Nouri droht nach Pleite das Aus
Dynamo mit neuer Abwehr gegen Ingolstadt: “Können die richtige Reaktion zeigen”
Update Dresden – Auch im achten Spiel unter Coach Alexander Nouri gelingt dem FC Ingolstadt wieder kein Sieg. Ein erneuter Trainerwechsel ist nicht mehr auszuschließen.

Die Luft für Trainer Alexander Nouri beim FC Ingolstadt wird durch die 0:2-Niederlage bei Dynamo Dresden nach SPORT1-Informationen immer dünner. Am Montag will man sich zusammensetzen und beratschlagen, ob es mit dem Coach weitergeht. 

Unter dem früheren Coach von Werder Bremen gab es für das Tabellenschlusslicht der 2. Bundesliga in acht Spielen keinen einzigen Sieg, dafür sieben Niederlagen.

Eine Entlassung Nouris wäre der nächste Tiefpunkt einer turbulenten FCI-Saison: Im September musste Nouris Vorgänger Stefan Leitl nach einem Fehlstart gehen, im Oktober der glücklose Manager Angelo Vier.

Kartenflut: Mit Ingolstadt und Dresden treffen die beiden Mannschaften mit den meisten Gelben Karten (je 31) aufeinander. Weil die Schanzer bislang mit zwei Gelb-Roten Karten einen Platzverweis mehr als die Sachsen kassierten, liegt der FCI damit auch in der ligaweiten Fairplay-Tabelle auf dem letzten Rang.

Während Dynamo Wiedergutmachung für das 1:8-Debakel beim 1. FC Köln leistete und in der Tabelle den Blick nach oben richten darf, verschärfte sich die Lage beim FCI nach der achten Saisonniederlage weiter. (Tabelle der 2. Bundesliga)

Bilanz: In bislang zehn Duellen mit Dresden ging der FCI dreimal als Sieger vom Platz – unter anderem im letzten Aufeinandertreffen in der vergangenen Saison (4:2). Zudem gab es bereits sechs Unentschieden zwischen beiden Klubs.

Die Zweitliga-Highlights in der Sendung “Sky Sport News HD: Die 2. Bundesliga” sonntags ab 19.30 Uhr im TV auf SPORT1

Dresden. Im Heimspiel gegen den FC Ingolstadt (Sonntag, 13.30 Uhr) muss Fußball-Zweitligist Dynamo Dresden sehr wahrscheinlich auf die Mitwirkung von Kapitän Marco Hartmann verzichten. Der 30 Jahre alte Eichsfelder, der seit Dienstag weder am Testspiel gegen den Halleschen FC (1:4) noch an den anschließenden Trainingseinheiten teilnehmen konnte, leidet – anders als zunächst angenommen – nicht nur an einem eingeklemmten Nerv im Brustbereich. Bei näheren Untersuchungen stellten die Ärzte bei Hartmann eine Einblutung im Rippenzwischenraum fest, die dem SGD-Spielführer Schmerzen bereitet. Die Verletzung stammt offenbar schon aus dem Testspiel am Donnerstag voriger Woche bei Union Berlin (1:1), sie entfaltete ihre Wirkung aber erst später. Letztlich sind Hartmanns Einschränkungen noch so groß, dass sein Einsatz gegen die Schanzer stark gefährdet ist: Ich befürchte, dass er ausfällt, sagte Trainer Maik Walpurgis auf der Pressekonferenz vor dem Heimspiel am Freitagmittag.

Patrick Ebert (7., Foulelfmeter) und Moussa Kone (16.) legten früh für Dresden vor. Vor dem Strafstoß war Kone von Phil Neumann zu Fall gebracht worden, der für die Notbremse die Rote Karte sah (5.). (Alle Ergebnisse im Überblick)

Der Spielführer der Schwarz-Gelben leidet unter einer Einblutung im Rippenzwischenraum . Ein Einsatz gegen den FC Ingolstadt ist ungewiss. Zudem fallen Patrick Möschl und Florian Ballas verletzungsbedingt aus. 

Dresden ruhte sich nach der schnellen Führung nicht aus und drängte auf den zweiten Treffer. Dieser gelang Kone nach einer guten Vorarbeit von Ebert. In der Folge kontrollierte Dresden das Spiel. Ingolstadt kam in Unterzahl kaum zu Vorstößen und hatte sogar Glück, zur Pause nicht höher zurückzuliegen. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Nach dem Seitenwechsel änderte sich wenig. Dresden dominierte das einseitige Spiel und hatte selten Mühe mit den harmlosen Gästen. Erst in der Schlussphase kam der FCI wie beim Pfostenschuss von Osayamen Osawe (77.) zu Chancen.

“Der Platzverweis und die Rote Karte sind fraglich, aber ich will nicht über den Schiedsrichter reden. Dass wir uns in Unterzahl Chancen herausgespielt haben, gibt mir Zuversicht”, sagte FCI-Torwart Philipp Heerwagen bei Sky. Ob diese Hoffnungsschimmer reichen, um Nouris Job zu retten: fraglich.

Dresden – Den Dynamos blieb in den vergangenen zwei Wochen genug Zeit, die Geschehnisse und Gründe des Köln-Debakels aufzuarbeiten.

Gegen den FC Ingolstadt 04 wollen sich die Schwarz-Gelben am Sonntag (13.30 Uhr) von einer anderen Seite präsentieren als zuletzt, vor allem in der Defensive.

“Es gab eine hohe Fehlerquote, irgendwann haben wir uns dann ergeben”, erklärt Coach Maik Walpurgis abschließend zu diesem Thema.

“Wir können das Ergebnis nicht mehr ändern, aber wir können die richtige Reaktion zeigen, uns ins positive Rampenlicht stellen.”

Die Basis dazu soll in der Abwehrarbeit geschaffen werden. Sören Gonther soll die Geschicke in Dresdens Hintermannschaft leiten (TAG24 berichtete).

An seiner rechten Seite wird wird Dario Dumic auflaufen. Wer links vor Gonther spielen wird, ist noch offen. Die besten Karten hat Brian Hamalainen.

Der Däne ist in dieser Woche nach seiner dreiwöchigen Verletzungspause (Adduktoren) ins Mannschaftstraining zurückgekehrt.

“Er war sofort wieder drin”, war Walpurgis vom 29-Jährigen völlig überrascht. “Für mich sah es so aus, als wäre er nie verletzt gewesen.”

Auch Jannik Müller steht für den Platz in der Innenverteidigung zur Wahl. Doch seine dreimonatige Abstinenz nach Fuß-OP wird ihm wohl eher einen Platz auf der Bank bescheren.

“Wir haben in den letzten Wochen viele Ausfälle auf der letzten Ebene gehabt”, ist Walpurgis über jeden Rückkehrer froh. Trotz des möglichen Ausfalls von Marco Hartmann hat der Coach ein wenig die Qual der Wahl.

“Ich werde mir in den letzten Einheiten die einzelnen Spieler noch einmal genau anschauen und dann eine Entscheidung treffen.”