Frankfurt zieht nach viertem Sieg in die K.-o.-Phase ein
Europa League: Frankfurt dank 3:2 in Limassol in der K.o.-Runde
Eintracht Frankfurt hat auch das vierte Gruppenspiel in der Europa League gewonnen und sich damit souverän für die Zwischenrunde qualifiziert. Auf Zypern reichte den Hessen eine konzentrierte Leistung, um sich gegen ein überfordertes Apollon Limassol mit 3:2 durchzusetzen. Die SGE ist seit nunmehr acht Pflichtspielen ungeschlagen (7/1/0).

SGE-Trainer Adi Hütter wechselte gegenüber dem 3:0 in Stuttgart dreimal Personal: Willems, Stendera und Gacinovic begannen für de Guzman, Kostic und Rebic, die allesamt auf der Bank Platz nahmen.

Limassol: Kissas – Stylianou, Ouedraogo, Roberge, Vasiliou (61. Pedro) – Kyriakou, Sachetti – Adrian Sardinero, Markovic, Schembri (68. Faupala) – Maglica (46. Zelaya)                            Frankfurt: Trapp – Abraham, Hasebe, NDicka – da Costa, Willems – Fernandes (77. de Guzmán), Stendera – Gacinovic – Haller (66. Rebic), Jovic (85. Müller)Tore: 0:1 Jovic (17.), 0:2 Haller (55.), 0:3 Gacinovic (58.), 1:3 Zelaya (71.), 2:3 Zelaya (90.+4/FE)Gelbe Karten: – / NDicka, Willems, Rebic  Gelb-Rot: Stendera (81.)       Schiedsrichter: Martins (Portugal) Zuschauer: 8.000    

Limassols Trainer Sofronis Avgousti tauschte indes nach dem 1:2 gegen Anorthosis Famagusta, der ersten Heimniederlage der Saison, fünfmal: Kissas (Tor), Ouedraogo, Sachetti, Schembri und Maglica spielten für Bruno Vale (Tor), Joao Pedro, Papoulis, Pereyra und Zelaya (alle Bank). Damit war klar, dass die etatmäßige Nummer 1, Bruno Vale, der für seinen Lapsus im Hinspiel (0:2) mächtig Häme hatte einstecken müssen, nicht spielen würde.

In Marseille waren Zuschauer aufgrund einer Strafe gegen OM nicht erlaubt, folglich war die Partie auf Zypern das erste Europapokalspiel der Frankfurter, bei dem die Eintracht-Fans ihr Team auch im Stadion “supporten” konnten. Kurios: Bereits die letzte Auswärtsreise auf internationalem Parkett in der Saison 2013/14 führte zum selben Ort: Das GSP-Stadion in Nikosia – damals gab es ein 3:0 gegen Apoel Nikosia.

Dabei spielte sich insbesondere ein Profi in den Vordergrund: Gacinovic. Der 23-Jährige legte erst das 2:0 durch Haller auf und traf kurz darauf selbst, indem er sich die Halbherzigkeit der Hintermannschaft von Limassol zu Nutze machte und einen Flachschuss von der Strafraumkante im gegnerischen Gehäuse unterbrachte. Spätestens in diesem Moment war klar: Der Eintracht-Adler kreist mindestens auch im kommenden Frühjahr durch die Europa League. Spannend wurde es trotzdem noch einmal.

Rund 5000 SGE-Anhänger traten die Reise an und bekamen dann ein mäßiges Fußballspiel zu sehen, sorgten aber dennoch durchweg für mächtig Stimmung. Hilfreich dabei war sicherlich die frühe Führung der Eintracht: In der 17. Minute spielte Gacinovic einen feinen Pass von der linken Seite aus zu Willems, der einen noch feineren Pass in die Gasse zu Jovic brachte – und der Serbe bedankte sich, in dem er trocken mit links aus sieben Metern ins kurze Eck verwandelte. Abgesehen von einer weiteren Möglichkeit für Haller, der in letzter Sekunde von Stylianou abgegrätscht wurde (41.), gab es in Hälfte eins keine weiteren Chancen zu sehen.

