The Curve und die Treppe in Duisburg im neuen Schwarzbuch
Schwarzbuch vom Bund der Steuerzahler:Die krassesten Steuerverschwendungen des Jahres
Geld ausgeben leicht gemacht. Die Konjunktur brummt, die Steuereinnahmen sprudeln. Diese seit Jahren anhaltende Entwicklung lässt einige Haushälter des Bundes, der Länder und der Kommunen offenbar leichtsinnig werden.

Selbstüberschätzung, Planungsfehler und Profilierungssucht führten zu einem fragwürdigen, um nicht zu sagen dreisten Umgang mit dem Geld der Bürgerinnen und Bürger, kritisiert der Bund der Steuerzahler.

Zum 46. Mal listet der Verein die krassesten Fälle von Verschwendung auf. WELT stellt sechs kuriose Beispiele aus dem Schwarzbuch 2018/2019 vor.

Den was sind die Konsequenzen aus diesen zu Recht bemängelten Missständen? Wird politische Verantwortung übernommen? Werden Fehlentscheidungen zum Besseren bereinigt? In Konsequenz der des jährlichen Berichts (der im Übrigen nach Werten sortiert sein sollte) solle es auch politische Konsequenzen geben. Der Schutz der Bürger und Ihrer Steuergelder gebietet das eigentlich. Anderenfalls ist jede dieser folgenlosen Fehlentscheidungen ein schlag in deren Gesicht. Die erfolgten Bankrettungen, auch der HRE, sind dabei sicher einige der größten Kostentreiber.Wie viele Schulen man mit diesem Geld hätte sanieren können und Lehrer einstellen… Dann schaffen wir es vielleicht auch mal bei Pisa aufzuholen und den Fachkräftemangel abzubauen. Aber so viel Weitsicht passt nicht in eine Legislaturperiode.

Die sechs U-Boote der deutschen Marine mit Brennstoffzellenantrieb gehören zum Modernsten, was die Nato in diesem Bereich zu bieten hat. Drei Milliarden Euro kosteten sie. Das Problem: Laut Schwarzbuch ist keines dieser U-Boote derzeit tatsächlich einsatzbereit.

Und trotzdem werden die vollversorgten Politiker die so einen Mist verzapfen nicht Müde sich immer neue Gebühren und Steuern auszudenken und zu fordern was das Zeug hält. Dabei waren die Einnahmen nie größer, die Last für die Bürger nicht unzumutbarer als heute. Klar sind auch die notwendigen Ausgaben enorm, aber solange Geld für den größten Bockmist oder unnütze Prestige Projekte da ist, sollten derlei Forderungen ein Tabu sein. Ich als Bürger fordere, geht gefälligst Vernünftig mit dem Geld um dass ihr mir abnehmt, nutzt es für notwendige Dinge. Saniert doch eine Schule als einen Geysir zu bauen! Und hört auf euch die eigenen Taschen zu stopfen mit euren dicken Pensionen während Rentner immer häufiger von Armut bedroht sind. Und nehmt Steuergeldverschwendung ins StGB auf.

Bei der Marineeinheit in Eckernförde ist man schon froh, wenn sie für Test- und Ausbildungsfahrten genutzt werden können – die meiste Zeit liegen die Boote zur Reparatur in Werften. Ein U-Boot habe, seit es im Jahr 2005 in Dienst gestellt wurde, gerade einmal eine große Einsatzfahrt erlebt – in 13 Jahren, heißt es in dem Bericht.

Der Bund der Steuerzahler kritisiert denn auch, dass hier Milliardenwerte ungenutzt herumliegen. Zumal sich dies auch auf die Ausbildung der Mannschaft auswirke. Für die insgesamt sieben U-Boot-Besatzungen gebe es derzeit nur drei Kommandanten. Die Einsatzbereitschaft der teuren Spezialschiffe müsse deutlich verbessert, Werftaufenthalte verkürzt, Ersatzteile schneller beschafft werden, so die Forderung.

