Staatsschutz ermittelt nach Brand von AfD-Autos in Essen - WDR Nachrichten
Essen: AfD-Fahrzeuge abgefackelt, Staatsschutz ermittelt
Staatsschutz ermittelt nach Brand von AfD-Autos in Essen Drei Werbefahrzeuge der AfD ausgebranntPolizei geht von einer politisch motivierten Tat ausAfD reagiert in sozialen NetzwerkenZufällig Drogenplantage entdeckt Neuer Abschnitt Im Essener Stadtteil Holsterhausen sind in der Nacht zu Donnerstag (18.04.2019) drei Autos komplett ausgebrannt. Die Kleinwagen waren mit AfD-Werbung für die kommende Europawahl beklebt. Die Brandursache ist zwar noch unklar. Die Polizei geht aber von einer politisch motivierten Tat aus. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen.

Audio starten, abbrechen mit Escape Essen: AfD-Werbefahrzeuge in Brand gesetzt WDR Studios NRW. 18.04.2019. 00:39 Min.. WDR Online.

Die Fahrzeuge waren in einem Hinterhof in einem Gewerbegebiet abgestellt. Durch den Brand der Fahrzeuge ist an einem angrenzenden Gebäude ein leichter Sachschaden entstanden. Die Polizei sucht jetzt nach Zeugen, die verdächtige Personen oder Fahrzeuge im Bereich der Münchener Straße gesehen oder beobachtet haben.

Der Hausmeister schilderte gegenüber diese Zeitungen seine Beobachtungen von der Tatnacht. Er habe sich noch nach Mitternacht in seinem Büro im Gebäude 67a aufgehalten und gegen 0.30 Uhr ein Nachtmahl zu sich genommen. Dann sah ich plötzlich etwas Helles, es waren Flammen, berichtet er. Um 1.06 Uhr habe er den Feuerwehr-Notruf alarmiert und dann auf dem Innenhof nach dem Rechten gesehen. Ich sah die brennenden Autos und eine Person, die zum Tor lief. Ich bin hinter der Person her, aber sie ist weggerannt. Dann kam eine zweite Person aus dem Haus Nummer 67 und rannte ebenfalls weg.

Die Alternative für Deutschland reagierte zuerst schriftlich in sozialen Netzwerken. “Sieht so das argumentative Stellen unserer Partei aus?” Sven W. Tritschler, der stellvertretende Vorsitzende der AfD-Landtagsfraktion, forderte in einem Tweet an NRW-Innenminister Herbert Reul, linken Terror konsequent zu bekämpfen. Er solle Chancengleichheit und Grundrechte sicherstellen.

Nach Essen kam schließlich nur der Sprecher des AfD-Landesverbandes NRW, Martin Schiller, der am 26. Mai ebenfalls für das Europaparlament kandidiert. Das war ein Anschlag nicht nur gegen die AfD, sondern gegen die Demokratie. Wir gehen davon aus, dass die Täter aus dem linksradikalen Milieu stammen. Schiller beklagt sich auch über andere Formen von Gewalt: Wir erleben, dass Wahlkampfplakate abgerissen, Veranstaltungen gestört werden und gegen Mitglieder Gewalt ausgeübt wird.

Thomas Röckemann, Landessprecher der AfD-NRW äußerte sich am Donnerstag (18.04.2019) ebenfalls zu dem Vorfall. “An AfD-Mitglieder und Funktionäre appelliere ich, jede Straftat fortan anzuzeigen. Das Beschmutzen oder Entfernen unserer Wahlplakate, die Einschüchterung von Wirten oder die Beleidigung an Infoständen sollen fortan rigoros gemeldet werden”.

Drei Fahrzeuge der AfD sind in der Nacht zu Donnerstag in Essen komplett ausgebrannt. Tatort ist das Gewerbegebiet Münchener Straße in Holsterhausen. Wie die Polizei am Morgen berichtete, hatte ein Anwohner gegen 1 Uhr den Notruf gewählt und den Brand auf einem Innenhof des weitläufigen Geländes, auf dem sich früher eine Flüchtlingsunterkunft befand, gemeldet. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung.

Während der Ermittlungen zu dem Brand der drei Wagen hat die Polizei durch Zufall eine Drogenplantage entdeckt. Sie befand sich in dem angrenzenden Gebäude. Wem sie gehört, soll jetzt ermittelt werden.

