Weitere Festnahme im Erfurter Doping-Fall um Mark S - MDR
Doping-Skandal um Arzt Mark Schmidt: 21 Athleten, 8 Nationen, 5 Sportarten
Im aktuellen Blutdoping-Skandal ist Anfang der Woche ein fünfter Verdächtiger in Erfurt festgenommen worden. Das teilte die Münchner Staatsanwaltschaft am Mittwochmittag mit. Insgesamt sollen 21 Sportler aus acht Ländern vom Erfurter Sportmediziner Mark S. und seinen Helfern mit Eigenblutdoping versorgt worden sein. Die Gruppe soll seit 2011 aktiv und auch bei den Olympischen Winterspielen 2018 im koreanischen Pyeongchang vor Ort gewesen sein.

Wie der ermittelnde Staatsanwalt Kai Gräber weiter erklärte, handele es sich um eine dreistellige Zahl von Fällen, in denen Blut entnommen oder zurückgeführt wurde. “Es sind fünf Sportarten betroffen, von denen drei dem Wintersport zuzurechnen sind”, sagte Gräber, Leiter der Schwerpunktstaatsanwaltschaft Doping in München.  Zudem sei am Montag eine weitere Person aus dem Erfurter Netzwerk festgenommen worden, die sich derzeit in Untersuchungshaft befindet. Diese Person soll Blutbeutel transportiert und dabei geholfen haben, Blutdoping anzuwenden.

Gräber teilte zudem mit, dass eine fünfte Person aus dem Doping-Netzwerk des Hauptbeschuldigten Sportarztes Mark S. am Montag festgenommen worden ist. Sie habe mutmaßlich Blutdoping transportiert und auch Blutabnahmen und Blutrückführungen bei Athleten vorgenommen. Pro Athlet und Saison sollen die Verdächtigen zwischen Ende 2011 und Februar 2019 etwa 4.000 -12.000 Euro eingenommen haben. Dabei sei den Sportlern neben Eigenblut auch andere Präparate wie Wachstumshormone verabreicht worden. Nicht alle Beteiligten hätten nach bisherigen Erkenntnissen über eine medizinische Ausbildung verfügt. Den Verdächtigen der “Erfurter Zelle” drohten Haftstrafen zwischen ein und zehn Jahren. “Wir haben eine spannende Geschichte mit vielen Wendungen, bei der die letzten Kapitel längst noch nicht geschrieben sind”, erklärte Gräber. Bislang haben neun Spitzensportler ihre Beteiligung am Dopingnetzwerk des Erfurter Sportarztes Mark S. gestanden.

Wir haben eine interessante, spannende Geschichte mit vielen Wendungen, bei der die letzten Kapitel längst noch nicht geschrieben sind.

Insgesamt hat die Münchner Schwerpunktstaatsanwaltschaft zur Bekämpfung der Doping-Kriminalität in den zehn Jahren ihres Bestehens 7.100 Ermittlungsverfahren durchgeführt. Dies teilte der bayerische Staatsminister Georg Eisenreich mit. Um den Kampf gegen Sportbetrug noch effektiver zu machen, fordert Eisenreich weitere Verbesserungen des Anti-Doping- Gesetzes. “Unsere wichtigste Forderung ist eine Kronzeugenregelung”, sagte der CSU-Politiker. Aussagewillige Sportler sollten weitgehend von Strafverfolgung befreit werden können. Eine weitere Forderung von ihm ist zudem die Einführung der Versuchsstrafbarkeit. Im Strafrecht sei der Versuch einer kriminellen Handlung eine Straftat, im Sport nur ein Vergehen.

Doping-Skandal um Erfurter Arzt: 21 Athleten aus acht Nationen betroffen

Pro Athlet und Saison sollen die Verdächtigen zwischen Ende 2011 und Februar 2019 etwa 4.000 -12.000 Euro eingenommen haben. Dabei sei den Sportlern neben Eigenblut auch andere Präparate wie Wachstumshormone verabreicht worden. Nicht alle Beteiligten hätten nach bisherigen Erkenntnissen über eine medizinische Ausbildung verfügt. Den Verdächtigen der “Erfurter Zelle” drohten Haftstrafen zwischen ein und zehn Jahren.

Während der Nordischen Ski-WM Anfang März hatte es Razzien und Festnahmen im österreichischen Seefeld und in Erfurt gegeben. Ins Rollen gebracht hatte die Ermittlungen ein ARD-Interview mit dem österreichischen Langläufer Johannes Dürr, der kurzzeitig ebenfalls festgesetzt wurde. Dürr hatte umfangreich über internationale Doping-Praktiken gesprochen. Untersuchungen brachten die Ermittlungen schließlich auf die Spur des Erfurter Sportarztes. Bei dem Mediziner fanden die Ermittler 40 Blutbeutel, die derzeit noch Athleten zugeordnet werden müssen. Es werde aber auch gegen Athleten ermittelt, von denen keine Blutkonserven vorlägen.

