Giftwarnung nach Leistungskrise
Martin Kind zur aktuellen Situation bei Hannover 96: “Volles Vertrauen in die Sportliche Leitung”
Die Lage bei Hannover 96 hat sich nach dem 1:4 in Frankfurt zugespitzt. Der Tabellenletzte muss schleunigst die Trendwende einleiten, um nicht frühzeitig den Anschluss zu verlieren (zur Tabelle).

Formschwach: Nach vier Niederlagen in Serie hat Hannover weiter nur zwei Zähler auf dem Konto. Zudem zeigt die Leistungskurve deutlich nach unten. Wird das magere Punktekonto gegen den VfB Stuttgart nicht aufgefüllt, könnten die Nerven bald blank liegen. In den drei deutschen Profi-Ligen gibt es aktuell kein formschwächeres Team als die Roten.

Vergleicht man die Bilanzen der Teams aus den Top-Ligen Europas, gibt es aktuell nur vier Klubs, die an den vergangenen fünf Spieltagen noch schwächer abschnitten.

Der Mahner: Trotz des desolaten Auftritts beim DFB-Pokalsieger und der prekären Situation stellte Hannovers Sportdirektor Horst Heldt (Foto) die Mannschaft nicht an den Pranger. „In erster Linie müssen wir die Ruhe bewahren. Keine Panik! Die brauchen wir nicht, sie wäre fehl am Platz.“ Heldt gab stattdessen die Devise aus: „Wir müssen auf den Zusammenhalt achten. Wenn nun einer ausschert, ist es das pure Gift.“

Die Analyse: Kein Biss, keine Kreativität und zu viele individuelle Fehler – die Leistung der Mannschaft von Trainer André Breitenreiter war in Frankfurt nicht bundesligatauglich. Gegenseitige Schuldzuweisungen seien dennoch unangebracht, betonte Heldt. „Wir müssen die Erkenntnisse jedes einzelnen anhören“, sagte er.

Fakt ist: Die gesamte Truppe muss mehr investieren, soll die Negativserie beendet werden. „Jeder ist gefordert, im Umfeld und im Verein. Jeder Einzelne muss gucken, was er anders, was er besser machen kann“, betonte Heldt. Der Sportdirektor fürchtet, dass sich zu den technischen und taktischen Schwächen nun auch noch mentale Probleme gesellen. „Mit der Situation, die sich jetzt entwickelt, ist es klar, dass der Kopf eine Rolle spielt. Das ist an der Verunsicherung der Spieler zu sehen.“ Heldts Forderung: „Wir müssen dagegen angehen.“

Martin Kind hat sich zum schlechten Saisonstart von Hannover 96 geäußert. Er sei von der Arbeit von Trainer André Breitenreiter und Manager Horst Heldt überzeugt – daran habe sich "auch nach dem für uns alle unbefriedigenden Saisonstart nichts geändert".

Nach dem 1:4 von Hannover 96 bei Eintracht Frankfurt und dem Abrutschen auf den letzten Tabellenplatz hat sich Clubchef Martin Kind zur aktuellen Situation geäußert – und der sportlichen Leitung den Rücken gestärkt. Wir haben die Verträge mit Trainer André Breitenreiter und Manager Horst Heldt vorzeitig verlängert, weil wir von ihrer Arbeit überzeugt sind”, sagte er.

Und weiter: “Daran hat sich auch nach dem für uns alle unbefriedigenden Saisonstart nichts geändert. Ich habe volles Vertrauen in die Sportliche Leitung, sie hat bisher alle ihre Ziele bei Hannover 96 erreicht.”

Mit Blick auf das Heimspiel am kommenden Wochenende gegen den derzeit auf dem Relegationsplatz stehenden VfB Stuttgart erklärte Kind: “André Breitenreiter und Horst Heldt werden jetzt in Ruhe sachlich und kritisch analysieren und die richtigen Maßnahmen ergreifen. Dann bin ich sicher, dass beide gemeinsam und mit der Mannschaft, die in der Vorbereitung und in den ersten Pflichtspielen starke Leistungen gezeigt hat, schnell den Turnaround schaffen.