Persönliche Animositäten zwischen Politikern der großen Koalition sorgten in den vergangenen Monaten für deutlich mehr Schlagzeilen als die eigentliche Regierungsarbeit. Da ist es verständlich, wenn Sachpolitiker befürchten, dass politische Entscheidungen in der öffentlichen Wahrnehmung untergehen.

So dachten offenbar auch die Verantwortlichen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Sie machten mit dem Slogan Der neue Rentenpakt für Deutschland seit September eifrig Werbung für die angeblichen Vorzüge der im Ministerium ausgearbeiteten Rentenbeschlüsse.

Ist es halt wenn Beamte oder Mitglieder des öffentlichen Dienstes, Politiker und Verwaltungen keine Haftung für ihre Entscheidungen haben. Bei nicht absolut nicht mehr zu vertuschenden Fehlentscheidungen kann man lediglich versetzt werden. Ganz anders in der freien Wirtschaft oder im Privatleben! Gut, bei Konzernen ist es ja bei Vorständen so ähnlich! Ist aber nicht so tragisch, wir haben ja genug Kohle, wenns nicht mehr reicht holt man es halt bei der arbeitenden Bevölkerung, über Steuern und Abgaben.

Rund 970.000 Euro gingen für die Werbung in Zeitungen, Online-Portalen und auf Plakatwänden drauf. Hinzu sollen noch einmal 84.000 Euro für eine eigene Internetseite gekommen sein. Zusammen sind das mehr als eine Million Euro, die der Steuerzahler für die Eigenwerbung der Politik zahlen muss, kritisiert der Steuerzahlerbund.

Was den Kritikern besonders aufstößt, ist die Tatsache, dass für den Rentenbeschluss geworben wurde, als das Rentenpaket nicht einmal beschlossen war. Beim Kampagnenstart im September hatte sich der Bundestag noch gar nicht mit dem Gesetzentwurf beschäftigt – zu dem Zeitpunkt hatte nur das Kabinett die Sache abgesegnet.

Nicht nur in der Bundespolitik, sondern auch auf regionaler und lokaler Ebene wird mitunter höchst zweifelhaft mit Steuergeld umgegangen. Der berühmte Schildbürgerstreich muss den Bewohnern der Stadt Celle in den Sinn kommen, wenn sie sich den Kreisel am Neumarkt nähern.

Ein zu beliebter Zebrastreifen: Auch der Fall eines Zebrastreifens in Celle schaffte es in das "Schwarzbuch". Die niedersächsische Stadt baute einen neuen Kreisverkehr plus Zebrastreifen. Der Übergang wurde von Fußgängern und Radfahrern jedoch so gerne genutzt, dass sich an dem Kreisel regelmäßig Staus bildeten – obwohl der Kreisverkehr die Verkehrssituation eigentlich verbessern sollte.

Sie können seit mehr als einem Jahr die Zebrastreifen nicht benutzen. Zunächst versperrten Baken den Weg, mittlerweile machen festinstallierte Metallzäune einen Übergang an den für Fußgänger vorgesehenen Stellen unmöglich.

Ein Krankenwagen für Wölfe: Ein weiterer Fall, den der Steuerzahlerbund anprangert, ist ein Krankenwagen für Wölfe, die bei Verkehrsunfällen verletzt werden. Dieser kostete die Region Hannover 11.000 Euro. Allerdings kam der Wagen noch nie zum Einsatz: "So kam es in der Region seit Inbetriebnahme lediglich zu zwei Unfällen. In beiden Fällen kam der Wolf bei dem Unfall zu Tode."

Hintergrund ist, dass Passanten zu langen Staus an dem Kreisverkehr führten. Die Zebrastreifen mussten aber unter allen Umständen bleiben, heißt es im Schwarzbuch, da ansonsten die finanzielle Förderung des aufwendigen Bauprojekts durch das Land mit fast einer Million Euro in Gefahr geraten wäre.

