Pokalsieger in Flensburg zu schwach
Flensburg top – aber auch schon titelreif?
Nach dem 27:20 im Spitzenspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen behauptet die SG Flensburg-Handewitt weiter ungeschlagen die Tabellenspitze. In der Bundesliga hat das Team von SG-Trainer Maik Machulla jetzt 21 Mal in Serie gewonnen.

Die Handballer der SG Flensburg-Handewitt haben den nächsten Konkurrenten distanziert. Nach dem 27:20 (14:14)-Erfolg im Bundesliga-Topspiel am Montag gegen die Rhein-Neckar Löwen vergrößerten die Norddeutschen ihren Vorsprung auf die Mannheimer auf fünf Punkte. “Die Mannschaft kann sich zu Recht feiern lassen”, sagte SG-Trainer Maik Machulla im TV-Sender Sky. Machulla lobte besonders seinen Torwart Benjamin Buric, der es am Ende auf 14 Paraden gebracht hatte: “Er hat fantastisch gehalten.” Löwen-Coach Nikolaj Jacobsen dagegen kritisierte: “Wenn du nach der Pause in 17, 18 Minuten nur drei Tore wirfst, kannst du in Flensburg nicht gewinnen.”

Flensburg konnte in seiner starken 6:0-Deckung wieder auf Abwehrchef Tobias Karlsson setzen, der zuletzt mit einer Gehirnerschütterung aussetzen musste. Dennoch erwischten die Löwen den stärkeren Start, bei dem Gastgeber mischte sich ein guter Schuss Nervosität in die Aktionen. Erst vergab Hampus Wanne beim Tempogegenstoß, dann leistete sich Torhüter Benjamin Buric einen unnötigen Abspielfehler. Nach zehn Minuten führten konzentrierte Löwen mit 5:3.

Mit dem Sieg baute die SG ihren Startrekord auf 26:0 Punkte aus und ist saisonübergreifend seit nunmehr 21 Liga-Partien ohne Verlustpunkt. Die Löwen bleiben mit 19:5 Zählern Vierter hinter dem SC Magdeburg und dem THW Kiel (jeweils 24:4). Beste Werfer waren Hampus Wanne und Magnus Jöndal mit je sechs Toren für die SG sowie Andy Schmid mit ebenfalls sechs Treffern für die Gäste.

Löwen-Coach Nikolaj Jacobsen gab nach den Chancen auf die Meisterschaft gefragt, offen zu: “Die Überzeugung ist nicht so groß, wenn man jetzt fragt. Aber lasst uns in drei, vier Monaten nochmal sprechen.” Auch Machulla warnte vor verfrühter Euphorie: “Das ist jetzt die Gefahr, dass wir glauben, dass es jetzt von alleine geht. Wir haben den 13. Spieltag, wir haben noch harte Auswärtsspiele, wir bleiben auf dem Boden.”

Das Duell zwischen dem aktuellen Meister und dem Pokalsieger aus Mannheim nahm vor den 6300 Zuschauern in der ausverkauften Flensburger Arena sofort Tempo auf. Die Gäste, bei denen Nationalrechtsaußen Patrick Groetzki mit einer Bauchmuskelzerrung fehlte, legten in der ersten Halbzeit immer wieder bis zu zwei Treffer vor, konnten sich aber nicht weiter absetzen. Nach der Pause steigerte sich die SG-Abwehr enorm. Das Zusammenspiel von Buric und dem Deckungsverband unter der Leitung von Tobias Karlsson klappte fast perfekt. In der 36. Minute erzielte Jim Gottfridsson beim 16:15 die erste Führung der Gastgeber. Mit einem Doppelschlag erhöhte Holger Glandorf auf 20:16 (44.). Als Gudjon Valur Sigurdsson in der 49. Minute beim 17:22 einen Siebenmeter verwarf, war die Vorentscheidung gefallen.

Dennoch ist der Lauf der Flensburger in der Bundesliga beeindruckend. Ihren Startrekord hat die SG auf 26:0 Punkte ausgebaut, saisonübergreifend sind die Norddeutschen seit 21 Spielen ungeschlagen. Auf einem Topniveau stabil ist das neuformierte Team, das vor der Saison sechs Ab- und sechs Neuzugänge zu verzeichnen hatte, aber noch nicht. Das zeigen die insgesamt fünf Liga-Spiele, die nur mit einem Tor Differenz gewonnen wurden und auch die Auftritte in der Champions League. In der europäischen Königsklasse setzte es für das Machulla-Team in acht Partien schon fünf Niederlagen.

