Dynamo gegen Schlusslicht! Gonther hat kein Mitleid mit Kumpel Heerwagen
Dynamo Dresdens Sören Gonther will Wiedergutmachung für das Debakel in Köln
Dresden – Sören Gonther war einer der wenigen Akteure, die nach der derben Pleite beim 1. FC Köln Rede und Antwort standen.

Nun, vorm nächsten Spiel gegen Ingolstadt, spricht er erneut ein Machtwort – macht dem Gegner eine Kampfansage.

Ihm selbst blieb als Vater von drei Kindern keine Zeit, Trübsal zu blasen. Gonther: Meiner kleinen Tochter war total egal, ob Papa schlechte Laune hat oder schlecht drauf ist. Von daher sind meine Kinder immer eine sehr gute Ablenkung von negativen Erlebnissen im Sport.

“Mit dem Köln-Thema ist jetzt Schluss”, will Gonther erst wieder davon wissen, wenn das Rückspiel naht: “Dann können wir über eine mögliche Revanche reden.”

Obwohl es unter der Woche einen erneuten Dämpfer gab, ist der 31-Jährige zuversichtlich, dass für Ingolstadt in Dresden nichts zu holen ist.

Wir können nichts wiedergutmachen, erklärt Dynamo-Verteidiger Sören Gonther (31). Das ist ein Eintrag in die Geschichtsbücher, den keiner von uns haben wollte. Aber das ändert nichts für Sonntag…

“Halle war nur ein Test”, spült er die 1:4-Niederlage gegen den Drittligisten einfach runter. “Test- und Pflichtspiele haben nichts gemeinsam. Das hat man auch bei den Partien gegen Großaspach und Aue gesehen.”

Im Oktober hatte Dynamo im Testspiel Großaspach mit 5:1 vom Platz gefegt, beim anschließenden Sachsenderby aber eine mäßige Vorstellung geboten.

Außerdem haben ihn seine zwei Kreuzbandrisse abgehärtet. Durch die Verletzungen habe ich gelernt, nach vorn zu schauen.

Auf dem Papier sieht es heute nach einer vermeintlich einfachen Aufgabe aus. Ingolstadt ist Tabellenletzter, hat mit Abstand die schlechteste Tordifferenz der Liga und konnte seit neun Partien keinen Dreier mehr einfahren. Nicht einmal der Effekt des Trainerwechsels zündete.

“Ich kenne das Gefühl, wie es ist, auf dem letzten Platz zu stehen”, erinnert sich Gonther an die Saison 2016/17, als er mit seinem damaligen Verein FC St. Pauli ebenfalls nach 13 Spieltagen auf dem letzten Platz verweilte.

“Damals hatten wir allerdings erst sechs Punkte. Insofern sieht es bei Ingolstadt mit acht Zählern ja noch rosig aus.”

“Die stehen mit dem Rücken zur Wand. Wenn wir ihnen nur den kleinen Finger reichen, werden sie sich daran hochziehen.”

Und genau diesen Gefallen will Gonther den Oberbayern nicht tun, auch wenn er mit FCI-Keeper Philipp Heerwagen aus gemeinsamer Pauli-Zeit noch gut befreundet ist.

Seine Kinder haben den dreifachen Vater nach der Pleite am Rhein schnell auf andere Gedanken gebracht.

Dresden. 15 Tage nach der historischen 1:8-Niederlage der Schwarz-Gelben beim 1. FC Köln steht am Sonntag (13.30 Uhr) gegen den FC Ingolstadt das nächste Punktspiel für Dynamo Dresden auf dem Plan. Gegen den Tabellenletzten aus Oberbayern soll drei Wochen nach dem 3:1-Erfolg gegen den SV Sandhausen der nächste Heimsieg gelingen. Mit diesem, so hofft Abwehrspieler Sören Gonther, könne der einmalige Ausrutscher in Köln ein wenig aus den Köpfen der Fans verdrängt werden.

Der Verteidiger forderte seine Mitspieler auf, die Pleite am Rhein spätestens jetzt völlig auszublenden, denn der Fokus müsse nun allein auf der Begegnung mit den Schanzern ruhen: Am Sontag geht es nur gegen den FC Ingolstadt und nicht gegen den FC Köln. Zu Beginn der Länderspielpause war es auch für Gonther sehr wichtig, das Desaster in der Domstadt möglichst schnell aus dem eigenen Kopf zu bekommen. Der dreifache Vater konnte dabei auf Unterstützung aus der Familie zählen. Meine Kinder sind hervorragend dafür geeignet, mich nach solchen Spielen auf andere Gedanken zu bringen, erzählte der Routinier am Freitag auf der Pressekonferenz. Seiner zweitältesten Tochter sei es am Morgen nach der Rückkehr aus Köln beispielsweise piepegal gewesen, ob Papa irgendwie schlechte Laune hat, schlecht drauf ist oder mit den Gedanken vielleicht noch in Köln oder im Bus ist. Da wurde aufgestanden und etwas anderes gemacht.