Verein bestätigt Rücktritt des gesamten Präsidiums
Dynamo: Aufsichtsrat kritisiert altes Präsidium
Dynamo stürzt in eine Führungskrise, zerbricht am Zoff auf der Geschäftsstelle um Sportdirektor Ralf Minge!

Präsident Andreas Ritter, seine Vize Diana Schantin sowie Michael Winkler, der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende André Gasch sowie die Ehrenräte Dr. Klemens Rasel und Michael Walter sind auf Druck der Ultras zurückgetreten, verkündeten in einer gemeinsamen Erklärung ihren Rücktritt.

In den letzten Wochen sind in unserem Verein wieder Grabenkämpfe ausgebrochen, die den Frieden in unserer Sportgemeinschaft ernsthaft bedrohen. Wir standen in jahrelanger Gremienarbeit dafür ein, den Verein im Herzen zu einen und geschlossen voranzubringen. Trotz spektakulärer sportlicher und wirtschaftlicher Erfolge gerade in den vergangenen Jahren müssen wir nun feststellen, dass wieder Kräfte zu Tage getreten sind, die unseren Verein zurück in die alten Zeiten gestoßen haben. Diese von Lügen, Diffamierungen und persönlichen Anfeindungen getragenen Zustände wollen wir nicht weiter mittragen. Wir erklären daher unseren Rücktritt mit sofortiger Wirkung.

An der Spitze derer, die ihre Funktionen umgehend niederlegten, steht Präsident Andreas Ritter. Er hatte das Amt vor fast acht Jahren im November 2010 übernommen. Neben Ritter waren auch die Vizepräsidenten Diana Schantin und Michael Winkler zurückgetreten. Zudem entschieden sich zu diesem Schritt der Stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende André Gasch, der Ehrenratsvorsitzende Klemens Rasel und der Stellvertretende Ehrenratsvorsitzende Michael Walter.

Grund für das Beben in der Führungsetage: Die Ultras Dynamo nutzten das Spiel gegen Fürth, um ihren Ärger noch einmal deutlich zum Ausdruck zu bringen. Der K-Block ist Anti-Ritter!!! stand auf einem großen Banner.

Der Zorn der Fans richtet sich dabei gegen Präsident Andreas Ritter und einen Teil der Vereinsführung. Der Vorwurf, Dynamo-Idol Ralf Minge aus dem Verein zu drängen, ist für die Anhängerschaft offenbar nicht glaubhaft entkräftet worden.

Mit dem Spruchband Eure Lügen sind wie ein Kredit. Ihr genießt sie jetzt. Bezahlen werdet ihr später, entzog die Fanszene den Bossen dafür sogar das Vertrauen.

Die sechs zurückgetretenen Funktionäre hatten laut MDR und „Bild“ in einem gemeinsamen Schreiben die Grabenkämpfe, „die den Frieden in unserer Sportgemeinschaft ernsthaft bedrohen“, als Grund für ihre Entscheidung genannt. Diese Zustände seien „von Lügen, Diffamierungen und persönlichen Anfeindungen“ getragen.

Im Zentralorgan der Ultras heißt es dazu: Das Wohl des Vereins hängt zur Zeit ganz wesentlich mit der Person Ralf Minge zusammen. Deshalb war es für uns nur folgerichtig, den beteiligten Personen das Vertrauen zu entziehen.

„Klar ist, dass wir als Verein ohne Wenn und Aber große atmosphärische Herausforderungen vor uns haben, denen wir uns – nicht nur auf der nächsten Mitgliederversammlung – stellen werden“, betonte Heinig. Die Mitgliederversammlung findet am 17. November statt.

Anzeige: Aktuelle Trikots und Fashion der 2. Bundesliga findest du bei uns! BILD Shop – Hier kaufen Fans!

Hintergrund sollen Machtstreitigkeiten um die Geschäftsführer Minge und Michael Born, zuständig für die kaufmännischen Belange, sein. Die Dynamo-Fans hatten sich am Sonntag am Rande der 0:1-Heimniederlage gegen die SpVgg Greuther Fürth klar für Minge positioniert.

Der Aufsichtsrat von Dynamo Dresden hat den Rücktritt des Präsidiums nun auch offiziell bestätigt. Gleichzeitig übte der Aufsichtsratschef Kritik am alten Präsidium. Am Sonntagabend war das komplette Präsidium mit Präsident Andreas Ritter und seinen Vizepräsidenten Diana Schantin und Michael Winkler zurückgetreten. Grund für diesen Schritt sollen "Grabenkämpfe" im Verein sein. Es gibt offenbar zwei Lager: eine Minge- und eine Born-Seite.

