Vizemeister Borussia Dortmund will Trainer Favre halten - Nordbayern.de
Zorc-Klartext: So geht es weiter mit Schmelzer, Weigl & Guerreiro
DORTMUND – Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund will den Vertrag mit Trainer Lucien Favre zeitnah verlängern. Trotz der verpassten Meisterschaft ist man in Dortmund offenbar sehr zufrieden mit der Leistung des Coachs. Nun laufen die Gespräche.

"Natürlich werden wir mit ihm in die Gespräche gehen, und ich persönlich wüsste nicht, was dagegen sprechen sollte", sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag). "Wir alle fühlen uns in dieser Konstellation wohl." Aktuell laufen die Gespräche aber noch nicht, wie Zorc sagte. Der Kontrakt des 61-Jährigen ist noch bis 30. Juni 2020 datiert. Die Borussen hatten in der abgelaufenen Saison die erste deutsche Meisterschaft seit 2012 um zwei Punkte verpasst. In der Analyse machte Zorc vor allem die immer wieder schwächelnde Defensive und zu viele individuelle Fehler aus ("Die haben uns am Ende um die Früchte der Arbeit gebracht"). Aber auch den eigenen Umgang bei zwischenzeitlich neun Zählern Vorsprung auf Meister FC Bayern betrachtete Zorc rückblickend kritisch.

Mickrige 564 Minuten stand Marcel Schmelzer in der abgelaufenen Saison auf dem Bundesliga-Rasen. Der einstige Dauerbrenner hinten links ist nur noch Mitläufer bei Borussia Dortmund. Nur logisch, dass der 31-Jährige trotz Vertrag bis 2021 mit einem Abschied in Verbindung gebracht wird.

Aber auch den eigenen, sehr defensivem Umgang mit dem Ziel Meisterschaft trotz zwischenzeitlich komfortablem Vorsprung auf die Münchner betrachtete Zorc rückblickend kritisch. "Aus dem Wissen, dass wir unsere Mannschaft verstärkt und sich die Spieler weiterentwickelt haben – haben wir abgeleitet, dass wir offensiver in der öffentlichen Zielsetzung werden wollen", sagte der frühere Profi: "Wir möchten zumindest versuchen, den Titel wieder nach Dortmund zu holen." Auch BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hatte bereits eine offensivere Kommunikationsstrategie der Dortmunder angekündigt.

Lothar Matthäus: So ein Spieler fehlt dem BVB zur Meisterschaft

Manager Michael Zorc stellt im Interview mit der ‚WAZ aber klar, dass er den Ex-Kapitän weiterhin als wichtige Stütze sieht – ungeachtet der Reservistenrolle: Ich halte große Stücke auf Marcel, in jeglicher Hinsicht. Er hat sich, obwohl er nicht gespielt hat, immer tadellos verhalten. Nicht nur neben dem Platz, er hat auch konsequent erstklassige Trainingsleistungen gezeigt. Er ist ein wichtiger Faktor für uns, auch in der Kabine. Er verkörpert ein Höchstmaß an Identifikation mit Borussia Dortmund. Ich möchte Marcel weiter beim BVB sehen.

Der Vertrag von Lucien Favre als Trainer von Borussia Dortmund läuft zwar noch bis 2020. Trotzdem will der BVB nach einer starken Saison mit Platz zwei in der Fußball-Bundesliga zeitnah mit dem Schweizer verlängern. "Natürlich werden wir mit ihm in die Gespräche gehen, und ich persönlich wüsste nicht, was dagegen sprechen sollte", sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc den Zeitungen der "Funke Mediengruppe" und betonte: "Wir alle fühlen uns in dieser Konstellation wohl." Aktuell laufen die Gespräche aber noch nicht.

Gleiches gilt für Julian Weigl, der von Trainer Lucien Favre in die Innenverteidigung versetzt wurde und schon im Winter mit einem Weggang geliebäugelt hatte. Julian hat einen langfristigen Vertrag bei uns, und wir haben überhaupt keine Intention, irgendetwas daran zu ändern, will Zorc von einem Verkauf nichts wissen. Die Botschaft geht vor allem in Richtung von Paris St. Germain und Manchester City, die Interesse haben sollen.

Bei Raphaël Guerreiro dagegen ist nach wie vor offen, wohin die Reise geht. Der portugiesische Europameister besitzt nur noch einen Vertrag bis 2020. Entweder der BVB verlängert diesen oder Guerreiro wird verkauft. Die Situation sei noch ungeklärt, so Zorc. Offenbar hat man sich in Dortmund noch nicht final entschieden, ob Guerreiro an Bord bleiben soll. Denkbar, dass die Borussen noch ein anderes Ass im Ärmel haben.

Nach der verpassten Meisterschaft hat Borussia Dortmund die große Transfer-Offensive eingeläutet. Mit Julian Brandt von Bayer Leverkusen, Nico Schulz von 1899 Hoffenheim und Thorgan Hazard von Borussia Mönchengladbach konnten bereits drei Hochkaräter für die kommende Saison verpflichtet werden. Doch reicht das, um 2019/20 endlich auch am Ende der Spielzeit ganz oben zu stehen? Die Meinungen gehen in Expertenkreisen hier auseinander.