17. Jahrestag des Amoklaufs am Gutenberg-Gymnasium Erfurt - MDR
16 Menschen getötet: Erfurt erinnert an Amoklauf am Gutenberg-Gymnasium
Am 26. April 2002 starben am Gutenberg-Gymnasium in Erfurt 16 unschuldige Menschen. Der Attentäter tötete sich selbst. Mit einem stillen Gedenken erinnerten Schüler, Lehrer, Angehörige und Politiker am Freitag an die Opfer.

In Erfurt ist am Freitag der Opfer des Schulmassakers am Gutenberg-Gymnasium vom 26. April 2002 gedacht worden. Damals erschoss der ehemalige Schüler Robert Steinhäuser 16 Menschen. Mit der letzten Kugel tötete er sich selbst. Es war der erste Amoklauf an einer deutschen Schule.

Schüler, Angehörige, Nachbarn und Politiker versammelten sich am Vormittag vor dem Schulgebäude, um Kränze und Blumen niederzulegen. “Trauer, Sprachlosigkeit, überwältigende Emotionen ließen für lange Zeit keinen Raum für Farbe und Frohsinn”, sagte Schulleiterin Christiane Alt. Bei dem Gedenken vor dem Schulgebäude wurden die Namen der 16 Ermordeten verlesen, begleitet von Glockenschlägen. Die Schulglocke war vor zwei Jahren eigens dafür gegossen worden. Im Laufe der Jahre ist der Kreis der Anwesenden kleiner geworden. Die jetzigen Gutenberg-Schüler kennen das Geschehen nur noch vom Hörensagen.

Der 26. April 2002 war ein schwarzer Tag für die Stadt Erfurt. Am Gutenberg-Gymnasium erschoss ein ehemaliger Schüler 16 Menschen und danach sich selbst.

Pfarrerin Ruth-Elisabeth Schlemmer von der Andreasgemeinde sagte, dennoch sei es wichtig, die Erinnerung an die Opfer wachzuhalten. In der Andreaskirche wurden schon am Freitagmorgen 17 Kerzen – auch eine für den Täter – angezündet. Am Abend gibt es eine Andacht.

Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) sagte, ihn befalle jedes Jahr um den 26. April ein sehr trauriges Gefühl. 16 unschuldige Menschen seien 2002 an diesem für Erfurt so schwarzen Freitag gestorben  – auch seine letzte Klassenlehrerin. Er trauere um die Opfer.

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wir fragen uns s. dem warum der Vater nicht für Jahre im Knast sitzt , wir haben auch 4 Kinder großgezogen und ab und zu mußte man reden viel , kontrollieren ab und zu und einiges noch mehr, und wenn man einiges als Eltern auch heimlich getan hat, für uns absolut nicht nachvollziehbar .

#1) Antwortversuch: Keine Tat ohne Täter?Der Täter hat den Staat, hier Erlaubnisbehörde, betrogen … sollte aufgearbeitet werden.Das Vorleben des Täters, war er ein dominanter oder dominierter Typ, welches zur Tat führte … sollte aufgearbeitet werden.Prävention durch Ursachenanalyse – und, wurde?Stattdessen "Damnatio memoriae"? Das als Lösung?

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Erfurt – 16 Glockenschläge erklingen Freitag in Erfurt, 16 Glockenschläge für 16 Erfurter – sie alle wurden Opfer eines Massakers. Ein Massaker, das Deutschland schockierte, das Erfurt lähmte. Vor 17 Jahren rannte Robert Steinhäuser († 19) schwerbewaffnet durch das Gutenberg-Gymnasium in Erfurt und erschoss gezielt Lehrer. Er tötete 16 Menschen – zwölf Lehrer, zwei Schüler, einen Polizisten und eine Sekretärin. Am Ende richtete sich der Amokläufer selbst.

Am Jahrestag der Horror-Tat erinnerten Schüler und Lehrer, Angehörige und Politiker am Freitag an die 16 Menschen, die am Vormittag des 26. April 2002 ums Leben kamen. Trauer, Sprachlosigkeit, überwältigende Emotionen ließen für lange Zeit keinen Raum für Farbe und Frohsinn, sagte die Schulleiterin Christiane Alt. Bei dem Gedenken vor dem Schulgebäude wurden die Namen der 16 Ermordeten verlesen, begleitet von Glockenschlägen. Schüler, Lehrer und Politiker legten Blumen an der Gedenktafel nieder.

Es dauerte 720 Sekunden: Zwischen 10.58 und 11.10 Uhr ermordete Robert Steinhäuser (19) insgesamt 16 Menschen, vor allem Lehrer. Dann richtete sich der Amokläufer selbst.

An diesem Tag finden die letzten schriftlichen Abiturprüfungen in der Schule statt. Steinhäuser betritt um 10.46 Uhr unmaskiert das Schulgebäude durch den Haupteingang. Seine Waffen und Munition hat er in einer Sporttasche versteckt. Auf der Toilette wechselt er seine Kleidung, zieht sich eine schwarze Maske über und beginnt seinen Amoklauf.

11.04 Uhr erreicht der erste Notruf die Polizei. Fünf Minuten später kommt der erste Streifenwagen. Steinhäuser erschießt kurz darauf einen 41-jährigen Polizisten am Schuleingang. Der Lehrer Rainer Heise schubst den Amokläufer in den leeren Raum 111 und sperrt ihn ein.

Ab 11.43 durchsuchen Spezialeinsatzkräfte das Schulgebäude. Um 13 Uhr öffnen sie die Tür zu Raum 111 und finden Steinhäusers Leiche.

Bis 2001 war der 19-Jährige Schüler an dem Gymnasium. Doch weil er ein ärztliches Attest fälschte, um seine Schulschwänzerei zu entschuldigen, wurde er von der Schule verwiesen. In Thüringen gibt es an Gymnasien keine automatische Zuerkennung der mittleren Reife nach der zehnten Klasse. Steinhäuser hatte somit keinen Schulabschluss – die damit verbundene berufliche Perspektivlosigkeit wird heute als Motiv seiner Tat angesehen.

Das Massaker am Erfurter Gutenberg-Gymnasium schockierte Deutschland. BILD sprach 15 Jahre danach mit Betroffenen.

Fast 15 Jahre ist es her: Am 26. April 2002 lief Robert Steinhäuser (19) am Erfurter Gutenberg-Gymnasium Amok. Zum Jahrestag ist ein besonderes Zeichen geplant.

Steinhäuser hatte die sogenannten Ego-Shooter-Computerspiele Return to Castle Wolfenstein, Hitman und Half-Life gespielt. Durch die Bluttat und den daraus entstehenden öffentlichen Druck wurde die Arbeit an einem neuen Jugendschutzgesetz beschleunigt, das verschärfte Regelungen für Killerspiele enthielt. Wenige Wochen später wurde es verabschiedet.

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