FRANKFURT – Die Frankfurter Eintracht hat im „Kampf um Europa“ zwei heiße Eisen im Feuer: die Liga und den DFB-Pokal. Wie stehen die Chancen der Hessen? Eine Analyse:

Champions-League: Vier deutsche Mannschaften qualifizieren sich direkt, auch der Vierte muss keine Qualifikationsspiele bestreiten. Die Eintracht liegt aktuell nach 22 Spieltagen mit 36 Punkten auf Platz vier. In der vergangenen Saison wurde Hoffenheim mit 62 Punkten Vierter, vor zwei Jahren reichten für Gladbach 55 Punkte.

Zwölf Spieltage sind noch auszutragen, die Eintracht hat wie alle anderen Clubs noch sechs Heim- und sechs Auswärtsspiele zu absolvieren. Zunächst ein Blick auf die Heimspiele gegen Leipzig, Hannover, Mainz, Hoffenheim, Berlin und Hamburg. Achtzehn Punkte sind möglich, mit Leipzig kommt ein Gegner aus der Kategorie "Spitze", mit Hoffenheim und Hannover kommen zwei aus der Kategorie "Mittelfeld" und mit Mainz, Berlin und Hamburg drei aus dem direkten "Abstiegskampf". Vier Heimsiege, also zwölf Punkte, sind da sicher möglich, auch wenn Trainer Niko Kovac mahnt, "dass wir vor jedem Gegner großen Respekt haben müssen." Er sagt aber auch: "Dieses Team hat noch viel Potential nach oben."

Zwei Wege nach Europa

Europa-League: Die zwei deutschen Teams auf den Rängen fünf und sechs qualifizieren sich sicher, der Siebte (siehe Pokal) sehr wahrscheinlich. 2016 reichten 50 Punkte für die Europa-League-Teilnahme, 2017 dem SC Freiburg sogar 48.

Bei realistischer Einschätzung sind also fünfzehn, sechzehn Punkte drin. Das wären 51 oder 52 am Ende. Und damit ganz sicher ein Platz unter den ersten Sechs oder Sieben, also die Qualifikation für internationale Spiele. Wie weit der "Flow", den Manager Bruno Hübner ausgemacht hat, tatsächlich trägt, kommt auf die Gesamtkonstellation in der Liga an. Die ausgeglichene Spitzengruppe ist für alle Mannschaften Chance und Risiko zugleich. Von Woche zu Woche ändern sich die Platzierungen. Das könnte bis zum Schluss so bleiben. Die mangelnde Konstanz der prominenteren Konkurrenz bietet der Eintracht die Gelegenheit, sich bei günstigem Verlauf auch ganz oben, also unter den ersten Vier, zu qualifizieren.

DFB-Pokal: Der Pokalsieger qualifiziert sich direkt für die Europa-League. Gewinnt ein Club, der sowieso für die Champions-League oder Europa-League qualifiziert ist, was bei Bayern, Leverkusen und Schalke sehr wahrscheinlich ist, wird nicht der Endspielverlierer, sondern der Siebte nominiert. Darauf läuft es bei der Halbfinal-Zusammensetzung hinaus.

Sogar der Einzug in die Champions League sei für die Eintracht möglich, heißt es. Ist das aber wirklich so? Fakt ist: Die Frankfurter haben im "Kampf um Europa" zwei heiße Eisen im Feuer. Zum einen in der Liga, wo der Vorsprung auf die nicht für internationale Spiele qualifizierenden Plätze fünf Punkte beträgt. Zum anderen im Pokal, wo das schwere Auswärtsspiel beim FC Schalke 04 noch vor dem Finale steht. Wie also stehen die Chancen der Eintracht, nach 2006/07 unter Trainer Friedhelm Funkel und 2012/13 unter Trainer Armin Veh, wieder einmal europäisch zu spielen? Eine Analyse :

So weit also die technischen Voraussetzungen. Stellt sich die Frage, ob die Eintracht 62, 55, 50 oder 48 Punkte erreichen kann. Oder den Pokal gewinnen wird. Das scheint am schwierigsten. Selbst wenn das Halbfinal-Spiel auf Schalke auf Augenhöhe stattfinden wird, könnten im Finale ja die „unschlagbaren“ Bayern warten. Über die Liga scheinen die Chancen größer.

Vier deutsche Mannschaften qualifizieren sich diesmal direkt, auch der Vierte muss keine Qualifikationsspiele bestreiten. In dieser Saison war dort die TSG 1899 Hoffenheim gegen den FC Liverpool ausgeschieden. Das bleibt dem Bundesligavierten also erspart. Die Eintracht liegt aktuell nach 22 Spieltagen mit 36 Punkten auf Platz vier. In der vergangenen Saison wurde Hoffenheim mit 62 Punkten Vierter, vor zwei Jahren reichten für Borussia Mönchengladbach 55 Punkte für die Teilnahme an der Königsklasse.

