Auf den Spuren des Fußballgottes
Pleite in Frankfurt: Hannover 96 in der Krise – “Nicht gut genug für Bundesliga”
Frankfurts Ante Rebic (25) steht nach seiner Fußverletzung bei der WM im Sommer erstmals in der Startelf, macht beim 4:1 gegen 96 ein ganz starkes Spiel. Mit seiner robusten und intensiven Spielweise erzielt er das 2:0 selbst, bereitet das 3:0 vor.

Die 96-Defensive gegen den wuchtigen Rebic komplett überfordert. Felipe (erstmals seit März in der Startelf), Kapitän Anton und Sorg verlieren fast jeden wichtigen Zweikampf gegen den Stürmer.

Der Franzose ist jetzt an acht der zehn Frankfurter Saison-Treffer beteiligt (3 Tore, 5 Assists) und so gemeinsam mit Marco Reus (BVB) der Top-Scorer der Bundesliga.

Dass sich Sébastien Haller auch diesmal nicht in die Torschützenliste eintragen konnte, ist nicht nur angesichts von vier anderen treffsicheren Frankfurtern zu verkraften. Der französische Angreifer war am Sonntag trotzdem Dreh- und Angelpunkt, er bereitete zwei Tore vor, war an der Entstehung eines weiteren direkt beteiligt und kann nach sechs Punktspielen bereits sieben Scorerpunkte verbuchen. Beim 1:0 gewann Haller das entscheidende Kopfballduell gegen Hannovers Kapitän Waldemar Anton, beim 2:0 setzte er sich im Angriff gegen gleich zwei 96er durch und kurz vor dem 3:0 ließ er sich auch von Felipe die Lufthoheit nicht nehmen. “Haller ist ein guter Fixpunkt”, fasste es NDicka zusammen. Oder um es anders auszudrücken: Ein Stürmer sollte offensichtlich nicht nur an seinen eigenen Toren gemessen werden.

Die beiden Stürmer sind nur einmal zu bremsen: In der Nachspielzeit der ersten Hälfte gehen versehentlich die Rasensprenger an – danach ist Pause.

Zwei Jahre lang hat Eintracht es geschafft, nie in die Nähe des Abstiegskampfs zu geraten. Gegen Hannover muss ein Heimsieg her!

Daher ist es nicht ausgeschlossen, dass der Österreicher auch in den kommenden Tagen nach den richtigen Worten suchen wird. Am Donnerstag (21 Uhr) kehrt mit der Gruppenphasen-Partie gegen Lazio Rom nach rund viereinhalb Jahren die Europa League in die Frankfurter Arena zurück. Vor dem Auftakt bei Olympique Marseille hatten die Hessen mit 1:3 in Dortmund verloren, das 2:1 an der französischen Mittelmeerküste gilt in diesem Frühherbst für viele als Spiel mit Wendepunkt-Charakter. Anschließend präsentierte sich die Eintracht auch gegen Leipzig über weite Strecken mehr als ordentlich. Und diesmal? Dürfte es mit einem 4:1 gegen Hannover im Rücken noch entspannter in die nächste Englische Woche gehen.

Als einziges Team der Liga ist der Deutsche Meister von 1938 und 1954 noch ohne Saisonsieg. 96 bleibt Tabellenletzter – nach der Leistung vom Sonntag nicht unverdient.

Karlsruhe-Neuzugang Florent Muslija (20) macht nach seiner Einwechslung in seinem ersten Bundesliga-Spiel das 1:3 (86.).

Für Eintracht Frankfurt ist das 4:1(2:0) über Hannover 96 der erste Heimsieg der Saison 2018/19. Evan NDicka (36. Spielminute), Ante Rebic (45.+1), Jonathan de Guzmán (59.) und Luka Jovic (89.) schießen den Sieg heraus, für die Niedersachsen trifft zwischenzeitlich nur Florent Muslija (86.).

Doppelt bitter: Stürmer Niclas Füllkrug (25) bleibt zur Pause in der Kabine, war vorher mit dem rechten Fuß umgeknickt. Eine genaue Diagnose steht noch aus.

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36. Minute: Hannover kriegt den Ball nicht weg, Haller setzt sich gegen Anton durch und legt in die Mitte wo Bebou Ndicka aus den Augen verliert – der junge Abwehrmann trifft mit links ins Tor.

45. + 1 Minute: Hannover verteidigt wie eine Schülermannschaft. Anton und Felipe desolat gegen Haller, Sorg wird von Rebic wie ein Jugendspieler abgeräumt. Der Vize-Weltmeister ist frei durch und macht das 2:0.

Der Heimsieg der Eintracht gegen Hannover ist am Montagabend ab 23.15 Uhr auch Thema im heimspiel! des hr-fernsehens.

59. Minute: Rebic führt Hannover vor. Setzt sich gegen Sorg und Anton durch, legt dann quer auf de Guzman – 3:0.

Breitenreiter wechselte in Bobby Wood und Hendrik Weydandt zur zweiten Hälfte zwei frische Offensivkräfte ein. Mit ihnen kam zunächst auch ein wenig mehr Schwung in Hannovers Spiel. An Durchschlagskraft in vorderster Front gewann 96 aber nicht. Und hinten ließen sich die Niedersachsen weiter viel zu leicht übertölpeln. Dem dritten Gegentreffer ging erneut ein verlorenes Kopfballduell voraus. Der Ball landete bei Rebic, der Anton aussteigen ließ und zum am langen Pfosten stehenden Jonathan de Guzman passte. Der 31-Jährige schob die Kugel ins verwaiste Gehäuse (59.). Damit war die Entscheidung zu Ungunsten der über weite Strecken der Begegnung erschreckend schwachen Hannoveraner gefallen. Einziger kleiner Lichtblick an diesem für sie trostlosen Nachmittag war der Ehrentreffer durch “Joker” Florent Muslija, der eine Wood-Hereingabe verwertete (86.). Die Freude darüber währte jedoch nur kurz: Drei Minuten später sorgte Luka Jovic mit einem Lupfer über Keeper Michael Esser für den Endstand.

