Wolfgang Drexler bleibt der Kommunalpolitik erhalten
Landespolitik – SPD-Urgestein Wolfgang Drexler hört auf
Seit 30 Jahren ist er im Landtag, so lang wie sonst nur Winfried Kretschmann (Grüne). Jetzt hat das SPD-Urgestein Wolfgang Drexler angekündigt, sein Landtagsmandat niederzulegen.

Die Nachricht kam völlig überraschend. Bei einer Pressekonferenz am Donnerstag kündigte der SPD-Landtagsabgeordnete an, auf sein Landtagsmandat für den Wahlkreis Esslingen zum 31.12.2018 zu verzichten.

Seinen Rückzug aus der Landespolitik begründet Drexler mit der Belastung, die das politische wie gesellschaftliche Engagement mit sich brächten. Der 72-Jährige will sich künftig mehr Zeit für seine Frau und seine Familie nehmen und mehr auf seine Gesundheit Rücksicht nehmen. Dies sei eine Kopfentscheidung, gestand Drexler. Er leide wie ein Hund.

Drexler ist unter anderem Stadt- und Kreisrat, Vorsitzender zweier Esslinger Vereine und Präsident des Schwäbischen Turnerbunds. Einer breiten Öffentlichkeit wurde er auch als früherer Sprecher des Bahnprojekts Stuttgart 21 bekannt. Derzeit ist Drexler Vorsitzender des NSU-Untersuchungsausschusses.

Entsprechend dem Wahlrecht folgt Ersatzbewerber Nicolas Fink auf Drexler. Fink ist derzeit Bürgermeister in Aichwald (Kreis Esslingen).

Nach 30 Jahren im baden-württembergischen Landtag legt der Esslinger Abgeordnete sein Mandat nieder. Sein Nachfolger steht bereits fest.

Esslingen – Die Nachricht kommt vollkommen überraschend. Eigentlich hatte Wolfgang Drexler, das SPD-Urgestein im baden-württembergischen Landtag, am Donnerstag nur zu einer Pressekonferenz geladen, um Bilanz zur Halbzeit der Legislaturperiode zu ziehen. Doch dann verkündete Drexler, dass er zum Jahresende auf sein Landtagsmandat verzichtet und aus dem Landtag ausscheidet. Seinen Platz im Landesparlament übernimmt der Bürgermeister von Aichwald, Nicolas Fink.

Vor den Sommerferien habe ich für mich entschieden, dass ich alle meine beruflichen und ehrenamtlichen Tätigkeiten zukünftig nicht mehr im gleichen Umfang fortsetzen will und kann, so Wolfgang Drexler. Auch wolle er sich mehr Zeit für seine Familie nehmen.

In der Abwägung, welche Tätigkeiten er reduzieren wolle, sei die Entscheidung auf das Landtagsmandat gefallen. Drexler: Mit dem bevorstehenden Abschluss des zweiten Untersuchungsausschusses gibt es für mich dabei in meiner Tätigkeit als Landtagsabgeordneter eine wichtige Zäsur. Die Arbeit als Vorsitzender der beiden NSU-Untersuchungsausschüsse seit Ende 2014 war für mich ein sehr wichtiger Abschnitt in meiner Laufbahn als Landtagsabgeordneter. Der Schritt falle ihm emotional sehr schwer.

Dabei habe er in seine Überlegungen vor den Sommerferien auch den Ersatzbewerber Nicolas Fink mit einbezogen. Fink erklärte: Wolfgang Drexlers Entscheidung verdient großen Respekt und Anerkennung. Über 30 Jahre unermüdlichen Einsatz im Landtag von Baden-Württemberg haben den Wahlkreis Esslingen und das Land geprägt. Seine Nachfolge antreten zu dürfen – dieser Aufgabe sehe ich mich als Ersatzbewerber verpflichtet – ist für mich Ehre und Herausforderung zugleich. Allerdings falle es ihm schwer, diese Aufgabe nur annehmen zu können, wenn er auf das Amt des Bürgermeisters in Aichwald verzichte. Dies schreibe allerdings das Abgeordnetenrecht so vor.