Zwölf Spieltage sind noch auszutragen, die Eintracht hat wie alle anderen Clubs noch sechs Heim- und sechs Auswärtsspiele. Zunächst ein Blick auf die Heimspiele gegen Leipzig, Hannover, Mainz, Hoffenheim, Berlin und Hamburg. 18 Punkte sind möglich, mit Leipzig kommt ein Gegner aus der Kategorie „Spitze“, mit Hoffenheim und Hannover zwei aus dem „Mittelfeld“ und mit Mainz, Berlin und Hamburg drei aus dem „Abstiegskampf“. Vier Heimsiege, also zwölf Punkte, sind da sicher möglich. Auswärts muss die Eintracht nach Stuttgart, Dortmund, Bremen, Leverkusen, München und Schalke. Das sieht auf dem Papier ungleich schwerer aus als die Heimspiele. Zweimal bei abstiegsbedrohten Teams (Stuttgart und Bremen), viermal bei Spitzenmannschaften. Drei, vier Punkte könnte die Eintracht bei ihrer unter Beweis gestellten Auswärtsstärke dennoch holen.

So weit also die technischen Voraussetzungen. Stellt sich die Frage, ob die Eintracht 62, 55, 50 oder 48 Punkte erreichen kann. Oder den Pokal gewinnen wird. Das scheint am schwierigsten. Selbst wenn das Halbfinal-Spiel auf Schalke auf Augenhöhe stattfinden wird, könnten im Finale ja die nahezu "unschlagbaren" Bayern warten. Über die Bundesliga scheinen die Chancen größer und substantieller zu sein.

Bei realistischer Einschätzung sind also 15, 16 Punkte drin. Das wären 51 oder 52 am Ende. Und damit ganz sicher ein Platz unter den ersten Sechs oder Sieben, also die Qualifikation für internationale Spiele. Die mangelnde Konstanz der prominenteren Konkurrenz bietet der Eintracht die Gelegenheit, sich bei günstigem Verlauf auch ganz oben, also unter den ersten Vier, zu qualifizieren.

Auswärts muss die Eintracht nach Stuttgart, Dortmund, Bremen, Leverkusen, München und Schalke. Das sieht auf dem Papier ungleich schwerer aus als die Heimspiele. Zweimal bei abstiegsbedrohten Teams (Stuttgart und Bremen), viermal bei Spitzenmannschaften. Drei, vier Punkte könnte die Eintracht bei ihrer unter Beweis gestellten Auswärtsstärke dennoch holen.

Die Prognose: Kann die Eintracht einen großen Einbruch vermeiden, ist die Europa-League wahrscheinlich. Gelingt es den Frankfurtern, die aktuelle Form zu konservieren und noch den einen oder anderen Überraschungscoup zu landen, wäre auch der „Griff nach den Sternen“ nicht ausgeschlossen.

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Kann die Eintracht einen großen Einbruch vermeiden, ist die Europa League wahrscheinlich. Gelingt es den Frankfurtern, die aktuelle Form zu konservieren und noch den einen oder anderen Überraschungscoup zu landen, wäre auch der "Griff nach den Sternen" nicht ausgeschlossen.

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Abenteuer Europa League: Die Eintracht genießt im Februar 2014 erfreuliche Momente im Spiel gegen Porto. Bild: dpa

Die Eintracht in der Champions League? Mit Minimum 20 Millionen Euro könnten die Frankfurter vor allem in eigene Spieler investieren und so den ganz großen Umbruch im Kader vermeiden.

Bei der Frankfurter Eintracht spinnt keiner, das Wort Champions League nimmt keiner unbedacht oder auf einer rosa Wolke schwebend in den Mund. Aber es ist nun einmal so. Nach dem 22. Spieltag steht der hessische Traditionsklub auf dem vierten Tabellenplatz der Fußball-Bundesliga, der zur Teilnahme an der Königsklasse berechtigt. Und natürlich kann man sich mit der Frage beschäftigen, was wird auf den Verein einstürzen, wenn die Mannschaft diesen Rang bis Saisonende verteidigt? Ist die Eintracht auf die Champions League vorbereitet?

