Zypern-Fans zeigen Hitlergruß bei Spiel gegen Frankfurt
Limassol droht Nachspiel wegen faschistischen Bekundungen
Eintracht Frankfurt hat auch das vierte Gruppenspiel in der Europa League gewonnen und sich damit souverän für die Zwischenrunde qualifiziert. Auf Zypern reichte den Hessen eine konzentrierte Leistung, um sich gegen ein überfordertes Apollon Limassol mit 3:2 durchzusetzen. Die SGE ist seit nunmehr acht Pflichtspielen ungeschlagen (7/1/0).

SGE-Trainer Adi Hütter wechselte gegenüber dem 3:0 in Stuttgart dreimal Personal: Willems, Stendera und Gacinovic begannen für de Guzman, Kostic und Rebic, die allesamt auf der Bank Platz nahmen.

Limassols Trainer Sofronis Avgousti tauschte indes nach dem 1:2 gegen Anorthosis Famagusta, der ersten Heimniederlage der Saison, fünfmal: Kissas (Tor), Ouedraogo, Sachetti, Schembri und Maglica spielten für Bruno Vale (Tor), Joao Pedro, Papoulis, Pereyra und Zelaya (alle Bank). Damit war klar, dass die etatmäßige Nummer 1, Bruno Vale, der für seinen Lapsus im Hinspiel (0:2) mächtig Häme hatte einstecken müssen, nicht spielen würde.

In Marseille waren Zuschauer aufgrund einer Strafe gegen OM nicht erlaubt, folglich war die Partie auf Zypern das erste Europapokalspiel der Frankfurter, bei dem die Eintracht-Fans ihr Team auch im Stadion “supporten” konnten. Kurios: Bereits die letzte Auswärtsreise auf internationalem Parkett in der Saison 2013/14 führte zum selben Ort: Das GSP-Stadion in Nikosia – damals gab es ein 3:0 gegen Apoel Nikosia.

Wegen faschistischer und rassistischer Ausfälle beim Europa-League-Gruppenspiel gegen Eintracht Frankfurt droht Apollon Limassol ein Nachspiel. Anhänger des zyprischen Vizemeisters hatten während der Partie am Donnerstagabend (2:3) den Hitler-Gruß gezeigt sowie die dunkelhäutigen Profis des DFB-Pokalsiegers mit Affenlauten beleidigt.

Rund 5000 SGE-Anhänger traten die Reise an und bekamen dann ein mäßiges Fußballspiel zu sehen, sorgten aber dennoch durchweg für mächtig Stimmung. Hilfreich dabei war sicherlich die frühe Führung der Eintracht: In der 17. Minute spielte Gacinovic einen feinen Pass von der linken Seite aus zu Willems, der einen noch feineren Pass in die Gasse zu Jovic brachte – und der Serbe bedankte sich, in dem er trocken mit links aus sieben Metern ins kurze Eck verwandelte. Abgesehen von einer weiteren Möglichkeit für Haller, der in letzter Sekunde von Stylianou abgegrätscht wurde (41.), gab es in Hälfte eins keine weiteren Chancen zu sehen.

Schon beim Heimspiel der Eintracht gegen Lazio Rom kam es zu faschistischen Gesten seitens der Gästefans. Ein Anhänger Roms soll ebenfalls den Hitlergruß im Stadion gezeigt haben. Die Frankfurter Polizei hatte die Festnahme damals mit dem Hashtag #notoracism via Twitter bekannt gegeben.

Und auch sonst war der Durchgang recht sparsam mit Highlights. Einzig eine Unsportlichkeit von Apollon-Coach Avgousti, der unnötigerweise Stendera den Ball bei einem Einwurf aus der Hand riss und damit eine kleine Rudelbildung auslöste, sorgte für Aufregung. Stendera sah danach Gelb, Avgousti musste auf die Tribüne (37.). Ansonsten plätscherte die Partie vor sich hin.

Weil Jovic nach herrlichem Fußgelenk-Pass von Willems sein zehntes Pflichtspieltor erzielte (17.), Haller nachlegte (55.) und Gacinovic einen Abwehrpatzer zum zwischenzeitlichen 3:0 nutzte (58.), holten die “Gäste” auch ohne die geschonten Rebic, Kostic und de Guzman insgesamt souverän die Punkte zehn bis zwölf. Gacinovic war an allen drei Toren beteiligt. Die Schönheitsfehler: Zelaya verkürzte noch für Limassol (71./90.+4) und Stendera sah nach einem unglücklichen Zweikampf Gelb-Rot (81.). Die erste Gelbe Karte hatte er nach einem Gerangel mit Apollon-Trainer Sofronis Avgousti gesehen, der deswegen auf die Tribüne musste (37.).

Nach dem Seitenwechsel räumten die Frankfurter dann alle Restzweifel aus dem Weg – und zwar mit einem Doppelschlag binnen weniger Minuten: Beim technisch anspruchsvollen 2:0 von Haller glänzte Gacinovic noch als Vorbereiter (55.), ehe er drei Zeigerumdrehungen später selbst als Vollstrecker in Erscheinung trat. Der Serbe fing Stylianous schlampigen Pass ab und traf auf 17 Metern zum 3:0.

Die Messe war gelesen, ein Aufbäumen der Zyprer war in der Folge nicht zu erkennen. Frankfurt schaltete einen Gang zurück und wurde prompt bestraft: Joao Pedro brachte einen Freistoß von der rechten Außenbahn präzise nach innen zu Zelaya, der per Kopf verkürzte – das 1:3 war eine Koproduktion zweier Einwechselspieler (71.).

