Düsseldorf führt neue Fahrbahn ein – unglaublich, mit wem sich Radfahrer die Umweltspur teilen sollen - Derwesten.de
Düsseldorf: Alle Infos zur Umweltspur an der Merowingerstraße in Bilk
Teilen Weiterleiten Tweeten Weiterleiten Drucken Um 11 Uhr haben Mitarbeiter der Stadt an der Ecke Merowingerstraße/Kopernikusstraße in Bilk das Schild “Bussonderfahrstreifen” in Fahrtrichtung stadteinwärts gedreht. Auf der rechten Spur dürfen bis Ludwig-Hammers-Platz (also kurz vor dem Bahnhof Bilk) ab jetzt neben Bussen nur noch Fahrräder, Taxis und E-Fahrzeuge fahren. Wer sich nicht daran hält, muss 15 Euro Bußgeld zahlen. Ausnahmen gelten für Rettungswagen, Müllautos und den Dienstwagen des Oberbürgermeisters. Die zweite Umweltspur auf der Prinz-Georg-Straße in Pempelfort startet am Dienstag.

Hier haben wir alle wichtigen Fragen und Antworten zu den Umweltspuren zusammengestellt. Mehr zu politischen Hintergründen und zur Kritik an der Umweltspur lesen Sie hier und hier.

Die Pressekonferenz zur Markierung der Umweltspur auf der Prinz-Georg-Straße haben wir bei Facebook live übertragen. Das Video finden Sie hier. Hier sehen Sie, wie die Umweltspur an der Merowingerstraße aussieht:

Eingeführt werden die Umweltspuren wegen der drohenden Fahrverbote für Diesel. Umweltministerium, Bezirksregierung und Stadt sehen inzwischen schlechte Chancen vor Gericht, wenn an Brennpunkten mit zu hoher Luftbelastung nicht umgehend etwas passiert. Die Umweltspuren sollen kurzfristig Abhilfe für die Anwohner schaffen. Sie bedeuten zwar eine Einschränkung für den Autoverkehr, erlauben aber, dass alle die Strecken nutzen.

Düsseldorf – Für Autofahrer gilt seit Montag die erste Umweltspur in Düsseldorf. Auf der Merowingerstraße wurde der erste 500 Meter lange Fahrstreifen um 11 Uhr offiziell freigegeben. Ein Verkehrschaos blieb aus. Es sind Osterferien, weniger Autos unterwegs.

Am Dienstag folgen die 500 Meter langen Sonderfahrstreifen auf der Prinz-Georg-Straße. Mit den Spuren will Düsseldorf die Luftqualität verbessern und Dieselfahrverbote wegen Grenzwertüberschreitungen abwenden. Die Klage liegt beim OVG Münster, wird im Laufe des Jahres verhandelt.

Fahren dürfen auf ihnen nur Busse, Fahrräder, Taxis und Autos mit Elektro-Antrieb. Darüber hinaus sollen Fahrgemeinschaften (mindestens drei Insassen pro Auto) dort fahren dürfen – dafür gibt es aber bislang keine Rechtsgrundlage. Die Umweltspuren waren vorher eine von zwei Fahrbahnen auf den Hauptverkehrsachsen – ab jetzt ist die Umweltspur für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren verboten. Verstöße kosten 15 Euro Verwarngeld.

Die Trenn-Linie zwischen den beiden Spuren ist unterbrochen. Fahrzeuge von der Umweltspur können also notfalls auf die Normalspur ausweichen, aber nicht umgekehrt. Sebastian Miesner vom Amt für Verkehrsmanagement: Formal dürfen Diesel und Benziner nicht auf die Ökospur. Die Polizei überwache das im Rahmen ihrer Möglichkeiten.

Der ADAC, Wirtschaftsverbände und CDU-Opposition befürchten dagegen mehr Staus und Abgase. Ein ADAC-Sprecher: In den Osterferien klappts vielleicht. Aber in normalen Zeiten mit Messen und Regenwetter sehen wir Probleme.

Die Stadt hat den Start der Umweltspuren in die Osterferien mit geringerem Verkehrsaufkommen gelegt, um Autofahrern eine Eingewöhnung zu ermöglichen. An einem regulären Wochentag nutzen 25 000 Fahrzeuge die Merowingerstraße, eine wichtige Nord-Süd-Achse der Stadt. Entsprechend lärm- und schadstoffbelastet ist sie. Die Prinz-Georg-Straße bringt den Verkehr von Norden hinein – über sie rollen 22 000 Fahrzeuge täglich.

Umweltamtsleiter Thomas Loosen sagte, das einjährige Verkehrs-Experiment werde wissenschaftlich begleitet, um Auswirkungen bewerten zu können. Man wolle erreichen, dass Busse, Bahnen und Fahrräder stärker genutzt werden, die Abgaswerte in der ganzen Stadt sinken.

Nach Irritationen, ob OB Thomas Geisel mit seinem Diesel-Dienstwagen die Umweltspuren benutzen darf, steht nun fest: ja, er darf!

Im Kampf gegen Diesel-Fahrverbote ziehen Behörden alle Register – und kommen auf kuriose Ideen: die neueste sind Umweltspuren.

Die Umweltspuren in Düsseldorf müssen abgespeckt werden. Die juristische Regelung für Fahrgemeinschaften zieht sich.

Nach ersten Irritationen, ob Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel (55, SPD) mit seinem Diesel-Dienstwagen (eine Mercedes-Van) die Umweltspuren benutzen darf – steht nun fest: ja, er darf!

Laut städtischem Presseamt und NRW-Verkehrsministerium gilt zwar auch für Oberbürgermeister grundsätzlich die Straßenverkehrsordnung (StVO), aber gemäß § 46 StVO sind Ausnahmegenehmigungen möglich. Sie dürfe daher grundsätzlich unter anderem durch das OB-Fahrzeug, aber auch zum Beispiel vom Ordnungsamt befahren werden. Davon könne anlassbezogen Gebrauch gemacht werden.

Wie das konkret aussehen soll, will die Düsseldorfer CDU genauer wissen. Sie hat eine Anfrage in den Ordnungs- und Verkehrsausschuss eingebracht, der am 9. Mai tagt. CDU-Ratsherr Andreas Auler: Wir wollen schon wissen, ob der Oberbürgermeister von seinen Sonderrechten Gebrauch machen wird, während der normale Düsseldorfer auf der Spur daneben im Stau steht.

OB Geisel nutzt zumindest am ersten Tag die Umweltspur nicht. Er ist zu Fuß unterwegs und läuft privat einen Marathon in Boston (USA).