Weghorst lässt \
Funkel sauer: Überheblich, desaströs, völlig körperlos
Das Spiel hätte auch 10:7 ausgehen können. In einer spektakulären zweiten Halbzeit hat der VfL Wolfsburg Aufsteiger Fortuna Düsseldorf niedergerungen. Überragend dabei: Stürmer Wout Weghorst.

Was für eine Bilanz! Drei Tore erzielte Wolfsburgs Stürmer Wout Weghorst gegen Fortuna Düsseldorf, zwei weitere bereitete er vor! Und so gewannen die “Wölfe” gegen den Aufsteiger spektakulär mit 5:2 (1:1).

… Bruno Labbadia. Der Trainer gab sein Ende zum Saisonende unter der Woche bekannt. Grund: Das schlechte Verhältnis zu VfL-Vorstand Jörg Schmadtke. Zum ersten Abschiedsspiel gabs für ihn einen klaren und verdienten Sieg. Für seinen Mut, die selben Bayern-Verlierer-Elf in der Startelf zu bringen und sein Team trotz Abschieds zu motivieren, bekommt Labaddia BamS-Note 2.

Kaan Ayhan (30.) hatte die Fortuna mit einem direkt verwandelten Freistoß in Führung gebracht, ehe Admir Mehmedi (34.) an seinem 28. Geburtstag der Ausgleich gelang. Dann ging es Schlag auf Schlag mit drei Toren in gut fünf Minuten: Weghorst (54./59.) und Robin Knoche (57.) schossen eine scheinbar komfortable Führung für den VfL heraus. Benito Raman (66.) verkürzte noch einmal auf 2:4 (66.), ehe Weghorst den Schlusspunkt setzte (88.).

Video starten, abbrechen mit Escape Labbadia lobt Weghorst: “Topleistung” | Sportschau | 16.03.2019 | 01:15 Min. | Verfügbar bis 16.03.2020 | Das Erste

… Admir Mehmedi. Gegen Düsseldorf feierte der Angreifer seinen 28. Geburtstag. Dazu beschenkt er sich selbst mit dem dritten Treffer im vierten Spiel in Folge. Der Torschütze glücklich: Ich habe mir vorgenommen, gesund zu bleiben und zu treffen. Hat geklappt!

Fortunas Trainer Friedhelm Funkel war nach der Partie mächtig sauer: “Das darf nicht passieren, dass wir drei Tore in fünf Minuten kassieren. Wir haben desaströs verteidigt, körperlos”, sagte er in der ARD-Sportschau. Sein Kollege Bruno Labbadia, der den VfL wegen Differenzen mit Sportdirektor Jörg Schmadtke am Saisonende verlässt, wertete den Sieg vor den Sportschau-Kameras als Statement der Mannschaft: “Das Ding hier ist noch nicht abgeschlossen.”

… Jörg Schmadtke. Auch der Vorstand hat Geburtstag, wird 55 Jahre und von Wout Weghorst (kam im Sommer für 10,5 Mio Euro) besonders reich beschenkt. Der Holländer trifft dreimal und legt zwei Treffer auf.

Audio starten, abbrechen mit Escape Friedhelm Funkel: "Katastrophal verteidigt und schlechte Entscheidungen getroffen" Sportschau | 16.03.2019 | 01:09 Min.

Nach der heftigen Klatsche bei den Bayern (0:6) verteilt Wolfsburg diesmal selber eine. Der VfL feiert mit einem 5:2 gegen Düsseldorf eine Tor-Party, träumt weiter von Europa.

Beide Mannschaften starteten offensiv in die Partie, doch bis auf die beiden Tore passierte im ersten Durchgang wenig. Nachdem Dodi Lukebakio gegen VfL-Kapitän Josuha Guilavogui einen Freistoß herausgeholt hatte, verwandelte Ayhan diesen direkt zum 1:0. Nur eine Minute später hätte Rouwen Hennings das zweite Tor für Düsseldorf erzielen müssen, doch der Angreifer lupfte den Ball in die Arme von VfL-Torhüter Koen Casteels.

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Danach wachten auch die Wolfsburger auf und kamen durch Mehmedi zum Ausgleich. Dem Tor ging ein Handspiel von Vorbereiter Weghorst voraus, das Schiedsrichter Bastian Dankert nach Studium der Videobilder als nicht absichtlich bewertete.

Nach dem Seitenwechsel sahen die Zuschauer eine ganz andere Partie, sprich ein Spektakel. Wolfsburg belohnte sich für sein größeres Engagement und führte nach knapp einer Stunde mit 4:1. Die Düsseldorfer Defensive, die in der ersten Halbzeit noch sehr geschickt verteidigt hatte, ließ sich in dieser Phase allzu leicht übertölpeln.

Trotz des scheinbar aussichtslosen Rückstands zeigten die Düsseldorfer Moral und gaben nicht auf. Nach Ramans Treffer zum 2:4 entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit vielen Chancen auf beiden Seiten. Ayhan (71.) etwa rettete für den geschlagenen Fortuna-Torhüter Michael Rensing vor der Linie. Dann schoss Düsseldorfs Stürmer Hennings (74.) aus der Distanz knapp am langen Pfosten vorbei. Unmittelbar danach lenkte Rensing einen Ball von Jerome Roussillon (74.) mit den Fingerspitzen an die Latte.

