Düsseldorfer Stadtdechant Ulrich Hennes beurlaubt: Erneuter Vorwurf der sexuellen Belästigung - RP Online
Düsseldorfer Stadtdechant Ulrich Hennes beurlaubt
Teilen Weiterleiten Tweeten Weiterleiten Drucken Von Jörg Janssen Das Erzbistum hat den entsprechenden Hinweis an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet und davon unabhängig ein innerkirchliches Verfahren eröffnet, teilte das Erzbistum mit.

Hennes bestreitet den Vorwurf: Ich bin unschuldig, sagte er gegenüber unserer Redaktion. Er werde in Düsseldorf wohnen bleiben. Ich habe keinen Grund abzutauchen, so Hennes. Gottesdienste werde er vorübergehend nicht halten, da er beurlaubt sei.

Belästigungsvorwurf: Düsseldorfer Stadtdechant beurlaubt

Bis zum Abschluss der eingeleiteten Verfahren solle keine Vorverurteilung stattfinden; es gelte die Unschuldsvermutung, teilte das Erzbistum mit.

Hennes ist, den Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz entsprechend, bis zum Abschluss des Verfahrens beurlaubt. Der betreffende Vorgang soll sich 2012 ereignet haben. Der Hinweis hatte das Erzbistum nach eigenen Angaben am vergangenen Donnerstag erreicht.

Auf Anfrage unserer Redaktion bestätigte das Erzbistum, dass Hennes bereits in seiner Wuppertaler Zeit in den 1990er Jahren mit dem Vorwurf einer sexuellen Belästigung eines fast volljährigen Jugendlichen konfrontiert war. Damals wurde Ulrich Hennes vom Erzbistum zu einer Therapie verpflichtet, die dann auch absolviert wurde, sagte ein Sprecher.

Ein im Auftrag des Bistums erstelltes Gutachten habe seinerzeit ergeben, dass Hennes ohne Auflagen arbeiten könne. Die Staatsanwaltschaft, an die der Fall im Zuge der Überprüfung aller einschlägigen Akten Jahre später weitergeleitet worden sei, habe das Verfahren eingestellt, der Vorgang sei inzwischen verjährt.

Belästigungsvorwurf: Düsseldorfer Stadtdechant beurlaubt Düsseldorfer Stadtdechant beurlaubtVorwurf der sexuellen BelästigungHinweis an Staatsanwaltschaft weitergeleitet Neuer Abschnitt Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki hat den Düsseldorfer Stadtdechanten Monsignore Ulrich Hennes am Dienstag (19.03.2019) mit sofortiger Wirkung von allen Ämtern beurlaubt. Gegen ihn ist der Vorwurf der sexuellen Belästigung gegenüber einem erwachsenen Praktikanten erhoben worden.

Der Vorfall soll sich im Jahr 2012 ereignet haben. Das Erzbistum Köln hat nach eigenen Angaben am Donnerstag (14.03.2019) davon erfahren. Es habe alle Hinweise an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet.

Die Behörde hat dem WDR den Eingang einer Strafanzeige gegen Hennes bestätigt. Hennes bestreitet nach Angaben des Bistums den Vorwurf. Das Bistum betont auf seiner Website, dass auch für ihn die Unschuldsvermutung gelte.

Hennes ist den Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz entsprechend bis zum Abschluss des Verfahrens beurlaubt.

Nach Angaben des Erzbistums Köln hat es in den 1990er-Jahren bereits einen Vorwurf gegen Hennes gegeben, wonach er einen fast volljährigen Jugendlichen belästigt haben soll. Damals hat das Bistum ihn zu einer Therapie verpflichtet, sagte ein Sprecher dem WDR. Ein anschließendes externes Gutachten habe damals ergeben, dass Hennes ohne Auflagen arbeiten könne.

Das Bistum hatte den Fall damals nicht an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Erst im Zuge der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle bei der Kirche wurde der Fall Ende 2018 an die Staatsanwaltschaft geleitet. Diese hatte dann aber in dem Fall nicht mehr ermittelt, weil er bereits verjährt war.

Ein Stadtdechant vertritt den Verband der katholischen Kirchengemeinden einer Stadt gegenüber dem übergeordneten Bistum, der Politik, der Gesellschaft und der Öffentlichkeit.