"Besonders während des täglichen Berufsverkehrs führte dies regelmäßig zu einem Verkehrsinfarkt", beschreibt der BdSt die Folgen. Der 12.800 Euro teure Zebrastreifen konnte jedoch nicht einfach zurückgebaut werden, da er Teil eines mit fast einer Million Euro geförderten Verkehrskonzepts war – Änderungen hätten für die Stadt die Rückzahlung des Geldes bedeuten können.

Der Steuerzahlerbund rechnet vor: alleine die Zebrastreifen kosteten einst 12.800 Euro, die Metallzäune nun noch einmal 5700 Euro. Wären die bei der Planung vorgebrachten Bedenken ausreichend berücksichtigt worden, müsste sich die Stadt heute nicht windiger Tricks bedienen, um den innerstädtischen Verkehr am Laufen zu halten, heißt es im Schwarzbuch.

Der Bund der Steuerzahler (BdSt) hat in seinem am Dienstag veröffentlichten "Schwarzbuch" zum 46. Mal "skurrile Verschwendungen" von Steuergeldern angeprangert – drohende und bereits passierte. Insgesamt dokumentiert der BdSt 109 exemplarische Fälle auf kommunaler, Landes-, Bundes- sowie EU-Ebene. Wir haben die unglaublichsten gesammelt:

Der Wolf ist zurück in Deutschland – und er ist schützenswert. In der Region Hannover fragte man sich, wie lässt sich ein Wolf, der bei einem Verkehrsunfall verletzt wurde, am sichersten in eine Tierklinik transportieren – sicher für Tier und Mensch.

Hier wurden 16,6 Milliarden Euro Steuergelder zu Grabe getragen. Ein Unding, wofür die Bürger zahlen müssen, obwohl die Landesbanken unter der Aufsicht der Politik standen. Wer befreit uns von den geldgierigen Konzerne und Banken? Im Vergleich sind alle Ausgaben hier Peanuts. Banken und Staatenrettung verschlingen alles. Nie wieder eine etablierte Partei.

Es wurde ein Spezialanhänger angeschafft: spezielle Innenwände, Fixiergurte und sogar eine besondere Beleuchtung, um den Unfallort zu sichern, gehörten dazu. Kosten: knapp 11.000 Euro.

Kritikwürdig ist aus Sicht des Steuerzahlerbundes, dass der Anhänger seit der Anschaffung im Janur 2017 bis heute kein einziges Mal zum Einsatz kam. In dem Zeitraum habe es in der Region ohnehin nur zwei Unfälle mit Wölfen gegeben. In beiden Fällen war der Wolf sofort tot. Auch in Nachbarlandkreisen sei der Anhänger nicht gebraucht worden.

Es ist allerhöchste Zeit, dass Politiker und Beamte für solche Verschwendungen endlich auch persönlich finanziell zur Verantwortung gezogen werden! Aber die werden sich natürlich nicht selbst entsprechend gesetzlich bedenken. Und die öffentlich-rechtlichen Medien werden dieses natürlich auch nicht thematisieren …

Der fehlende Bedarf habe sich schon vor der Anschaffung abgezeichnet, schließlich habe es auch in den zwei Jahren davor lediglich einen einzigen, ebenfalls tödlichen Unfall mit einem Wolf gegeben.

,,,viele Verschwendungsposten basieren auf ideologischen Fürzen, welche jeglicher Vernunft widersprechen. Ursachen sind eben die Politiker, welche wirklich ohne jegliche Objektivität alles durchsetzen wollen, aber gegen jegliche Bestrafung immunisiert werden. Ob sich etwas ändern wird; ich bezweifele es.

Fußball ist Volkssport und ein grüner Rasen die Basis. Das dachte man sich auch in Erfurt, und deshalb bekam der Fußballverein FC Rot-Weiß-Erfurt vor acht Jahren eine Rasenheizung für sein Stadtion. Gesamtkosten: 887.313 Euro.

