Nach Sachsen-Derby: Euphorie Dresden und Sorgen in Aue - t-online.de
Derbysieger! Dynamo triumphiert nach Rückstand in Aue
Aues Jan Hochscheidt (l.) im Zweikampf mit Dynamos Florian Ballas. Foto: Robert Michael (Quelle: dpa)

Seine Emotionen konnte Justin Löwe kaum in Worte fassen. Der 20-Jährige war am Montagabend der gefeierte Held des Sachsen-Derbys zwischen Dynamo Dresden und dem FC Erzgebirge Aue. “Unbeschreiblich, was da für Emotionen, auch bei mir im Spiel waren. Einfach Wahnsinn, dass das Spiel so zu Ende geht, einfach schön”, fasste Dresdens Mittelfeldspieler nach dem 3:1 (0:1) seine Gefühle zusammen.

Sein Tor zum 2:1 war wegweisend für den ersten Dynamo-Sieg im Jahr 2019. Ausgerechnet beim Erzrivalen gelang dem Team von Cristian Fiel der wichtige Befreiungsschlag im Abstiegskampf der 2. Fußball-Bundesliga. “Wenn man vier Monate kein Spiel gewonnen hat und dann wieder in Rückstand gerät, ist das keine so leichte Situation”, erklärte Fiel, für den es der erste Sieg als Dynamo-Chefcoach war. “Deswegen war das für die Jungs auch ein wichtiger Moment zu merken, wenn du hart arbeitest, muss der Erfolg irgendwann kommen. Das heißt aber nicht, dass wir jetzt jedes Spiel gewinnen werden.”

Nach dem Seitenwechsel kommt bei den Gästen Duljevic ins Spiel – und bereitet prompt den Ausgleich vor: Seinen Steilpass auf Wahlqvist spielt der zu Röser, der am kurzen Pfosten eiskalt mit der Hacke vollendet (50.). Jetzt das Momentum auf Dresdner Seite. Wieder Wahlqvist auf Röser, dessen Kopfball zischt diesmal knapp drüber (58.).

Schon am Donnerstag geht es für Dynamos weiter. Dann treten sie zur Nachholpartie bei Greuther Fürth an. Auch die Franken sind ein direkter Konkurrent im Abstiegskampf. Mit einem Sieg kann ein großer Sprung raus aus dem Tabellenkeller gelingen. Mit derzeit 31 Zählern hat der Tabellen-14. sieben Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang.

Aue sofort am Drücker und mit einem Fallrückzieher von Ex-Dynamo Testroet – daneben (1.). Nach einer Viertelstunde machen dann auch die Gäste mit. Müllers abgefälschter Schuss ist das Startsignal (16.), Berkos Kopfball (17., Kusic klärt vor der Linie), und Benatellis 20-Meter-Schuss (18.) sind die nächsten Achtungszeichen.

Eben jenen Sprung hat der FC Erzgebirge Aue am Montag verpasst. Zwar hat der Tabellen-13. noch komfortable acht Zähler Vorsprung auf Platz 16, doch trügt der Schein. “Noch sind die Teams im Keller nicht so eng zusammen wie in der Vorsaison, aber das kann alles noch passieren. Wir müssen gewarnt sein, dürfen nicht nachlassen”, erklärte Aues Kapitän Martin Männel nach der 13. Saisonniederlage. “Damit haben wir uns das, was wir uns mühevoll erarbeitet hatten, wieder selbst mit dem Allerwertesten eingerissen. Wenn wir die Kurve nicht kriegen, kann es für uns noch mal sehr gefährlich werden.”

Genauer gesagt Youngster Löwe: Kurz zuvor für Röser eingewechselt, knallt er in seinem zweiten Zweitliga-Einsatz nach einer Ecke drauf – die Kugel schlägt direkt neben dem Innenpfosten zum 1:2 ein (81.)! Als Aue alles nach vorn wirft, sorgt Berko mit einem astreinen Konter für die Entscheidung (90+1.).

Bereits am Freitag Aue bei Arminia Bielefeld wieder gehörig unter Druck. Vor allem in der Defensive suchen die Erzgebirger derzeit nach Stabilität. Achtmal musste Keeper Männel in den vergangenen beiden Spielen hinter sich greifen. Trainer Daniel Meyer vermisst die notwendige Einstellung seiner Akteure: “Ich weiß auch nicht, ob sich einige Spieler präsentieren müssen, sobald das Flutlicht angeht. Da wird entweder mit dem Schiedsrichter diskutiert oder es werden sich unnötige Gelben Karten abgeholt”, ärgerte sich der 39-Jährige und warnte: “Das alles können wir uns nicht leisten, so gut sind wir nämlich nicht. Wir müssen demütig bleiben und uns in den nächsten Spielen einfach alle wieder an den Plan und an die Grundordnung halten. Nur so werden wir die nötigen Punkte für den Klassenerhalt holen.”