Hakenkreuz-Schmierereien bei SPD und Linke in Bottrop | mehr Neuer Abschnitt Stand: 18.04.2019, 15:09

Essen – In Essen sind in der Nacht zum Donnerstag gegen 1 Uhr drei Autos in einem Innenhof komplett ausgebrannt. Sie waren nach Angaben von Anwohnern mit AfD-Werbefolien beklebt, wie die Polizei mitteilte.

Die Polizei geht von Brandstiftung und einer politisch motivierten Tat aus, wie sie am Donnerstag mitteilte. Der Staatsschutz habe die Ermittlungen aufgenommen.

Wie es zu dem Brand der Autos kam, sei noch unklar, so die Polizei. Man gehe aber zum jetzigen Zeitpunkt von einer politisch motivierten Tat aus, teilte die Polizei mit. Deshalb sei der Staatsschutz informiert worden. Er habe bereits am frühen Morgen die Ermittlungen aufgenommen.

Verletzt wurde niemand. In der Gegend im Essener Stadtteil Holsterhausen ist laut Polizei kein Sitz der Partei.

Unbekannte haben in der Nacht zum Donnerstag in Essen drei Werbefahrzeuge der AfD angezündet. Ein Zeuge informierte die Polizei über den Brand auf einem Hof, wo die Autos abgestellt waren, wie die Beamten in der Ruhrgebietsstadt mitteilten. Die Feuerwehr löschte die Flammen, verletzt wurde niemand. “Warum die Autos genau da abgestellt waren, ist Teil der Ermittlungen”, sagte ein Polizeisprecher.  

Die AfD kassiert die dicke Rechnung für die Spendenaffäre um Parteichef Jörg Meuthen und Europa-Kandidat Guido Reil.

Laut Medienberichten sah der russische Staat den AfD-Abgeordneten Markus Frohnmaier vor der Bundestagswahl als unter seiner Kontrolle.

Nach den Angaben der Polizei hatte ein Zeuge den Notruf gewählt. Die Feuerwehr löschte die Brände. Warum die Autos genau da abgestellt waren, ist Teil der Ermittlungen, sagte der Sprecher.

Es wäre nicht der erste Anschlag auf die Partei in Essen. Schon im April 2017 war das Haus des Essener AfD-Politikers Guido Reil mit Graffiti besprüht und das Auto seiner Frau demoliert worden.

Drei ausgebrannte AfD-Autos: Die Polizei geht von einer politisch motivierten Tat aus. (Quelle: Roland Weihrauch/dpa)

BILD traf Guido Reil (49) am Brandort: Ich bin entsetzt – dass wir so massiv beim Wahlkampf behindert werden. Das hat nichts mehr mit Demokratie zu tun. Dass unsere Plakate abgerissen werden, ist mittlerweile Alltag. Aber so ein Schaden macht einen fassungslos. Nach so einer Tat kann man nur noch sagen: Jetzt erst recht.

Reil war nach 26 Jahren SPD-Mitgliedschaft zur Rechtsaußen-Partei gewechselt, kandidierte bei der NRW-Landtagswahl als Direktkandidat. Er ist Mitglied des Bundesvorstands und einer der beiden Spitzenkandidaten für die Europawahl im Mai. Aktuell hat die Partei Ärger wegen einer illegalen 44 500 Euro-Spende an den Politiker. Die Bundestagsverwaltung verhängte deshalb eine Geldstrafe gegen die AfD.

Bei den Löscharbeiten entdeckte die Feuerwehr im Nachbarhaus eine Cannabis-Plantage. Polizeikräfte trugen am Donnerstagnachmittag säckeweise Marihuana-Pflanzen und Equipment aus dem Gebäude. Im Laufe des Tages entdeckten Ermittler eine weitere, im Keller befindliche Drogenplantage, die über 4 bis 5 Räume verteilt mit insgesamt mehr als 1000 noch vorhandenen Pflanzen bestückt war. Viele unter Strom stehende Elektrokabel stellten für die Einsatzkräfte eine erhebliche Gefährdung dar.

Ob und in welchem Zusammenhang die Drogen mit der Brandstiftung stehen, ist noch unklar. Fest steht, dass es Parallelen der Verantwortlichkeiten zwischen den ausgebrannten Werbefahrzeugen und der Gebäudeverwaltung gibt. Der Verwalter ist AfD-Mitglied.