"Offensichtlich ist die Stadt so reich, dass sie nicht weiß, wohin mit dem Geld", kommentierte der Bund der Steuerzahler das Vorhaben. "Anders kann man sich die Gestaltungspläne für den Kreisverkehr am Rhein nicht erklären."

Die Mitglieder des Stadtrats hatten sich die Sache schön gerechnet: Zur Refinanzierung sollte der Fußballverein ein pauschales Nutzungsentgelt von 3000 Euro pro Heimspiel zahlen, damit hätte nach 16 Jahren die Vorfinanzierung erstattet gewesen sein sollen.

nichts wert. Verschwendungssucht ist bei uns doch in Mode. Merkel fährt ins Ausland doch auch mit einem dicken Scheckbuch. Mich regt das schon lange nicht mehr auf. Es ändert sich nichts. Dafür kommt die Rente später und wird gekürzt.

Doch es kam anders: Der Verein zahlte kein einziges Mal das Nutzungsentgelt, schreiben die Autoren des Schwarzbuchs. Warum auch? Einen Vertrag über die Zahlung gab es nie. Um nicht in Erklärungsnöte zu kommen, sagte der Verein bei Frostgraden die Spiele lieber ab – und ließ die Rasenheizung kalt.

Zusätzliche Leistungen von Profifußballvereinen sollten auch von diesen bezahlt werden, so steht es im Schwarzbuch.

Am Schluss noch ein Thema, das immer wieder für Kopfschütteln sorgt: Verkehrsschilder. Im Berliner Bezirk Pankow verfuhr man mal wieder nach dem Motto: Viel hilft viel. Für eine mit vielen Bäumen gesäumte Strecke von 700 Metern bestellte die Verwaltung 44 Schilder. Kosten: 5000 Euro.

In der Platanenstraße wurden alle Parkbuchten neu gepflastert. An jeder steht nun am Anfang und am Ende ein Schild, dass Autofahrer darauf aufmerksam macht Vorgeschriebene Vorbeifahrt links.

Die Sanierung der Beethovenhalle bekommt durch die Veröffentlichung nun bundesweite Aufmerksamkeit. Im Stadtrat waren dazu bereits klare Worte zu hören: “horrend” nannte Helmut Redeker (SPD) die Kostensteigerung, während Tom Schmidt (Grüne) von einer “schrecklichen Wundertüte” sprach. Ursprünglich hatte die Stadt mit Kosten von 61,5 Millionen Euro kalkuliert – inzwischen liegt die Prognose bei 95 Millionen Euro. Laut dem Bund der Steuerzahler ging die Verwaltung sogar nur von geschätzten 59,8 Millionen aus und schätzte, dass die Kosten um 20 Prozent schwankten könnten.

Der Steuerzahlerbund hat dafür kein Verständnis. Denn abgesehen davon, dass die Bäume von zwölf Zentimeter hohen Bordsteinen eingefasst seien, könne man rechts gar nicht vorbeifahren.

Die 1959 gebaute Halle in Bonn sollte für knapp 60 Millionen Euro saniert werden – pünktlich zum 250. Geburtstag Beethovens. Doch daraus wird nichts – die Bauarbeiten dauern an und die Kosten lägen bereits bei 94 Millionen Euro. Die Stadt weist die Kritik zurück: Man sei verpflichtet, das denkmalgeschützte Gebäude zu erhalten. Die Mehrkosten seien unvermeidlich gewesen. Nicht alle Unsicherheiten seien bei solchen Projekten einkalkulierbar. Durch die gute Baukonjunktur seien die wenigen eingegangenen Angebote von Bauunternehmen zudem höher als erwartet.

Das Bezirksamt rechtfertigt den Schilderwahn damit, dass es um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer und mögliche Schadenersatzansprüche gegangen sei. Laut Schwarzbuch hätten dafür Schilder am Anfang und am Ende des gesamten Straßenabschnitts gereicht.