Luka Jovic (17.) erzielte die Führung für die Mannschaft von Trainer Adi Hütter, die in der vermeintlichen “Hammergruppe” mit Lazio Rom und Olympique Marseille ein dickes Ausrufezeichen gesetzt hat. Sebastien Haller (55.) und Mijat Gacinovic (58.) legten nach. Emilio Zelaya (71., 90.+4/FE) brachte die Gastgeber in einer hektischen Schlussphase nochmals heran, in der Eintrachts Mittelfeldspieler Marc Stendera mit Gelb-Rot vom Platz (81.) flog.

Und auch sonst war der Durchgang recht sparsam mit Highlights. Einzig eine Unsportlichkeit von Apollon-Coach Avgousti, der unnötigerweise Stendera den Ball bei einem Einwurf aus der Hand riss und damit eine kleine Rudelbildung auslöste, sorgte für Aufregung. Stendera sah danach Gelb, Avgousti musste auf die Tribüne (37.). Ansonsten plätscherte die Partie vor sich hin.

Nach dem Seitenwechsel räumten die Frankfurter dann alle Restzweifel aus dem Weg – und zwar mit einem Doppelschlag binnen weniger Minuten: Beim technisch anspruchsvollen 2:0 von Haller glänzte Gacinovic noch als Vorbereiter (55.), ehe er drei Zeigerumdrehungen später selbst als Vollstrecker in Erscheinung trat. Der Serbe fing Stylianous schlampigen Pass ab und traf auf 17 Metern zum 3:0.

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Die Messe war gelesen, ein Aufbäumen der Zyprer war in der Folge nicht zu erkennen. Frankfurt schaltete einen Gang zurück und wurde prompt bestraft: Joao Pedro brachte einen Freistoß von der rechten Außenbahn präzise nach innen zu Zelaya, der per Kopf verkürzte – das 1:3 war eine Koproduktion zweier Einwechselspieler (71.).

Weil Jovic nach herrlichem Fußgelenk-Pass von Willems sein zehntes Pflichtspieltor erzielte (17.), Haller nachlegte (55.) und Gacinovic einen Abwehrpatzer zum zwischenzeitlichen 3:0 nutzte (58.), holten die “Gäste” auch ohne die geschonten Rebic, Kostic und de Guzman insgesamt souverän die Punkte zehn bis zwölf. Gacinovic war an allen drei Toren beteiligt. Die Schönheitsfehler: Zelaya verkürzte noch für Limassol (71./90.+4) und Stendera sah nach einem unglücklichen Zweikampf Gelb-Rot (81.). Die erste Gelbe Karte hatte er nach einem Gerangel mit Apollon-Trainer Sofronis Avgousti gesehen, der deswegen auf die Tribüne musste (37.).

Weil Markovic an Trapp scheiterte (73.), der ebenfalls eingewechselte Faupala knapp daneben köpfte (80.), schien der verdiente Auswärtssieg der Frankfurter nicht mehr in Gefahr. Doch dann sah Stendera in der 81. Minute die Gelb-Rote Karte und die SGE musste plötzlich in Unterzahl agieren. Apollon witterte Morgenluft und probierte es noch einmal. Mehr als der Anschlusstreffer von Zelaya, der in der 90. Minute noch aus dem Spiel heraus in Trapp seinen Meister gefunden hatte, per Strafstoß (Willems an Joao Pedro) in der vierten Minute der Nachspielzeit war aber für die Hausherren nicht mehr drin und Limassols Europa-League-Aus besiegelt.

Dramatisches spielte sich in der Gruppe J ab: Der türkische Pokalsieger Akhisar Belediyespor glich nach dem 0:6 im Hinspiel ein frühes 0:2 (Nolito, 12./Muriel, 38.) gegen den FC Sevilla tatsächlich aus (Manu, 52./Ayik, 78.), obwohl Güray einen Elfmeter an den Pfosten setzte (57.). Aber Sevilla, nach Gelb-Rot für Sergi Gomez in Unterzahl (56.) nahm durch einen berechtigten Banega-Elfmeter (87.) doch noch alle Punkte mit. Belediyespor, in der Liga auf einem Abstiegsplatz, bleibt in Europa ohne Punkt – und ist draußen. Sevilla hat wie der FK Krasnodar (2:1 gegen Lüttich) beste Aussichten.