Dann strich ein Kopfball von Ayhan (82.) knapp am Wolfsburger Tor vorbei. Auf der Gegenseite scheiterte erst der eingewechselte Felix Klaus (83.) im Strafraum völlig frei an Rensing, bevor Weghorst ebenfalls frei aus acht Metern am Düsseldorfer Tor vorbeischoss. In der Nachspielzeit setzte Düsseldorfs Raman den Ball nochmal an den Pfosten, dann war der Wolfsburger Sieg unter Dach und Fach.

Wolfsburg spielt nach der Länderspielpause am Samstag (30.03.2019) um 15.30 Uhr bei Borussia Dortmund. Die Fortuna empfängt zeitgleich Borussia Mönchengladbach zum West-Klassiker.

Casteels – William, Knoche, Brooks, Roussillon (84. Uduokhai) – Guilavogui – Gerhardt, Arnold – Brekalo (68. Klaus), Mehmedi (80. Steffen) – Weghorst

Rensing – Mat. Zimmermann, Ayhan, Kaminski, Gießelmann – Bodzek (78. Sobottka), Stöger – Lukebakio (78. Usami), Barkok (61. Karaman), Raman – Hennings

Fortuna Düsseldorf hat 2:5 in Wolfsburg verloren. Vor allem eine Phase nach der Pause kostete die Rheinländer sämtliche Siegchancen. Trainer Friedhelm Funkel war anschließend richtig sauer und nahm sich neben dem eigenen Team auch den “Videokeller” zur Brust.

Die erste Szene, die Funkel richtig auf die Palme brachte, war der Treffer zum 1:1 durch Admir Mehmedi. Vorher hatte VfL-Angreifer Wout Weghorst den Ball an die Hand bekommen, dann auf den Schweizer weitergeleitet, der dann das Tor schoss. Bastian Dankert kommunizierte mit dem Videoschiedsrichter und schaute sich die Szene sogar selbst noch einmal an. Aber es blieb dabei: Der Treffer zählte.

Damit war der Coach der Gäste gar nicht einverstanden. “Er nimmt den Ball mit der Hand mit und dadurch verschafft er sich den Vorteil, deswegen darf das Tor nicht zählen”, hatte Funkel bei “Sky” eine klare Meinung. Und es ging weiter: “Ich sage das nur der Statistik halber, weil das hat das Spiel nicht entschieden. Es war das fünfte oder sechste Mal, wo ein Hand- oder Foulspiel gegen uns ausgelegt wird, da bin ich einfach sauer drüber, dass in gleichen Situationen gegen uns gepfiffen wurde. Da sollte man wirklich nachdenken, was mit dem Videokeller passiert, weil so ist es einfach nicht gerecht.”

Wie der Coach allerdings richtig sagte, hat diese Szene am Ende die Partie nicht entschieden. Vielmehr die Phase nach der Pause, als die Wölfe zwischen der 54. und 59. Minute gleich drei Treffer erzielt hatten. “Wir hatten zehn Minuten nach der Halbzeit, da haben wir sowas von schlecht verteidigt. Das war überheblich, desaströs, völlig körperlos und da kriegen wir drei Gegentore”, war Funkel bedient und wütete weiter: “So darf eine Bundesligamannschaft nicht verteidigen. Das war von unseren beiden Innenverteidigern wirklich ganz, ganz schlecht.”

Durch Benito Raman kamen die Rheinländer zwar noch einmal zum 2:4, zudem hatte die Fortuna einige weitere Chancen, allerdings hätte Wolfsburg auch mehr als fünf Tore schießen können. “Wir haben beim fünften Gegentor wieder völlig körperlos verteidigt. Da werden wir natürlich noch drüber sprechen, weil so kannst du dich defensiv nicht präsentieren”, sagte Funkel, der auf Nachfrage bestätigte: “Ich bin sauer, ja.”

Tabellarisch gesehen ist in Düsseldorf noch alles in Ordnung, der Vorsprung auf Rang 16 beträgt acht Spieltage vor dem Saisonende elf Punkte. Doch für Funkel ist der Klassenerhalt noch keinesfalls sicher, das hatte er auch vor der Begegnung betont. “Das war ein schwarzer Tag und eine gewisse Überheblichkeit, weil es bei uns in den letzten Wochen gut gelaufen ist”, mahnte der Coach und wurde dann erneut deutlich: “Wir müssen alle wieder auf den Boden der Tatsachen zurückkommen. Alle glauben schon, dass wir die Klasse gehalten haben. Die Spieler auch, vielleicht war der ein oder andere mit den Gedanken schon bei der Nationalmannschaft. So können wir nicht spielen.”

Eine klare Ansage von Funkel in Richtung seines Teams. Nun kann der Coach erst einmal zwei Wochen mit dem Team arbeiten, dann geht es weiter mit dem Heimspiel gegen Gladbach.

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