Die Autoren des Schwarzbuches sehen die Ursachen für die unerwartete Steigerung vor allem in der Eile, die die Politik vorgibt. So heißt es in der Presseinformation des Verbandes zu dem Fall: “Zeitdruck ist bei Sanierungen und Bauen im Bestand der schlechteste Berater. Um den Termin einzuhalten, wird oft mehr Geld ausgegeben als geplant und Baufirmen können Mondpreise aufrufen.” Ursprünglich war geplant, bis zum September 2018 fertig zu sein. Die Feierlichkeiten zum Beethoven-Jubiläum sollten in der renovierten Halle stattfinden.

0 Anzeige Geld ausgeben leicht gemacht. Die Konjunktur brummt, die Steuereinnahmen sprudeln. Diese seit Jahren anhaltende Entwicklung lässt einige Haushälter des Bundes, der Länder und der Kommunen offenbar leichtsinnig werden.

The Curve – Die Kurve heißt die Pannen-Promenade im Duisburger Innenhafen. Das dazu geplante Gebäude von Star-Architekt Sir Norman Foster wurde nie gebaut, die Promenade gammele – von Anfang an gesperrt – seit zehn Jahren vor sich hin, musste bereits für 550 000 Euro saniert werden. Die Kosten, um das angrenzende Grundstück doch noch zu bebauen, seien bereits von 1,85 auf 5,35 Millionen Euro gestiegen. Dort sei 2007 Abfallmaterial aus dem Kohlebergbau verfüllt worden – als Baugrund ungeeignet.

Selbstüberschätzung, Planungsfehler und Profilierungssucht führten zu einem fragwürdigen, um nicht zu sagen dreisten Umgang mit dem Geld der Bürgerinnen und Bürger, kritisiert der Bund der Steuerzahler.

Düsseldorfs neue U-Bahnstrecke ist in der Endabrechnung noch teurer geworden, obwohl sie bereits vor zwei Jahren fertiggestellt wurde: Die Baukosten seien seither von 843,6 auf 929 Millionen Euro gewachsen. Ursprünglich geplant: 650 Millionen Euro. Böse Überraschung, meint der Steuerzahlerbund.

Zum 46. Mal listet der Verein die krassesten Fälle von Verschwendung auf. WELT stellt sechs kuriose Beispiele aus dem Schwarzbuch 2018/2019 vor.

Die sechs U-Boote der deutschen Marine mit Brennstoffzellenantrieb gehören zum Modernsten, was die Nato in diesem Bereich zu bieten hat. Drei Milliarden Euro kosteten sie. Das Problem: Laut Schwarzbuch ist keines dieser U-Boote derzeit tatsächlich einsatzbereit.

Vom Geysir von Monheim bis zur kurvigen Pannen-Promenade in Duisburg: Der Bund der Steuerzahler hat zahlreiche Fälle entdeckt, bei denen seiner Ansicht nach Steuergeld verschwendet wird. In seinem neuen Schwarzbuch listet der Verband zahlreiche Beispiele aus Nordrhein-Westfalen auf.

Bei der Marineeinheit in Eckernförde ist man schon froh, wenn sie für Test- und Ausbildungsfahrten genutzt werden können – die meiste Zeit liegen die Boote zur Reparatur in Werften. Ein U-Boot habe, seit es im Jahr 2005 in Dienst gestellt wurde, gerade einmal eine große Einsatzfahrt erlebt – in 13 Jahren, heißt es in dem Bericht.

Der Brunnen am Kölner Kurt-Hackenberg-Platz habe sich als kostspielige Steuergeld-Pumpe erwiesen. Statt 45 000 Euro wurden es 130 000 Euro. Verglichen mit den 7,8 Milliarden Euro Schulden der Stadt Köln seien das allerdings Peanuts, muss sogar der Steuerzahlerbund zugeben.

Der Bund der Steuerzahler kritisiert denn auch, dass hier Milliardenwerte ungenutzt herumliegen. Zumal sich dies auch auf die Ausbildung der Mannschaft auswirke. Für die insgesamt sieben U-Boot-Besatzungen gebe es derzeit nur drei Kommandanten. Die Einsatzbereitschaft der teuren Spezialschiffe müsse deutlich verbessert, Werftaufenthalte verkürzt, Ersatzteile schneller beschafft werden, so die Forderung.