Eintracht Frankfurt vor dem Weiterkommen in der Europa League: Dicke Bretter bohren

Für beide Mannschaften steht nun wieder der Liga-Alltag an: Limasoll will dabei am Sonntag ab 15 Uhr im Derby bei AEL seine Ergebniskrise – Apollon ist seit vier Spielen sieglos – endlich beenden. Und Frankfurt? Die Hessen hätten sicherlich nichts dagegen, wenn in der Bundesliga der Höhenflug auch gegen Schalke anhalten würde – Anpfiff ist am Sonntag um 18 Uhr. In der Europa League gehts am Donnerstag, den 29. November, weiter: Limasoll hat dann ab 21 Uhr Lazio Rom zu Gast, die Eintracht zur selben Zeit Olympique Marseille.

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Adi Hütter (Eintracht-Trainer): “Kompliment an meine Mannschaft, dass wir den ersten Matchball nutzen konnten. Das war sehr wichtig und für viele überraschend, dass wir nach vier Spieltagen in dieser schwierigen Gruppe mit zwölf Punkten dastehen und ins Sechzehntelfinale einziehen. Die Fans haben vom Gefühl her darauf gewartet, dass ich in die Kurve gehe. Gerade heute hat es gepasst, weil wir etwas erreicht haben, für das die Fans weite Reisen auf sich nehmen. Das war auf der einen Seite mein Dank, weil ich das Gefühl habe, dass ich immer mehr und mehr in Frankfurt ankomme. Und dass mich auch die Fans schätzen – das war ein unglaublich toller Moment.”

Die große Chance auf die nächste Runde

Luka Jovic (20) macht beim 3:2-Sieg der Eintracht in Limassol sein drittes Tor in dieser Europa-League-Saison. Damit ist er der gefährlichste Frankfurter im Wettbewerb! Durch den vierten Sieg in Folge in der Gruppenphase kann der Bundesligist nicht mehr von einem der ersten zwei Plätze verdrängt werden.

Trotz Roter Karte und Elfmeter:Eintracht überwintert in der Europa League

17. Minute: Willems spielt einen Klasse-Pass durch die Abwehr in den Lauf von Jovic. Der Stürmer fackelt nicht lange und trifft aus sieben Metern halblinker Position ins kurze Eck. 1:0!

Danny da Costa (Eintracht-Profi): “Klar wollten wir so viele Spiele wie möglich gewinnen. Fredi Bobic hatte gesagt, er wolle durch die Gruppenphase marschieren. Ich weiß nicht, ob er das so eindrucksvoll erwartet hat. Das ist schon Wahnsinn, mit welcher Souveränität wir durch die Spiele gegangen sind. Das war schon richtig stark, ein Riesenkompliment an das Team. Das haben uns nicht wirklich viele zugetraut. Die Fans waren der Wahnsinn, jedes Spiel war bisher ein Fest. Wir haben jetzt eine sehr gute Ausgangsposition, um die Gruppe als Erster zu beenden.”

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Europa League: Frankfurt stürmt in die K.o.-Runde

Die Eintracht ist das klar überlegene Team – und wirft in der zweiten Halbzeit erst richtig die Tor-Maschine an. Kurz nach der Pause gibts den Doppelschlag!

Rund 5000 waren der Eintracht gen Zypern hinterhergereist; unter den 6249 Zuschauern in Nikosia waren die Gäste klar in der Überzahl und feierten, wie sie das gerne schon am ersten Spieltag in Marseille gemacht hätten, aber wegen der UEFA-Sanktionen gegen die Franzosen nicht durften. “Wir sind unterm Brennglas”, hatte Vorstandsmitglied Axel Hellmann sie im Vorfeld gewarnt: Die Eintracht hofft noch auf mehr als die bislang genehmigten 5800 Tickets fürs abschließende Auswärtsspiel bei Lazio Rom, in dem womöglich die Entscheidung um den Gruppensieg fällt.

55. Minute: Willems schickt Gacinovic über die linke Seite. Dessen maßgenaue Flanke grätscht Haller in der Mitte fein über die Linie. 2:0, erstes Europa-League-Tor für den Franzosen.