Während der Nordischen Ski-WM war es in Seefeld und Thüringen zu Razzien gekommen, zunächst hatten neun Spitzensportler ihre Beteiligung am Dopingnetzwerk des Erfurter Sportarztes Mark S. gestanden. Bei dem Mediziner fanden die Ermittler 40 Blutbeutel, die derzeit noch Athleten zugeordnet werden müssen. Es werde aber auch gegen Athleten ermittelt, von denen keine Blutkonserven vorlägen.

Insgesamt hat die Münchner Schwerpunktstaatsanwaltschaft zur Bekämpfung der Doping-Kriminalität in den zehn Jahren ihres Bestehens 7.100 Ermittlungsverfahren durchgeführt. Dies teilte der bayerische Staatsminister Georg Eisenreich am Mittwoch auf einer Pressekonferenz mit. Während es in den ersten beiden Jahren jeweils rund 200 Verfahren gegeben habe, seien es in den vergangenen fünf Jahren jeweils zwischen 700 und 1.100 Verfahren gewesen. Seit 2018 habe es etwa 1.200 Verurteilungen wegen Doping-Vergehen gegeben. Um den Kampf gegen Sportbetrug noch effektiver zu machen, fordert Eisenreich weitere Verbesserungen des Anti-Doping- Gesetzes. “Unsere wichtigste Forderung ist eine Kronzeugenregelung”, sagte der CSU-Politiker. Aussagewillige Sportler sollten weitgehend von Strafverfolgung befreit werden können. Eine weitere Forderung von ihm ist zudem die Einführung der Versuchsstrafbarkeit. Im Strafrecht sei der Versuch einer kriminellen Handlung eine Straftat, im Sport nur ein Vergehen.

Am Mittwochvormittag hat sich die Staatsanwaltschaft München zu den neuesten Erkenntnissen im Zuge der "Operation Aderlass" geäußert, dem während der Nordischen Ski-WM in Seefeld aufgedeckten Blutdoping-Skandal.

Am Mittwochvormittag hat sich die Staatsanwaltschaft München zu den neuesten Erkenntnissen im Zuge der "Operation Aderlass" geäußert, dem während der Nordischen Ski-WM in Seefeld aufgedeckten Blutdoping-Skandal.

Am Mittwochvormittag hat sich die Staatsanwaltschaft München zu den neuesten Erkenntnissen im Zuge der "Operation Aderlass" geäußert, dem während der Nordischen Ski-WM in Seefeld aufgedeckten Blutdoping-Skandal.

Video starten, abbrechen mit Escape Staatsanwalt Kai Gräber: “Eigenblut-Doping an 21 Athleten” | Sportschau | 20.03.2019 | 02:05 Min. | Verfügbar bis 20.03.2020 | Das Erste

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN – Das Radio | MDR THÜRINGEN Nachrichten | 20. März 2019 | 13:00 Uhr

Video starten, abbrechen mit Escape Dürr: “Ich habe den Kampf verloren” | Sportschau | 07.03.2019 | 05:09 Min. | Verfügbar bis 07.03.2020 | Das Erste

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Ende Februar in Erfurt verhaftet: Ab morgen wird der mutmaßliche Doping-Drahtzieher Schmidt verhört.

Hoppla, wo sind denn die "deutschen Experten", die den Ausschluss der Athleten aus Russland z.B. gefordert haben ? Die können doch nicht alle auf einmal auf irgendeiner Insel mit milden Klima sein. Obwohl, solche große Inseln, wo alle genügend Platz haben, gibt es vielleicht gar nicht. Wie wurden die Leute in Deutschland niedergemacht, die ansatzweise ihren Gedanken freien Lauf gelassen haben, und behaupteten, in Deutschland ist doch so etwas auch möglich. Nein, nein, dafür sind in Deutschland flächendeckend alle Eventualitäten unter Kontrolle. Nun wissen wir, auch in Deutschland hat längst das Kriminelle den ehrlichen Sport abgelöst.

Wie die Behörde weiter erklärte, handele es sich weltweit um eine dreistellige Zahl von Fällen, in denen Blut entnommen oder zurückgeführt wurde. Aufgetreten seien die Fälle unter anderem in Kroatien, Slowenien, Südkorea und auf Hawaii. Lediglich ein kleiner Prozentsatz der betroffenen Athleten sei weiblich, hieß es weiter. “Es sind fünf Sportarten betroffen, von denen drei dem Wintersport zuzurechnen sind”, sagte Gräber. Dabei sein sollen Langlauf, Radsport und mutmaßlich Triathlon.

Zufallsfund bei einer Routinekontrolle: Jede Menge Bargeld und horrende Rechnungen auf dem Beifahrersitz machten einen Autofahrer verdächtig, als Schlüsseldienst Kunden betrogen zu haben.

Der Doping-Skandal um den Erfurter Arzt Mark S. weitet sich aus. Wie die Staatsanwaltschaft in München mitteilte, seien nach bisherigem Kenntnisstand 21 Athleten aus acht Nationen betroffen, die von 2011 bis zur Nordischen Ski-WM in Seefeld im Februar dieses Jahres gedopt haben sollen. Ob auch deutsche Athleten betroffen sind, wollte Kai Gräber, Leiter der Schwerpunktstaatsanwaltschaft Doping in München “zum derzeitigen Zeitpunkt” nicht beantworten.