Das Präsidium – weg. Drei weitere hochrangige Funktionäre – weg. Bei Fußball-Zweitligist Dynamo Dresden herrscht größte Unruhe. Sportlich läuft es eigentlich, im Verein tobt aber ein Machtkampf, der nun zu Konsequenzen führte.

Fußball-Zweitligist SG Dynamo Dresden hat den Rücktritt des gesamten Präsidiums und drei weiterer hochrangiger Funktionäre bestätigt. In einer Presseerklärung betonten die Sachsen am Montag aber, weiter voll handlungsfähig zu sein. Man werde auch diese schwierige Situation als Herausforderung begreifen und gemeinsam bewältigen, versicherte der Aufsichtsratsvorsitzende Jens Heinig.

Nach dem sofortigen Rücktritt des kompletten Präsidiums und drei weiteren hochrangigen Funktionären hat Fußball-Zweitligist versichert, weiter voll handlungsfähig zu sein.

“Wir wurden am Sonntagabend von den persönlichen Konsequenzen und der öffentlichen Erklärung der sechs Gremienmitglieder (…) überrascht”, erklärte Heinig. Er bedankte sich bei den betreffenden Personen, äußerte aber zugleich aber Kritik an der Art und Weise der Rücktritte. Als Gremienmitglied habe man eine Vorbildfunktion, öffentliche Schuldzuweisungen würden den Verein nicht weiterbringen, so Heinig weiter.

“Klar ist, dass wir als Verein ohne Wenn und Aber große atmosphärische Herausforderungen vor uns haben, denen wir uns – nicht nur auf der nächsten Mitgliederversammlung – stellen werden. Es ist auch eine Frage des Stils, wie man mit Konflikten innerhalb eines Vereins umgeht. Die Basis dafür sind meiner Meinung nach immer Respekt, Vertrauen, Transparenz und Ehrlichkeit. Gerade wir als Gremienmitglieder haben eine Vorbildfunktion, wenn es darum geht, wie die Kultur des Miteinanders in unserem Verein aussehen soll und wie sie tagtäglich gelebt wird. Öffentliche Schuldzuweisungen bringen uns nicht weiter. Der Verein ist im Tagesgeschäft weiter voll handlungsfähig und wir werden auch diese schwierige Situation als Herausforderung begreifen und gemeinsam bewältigen. Wir haben als Sportgemeinschaft gerade aufgrund unseres Zusammenhalts in den zurückliegenden Jahren viel größere Aufgaben gemeistert und phantastische Arbeit abgeliefert. Daraus werden wir ganz viel Motivation ziehen, auch die aktuelle Situation zu bewältigen”, so Heinig.

Nach Vereinsangaben wird der Aufsichtsrat der SGD zeitnah zu einer außerordentlichen Sitzung zusammenkommen, um die Arbeitsfähigkeit des Präsidiums wieder herzustellen. Mit Michael Bürger gibt es offenbar bereits einen Nachrück-Kandidaten für das Präsidium. Dieses müsse allerdings aus mindestens zwei Mitgliedern bestehen. Bis die Vereinsmitglieder ein neues Präsidium wählen, müsse ein Übergangs-Präsidium bestimmt werden.

Der Aufsichtsrat werde zeitnah zu einer außerordentlichen Sitzung zusammenkommen und der Satzung entsprechend Schritte unternehmen, um die Arbeitsfähigkeit des Präsidiums innerhalb der vierwöchigen Kündigungsfrist wieder herzustellen. Das Präsidium ist laut Satzung von der rechtsgeschäftlichen Vertretung des Vereins ausgeschlossen. Der originäre Auftrag des Gremiums besteht in repräsentativen Aufgaben.

Auslöser der Rücktritte sollen vor allem Querelen zwischen den Geschäftsführern Ralf Minge, der den sportlichen Bereich verantwortet, und Michael Born, zuständig für die kaufmännischen Belange, gewesen sein. Schon in der vergangenen Woche wurde bekannt, dass einige Mitarbeiter der Geschäftsstelle offenbar nicht mehr mit Born zusammenarbeiten wollen. Das soll dem Aufsichtsrat in einem gemeinsamen Brief mitgeteilt worden sein, in dem von “fehlendem respektvollen Miteinander” die Rede gewesen sein soll. Minge habe sich schützend vor diese Mitarbeiter gestellt.