Die Löwen versuchten es lange mit dem siebten Feldspieler für den Torwart, brachten den Meister aber nicht mehr in Gefahr. Nur sechs Tore in der zweiten Halbzeit waren zu wenig. Vor allem der Rückraum der Mannheimer strahlte viel zu wenig Gefahr aus. Wir hatten einige schlechte Würfe, aber auch Pech. Dazu kommt, dass Benjamin Buric sehr gut gehalten hat, sagte Löwen-Coach Jacobsen.

So dürfen sich die Verfolger SC Magdeburg, THW Kiel (beide 24:4 Punkte) und auch die Rhein-Neckar Löwen (19:5) noch berechtigte Hoffnungen machen, im Kampf um die Meisterschaft ein entscheidendes Wort mitzusprechen. Der Rekordmeister aus Kiel hat mit zuletzt zehn Bundesliga-Siegen in Serie ebenfalls eine starke Serie hingelegt und hat, ebenso wie die Magdeburger und die Mannheimer, in der Rückrunde Heimrecht gegen die Flensburger.

Handball: SG Flensburg-Handewitt – Rhein-Neckar Löwen LIVE im TV, Stream, Ticker

) Tore SG Flensburg-Handewitt: Jöndal 6/6, Wanne 6, Gottfridsson 4, Glandorf 3, Johannessen 3, Lauge Schmidt 3, Hald 1, Svan 1 Rhein-Neckar Löwen: Schmid 6/2, Sigurdsson 5/3, Petersson 3, Radivojevic 3, Larsen 2, Kohlbacher 1 Schiedsrichter: Marc Fasthoff (Neuss)/Peter Behrens (Neuss) Zuschauer: 6300 Strafminuten: 4 / 6

Dennoch ist der Lauf der Flensburger in der Bundesliga beeindruckend. Ihren Startrekord hat die SG auf 26:0 Punkte ausgebaut, saisonübergreifend sind die Norddeutschen seit 21 Spielen ungeschlagen. Auf einem Topniveau stabil ist das neuformierte Team, das vor der Saison sechs Ab- und sechs Neuzugänge zu verzeichnen hatte, aber noch nicht. Das zeigen die insgesamt fünf Liga-Spiele, die nur mit einem Tor Differenz gewonnen wurden und auch die Auftritte in der Champions League. In der europäischen Königsklasse setzte es für das Machulla-Team in acht Partien schon fünf Niederlagen.

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Löwen können das Flensburger Tempo nicht mitgehen | Mehr Sport | SWR Sport

13 Spiele, 13 Siege, darunter Erfolge gegen die Topteams aus Magdeburg, Kiel und jüngst gegen die Rhein-Neckar Löwen – der Lauf von Meister SG Flensburg-Handewitt in der Handball-Bundesliga ist beeindruckend. Von einer Vorentscheidung im Titelrennen will aber bei den Schleswig-Holsteinern trotz schon vier Minuszählern Vorsprung in der Tabelle niemand etwas hören. “Es ist schön, dass wir ihn haben. Es ist immer einfacher, ein bisschen von oben zu grüßen, aber wir wissen, dass wir noch verdammt harte Auswärtsspiele haben und um jeden einzelnen Punkt kämpfen müssen. Das wird noch eine brutal harte Saison”, sagte SG-Trainer Maik Machulla dem NDR Hörfunk.

Nach dem Überraschungscoup im Sommer, als Flensburg den Löwen die Meisterschale dank eines starken Schlussspurts auf der Zielgeraden noch abluchste, blieb das Team von Trainer Maik Machulla am Drücker. Mit saisonübergreifend 20 Liga-Siegen in Folge wandeln die Nordlichter inzwischen auf den Spuren der legendären Kieler Mannschaft, die zwischen Mai 2011 und September 2012 sagenhafte 40 Liga-Spiele in Serie gewann.

