Walpurgis traut Dynamo Dresden in Köln eine Menge zu
“Karneval ist, wenn Dynamo gewinnt!” Sorgt die SGD für Kölner Katerstimmung?
Aias Aosman (24) ist der große Gewinner des Trainerwechsels bei Dynamo, wurde unter Maik Walpurgis (45) zum Stammspieler.

Der Deutsch-Syrer: Er hat mir die Chance gegeben. Ich denke, ich habe das Vertrauen zurückgezahlt, bin froh, dass ich beweisen darf, dass ich es besser kann als vorher.

Walpurgis: Ich kannte Aias vorher schon viele Jahre. Man spürt, dass er ein Straßenfußballer ist. Er ist sehr offen und ehrlich, trägt manchmal sein Herz auf der Zunge. Aber das mag ich.

Bei Walpurgis-Vorgänger Uwe Neuhaus stand Aosman dagegen nicht so hoch im Kurs, leistete sich dazu auch noch den einen oder anderen Fehltritt!

Ich hatte ein paar Probleme, gesteht er. War kurz davor, den Verein zu verlassen. So wie 2013 den 1. FC Köln!

Der FC hat mich damals aus Wiedenbrück geholt, erzählt er rückblickend. Ich war anderthalb Jahre dort. Aber es lief nicht so gut für mich. Umso mehr freue ich mich, dass ich mit Dynamo dort jetzt spielen darf.

Bei den Schwarz-Gelben ist Aosman syrischer Nationalspieler geworden. Dienstag fliegt er zu Länderspielen in den Oman (16.11.) und nach Kuwait (20.11.).

Dresden – Es ist eine Partie, bei der Dynamo nur (dazu)gewinnen kann. Und sollte am Samstag (13 Uhr) beim 1. FC Köln tatsächlich ein Dreier herausspringen, können die Schwarz-Gelben auf dem Punktekonto nicht nur mit den “Geißböcken” gleichziehen, sondern sie bei einem Sieg mit einem Zwei-Tore-Unterschied sogar in der Tabelle überholen.

“Karneval ist dann, wenn Dynamo gewinnt”, lautet der Schlachtruf von Trainer Maik Walpurgis. Damit würde man den Rheinländern ordentlich das bevorstehende Party-Wochenende vermiesen.

Doch trotz der Formkrise der Kölner, die zuletzt fünf Pflichtspiele infolge nicht gewinnen konnten, sind die Gastgeber weiterhin der klare Favorit.

“Wir wissen um die Qualität des Gegners”, warnt Walpurgis vor allem vor Top-Stürmer Simon Terodde, der mit 13 Treffern klar die Torschützenliste der aktuellen Zweitliga-Saison anführt. “Wir wissen aber auch, dass sie neben Terodde noch über weitere exzellente Spieler verfügen.”

Eine offene Rechnung mit den Kölnern hat noch Aias Aosman. Als er 2012/13 für eineinhalb Jahre im Trikot des 1. FC kickte, schaffte er es immerhin in die zweite Mannschaft, allerdings nie zu den Profis.

“Das lief damals nicht so wie gewünscht”, konnte Aosman die Verantwortlichen nicht von seinen Qualitäten überzeugen.

“Ich war das erste Mal von zu Hause weg, habe vieles nicht so richtig gemacht. Das hat dem Verein nicht so gefallen”, gibt der Deutsch-Syrer im Nachhinein zu.

Dass ihm folglich ein Wechsel nahelegt wurde, zerstörte Aosmans Kindheitsträume, einmal im Kölner Stadion aufzulaufen.

Nun kehrt der mittlerweile 24-Jährige zurück: “Ich will es denen beweisen, dass die damals einen Fehler gemacht haben zu sagen, dass ich mir was Neues suchen soll.”

Mit einem Dresdner Sieg und vielleicht sogar einem persönlichen Torerfolg wäre man quitt – zumindest aus der Sicht von Aosman.