Fridays for Future in Düsseldorf mit tausenden Teilnehmern - RP Online
“Fridays for Future”-Bewegung: Klima-Demos – von Berlin bis Sydney
Teilen Weiterleiten Tweeten Weiterleiten Drucken Ein buntes Bild bot sich am Freitag in Düsseldorf: Hier wurde eine Pappmaché-Figur der schwedischen Klima-Aktivistin Greta Thunberg aus dem Rosenmontagszug reaktiviert. Der Motivwagen von Jacques Tilly zeigt die 16-jährige Streik-Ikone, die der Elterngeneration die Ohren lang zieht. Die Schüler sattelten die Figur auf einen Anhänger um. Statt von einem Diesel-Fahrzeug – wie im Rosenmontagszug – wurde er von einem Elektrowagen gezogen, den ein Carsharing-Anbieter zur Verfügung gestellt hatte.

Die Organisatoren sprachen von mehr als 8000 Teilnehmern, die Polizei vor Ort schätzte die Zahl auf 6000 bis 7000. Erwartet waren ursprünglich weniger als die Hälfte der Demonstranten. Sie zogen vom Rathaus über den Grabbeplatz, ein Stück die Kö entlang bis vor den Landtag. Dort hielten die Vorsitzende der Landtags-Fraktion der Grünen, Monika Düker, und Carsten Löcker, verkehrspolitischer Sprecher der Landtagsfraktion der SPD, eine Rede. Ich bin mir sicher, alle in der Politik haben uns heute gehört, sagte Lukas Mielczarek (19), der die Fridays for Future-Ortsgruppe Düsseldorf vertritt.

Die Freitagsdemos sind umstritten, weil viele Schüler die Schule schwänzen. NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) erklärte, sie begrüße das politische Engagement der Schülerinnen und Schüler. Ich finde es gut, wenn junge Menschen bereit sind, für ihre Ziele auf die Straße zu gehen. Das Demonstrationsrecht setze aber die Schulpflicht nicht außer Kraft. Die Schulen könnten das Thema Klimaschutz im Unterricht oder im Rahmen von Projekttagen aufgreifen. Um persönlich mit den Initiatoren der Klimastreiks ins Gespräch zu kommen, habe sie die Landesschülervertretung und Vertreter von Fridays for Future zu einem Meinungsaustausch ins Ministerium eingeladen, sagte sie.

Am Donnerstag waren die Ortsgruppen in Düsseldorf und Wuppertal von Fridays for Future noch beunruhigt: In den sozialen Medien kursierte die Nachricht über ein Schreiben der Bezirksregierung Düsseldorf, das Lehrer dazu auffordern soll zu dokumentieren, welche Schüler an den Protesten teilnehmen. Dass Lehrer die Namen der teilnehmenden Schüler an die Bezirksregierung weiterleiten, sei nicht gefragt, sagte Jessica Eisenmann, Sprecherin der Bezirksregierung. Sie sollten die Schüler nur zählen, um mögliche Hilfestellungen besser planen zu können. Hintergrund sei eine Bitte der Polizei Wuppertal, die die Größe der Demos besser einschätzen wollte. Das Schreiben richtete sich nur an Wuppertaler Schulen.

Fridays for future: Mehr als 10.000 Schüler und Eltern bei Fridays for future-Protest in Köln

Aber auch an Düsseldorfer Schulen sorgten sich die Schüler um mögliche Sanktionen. So kursierte am Comenius-Gymnasium wohl das Gerücht, die Streikenden seien von Geldstrafen bedroht. Eine Mitarbeiterin der Schule bestritt das: Es gab lediglich eine Unterrichtung der Schüler darüber, dass die Schulpflicht vorgehe, und ein unentschuldigtes Fehlen im Unterricht Folgen haben kann.

▶︎ Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) rät den vielen Schülern, ihre Proteste in die Freizeit zu verschieben. Demonstrationen außerhalb der Schulzeit würden dem Anliegen sicherlich noch einmal eine ganz neue Durchschlagskraft verleihen und ihr ernsthaftes Engagement untermauern, argumentierte Altmaier.

Die bildungspolitische Sprecherin der Grünen, Sigrid Beer, hat einen Brandbrief an die NRW-Schulministerin geschrieben.

Sie ist inzwischen zu einer Ikone für Klimaschützer rund um die Welt geworden. In vielen Städten hielten Demonstranten Schilder mit dem Spruch Make the world Greta again in die Höhe – angelehnt an den Wahlkampfslogan von US-Präsident Donald Trump Make America great again (Macht Amerika wieder groß).

Der Münsteraner Rechtswissenschaftlers Tristan Barczak empfiehlt, demonstrationsfreudige Schüler ernst zu nehmen und auf Zwangsmaßnahmen zu verzichten.

