Esslingen: Silber-Schatz kommt ins Museum - BILD
Silbermünz-Schatz aus Ellwangen vorgestellt | Ulm | SWR Aktuell Baden-Württemberg | SWR Aktuell
Ellwangen – Er buddelte 9200 mittelalterliche Silbermünzen aus, bekam dafür mächtig Ärger mit den Behörden. Doch jetzt bringt der spektakuläre Fund von Schatzsucher Daniel G. (29) vielleicht wieder mehr Touristen in seine Heimat. Sein Schatz wird jetzt in Ellwangen ausgestellt, möglicherweise sogar für immer.

Daniel G. war mit einer Metallsonde im Wald bei Ellwangen unterwegs, entdeckte den Silberschatz und bewahrte die Münzen monatelang in einer Tupperware-Brotdose auf. Nachdem er die Münzen dem Landesdenkmalamt übergeben hatte, bekam er einen Strafbefehl über 1600 Euro.

Fund von Sondengängern: Unterschlagener Münzschatz ist Hunderttausende wert

Daniel G. (29) entdeckte den größten Mittelalter-Silberschatz, der je in Süddeutschland gefunden wurde. Statt Lob gabs Riesen-Ärger.

Der Ellwanger Stadtarchäologe Andreas Gut (58): Voraussichtlich stellen wir den Schatz ab September für vier oder sechs Wochen im Alamannenmuseum aus. Später würden wir die Münzen gerne dauerhaft in unserem Schlossmuseum zeigen, haben deshalb schon beim Landesdenkmalamt angefragt.Bis zur Ausstellung im September plant die Behörde, den Schatz beim Archäologischen Landesmuseum in Konstanz vorerst einzulagern.

Das Landesamt für Denkmalpflege hat am Dienstag den nach eigenen Angaben größten spätmittelalterlichen Münzschatz vorgestellt, der jemals in Baden-Württemberg gefunden wurde. Sondengänger hatten ihn entdeckt.

Mehr als 9.000 Silbermünzen, Stoffreste und Keramikfragmente hat das Amt am Dienstag im Rahmen einer Pressekonferenz in Esslingen gezeigt. Bei den Münzen soll es sich hauptsächlich um Heller aus Schwäbisch Hall handeln.

Die Sondengänger waren 2017 eigentlich auf der Suche nach militärischen Fundstücken. Als ihre Metalldetektoren anschlugen, gruben sie stattdessen die historischen Münzen aus. Den Fund hatten sie zuerst unter sich aufgeteilt und ihn nicht, wie vorgeschrieben, dem Land gemeldet. Als die Sondengänger dies später nachholten, ermittelte die Staatsanwaltschaft gegen sie wegen Unterschlagung. Sie bekamen im März einen Strafbefehl und eine Geldstrafe.

Nach derzeitigem Kenntnisstand wurden die gefundenen Münzen in den Jahrzehnten um 1300 vergraben. Für die Archäologische Restaurierungswerkstatt des Landesamts für Denkmalpflege (LAD) stellte es eine große Herausforderung dar, die Münzen säubern. Bislang wurden rund 100 Münzen restauriert, um einen fundierten Einblick in das Münzspektrum des Schatzes zu erhalten.

Anhand der ebenfalls gefundenen Keramikscherben lassen sich zudem zwei Gefäße rekonstruieren: ein Topf, in dem die Münzen ursprünglich vergraben waren, und eine sogenannte Becherkachel, deren Funktion wegen der Zerstörung der Befunde durch die unsachgemäße Grabung nicht mehr rekonstruiert werden kann.

Staatsanwaltschaft Ellwangen ermittelt 10.000 Silbermünzen unterschlagen? Zwei Männer aus dem Ostalbkreis sollen in Ellwangen einen Silberschatz aus dem Mittelalter gefunden und unter sich aufgeteilt haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Unterschlagung.  mehr…