Weil in einigen Kirchen noch Glocken mit Nazisymbolik läuten, wurde gegen die evangelische Landesbischöfin Ilse Junkermann Strafanzeige gestellt. Die Staatsanwaltschaft sieht darin keinen Verdacht für Volksverhetzung.

Zwischen November und Mitte März haben Schäfer alle Hände voll zu tun. Denn: Es ist Hauptlammzeit. Gerade kommen die sogenannten Osterlämmer zur Welt – wie zum Beispiel in Erfurt-Tiefthal.

Die alten wurden abgeholzt, jetzt wurden neue angeschafft: Für die Bundesgartenschau in Erfurt sind jetzt die ersten 128 Bäume eingetroffen. Sie sollen in der nördlichen Geraaue gepflanzt werden.

Zudem sei am Montag eine weitere Person aus dem Erfurter Netzwerk festgenommen worden, die sich derzeit in Untersuchungshaft befindet. Diese Person soll Blutbeutel transportiert haben und dabei geholfen haben, Blutdoping anzuwenden.

Nach der Germania-Insolvenz wirbt der Flughafen Erfurt-Weimar um weitere Verbindungen in beliebte Reiseländer. Für die Sommersaison ist das gelungen: Der Airport hat Verträge mit neuen Fluggesellschaften abgeschlossen.

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Bekannt wurde er durch einen spektakulären Gefängnisausbruch in Suhl: Ein Drogenhändler ist in Erfurt zu mehr als sechs Jahren Haft verurteilt worden. Die Flucht in einer Pappkiste hat dabei jedoch keine Rolle gespielt.

Die Doping-Razzia bei der Ski-WM sorgte für mächtig Furore im Wintersport. Es kam zu Festnahmen und Selbstanzeigen. Doch die Ermittler sind noch lange nicht am Ende.

1999 stiegen Unbekannte in die Wohnung eines Rentners ein und erbeuteten brutal mehrere tausend D-Mark. Der Mann starb wenig später. Erst mit der Digitalisierung der Akten konnten die Ermittler die Täter identifizieren.

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Aus DAA wird DRK: Für die auszubildenden Notfall-Sanitäter in Meiningen gibt es offenbar Klarheit. Das Rote Kreuz übernimmt die Rettungsdienstschule und will ab April wieder unterrichten lassen.

Geben Auskunft: Bayerns Justizminister Georg Eisenreich (l.) und Oberstaatsanwalt Hans Kornprobst. (Quelle: Matthias Balk/dpa)

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Kommen Schmalkalden-Meiningen und Suhl zusammen? Der Kreistag in Meiningen ebnete jetzt den ersten Schritt für eine Aufnahme der kreisfreien Stadt. Bis zu Sondierungen gibt aber noch einige Hürden zu überwinden.

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Nach den ersten Vernehmungen haben die Ermittler konkreten Verdacht gegen mindestens 21 Athleten. Oberstaatsanwalt Kai Gräber: Es konnte Eigenblutdoping an 21 Athleten aus acht Nationen ermittelt werden.

Die Behandlungen haben zwischen 2011 und 2019 stattgefunden. Insgesamt sind fünf Sportarten betroffen – drei aus dem Winter- und zwei aus dem Sommersport. Alles andere als ausgeschlossen aber, dass diese Zahlen am Ende der Ermittlungen noch weitaus höher liegen werden.

Die Bluttransfusionen seien weltweit gemacht worden. Sie seien unter anderem in Deutschland, Österreich und der Schweiz, aber auch in Südkorea und auf Hawaii vorgenommen worden.

Im Februar 2018 hatten im südkoreanischen Pyeongchang die Olympischen Winterspiele stattgefunden. Auf Hawaii findet einmal im Jahr der Ironman der Triathleten statt.

Gräber gab außerdem bekannt, dass am Montag in Erfurt noch ein vierter mutmaßlicher Komplize festgenommen wurde. Schmidts Vater Ansgard, der Sanitäter Sven M. und die Krankenschwester Diana S. sitzen bereits in U-Haft.

Rückblick: Bei Razzien unter dem Projektnamen Operation Aderlass hoben die Ermittler am 27. Februar bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld (Österreich) und in Erfurt ein Doping-Netzwerk um den verhafteten Erfurter Mediziner Dr. Mark Schmidt aus. Dabei wurden mehrere Sportler aus Österreich, Estland und Kasachstan sowie mutmaßliche Drahtzieher und Komplizen festgenommen, umfangreiche Beweismittel (u.a. 40 Blutbeutel) sichergestellt. Weitere Sportler, wie der österreichische Radfahrer Georg Preidler (28) stellten sich selbst.

Der österreichische Ski-Langläufer Johannes Dürr (31) hatte die Ermittlungen mit seinen Äußerungen in der ARD-Doku Die Gier nach Gold – Der Weg in die Dopingfalle im Januar ausgelöst, als er Dopingpraktiken öffentlich machte. Später wurde auch er festgenommen, und wegen Sportbetrug gegen ihn ermittelt.