20:53 Uhr: Die Eintracht gewinnt 3:2 gegen Apollon Limassol. Die erste Halbzeit hatten die Frankfurter ihren Gegner komplett im Griff. Doch dann lässt bei der Eintracht die Konzentration nach. Es gibt einen Platzverweis für Stendera, das Team spielt schlampig. Es fallen zwei Gegentore. So wird die Partie noch einmal spannend. Am Ende jedoch gewinnt die SGE verdient – und ist, zusammen mit Rom, in der nächsten Runde.  

Weil Markovic an Trapp scheiterte (73.), der ebenfalls eingewechselte Faupala knapp daneben köpfte (80.), schien der verdiente Auswärtssieg der Frankfurter nicht mehr in Gefahr. Doch dann sah Stendera in der 81. Minute die Gelb-Rote Karte und die SGE musste plötzlich in Unterzahl agieren. Apollon witterte Morgenluft und probierte es noch einmal. Mehr als der Anschlusstreffer von Zelaya, der in der 90. Minute noch aus dem Spiel heraus in Trapp seinen Meister gefunden hatte, per Strafstoß (Willems an Joao Pedro) in der vierten Minute der Nachspielzeit war aber für die Hausherren nicht mehr drin und Limassols Europa-League-Aus besiegelt.

Für beide Mannschaften steht nun wieder der Liga-Alltag an: Limasoll will dabei am Sonntag ab 15 Uhr im Derby bei AEL seine Ergebniskrise – Apollon ist seit vier Spielen sieglos – endlich beenden. Und Frankfurt? Die Hessen hätten sicherlich nichts dagegen, wenn in der Bundesliga der Höhenflug auch gegen Schalke anhalten würde – Anpfiff ist am Sonntag um 18 Uhr. In der Europa League gehts am Donnerstag, den 29. November, weiter: Limasoll hat dann ab 21 Uhr Lazio Rom zu Gast, die Eintracht zur selben Zeit Olympique Marseille.

Eintracht Frankfurt hat ja nicht einfach nur die Europa-League-Zwischenrunde erreicht. Das 3:2 bei Apollon Limassol war der vierte Sieg im vierten Spiel in einer Gruppe, die das Beiwort “Todes-” oder “Hammer-” wahrlich verdient hatte. Von “großen Hürden” hatte Sportvorstand Fredi Bobic nach der Auslosung gesprochen – und jetzt hat sie Frankfurt schon Anfang November alle übersprungen, während Vorjahresfinalist Marseille ausgeschieden ist. Nur Stuttgart (2010/11) und Schalke (2016/17) starteten aus der Bundesliga schon einmal mit vier Siegen in diesen Wettbewerb.

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Rund 5000 waren der Eintracht gen Zypern hinterhergereist; unter den 6249 Zuschauern in Nikosia waren die Gäste klar in der Überzahl und feierten, wie sie das gerne schon am ersten Spieltag in Marseille gemacht hätten, aber wegen der UEFA-Sanktionen gegen die Franzosen nicht durften. “Wir sind unterm Brennglas”, hatte Vorstandsmitglied Axel Hellmann sie im Vorfeld gewarnt: Die Eintracht hofft noch auf mehr als die bislang genehmigten 5800 Tickets fürs abschließende Auswärtsspiel bei Lazio Rom, in dem womöglich die Entscheidung um den Gruppensieg fällt.

Frankfurt in der Europa League – “Wir können Europa”

Wegen faschistischer und rassistischer Ausfälle beim Europa-League-Gruppenspiel gegen Eintracht Frankfurt droht Apollon Limassol ein Nachspiel. Anhänger des zyprischen Vizemeisters hatten während der Partie am Donnerstagabend (2:3) den Hitler-Gruß gezeigt sowie die dunkelhäutigen Profis des DFB-Pokalsiegers mit Affenlauten beleidigt. “Ich war über die faschistischen Zeichen und Bekundungen irritiert”, sagte Eintracht-Vorstand Axel Hellmann. Die UEFA-Delegierten hätten die Vorfälle dokumentiert.

Ein halbes Jahr später hat sich die Eintracht bereits Anfang November für die K.o.-Runde qualifiziert. Vier Spiele, vier Siege, durch die Gruppe marschiert. Anders kann man es nicht ausdrücken. Zwölf Punkte hatte keiner auf dem Plan, kein Trainer, kein Fredi Bobic, gab Eintracht-Präsident Peter Fischer nach dem 3:2 bei Limassol zu. Für diesen großen Erfolg ist nicht nur ein Grund verantwortlich, aber entscheidenden Anteil hat sicherlich die Leidenschaft, mit der das Team, aber auch der gesamte Verein für den sonst oft verschmähten Wettbewerb brennt.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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Als der portugiesische Schiedsrichter Tiago Martins die Europacup-Partie in Nikosia dann beendet hatte, war die vorzeitige Qualifikation für das Sechzehntelfinale am 14. Februar nächsten Jahres geschafft. Eintracht Frankfurt überwintert nach einem 3:2-Sieg auf Zypern gegen Apollon Limassol in Europa. Die Eintracht führt die Gruppe H ungeschlagen mit zwölf Punkten vor Lazio Rom an. „Der Traum beginnt jetzt“, sagte Stürmer Sebastien Haller, Torhüter Kevin Trapp ergänzte: „Es hätte niemand gedacht, dass wir den Einzug in die K.o.-Spiele vorzeitig schaffen. Wir sind auf einem richtigen Weg und dürfen jetzt nicht nachlassen.“