Seit vielen Wochen geht das nun schon so, auch in Deutschland. Die Rechtslage ist klar: Hierzulande gibt es Schulpflicht. In den meisten Bundesländern gilt sie, bis die Jugendlichen etwa 18 sind. Systematisches Schwänzen ist also nicht ein witziger Schülerstreich, sondern Rechtsbruch. Wer anfängt, Blaumachen für den guten Zweck durchgehen zu lassen, kann da schnell argumentativ auf heikles Gelände kommen. Denn: Was ist der gute Zweck? Und: Wer entscheidet darüber? Natürlich müssen diese Gesetze mit Augenmaß durchgesetzt werden. Es gibt Situationen, in denen die Schulpflicht mit anderen geschriebenen oder ungeschriebenen Regeln konkurriert. Und selbstverständlich muss es – zum Beispiel – möglich sein, dass Kinder wegen der kranken Oma zu Hause bleiben. Aber: Wie oft, wie lange ist Daheimbleiben in Ordnung? Wie etwa würde die Öffentlichkeit reagieren, wenn in deutschen Städten Jugend-Demos gegen offene Grenzen angemeldet würden, stichelte neulich der Berliner Tagesspiegel.

Düsseldorf: Mehr als 10.000 Teilnehmer: Hier rollt der Greta-Wagen von Tilly durch Düsseldorf

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Bottroper Schüler gehen für Klimaschutz auf die Straße

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Immer wieder freitags gehen Schüler und Studenten zu Tausenden auf die Straße um einen Ruck beim Klimaschutz einzufordern. Unterricht? Schulpflicht? Egal, es gibt Wichtigeres im Leben, sagen sich die jungen Leute, die heute an Demos in 170 Städten in Deutschland teilnehmen. Sie befinden sich in großer Gesellschaft. Denn weltweit werden diesmal 1650 Aktionen erwartet. Sie alle folgen dem Vorbild der Schwedin Greta Thunberg, die jetzt sogar für den Nobelpreis vorgeschlagen wurde. Die Nominierung allein besagt zwar noch wenig über die Erfolgsaussichten der 16-Jährigen, ist aber immerhin ein Signal.

Weltweit demonstrieren Schüler für mehr Klimaschutz. In Deutschland gingen Hunderttausende auf die Straße. Die “FridaysforFuture”-Bewegung macht Druck – und die Bundesregierung Klimaschutz zur Chefsache.

Spitzenpolitikerinnen der großen Koalition sind nicht Zaungäste, sondern sie sind Schlüsselakteure. Sie wissen, dass der Klimawandelt menschengemacht ist und haben sich zum europäischen Ziel bekannt, die CO2-Emissionen bis 2030 um 40 Prozent zu senken. Von der Rolle des klimapolitischen Musterschülers, der andere Staaten belehrt, was sie zu tun haben, haben sich die Deutschen schon verabschiedet. Das nach außen getragene Selbstbewusstsein stand zuletzt in immer offenkundigeren Gegensatz zum eigenen Zögern.

Seit Monaten boykottieren in vielen Ländern weltweit junge Leute einmal pro Woche den Unterricht, um ihrem Unmut gegen ausbleibende Maßnahmen gegen die Erderwärmung zu äußern. Heute wurden die Aktionen zu einem ersten globalen Protesttag ausgeweitet. Den Organisatoren zufolge gingen weltweit in fast 1700 Städten Jugendliche auf die Straßen – von Finnland bis Südafrika. In Ozeanien und Asien liefen die Demonstrationen am Morgen bereits an, Aktionen gab es unter anderem in Sydney, Bangkok und Hongkong.

Das deutsche Ziel, bis 2020 bei den Treibhausgasen 40 Prozent weniger als 1990, wurde schon aufgegeben. Nun also geht es in die Verlängerung, und hier muss diese Koalition liefern. Der Ausstieg aus der Kohle soll bis 2038 berechenbar gelingen, da will die Regierung handeln. Jetzt muss ein Gesamtpaket her. Gestern haben die Spitzen von Union und SPD endlich ein Verfahren vereinbart, mit dem ein Klimakabinett das vorbereitet werden soll. Noch in diesem Jahr soll das Klimaschutzgesetz kommen.

Schüler aus Sydney nehmen am weltweiten Klimaprotest "Friday for Future" von Schülern und Studenten teil.

Auch in Weimar demonstrierten Schüler für ihre Zukunft. Foto: Michael Baar /**/ Am Mittag hatten sich die Teilnehmer am zweiten Weimarer Schülerstreik auf dem Goetheplatz vor der Hauptpost getroffen. Hier kamen etwa doppelt so viele Teilnehmer zusammen, wie bei der ersten FridayForFuture-Kundgebung vor zwei Wochen. Wie bei Kundgebungen gefordert, mussten die Organisatoren Ordner stellen und die Auflagen verlesen. Zwei Streifenwagen der Polizei begleiteten die jungen Leute, zu denen sich ein paar, aber nicht viele ältere Menschen gesellten, durch die Altstadt.