Organisationstechnisch ist die Abwicklung kein Problem, die Frankfurter WM-Arena wurde für große Ereignisse gebaut, die Infrastruktur ist königsklassentauglich. Die Mannschaft auch? Sicher nicht, wenn der Anspruch erhoben würde, die K.o.-Runde zu erreichen. Aber für ein paar Pünktchen sollte die Eintracht gut genug sein, wie es in der vergangenen Gruppenphase Qarabag, Olympiakos Piräus, Feyenoord Rotterdam und Apoel Nikosia waren. Wie die Mannschaft mit der Doppelbelastung Europapokal und Bundesliga zurecht kommen wird, ist allerdings ein andere Frage. Nicht jeder Emporkömmling geriet in solch große Schwierigkeiten wie der 1. FC Köln in dieser Spielzeit. Aber Rückschläge im Ligabetrieb mussten in der Vergangenheit fast alle hinnehmen, die sich nach Europa verirrten, ob sie nun Augsburg, Hertha, Freiburg oder Mainz hießen. Und auch die Eintracht hatte Mühe in ihrer Europa-League-Saison 2013/14 mit den Höhepunkten gegen Bordeaux und Porto, ihr Klassenziel in der Bundesliga zu erreichen.

20 Millionen Euro Minimum beträgt der finanzielle Gegenwert, Mitglied der fußballerischen Königsfamilie zu werden. Ein Betrag, der dazu verführen könnte, durch eine Offensive auf dem Transfermarkt ein paar Entwicklungsschritte auf einmal zu unternehmen. Aber die Beispiele einiger Bundesligavereine zeigen, dass ein zweistelliger Millionenbetrag schnell ausgegeben werden kann, ohne eine großartige sportliche Verbesserung des Kaders herbeizuführen.

Sicherer wäre das Geld aus der Champions League in die eigenen Spieler investiert, in die vorzeitige Vertragsverlängerung mit Anhebung der Gehälter. Bei Haller, Gacinovic, Mascarell, Fabian und Chandler weiß die Eintracht, was sie an ihnen hat. Diese Spieler sind bei der Konkurrenz heiß begehrt und werden im Sommer lukrative Angebote erhalten. Genauso wie die Aufsteiger der Saison, die allesamt auf Leihbasis gekommen sind und bei denen die Eintracht die Kaufoption gezogen hat, beziehungsweise noch ziehen wird: Marius Wolf, Ante Rebic und Carlos Salcedo.

Die Eintracht hat den Geldsegen aus der Champions League oder den Geldregen aus der Europa League nötig, um den ganz großen Umbruch im Kader zu vermeiden. Denn ohne die Chance, finanziell nachzulegen (und international zu spielen), wird sie einige ihrer Stammkräfte, die zum kräftigen Aufschwung in dieser Saison beigetragen haben, nicht überzeugen können, zu bleiben.

Nur drei Verträge von Eintrachtprofis laufen in diesem Sommer aus, es handelt sich dabei aber um in der Vergangenheit prägende Figuren. Torjäger Alexander Meier und Verteidigungskünstler Makoto Hasebe haben schon aufgrund ihres Alters keine große Zukunft mehr bei der Eintracht. Eine Verlängerung um jeweils ein Jahr steht in der Diskussion. Bei Meier eher mit skeptischem Unterton. Der 35 Jahre alte Mittelstürmer muss nach jahrelanger Verletzungsmisere in den Monaten bis zum Saisonende wieder nachweisen, dass er dem Klub in der ersten Liga noch helfen kann. Hasebe beweist das Woche für Woche, doch die Konstitution seines Körpers, vor allem seiner Knie, ist nicht über jeden Zweifel erhaben. Dass Torwart Lukas Hradecky nach all den zähen Verhandlungen der vergangenen anderthalb Jahre doch noch eine neuen Kontrakt mit der Eintracht unterschreiben wird, gilt als ausgesprochen zweifelhaft. Da wurde einiges an Porzellan zerschlagen.

Aber die Kaderplanung für die kommende Saison ist ohnehin so diffizil, dass es schon gar nicht mehr darauf ankommt, ob nun auch noch ein neuer Torwart gesucht werden muss oder nicht. Die Scouting-Abteilung muss Transfers auf quasi allen Positionen vorbereiten. Wie viele davon dann realisiert werden, entscheidet maßgeblich, auf welchem Tabellenplatz die Eintracht ins Ziel kommen wird. Mit dem Einzug nach Europa hätte die Eintracht ein gutes Argument, ihre Hauptdarsteller für ein weiteres Jahr an sich zu binden. Dann könnte immer noch der Schritt zu einem neuen, größeren Klub erfolgen. Für eine noch höhere Ablöse. Denn Sportvorstand Fredi Bobic verfolgt nicht die Strategie seines Vorgängers Heribert Bruchhagen, eine Mannschaft möglichst lange zusammen zu halten. Bobic trat an, mit dem Anspruch, „Werte zu schaffen.“ Und das geht mit Handel und Wandel.

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