Der Bund der Steuerzahler listet in seinem aktuellen Schwarzbuch mehr als 100 Beispiele für Verschwendung öffentlicher Gelder auf. Darunter ist eine Straße in Berlin mit zahllosen Verkehrsschildern, eine Rasenheizung in einem Stadion in Erfurt und auch ein Fall aus Bonn.

Persönliche Animositäten zwischen Politikern der großen Koalition sorgten in den vergangenen Monaten für deutlich mehr Schlagzeilen als die eigentliche Regierungsarbeit. Da ist es verständlich, wenn Sachpolitiker befürchten, dass politische Entscheidungen in der öffentlichen Wahrnehmung untergehen.

Das denkmalgeschützte Düsseldorfer Schauspielhaus entpuppt sich als Fass ohne Boden. Die Sanierungskosten seien bereits von 11,2 Millionen auf 20,9 Millionen Euro gewachsen. Die Dachsanierung werde wohl mit einem ähnlichen Betrag zusätzlich zu Buche schlagen.

So dachten offenbar auch die Verantwortlichen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Sie machten mit dem Slogan Der neue Rentenpakt für Deutschland seit September eifrig Werbung für die angeblichen Vorzüge der im Ministerium ausgearbeiteten Rentenbeschlüsse.

Bonn. Wegen der deutlichen Erhöhung der Sanierungskosten hat der Steuerzahlerbund die Bonner Beethovenhalle als Beispiel für Verschwendung öffentlicher Gelder ins Schwarzbuch aufgenommen. Der Verband spricht von einer "Blamage in Bonn".

Riskante Geschäfte Hessen verzockt mehr als drei Milliarden Euro Rund 970.000 Euro gingen für die Werbung in Zeitungen, Online-Portalen und auf Plakatwänden drauf. Hinzu sollen noch einmal 84.000 Euro für eine eigene Internetseite gekommen sein. Zusammen sind das mehr als eine Million Euro, die der Steuerzahler für die Eigenwerbung der Politik zahlen muss, kritisiert der Steuerzahlerbund.

Was den Kritikern besonders aufstößt, ist die Tatsache, dass für den Rentenbeschluss geworben wurde, als das Rentenpaket nicht einmal beschlossen war. Beim Kampagnenstart im September hatte sich der Bundestag noch gar nicht mit dem Gesetzentwurf beschäftigt – zu dem Zeitpunkt hatte nur das Kabinett die Sache abgesegnet.

Nicht nur in der Bundespolitik, sondern auch auf regionaler und lokaler Ebene wird mitunter höchst zweifelhaft mit Steuergeld umgegangen. Der berühmte Schildbürgerstreich muss den Bewohnern der Stadt Celle in den Sinn kommen, wenn sie sich den Kreisel am Neumarkt nähern.

Sie können seit mehr als einem Jahr die Zebrastreifen nicht benutzen. Zunächst versperrten Baken den Weg, mittlerweile machen festinstallierte Metallzäune einen Übergang an den für Fußgänger vorgesehenen Stellen unmöglich.

Standortmarketing So teuer sind die Repräsentanzen deutscher Länder im Ausland Hintergrund ist, dass Passanten zu langen Staus an dem Kreisverkehr führten. Die Zebrastreifen mussten aber unter allen Umständen bleiben, heißt es im Schwarzbuch, da ansonsten die finanzielle Förderung des aufwendigen Bauprojekts durch das Land mit fast einer Million Euro in Gefahr geraten wäre.

Der Steuerzahlerbund rechnet vor: alleine die Zebrastreifen kosteten einst 12.800 Euro, die Metallzäune nun noch einmal 5700 Euro. Wären die bei der Planung vorgebrachten Bedenken ausreichend berücksichtigt worden, müsste sich die Stadt heute nicht windiger Tricks bedienen, um den innerstädtischen Verkehr am Laufen zu halten, heißt es im Schwarzbuch.

