sehr breiten Baumast, „Damit sie beim Paarungsakt nicht wegrutscht.“ Der Akt dauert n├Ąmlich sehr lange. „Bis zu mehreren Tagen, in denen das M├Ąnnchen mit seinem Penis festh├Ąngt“, sagt Fuchs.

Seit vier Jahren lebt das P├Ąrchen im Zoo zusammen, erst jetzt hat es mit dem Nachwuchs geklappt. Fuchs hatte den Tagesablauf der beiden etwas ver├Ąndert, sie kamen nur tags├╝ber f├╝r ein paar Stunden zusammen. Denn eigentlich sind Fossas Einzelg├Ąnger. Deshalb leben Sissi und Bohara in getrennten Gehegen. Sissi und ihr Junges bleiben zwei Jahre zusammen. Dann zieht das Jungtier in einen anderen Zoo.

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