Es gibt mit Michael Bürger derzeit einen Nachrückekandidaten für das Präsidium. Um beschlussfähig zu sein, muss das Präsidium aus mindestens zwei Mitgliedern bestehen. Ein Übergangspräsidium muss bestimmt werden. Innerhalb von zwölf Wochen muss durch die Vereinsmitglieder der SGD ein neues Präsidium gewählt werden. Die anderen Gremien seien weiter uneingeschränkt handlungs- und beschlussfähig.

Von einem Teil der Vereinsführung soll es daraufhin Bestrebungen gegeben haben, Dynamo-Ikone Minge, der 222 Spiele für die SGD absolviert hat und seit 2014 als Sportdirektor tätig ist, aus dem Verein zu drängen. Born kam im Juni 2016 als kaufmännischer Geschäftsführer nach Dresden, wo er auf den abgewanderten Robert Schäfer folgte.

Nach den Querelen der vergangenen Wochen und Tage, bei denen es vor allem um die Geschäftsführer Ralf Minge und Michael Born und deren Differenzen ging, war nach dem 0:1 gegen Greuther Fürth das gesamte Präsidium, bestehend aus Präsident Andreas Ritter sowie seinen Vize Diana Schantin und Michael Winkler, zurückgetreten.

Nach einer Aufsichtsratssitzung am Mittwoch (26.09.2018) hatte Ritter von “Disharmonien und einem Riss durch die Gremien” gesprochen. Es sei aber nicht um die Ablösung von Minge oder Born gegangen. Offenbar hielt der Burgfrieden aber nur ein paar Tage.

Noch wichtiger dürfte für den Verein sein, wie die zwischenmenschlichen Probleme auf der Geschäftsstelle gelöst werden. Dort hatten sich zuletzt mehrere Mitarbeiter in einem Brief über Born beschwert. Einige sollen mittlerweile bereits gekündigt haben – so wie Marketingleiter und Ex-Dynamo-Spieler Falk Terjek.

Die aktive Fanszene des achtmaligen DDR-Meisters hatte sich am Sonntag in der Partie gegen Greuther Fürth klar auf die Seite von Sport-Geschäftsführer Minge gestellt. Spruchbänder mit “Eure Lügen sind wie ein Kredit. Ihr genießt sie jetzt. Bezahlen werdet ihr später” oder “Der K-Block ist Anti Ritter!!!” waren zu lesen. Schon eine Woche zuvor gegen Darmstadt 98 hatten sich die Ultras bereits klar positioniert: “Ralf Minge – unantastbar!”.

Auch die Mannschaft steht hinter Minge. SGD-Kapitän Marco Hartmann hatte ihm unter der Woche deutlich den Rücken gestärkt: “Ich als Spieler und Mannschaftskapitän, und wir als Mannschaft, stehen zu hundert Prozent hinter Ralf Minge. Es gibt für uns keinen anderen, der in diesem Verein wichtiger ist. Das weiß jeder.” Auch Ehrenspielführer und “Sport-im-Osten”-Experte Hans Jürgen-Kreische kann die Kritik an Minge nicht nachvollziehen. “Es ist schon überraschend, dass man Ralf Minge infrage stellt. Das ist total unverständlich, weil er diesen Verein seit vier Jahren nach vorn geführt und weiterentwickelt hat – mit vielen Mitstreitern. Wenn ich richtig informiert bin, stellt er sich vor diese Mitstreiter. Das ist eine Aussage”, so Kreische gegenüber dem MDR.

“Wir wurden am Sonntagabend von den persönlichen Konsequenzen und der öffentlichen Erklärung der sechs Gremienmitglieder – insbesondere von der Art und Weise der Rücktritte – überrascht, erklärte Dynamos Aufsichtsratsvorsitzender Jens Heinig.

Laut Dynamo Dresdens Ehrenspielführer Hans-Jürgen Kreische hat es bei der SGD einen Ruck durch die Mannschaft gegeben. Er sagte: "Man sieht, was in dieser Liga möglich ist." Auch über Ralf Minge äußerte er sich.