Der Wolf ist zurück in Deutschland – und er ist schützenswert. In der Region Hannover fragte man sich, wie lässt sich ein Wolf, der bei einem Verkehrsunfall verletzt wurde, am sichersten in eine Tierklinik transportieren – sicher für Tier und Mensch.

Es wurde ein Spezialanhänger angeschafft: spezielle Innenwände, Fixiergurte und sogar eine besondere Beleuchtung, um den Unfallort zu sichern, gehörten dazu. Kosten: knapp 11.000 Euro.

Bundesrechnungshof Hier hat Deutschland Millionen an Steuergeldern verschwendet Anzeige Kritikwürdig ist aus Sicht des Steuerzahlerbundes, dass der Anhänger seit der Anschaffung im Janur 2017 bis heute kein einziges Mal zum Einsatz kam. In dem Zeitraum habe es in der Region ohnehin nur zwei Unfälle mit Wölfen gegeben. In beiden Fällen war der Wolf sofort tot. Auch in Nachbarlandkreisen sei der Anhänger nicht gebraucht worden.

Der fehlende Bedarf habe sich schon vor der Anschaffung abgezeichnet, schließlich habe es auch in den zwei Jahren davor lediglich einen einzigen, ebenfalls tödlichen Unfall mit einem Wolf gegeben.

Fußball ist Volkssport und ein grüner Rasen die Basis. Das dachte man sich auch in Erfurt, und deshalb bekam der Fußballverein FC Rot-Weiß-Erfurt vor acht Jahren eine Rasenheizung für sein Stadtion. Gesamtkosten: 887.313 Euro.

Die Mitglieder des Stadtrats hatten sich die Sache schön gerechnet: Zur Refinanzierung sollte der Fußballverein ein pauschales Nutzungsentgelt von 3000 Euro pro Heimspiel zahlen, damit hätte nach 16 Jahren die Vorfinanzierung erstattet gewesen sein sollen.

Doch es kam anders: Der Verein zahlte kein einziges Mal das Nutzungsentgelt, schreiben die Autoren des Schwarzbuchs. Warum auch? Einen Vertrag über die Zahlung gab es nie. Um nicht in Erklärungsnöte zu kommen, sagte der Verein bei Frostgraden die Spiele lieber ab – und ließ die Rasenheizung kalt.

Zusätzliche Leistungen von Profifußballvereinen sollten auch von diesen bezahlt werden, so steht es im Schwarzbuch.

Am Schluss noch ein Thema, das immer wieder für Kopfschütteln sorgt: Verkehrsschilder. Im Berliner Bezirk Pankow verfuhr man mal wieder nach dem Motto: Viel hilft viel. Für eine mit vielen Bäumen gesäumte Strecke von 700 Metern bestellte die Verwaltung 44 Schilder. Kosten: 5000 Euro.

In der Platanenstraße wurden alle Parkbuchten neu gepflastert. An jeder steht nun am Anfang und am Ende ein Schild, dass Autofahrer darauf aufmerksam macht Vorgeschriebene Vorbeifahrt links.

Der Steuerzahlerbund hat dafür kein Verständnis. Denn abgesehen davon, dass die Bäume von zwölf Zentimeter hohen Bordsteinen eingefasst seien, könne man rechts gar nicht vorbeifahren.

Das Bezirksamt rechtfertigt den Schilderwahn damit, dass es um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer und mögliche Schadenersatzansprüche gegangen sei. Laut Schwarzbuch hätten dafür Schilder am Anfang und am Ende des gesamten Straßenabschnitts gereicht.

Schilderwald in Berlin-Pankow: 44 mal “Vorbeifahrt links” auf 700 Metern, wo Vorbeifahrt rechts gar nicht möglich ist Quelle: picture alliance / Paul Zinken/dpa