Teilen Weiterleiten Tweeten Weiterleiten Drucken 26. Mai 2019 um 20:31 Uhr Stimmen zur Europawahl : Was bedeutet die Europawahl für Düsseldorf? Düsseldorf So reagierten Düsseldorfer Politiker auf die Ergebnisse der Europawahl

Teilen Weiterleiten Tweeten Weiterleiten Drucken Thomas Jarzombek, Kreisvorsitzender CDU: Mit dem Ergebnis können wir insgesamt nicht zufrieden sein. Wir haben aber in Düsseldorf den Abstand zur SPD vergrößert. Das gibt uns Mut für die Kommunalwahl.

Paula Elsholz, Kreischefin der Grünen: Dieses Wahnsinnsergebnis zeigt, wie stark das Thema Klimaschutz an Bedeutung gewonnen hat. Das gibt Rückenwind für die Kommunalwahl. Klimaschutz bleibt zentral – wir kämpfen im Rathaus schon jetzt dafür, dass er bei allen Entscheidungen berücksichtigt wird.

Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Düsseldorfer FDP-Parteichefin: Das hat gar keine Bedeutung für Düsseldorf. Heute waren 400 Millionen Menschen aufgerufen, ihre Stimme abzugeben, und davon haben auch wir Liberale profitiert.

Die Grünen liegen mit 31,2 Prozent an der Spitze. Die SPD bezeichnet ihr Ergebnis als "Vollkatastrophe".

München – Ihr Erfolgstrend von der Landtagswahl 2018 hat sich auch bei der Europawahl bestätigt. Schon im Oktober 2018 waren die Grünen mit 31,2 Prozent in München die stärkste Partei. Das haben sie genau gehalten – und im Vergleich zum Europawahl-Ergebnis von 2014 in München um stolze 11,6 Prozent zugelegt. Damit liegen sie erstmals bei der Europawahl in München vor der CSU (26,9 Prozent).

Ein Rekordergebnis war auch die Wahlbeteiligung von 65,4 Prozent in München. Das sind 19,6 Prozent mehr als 2014.

Überglücklich zeigt sich am Sonntagabend Münchens grüne OB-Kandidatin Katrin Habenschaden. Zur AZ sagt sie: "Wir haben bereits im Vorfeld sehr viel Zuspruch bekommen – auch von Münchnern in dezentralen Lagen."

Tatsächlich waren die Grünen längst nicht nur in der Innenstadt erfolgreich. Auch in Bezirken wie Pasing-Obermenzing (29,3 Prozent) und Trudering-Riem (27,1 Prozent), in denen traditionell die CSU sehr stark ist, legten die Grünen um mehr als zehn Prozent zu. Selbst in Laim sind die Grünen inzwischen stärkste Kraft (30,5 Prozent), die SPD verlor hier dramatisch (-14,2 Prozent).

Für die Grünen eine ungemeine Bestätigung – vor allem mit Blick auf die Kommunalwahl 2020. "Hier wollen wir – nach diesem Ergebnis erst recht – stärkste Kraft werden", sagt Dominik Krause, Vize-Chef der Rathaus-Grünen.

Er nennt den Klimaschutz und den Kampf gegen Rechts als wichtige Themen, die Münchner dazu bewegt hätten, Grün zu wählen. Und Habenschaden kündigt in dem Zuge an, die AfD, die in München mit 6 Prozent im deutschlandweiten Vergleich (10,8 Prozent) wenig erfolgreich war, bei der Kommunalwahl "komplett zu entzaubern".

Die CSU liegt in München mit 26,9 Prozent genau bei dem Ergebnis von 2014. OB-Kandidatin Kristina Frank (CSU) sieht die Europawahl – obwohl ihre CSU in München nur zweitstärkste Kraft geworden ist – als vollen Erfolg. "Die CSU hat sich, anders als die CDU, stabilisiert", sagt sie. Ihre Strategie für die anstehende Kommunalwahl? "Wir werden mehr auf Grün blicken und weniger auf Rot."

Denn bei der SPD könne man ja von einem alles andere als stabilen Ergebnis, sondern vielmehr "von einem Erdrutsch" sprechen. Frank zeigt wenig Mitleid für ihre roten GroKo-Partner: "Die stolze München-Partei hat nicht mehr beide Füße auf dem Boden."

Für die SPD finden selbst die eigenen Leute keine positive Worte mehr. Denn die steht in München mit 11,4 Prozent (-14,3 Prozent) noch schlechter da, als deutschlandweit (15,6 Prozent). "Eine Vollkatastrophe", sagt der Münchner Bundestagsabgeordnete Florian Post (SPD). "Bei so einem Ergebnis muss man alles auf den Prüfstand stellen!"

Ähnlich niedergeschlagen über die Wahl-Watschn äußert sich OB Dieter Reiter (SPD): "Da gibt es nichts schönzureden." Der OB kündigt auch an: "Die Partei muss jetzt dringend darüber nachdenken, wie inhaltliche und personelle Konsequenzen aussehen müssen." Gibt es da überhaupt noch Hoffnung für die Kommunalwahl? "Es wird ein harter Ritt", sagt Post. Und ergänzt: "Aber bei der SPD muss man ja Berufsoptimist sein." Und Dieter Reiter? Der kann für 2020 zumindest darauf setzen, dass bei der OB-Direktwahl die Person oft mehr zählt als die Partei.

CSU 26,9 Prozent SPD 11,4 Prozent Grüne 31,2 Prozent AfD 6,0 Prozent Freie Wähler 2,4 Prozent FDP 5,3 Prozent Linke 3,2 Prozent Übrige Parteien 13,5 Prozent

Um Artikel kommentieren zu können, ist eine Registrierung erforderlich. Sie müssen dabei Ihren Namen, Pseudonym sowie eine gültige E-Mail-Adresse angeben. Bei Abgabe Ihrer Kommentare wird nur Ihr Pseudonym angezeigt. Mehr Informationen finden Sie hier.

Ihr Pseudonym sowie weitere Daten können Sie in Ihrem Benutzerkonto ändern. Dieses finden Sie oben rechts .