Auch für Trapps Trainer zählte nur, dass der erste Matchball gleich saß. “Kompliment an die Mannschaft”, sagte Hütter, genoss jedoch diesmal ausnahmsweise selbst einen “tollen Moment” mit den Anhängern: “Die Fans haben darauf gewartet, dass ich mal in die Kurve gehe. Heute hat das gepasst.” Er habe sich das für den Tag des Weiterkommens vorgenommen. “Ich merke, dass ich mehr und mehr in Frankfurt ankomme und mich die Fans schätzen.”

“Matchball” in Limassol: Eintracht will Siegeszug durch Europa vorläufig krönen

88. Minute: Ein katastrophaler Fehlpass der Zyprioten landet bei Gacinovic. Der zieht aus 16 Metern ab – unhaltbar ins kurze Eck! 3:0!

Adi Hütter (Trainer Eintracht Frankfurt): Wir wollten diesen Matchball heute unbedingt nutzen. Das ist uns gelungen. Wir haben in dieser schweren Gruppe nach vier Spieltagen zwölf Punkte und sind in die nächste Runde eingezogen. Das ist klasse. Natürlich bin ich mit den letzten 25 Minuten nicht so zufrieden. Apollon hat aber auch bis zum Schluss alles gegeben und tollen Charakter gezeigt. Kompliment dafür. Entscheidend für uns ist, dass wir gewonnen haben. Wir haben etwas erreicht, wofür unsere Fans sehr weite Reisen auf sich nehmen. Ich habe das Gefühl, mehr und mehr in Frankfurt anzukommen und von den Fans geschätzt zu werden. Deshalb bin ich heute auch in die Kurve gegangen, um mich zu bedanken. Das war ein unglaublicher Moment.

Am Ende verwaltet Frankfurt vor 5000 (!) mitgereisten Fans und DFB-Boss Reinhard Grindel (57) etwas zu sehr. Deshalb gelingen Zelaya noch zwei Treffer (71., 90.+4/Foulelfmeter). Unnötig auch: Stendera fliegt mit Gelb-Rot (81.). Er legt sich zuerst mit Gäste-Trainer Sofronis Avgousti an, leistet sich dann noch ein überflüssiges Foul.

Trotzdem marschiert die Eintracht mit dem nächsten größtenteils souveränen Euro-Auftritt schon zwei Spiele vorm Ende der Gruppenphase in die K.o.-Runde – und das in der schweren Gruppe mit Lazio Rom und Olympique Marseille (spielten parallel 2:1)! Ganz stark: Die Eintracht ist jetzt seit acht Pflichtspielen ungeschlagen, schoss dabei phantastische 26 Tore!

Was viele nicht für möglich gehalten haben, ist eingetreten: Eintracht Frankfurt hat sich in einer Todesgruppe mit Lazio und Olympique Marseille durchgesetzt und steht im Sechzehntelfinale der Europa League. Trainer Adi Hütter sprach im Anschluss von einem “Unglaublichen Moment”. Ralf Rangnick und RB Leipzig müssen hingegen um das Weiterkommen zittern. Der RB-Trainer fand nach der 1:2-Pleite bei Celtic Glasgow deutliche Worte für das Abwehrverhalten seiner Mannschaft.

Frankfurt dank starker Offensive vorzeitig in der K.o.-Runde

Torwart Kevin Trapp (28): Wir haben uns für die Zwischenrunde qualifiziert in einer Gruppe, wo viele gedacht haben, dass wir es nicht schaffen. Da muss man einfach sagen: Hut ab! Wir sind auf dem richtigen Weg.

Natürlich wollen Hüter und die Frankfurter Entourage die Hausherren nicht unterschätzen. Dass Apollon zuletzt in der Liga nur einen Punkt aus zwei Spielen geholt hat und am kommenden Sonntag vor dem Stadtderby gegen Tabellenführer AEL Limassol steht, spiele für den österreichischen Coach keine Rolle. „Das wird keine leichte Aufgabe für uns.“ Im Vorbeigehen werde man nicht zu dem gewünschten Erfolg kommen. „Apollon wird zu Hause ein anderes Gesicht zeigen als in Frankfurt.“ Dort profitierte die Eintracht auch von einem kapitalen Fehler des zypriotischen Schlussmannes vor dem 1:0. Limassol besitze gerade in spielerischer Hinsicht „viel Qualität“, sagte Hütter. Gelson Fernandes pflichtete bei: „Wenn man ihnen Zeit lässt, können sie gut Fußball spielen.“ 

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