“In den letzten Wochen sind in unserem Verein wieder Grabenkämpfe ausgebrochen, die den Frieden in unserer Sportgemeinschaft ernsthaft bedrohen. Wir standen in jahrelanger Gremienarbeit dafür ein, den Verein im Herzen zu einen und geschlossen voranzubringen. Trotz spektakulärer sportlicher und wirtschaftlicher Erfolge gerade in den vergangenen Jahren müssen wir nun feststellen, dass wieder Kräfte zu Tage getreten sind, die unseren Verein zurück in die alten Zeiten gestoßen haben. Diese von Lügen, Diffamierungen und persönlichen Anfeindungen getragenen Zustände wollen wir nicht weiter mittragen. Wir erklären daher unseren Rücktritt mit sofortiger Wirkung. Wir wünschen dem SG Dynamo Dresden e. V. für die weitere Zukunft von Herzen alles Gute und viel Erfolg auf dem Weg zur Bundesliga. Dresden, den 30.09.2018 Andreas Ritter, Präsident Diana Schantin, Vizepräsidentin Michael Winkler, Vizepräsident André Gasch, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Klemens Rasel, Ehrenratsvorsitzender Michael Walter, stellvertretender Ehrenratsvorsitzender”

Vor allem der 56-jährige Ritter, der seit 2010 Präsident war, saß zuletzt offenbar zwischen den Stühlen. Intern hatte Ritter vor allem die fehlende Kommunikation unter den Gremien bemängelt.

Hinweis: Kommentare bei MDR.DE werden von 08:30 bis 18:00 Uhr redaktionell geprüft und nach erfolgter Freigabe (mit Name, aber ohne E-Mail-Adresse) veröffentlicht. Bitte beachten Sie hierzu auch unsere Datenschutzerklärung und die Kommentar-Richtlinien.

Es ist selbstverständlich, dass ein sportlicher Leiter andere Prioritäten setzt wie ein kaufmännischer Leiter. Und erst im Miteinanderringen und im Kompromisseschließen entstehen Lösungen für den Verein. Das dies beiden schwerfallen muss, ist Teil des Jobs. Die beiden müssen darüber nicht klagen und wir anderen müssen den Handelnden dazu keine Vorwürfe machen. Das ein Präsidium dann geschlossen! zurücktritt, weil es Differenzen zwischen beiden gibt… Die Spieler sollten sich beim nächsten Spiel an diesem Präsidium ein Beispiel nehmen! – Bei einer roten Karte sind alle anderen 10 traurig und empört, und geschlossen verlassen alle den PLatz.

Es ist schon sonderbar, jahrelang haben die Leute, die jetzt plötzlich ohne Voranmeldung alles hingeschmissen haben, den Mitgliedern ans Herz gelegt, "Wir haben einen Traum". Auch bei Rückschlägen usw. sollen wir weiter gemeinsam nach vorn schauen, usw. Auf einmal sagen diese gleichen Leute "tschüß", für mich ohne Vorankündigung. Ich war noch beim letzten Mitgliederstammtisch im Stadion, alle tun so, als ob alles in Ordnung wäre. Ich betone alle, die bei Dynamo das Sagen haben, brachten nur positive Sätze über die Lippen. Nach dem Rücktritt muß ein neues Präsidium gewählt werden. Egal, wer kandidiert, kann man ihr/ihm glauben, was sie/er sagt, wie es weitergehen soll ? Diese Frage betrifft eigentlich alle Bereiche des Lebens, also auch Dynamo, und von Dynamo reden wir hier.

Es gehen die, die nicht in der Lage sind, Differenzen professionell zu lösen! Damit gehören sie auch nicht auf diese Posten. Selbstdarsteller hatten wir zur Genüge!@1: hier ist mal wieder der Wunsch der Vater des Gedanken …Dynamo wird niemals untergehen. Ohne Ratten fährt es sich auch leichter.

Mannschaftskapitän Marco Hartmann stellt sich öffentlich hinter Sportgeschäftsführer Ralf Minge. Nach Medienberichten ist zwischen Minge und dem kaufmännischen Geschäftsführer, Michael Born, ein Machtkampf ausgebrochen.

Dynamo Dresden steuerte dem vierten Spiel ohne Gegentreffer zielsicher entgegen, doch dann schlug Greuther Fürths Torjäger eiskalt zu und sorgte für hängende Köpfe bei den Sachsen.

Laut Dynamo Dresdens Ehrenspielführer Hans-Jürgen Kreische hat es bei der SGD einen Ruck durch die Mannschaft gegeben. Er sagte: "Man sieht, was in dieser Liga möglich ist." Auch über Ralf Minge äußerte er sich.