#Fridaysforfuture mobilisierte auch in Deutschland Hunderttausende Menschen. Bundesweit waren 220 Proteste angekündigt, an denen sich laut Veranstaltern rund 300.000 Menschen beteiligten. Die meisten Teilnehmer gab es bei der Demonstration in Berlin, wobei die Angaben über die Teilnehmerzahl schwanken. Die Polizei zählte bis zu 20.000 Menschen, die bei dem Zug mitliefen. In München kamen nach Behördenangaben rund 10.000 Teilnehmer zusammen, 6000 versammelten sich in Frankfurt am Main. Auch in anderen Städten wie Köln, Bremen, Hannover und Nürnberg wurde protestiert.

Erfurt. In vielen Thüringer Städten sind Hunderte Schüler auf die Straße gegangen, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren. Die Proteste sind Teil von weltweiten Aktionen unter dem Motto Fridays for Future von Schülern, Studenten und jungen Menschen. Das Thüringer Bildungsministerium begrüßte zwar das demokratische Engagement der Schüler, wie es in einer Erklärung hieß. Die jungen Menschen zeigen uns Erwachsenen, wie sehr sie sich für diesen Planeten verantwortlich fühlen, erklärte Bildungsminister Helmut Holter (Linke).

Inspiriert sind die Schulstreiks von der 16-jährigen Schwedin Greta Thunberg, die im vergangenen Jahr allein vor dem schwedischen Parlament zu demonstrieren begonnen hatte – inzwischen ist sie sogar für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen.

Die allwöchentlichen Proteste weiten sich immer mehr aus. Mahnungen von Politikern, die Schüler sollten lieber lernen und den Kampf gegen den Klimawandel den Profis überlassen, kommen bei ihnen nicht gut an. Eine der Organisatorinnen in Berlin, Luisa Neubauer, mahnte die Politiker, auf die Jugendlichen zu hören. Bei der Europawahl im Mai müsse sich jeder überlegen, ob er noch für eine Partei stimmen könne, die keinen Plan für die Zukunft und das Klima habe.

Jena : In Jena kamen ungefähr 700 bis 800 Demonstranten, der Großteil waren Schüler. Vom Holzmarkt zog der Demonstrationszug bei leichtem Regen durch die Innenstadt vor die Friedenskirche, von dort über die Johannisstraße auf den Ernst-Abbe-Campus, auf dem weitere Kundgebungen stattfanden. Die Demonstranten legten gemeinsam eine Schweigeminute ein. Der Transporter von Lothar König mit Musik und Tontechnik wurde von Schülern über die ganze Strecke hinweg an Seilen gezogen.

“Fridays for Future” – Hunderttausende Schüler aus mehr als 120 Ländern boykottieren Unterrichttagesthemen 21:45 Uhr, 15.03.2019, Ingrid Bertram, WDR

Mit Plakaten, Transparenten und lauten Sprechchören zogen die Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Gera , aber auch dem Landkreis Greiz und darüber hinaus durch die Innenstadt zum Geraer Rathaus, wo sie mehr Bemühungen für den Klimaschutz und ganz konkret die Umsetzung des Geraer Klimaschutzkonzeptes forderten. Dazu wurde gestern zur Demo auch ein Einwohnerantrag der Geraer Piratenpartei initiiert.

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Darum gehe es ihnen aber nicht, betonten Hanna Lüger und Emma Marcinkowski. Es gehe darum, öffentlich ein Zeichen für mehr Klima- und Umweltschutz zu setzen, stellen die beiden Albers-Schülerinnen klar. Es werde einfach zu wenig für den Klimaschutz getan, ärgern sie sich. Natürlich muss jeder einzelne bei sich zu Hause anfangen, aber in der Gruppe können wir mehr bewegen als alleine, so Emma Marcinkowski. Entsprechend sei auch die 16-jährige Schwedin Greta Thunberg, die Initiatorin der weltweiten Proteste, ein Vorbild. Es ist beeindruckend, was sie angestoßen hat.

Unterstützung bekommt die ursprünglich von jungen Leuten initiierte Bewegung auch aus anderen Generationen. So haben rund 12.000 Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz eine Stellungnahme unterzeichnet, um dem Anliegen der Klimabewegung Nachdruck zu verleihen – Stichwort: “Scientists for future”. Auch Eltern stellen sich mit “Parents for Future” an die Seite der Jugendlichen. Sie bitten unter anderem darum, auf Schulverweise oder andere disziplinarische Maßnahmen zu verzichten, wenn Schüler für Proteste dem Unterricht fernbleiben.