Dynamo Dresden krallt sich den Sieg im Sachsenderby der 2. Bundesliga. Der 3:1-Erfolg bei Erzgebirge Aue ist zugleich der erste Dreier des Jahres für die Schwarz-Gelben, die damit bis auf einen Punkt an die Veilchen ranrücken.

Genau diese Einstellung hat man in der sächsischen Landeshauptstadt mit dem Trainerwechsel hin zu Fiel wiedergefunden. Derby-Held Löwe stach da am Montag exemplarisch heraus. “Fielo sagte zu mir, das wird mein Tag, ich solle es genießen. Dann habe ich nicht das gemacht, was ich eigentlich auf dem Spielfeld machen sollte. Eigentlich sollte ich etwas anders agieren”, gab das 20 Jahre alte Eigengewächs zu.

Und Aue? Bringt in der zweiten Halbzeit außer einem Testroet-Kopfball, den Schubert stark pariert (78.), nicht mehr viel nach vorn zustande. Als vieles schon auf eine Punkteteilung hindeutet, beißt Dynamo noch Mal zu.

Denn Löwe sollte nach seiner Einwechslung die Räume vor der Abwehrreihe enger gestalten, agierte aber wesentlich offensiver. Vielleicht war es sogar Ausdruck des neuen Dresdner Selbstbewusstseins. Denn Fiel hat dem Team neues Leben eingehaucht, gibt seinen Spielern das Gefühl gebraucht zu werden. “Das ist nicht einfach daher gesagt, das ist so. Du brauchst über die ganze Saison den ganzen Kader”, sagte der 39-jährige Deutsch-Spanier. “Sie trainieren alle gut, weswegen die Aufstellung auch anders hätte aussehen können.”

Die Gastgeber mit drei Veränderungen, für den angeschlagenen Iyoha stürmt erstmals Neuzugang Zulechner. Dresden-Coach Fiel mischt sein Team dagegen richtig durch, bringt gleich sieben (!) Neue.

Sieben Änderungen hatte Fiel in Aue in seiner Startformation vorgenommen. Schon gegen Fürth könnten weitere folgen. Ob Löwe dann zu seinem dritten Saison-Einsatz kommt, ist nach seinem ersten Profi-Tor zumindest nicht unwahrscheinlicher geworden. Ohnehin muss sich das Eigengewächs für einen neuen Vertrag empfehlen. Sein Kontrakt läuft zum Saisonende aus.

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Ein Wiedersehen gibt es heute erneut für Stürmer Testroet. Der 28-Jährige hatte von 2015 bis 2018 für die Elbe-Städter gespielt. Im Hinspiel gelang ihm eine Vorlage. “Natürlich wollte ich in dem Spiel zeigen: Hey, ich bin nicht ganz so blind, wie man gedacht hat. Ich hatte mich riesig gefreut, in Dresden aufzulaufen und diesen Moment zu erleben, wenn ein ganzes Stadion gespannt ist, ob du gut spielst oder dem Druck nicht standhältst”, erinnert er sich.

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Schubert eilt aus seinem Tor und schlägt den Ball weit nach vorne. Eigentlich ist der Befreiungsschlag gar nicht gut gelungen, weil er flach ins Zentrum fliegt. Doch Berko geht der Kugel entgegen und sichert sie clever. Mehr noch: Der Stürmer ist Momente später schon mit dem Ball auf dem Weg nach vorne, kann sich gegen Kalig an der Strafraumkante aber nicht behaupten.

Aue – Lucas Röser brasilianisch mit der Hacke, Justin Löwe kurz nach seiner Einwechslung mit einem Strich und Erich Berko tanzte den Keeper aus – Dynamo Dresden gewinnt ein hitziges Sachsenderby bei Erzgebirge Aue mit 3:1. Vor 14.550 Zuschauern gelang den Schwarz-Gelben der erste Sieg im Jahr 2019.

Für beide Klubs geht es heute um wichtige Punkte gegen den Abstieg. Aue hat immerhin ein Acht-Punkte-Polster vor dem Relegationsplatz und möchte das mit Sicherheit ausbauen. Dresden wiederum steht nur vier Punkte vor der Abstiegszone – um nicht in größere Probleme zu kommen, will die SGD heute punkten, am besten dreifach.

Aue setzte sich von Beginn in der Dresdner Hälfte fest, Ex-Dynamo Pascal Testroet versuchte es (1.) gleichmal ganz frech mit einem Fallrückzieher. Dynamo wackelte in der Anfangsphase.