Hannover-96-Trainer Andre Breitenreiter ist alles andere als zufrieden mit dem Auftreten seines Teams gegen Eintracht Frankfurt. Die Roten befinden sich auf Tabellenplatz 18.

Hannover agierte in den ersten 45 Minuten unter dem Motto “Safety first”. Mit einer Fünfer-Abwehrkette wurde versucht, die Räume für Frankfurts flinke Offensivmänner eng zu machen. Dies gelang zumeist auch ganz ordentlich. Die Hausherren waren zwar überlegen, taten sich jedoch schwer, aus dem Spiel heraus Chancen zu kreieren. Zwei schwache Zwikämpfe brachten 96 dann aber auf die Verliererstraße. Zunächst verlor Anton ein Kopfball-Duell mit Sébastien Haller, dessen Vorlage Obite NDicka aus wenigen Metern zum 1:0 verwertete (36.). Kurz vor der Halbzeit drehte sich Vize-Weltmeister Ante Rebic dann in Oliver Sorg, der zu Boden ging. Der Frankfurter hatte freie Bahn und ließ sich diese Gelegenheit nicht nehmen (45.+1). Die Gäste protestierten gegen den Treffer. Sie hatten ein Foul des Kroaten an Sorg gesehen. Doch bei Referee Robert Hartmann fanden sie kein Gehör mit ihrem Anliegen.

Andre Breitenreiter: alles andere als zufrieden mit dem Auftreten seines Teams gegen Eintracht Frankfurt. (Quelle: Omnisport)

Platz 18, erst zwei Punkte: Die Krise bei Hannover 96 verschärft sich nach der Niederlage gegen Eintracht Frankfurt. Trainer Breitenreiter findet deutliche Worte.

Nach der vierten Bundesliga-Niederlage in Serie fällte André Breitenreiter ein vernichtendes Urteil. “Es gibt nichts schön zu reden: Das war nicht gut genug für die Bundesliga”, sagte der Trainer von Hannover 96 über den desolaten Auftritt des Tabellenletzten beim 1:4 (0:2) gegen Eintracht Frankfurt.

Hannover 96 kam in der Fußball-Bundesliga bei Eintracht Frankfurt böse mit 1:4 unter die Räder. Für Kapitän Waldemar Anton war die Niederlage auch in dieser Höhe verdient. Audio (00:46 min)

Mit nur zwei Punkten befinden sich die Niedersachsen schon frühzeitig in dieser Saison im Abstiegskampf, den sie in ihrer momentanen Verfassung kaum bestehen können. “Wir haben eine Phase, in der wir zu viele individuelle Fehler machen und zu leichte Gegentore bekommen. Wenn wir das nicht abstellen, wird es schwer”, stellte Breitenreiter fest.

Hannover 96 hat 1:4 in Frankfurt verloren und ist Tabellenletzter. 96-Coach Andre Breitenreiter war vor allem wegen der hoher Fehlerquote seiner Mannschaft bedient.

Gegen die Eintracht ließ Hannover vor 46.300 Zuschauern alle Tugenden vermissen und ging nach den Treffern von Evan Obite Ndicka in der 36. Minute, Ante Rebic (45.+1), Jonathan de Guzmán (59.) und Luka Jovic (89.) unter. Das Tor von Florent Muslija (86.) war nur Ergebniskosmetik. “Das ist eine beschissene Situation. Wir brauchen jetzt einen Befreiungsschlag”, sagte Mittelfeldspieler Pirmin Schwegler.

Den landete der DFB-Pokalsieger aus Frankfurt mit dem ersten Saison-Heimsieg. Nach der gelungenen Generalprobe für das Europa-League-Spiel gegen Lazio Rom am kommenden Donnerstag schoben sich die Hessen mit sieben Punkten ins Mittelfeld der Tabelle vor. “Ich freue mich unheimlich”, sagte Eintracht-Trainer Adi Hütter. “Es hat mir sehr gut gefallen, wie die Mannschaft für diesen Sieg gekämpft hat.”

Überragender Mann war Kroatiens Vize-Weltmeister Rebic. Bei seinem Startelfdebüt war der 25-Jährige an fast jeder gefährlichen Offensivaktion der Hausherren beteiligt und von Hannovers Abwehr nie in den Griff zu bekommen. “Ante ist ein unglaublich toller Spieler. Er hat uns sehr gut getan”, lobte Hütter den Auftritt des bulligen Angreifers.

Rebic sorgte für gefährliche Aktionen, die bei Hannover 96 komplett fehlten – zum Ärger von Trainer Breitenreiter. Er sagte: “Jeder weiß, dass er ein Top-Stürmer ist. Aber wir haben es ihm auch zu einfach gemacht.” Zudem ergänzte er mit Blick auf die aggressiven Frankfurter: “Diese Körpersprache hätte ich mir von meinen Spielern auch gewünscht.

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