Oberbürgermeister Bernd Tischler sprach den Jugendlichen seinen Respekt aus. Viel zu oft werde kritisiert, die junge Generation sei politisch und gesellschaftlich nicht engagiert. Ihr setzt mit eurer heutigen Aktion ein deutlich anderes Zeichen. Er unterstütze die Schülerinnen und Schüler und sei überzeugt, dass die Aufmerksamkeit für die Aktion nicht so stark gegeben wäre, wenn der Aktionstag an einem schulfreien Tag läge.

Vorbild Greta: Der Dortmunder Antonio Pittau (16) kämpft fürs Klima

Vollbild  Sie wollen nicht leise sein: An vielen Orten der Welt machten sich Kinder und Jugendliche auf den Weg, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren. Die Kleinsten – hier in Sydney – wurden von ihren Eltern begleitet. | Bildquelle: REUTERS

In der Sitzung des Bundestages zollten alle Parteien bis auf die AfD den Teilnehmern der “Friday for Future”-Proteste Respekt. So betonte etwa der Bundestagsvizepräsident Thomas Opperman:

In vielen Städten in über 100 Ländern fanden Freitag diese Demonstrationen statt. Dafür haben die Jugendlichen den Unterricht geschwänzt oder aber wurden – so das Vorgehen an vielen Bottroper Schulen – für die Demonstration beurlaubt.

Rekordbeteiligung bei “Fridays for Future” in Thüringen

Auch Bundesumweltministerin Svenja Schulze lobte die Bewegung. Sie sei dankbar “für den Weckruf”, gleichzeitig wies sie jedoch den Vorwurf vieler Teilnehmer zurück, das nichts in Sachen Klimaschutz passiere. Ein Beispiel sei der beschlossene Kohleausstieg.

„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr unsere Zukunft klaut“, rufen etwa 280 Schüler, als sie heute Mittag vor dem Rosentor für den Klimaschutz demonstrieren. In der Kaiserstadt ist es die erste Veranstaltung der Initiative „Fridays for Future“, für die freitags weltweit Schüler auf die Straße gehen. „Es gibt keinen Planeten B“ und „Klimaschutz statt Kohleschmutz“ steht auf etlichen Plakaten, mit denen die Schüler um die Marktkirche ziehen. Sie wollen sich gegen die internationale Klimapolitik engagieren und für den Kohleausstieg einsetzen.

Doch trotz der Zustimmung für den Protest mahnten mehrere Politiker, etwa Bildungsministerin Anja Karliczek und CSU-Politikerin Anja Weisgerber auch die Einhaltung der Schulpflicht an – was bei dem Fraktionschef der Grünen, Anton Hofreiter, für Widerspruch sorgte: Statt eine “seltsame Debatte” über die Schulpflicht zu führen, sollte die Bundesregierung lieber daran arbeiten “echte Maßnahmen” für den Klimaschutz zu ergreifen.

Bochumer Schüler beteiligen sich an Klimademonstration

Das von der Regierung neu gebildete Klimakabinett gehöre für ihn jedoch nicht dazu. Das Gremium soll die rechtlich verbindliche Umsetzung der Klimaschutzziele für das Jahr 2030 vorbereiten. Doch Hofreiter kritisierte:

“Hochtrabende Namen können nicht darüber hinwegtäuschen: Die Bundesregierung weiß beim Klimaschutz nicht weiter und gründet einen Arbeitskreis.”

Eine der Organisatorinnen in Goslar ist die 19-jährige Frauke Nickel, die im vergangenen Jahr ihr Abitur am Christian-von-Dohm-Gymnasium abgeschlossen hat. Auf die Straße geht sie aus der Überzeugung, dass sie der letzten Generation angehört, die etwas für das Klima tun kann. Ich frage mich, wovon ich im Jahr 2050 leben soll, wenn wir die Erde kaputtmachen, erklärt Nickel.

Die AfD hingegen kritisierte die Protestbewegung scharf und auch das Lob der anderen Bundestagsparteien. Opperman beispielsweise warf die AfD vor, “für illegales Handeln Partei zu ergreifen”, da die Schüler bewusst die Schulpflicht verletzen würden. Der Abgeordnete Marc Jongen zog den menschengemachten Klimawandel in Zweifel und nannte finanzielle Aufwendungen für den Klimaschutz Geldverschwendung.

Vergangene Woche hatte nach Kanzlerin Angela Merkel auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Schülerproteste begrüßt. Viele der Erwachsenen hätten noch nicht gemerkt, “dass es fünf vor zwölf ist”, sagte Steinmeier in Neumünster zu Schülern einer “Fridays For Future”-Mahnwache: “Wir brauchen junge Menschen wie euch, die sich einmischen.”