Berko krönt seinen Sololauf mit dem 3:1! Aue ist weit aufgerückt und verliert den Ball. Berko startet sofort durch und bekommt die Kugel von Duljevic in den Lauf gespielt. Nazarov verfolgt ihn, will jedoch die Notbremse vermeiden. So dringt der Stürmer in den Strafraum ein, umkurvt Männel und schiebt dann lässig ein.

Unter anderem vertändelte Jannik Müller – zum ersten Mal von Beginn als SGD-Kapitän – den Ball, Florian Ballas spielte im eigenen Strafraum zu lässig und sorgte somit für unnötige Gefahr, Rico Benatelli schob die Kugel seinem Gegner direkt in die Füße.

Dynamo-Coach Cristian Fiel nimmt im Vergleich zum 1:1 gegen den 1. FC Magdeburg sogar gleich sieben Veränderungen vor: Ballas, Dumic, Benatelli, Burnic, Berko, Möschl und Röser beginnen anstelle von Aosman, Gonther, Koné, Duljevic (alle Bank), Nikolaou, Kreuzer (beide 5. Gelbe Karte) und Ebert (muskuläre Probleme).

Der erste Torschuss von Müller (16.) wurde zur Ecke abgeblockt, genauso wie der anschließende Kopfball von Erich Berko und Benatellis Fernschuss (18.) landete in den Armen von Aue-Keeper Martin Männel.

Für die Gastgeber geht es heute vor allem darum, wieder die Grundtugenden an den Tag zu legen. Kampf, Wille, Leidenschaft – das ließ Aue beim 1:5 in Kiel zu weiten Teilen vermissen. Trainer Meyer gelobt Besserung: “Was das angeht, werden wir zu 100 Prozent da sein, das können wir versprechen.”

Danach gingen die Gastgeber dank doppeltem Philipp mit 1:0 in Führung. Dynamos Patrick Möschl verlor im Aufbauspiel den Ball, Aues Philipp Riese flankte butterweich in den Strafraum, wo Philipp Zulechner (27.) ins lange Eck köpfte.

Wenig später hätte es fast wieder geklingelt. Schlitzohr Jan Hochscheidt (30.) schlug einen Freistoß aus der eigenen Hälfte lang und hoch in Richtung gegnerisches Gehäuse, den Schlussmann Markus Schubert gerade noch so zur Ecke abwehrte. Auf der Gegenseite scheiterte Baris Atik (43.) an Männel.

Abwehrmann Wydra weiß genau, was heute gegen die SGD gefragt ist: “Zweikämpfe, Grätschen, was auch immer. Man muss von der ersten Sekunde an spüren, dass das ein Derby ist.” So wollen die Veilchen auch von Beginn an das Publikum auf ihre Seite ziehen.

Vier Gelbe Karten – zwei auf jeder Seite – verteilte Schiedsrichter Robert Hartmann im ersten Durchgang. Beide Teams gingen mit offenem Visier in die Zweikämpfe inklusive Tumulte vor der Auer Ersatzbank – ein echtes Derby eben!

Riesenchance für Röser! Nach einem von Riese abgefälschten Atik-Schuss fällt der Ball kurz vor dem Fünfmeterraum wie ein Stein vom Himmel. Der Stürmer zieht auf – und schlägt ein Luftloch. Im Abseits stand er nicht, ein Tor hätte also gezählt.

Welche Ansprache Dynamo-Coach Cristian Fiel auch immer in der Pause gehalten hatte, sie fruchtete. Der eingewechselte Haris Duljevic spielte mit feinem Füßchen auf Linus Wahlqvist, der in die Mitte auf Lucas Röser ablegte. Mit der Hacke vollendete der 25-jährige Angreifer einen wunderschönen Angriff zum 1:1-Ausgleich.

Dynamo im zweiten Durchgang mutiger und energischer, so wie Coach “Fielo” das bereits vor dem Spiel forderte.

Die Dresdner schnürten ihren Gegner in der eigenen Hälfte ein. Rösers Kopfball (58.) segelte genau wie Dujevics Schuss über die Latte.

Die Zweikämpfe blieben intensiv, in den Angriffen ging beiden Mannschaften aber allmählich die Puste aus – und dann kam Justin Löwe in die Partie. Der 20-Jährige, der erst seinen zweiten Profi-Einsatz seiner Karriere hinlegte, drosch den Ball (81.) nach abgewehrter Ecke mit voller Wucht in die Maschen, brachte die Dynamos mit 2:1 in Front und damit auch auf die Siegerstraße.

Berko vollendete einen Konter sogar noch zum 3:1. Was für ein Befreiungsschlag für die Schwarz-Gelben!