Im Spitzenspiel gegen die RN Löwen haben sich die Handballer der SG Flensburg-Handewitt klar mit 27:20 durchgesetzt. Für die Norddeutschen war es der 13. Sieg im 13. Saisonspiel. Video (01:41 min)

Auch Holger Glandorf stapelte tief: “Der Sieg bedeutet gar nichts für den Titelkampf. Die Saison ist noch so lang. Auch wenn das niemand hören will: Wir denken von Spiel zu Spiel. Das machen wir seit Jahren so.” Der Rückraumspieler verwies nicht nur darauf, dass sein Team in der Rückrunde jeweils auswärts bei der Titelkonkurrenz antreten muss. Auch bei den vermeintlich leichteren Gegnern gelte: “Man kann nicht irgendwo hinfahren und meinen, man gewinnt die Spiele locker.” Ähnlich mahnende Worte fand TV-Experte und Ex-Profi Stefan Kretzschmar: “Man muss jetzt schon Angst haben, dass sie nach der Hinrunde null Minuspunkte haben. Aber Flensburg ist nicht so dominant, sie können auch bei einem vermeintlich Kleineren einmal stolpern.” Die mutmaßlich schwerste Aufgabe für die SG wartet am Nikolaustag mit dem Gastspiel bei der MT Melsungen.

Nach der Pause steigerte sich die SG-Abwehr enorm. Das Zusammenspiel von Buric und dem Deckungsverband unter der Leitung von Tobias Karlsson klappte fast perfekt. In der 36. Minute erzielte Jim Gottfridsson beim 16:15 die erste Führung der Gastgeber. Mit einem Doppelschlag erhöhte Holger Glandorf auf 20:16 (44.). Als Gudjon Valur Sigurdsson in der 49. Minute beim 17:22 einen Siebenmeter verwarf, war die Vorentscheidung gefallen.

In der Tat: Dem neuformierten Titelverteidiger (sechs Ab- und sechs Zugänge) fehlt auf einem Topniveau noch die Stabilität. Das zeigen die insgesamt fünf Liga-Spiele, die nur mit einem Tor Differenz gewonnen wurden und auch die Auftritte in der Champions League. In der europäischen “Königsklasse” setzte es für das Machulla-Team in acht Partien schon fünf Niederlagen. Und die Konkurrenz schläft nicht: Vor allem der schleswig-holsteinische Landesrivale THW Kiel erlebt eine Renaissance und feierte zuletzt zehn Siege in Serie. “Die Kieler sind gerade in einem Flow und haben auch erst vier Minuspunkte. Auch die Magdeburger können deutscher Meister werden”, rechnet Kretzschmar weiterhin mit einem spannenden Titelkampf.

Die Löwen versuchten es lange mit dem siebten Feldspieler für den Torwart, brachten den Meister aber nicht mehr in Gefahr. Nur sechs Tore in der zweiten Halbzeit waren zu wenig. Vor allem der Rückraum der Mannheimer strahlte viel zu wenig Gefahr aus. Wir hatten einige schlechte Würfe, aber auch Pech. Dazu kommt, dass Benjamin Buric sehr gut gehalten hat, sagte Löwen-Coach Jacobsen.

SG-Keeper Benjamin Buric, einer der sechs Neuen und mit 13 Paraden ein Garant für den Sieg gegen die RN Löwen, blickt zuversichtlich nach vorne: “Wir sind jetzt ein richtiger Kandidat für die Meisterschaft. Das ist das neue Blut in Flensburg. Die alte Mannschaft war zehn oder elf Jahre zusammen, und ich denke, das geht richtig gut in dieser Saison.”

Nach der Pause steigerte sich die SG-Abwehr enorm. In der 36. Minute erzielte Jim Gottfridsson beim 16:15 die erste Führung der Gastgeber. Mit einem Doppelschlag erhöhte Holger Glandorf auf 20:16 (44.). Die Löwen versuchten es lange mit dem siebten Feldspieler für den Torwart, brachten den Meister aber nicht mehr in Gefahr. Nur sechs Tore in der zweiten Halbzeit waren zu wenig. Auch durch einen starken Flensburger Torwart verpassten es die Löwen, den Anschluss wiederherzustellen und fielen immer weiter zurück. Auch Flensburg-Trainer Machulla lobte seinen Torwart Benjamin Buric, der es am Ende auf 14 Paraden gebracht hatte, besonders: “Er hat fantastisch gehalten.” Löwen-Coach Nikolaj Jacobsen dagegen kritisierte: “Wenn du nach der Pause in 17, 18 Minuten nur drei Tore wirfst, kannst du in Flensburg nicht gewinnen.”