Borussia Dortmund ist ein Vorbild für den FC Bayern München
BVB an der Tabellenspitze der Bundesliga: Rock n Roll Borussia
Die Dortmunder werden das nicht gerne lesen und hören. Aber es ist die Titel-Wahrheit: Der FC Bayern kann eigentlich nicht mehr Deutscher Meister werden!

Nach der 2:3-Niederlage haben die Münchener sieben Punkte Rückstand auf Spitzenreiter BVB! Und sieben hat Bayern zu einem so späten Saisonzeitpunkt im Zeitalter der Drei-Punkte-Regel noch nie aufgeholt (Rekord bisher sechs Punkte).

“Heute können wir uns schon wehren. Bei uns gibt es keine Ausstiegsklauseln, ich bin zwar vorsichtig mit Prognosen, aber ich glaube sagen zu können, dass keiner unserer Spieler in der nächsten Saison das Trikot der Bayern tragen wird”, erklärte Watzke bei Wontorra – der Fußball-Talk und fügte an: “Die Bayern sind immer noch ein sehr großer Klub. Aber die Vergangenheit hat ja auch gezeigt, dass ein Wechsel der Karriere nicht immer förderlich ist.”

Nach dem Gipfel-Sieg schwärmt BVB-Boss Watzke plötzlich von den Bayern. BILD sagt, welche Gründe die mia-san-mia-reife Lobhudelei hat…

Dortmund feiert seine Sieger-Helden – einer ganz besonders! BVB-Legende Norbert Dickel kommentierte das 3:2 gegen Bayern fürs Netradio.

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke (59) wills natürlich nicht wahrhaben, sagte am Sonntag bei Sky: Die Bayern werden nicht schwächeln, die Mannschaft hat gezeigt, dass sie komplett funktioniert. Mit Bayern München musst du bis zum letzten Spieltag rechnen.

Kapitän Marco Reus hatte mit seinem Doppelpack zum zweimaligen Ausgleich für den BVB entscheidenden Anteil am Sieg der Schwarz-Gelben im Topspiel gegen den FC Bayern. Besonders sehenswert war dabei sein Tor zum 2:2 in der 67. Minute, als er eine scharfe Hereingabe von Lukasz Piszczek direkt nahm und präzise unten links versenkte.

► Fakt: Die Meisterwahrscheinlichkeit für den BVB liegt bei 67 Prozent. Von den zwölf Tabellenführern, die nach elf Spieltagen 27 oder mehr Punkte auf dem Konto hatten, holten acht den Titel.

“Da galt: Hopp oder top. Entweder, ich schieße den Ball ins Tor oder er fliegt auf die Südtribüne”, sagte Reus nun dem kicker zur Entstehung seines zweiten Treffers gegen den Rekordmeister. Dass Reus zuvor bereits zwei dicke Möglichkeiten hatte liegen lassen, war angesichts seiner zwei Tore irrelevant.

Leipzig und Frankfurt verdrängen Bayern auf Platz fünf

► Fakt: 33 BVB-Tore nach elf Spieltagen – hält Dortmund diesen Schnitt bis Saisonende, knackt der Klub die 100-Tore-Marke. Alle Teams mit 94 oder mehr Treffern wurden Meister!

In der 10. Minute lief Reus frei auf Manuel Neuer zu und vergab mit einem schwachen Abschluss die Chance auf den Führungstreffer. “Ich laufe an der Mittellinie los. Der Weg zum Tor ist weit von da. Und es steht ja auch kein Zehnjähriger im Tor”, sagte der 29-Jährige.

Bayern-Boss Uli Hoeneß (66) schätzt die Lage realistisch ein: An Dortmund als Titelfavorit kommt jetzt keiner vorbei.

DORTMUND – Es war nicht nur der neuerliche sportliche Rückschlag, der den Chefs des FC Bayern nach dem 2:3 in Dortmund sauer aufstieß. Daneben mussten sie sich auf der Tribüne auch noch mit BVB-Anhängern herumärgern. Der Grund: eine Dusche der ungewollten Art für Münchens Saubermänner.

Schiebt aber noch eine pflichtgemäße Kampfansage nach: Eines kann ich den Leuten versprechen: Wir werden die Meisterschaft bis zum letzten Spieltag spannend halten.

Unser Super-Clasico macht richtig Spaß! Das findet nach dem 3:2 von Dortmund gegen Bayern auch die internationale Presse.

Was ein Spiel! Fußball-Deutschland fragt sich: Wozu braucht irgendwer die Superliga? Der BVB ringt die Bayern in einem atemberaubenden Match nieder. Was das für die Liga bedeutet.

Mats Hummels (29): Es kann natürlich sein, dass es einen anderen Meister gibt. So wie der BVB spielt, wäre es arg vermessen, das nicht für realistisch zu halten.

Bayern-Bosse not amused: Rummenigge und Hoeneß bei 3:2 mit Bier beschüttet

Die BILD-Leser sind da optimistischer als der Bayern-Verteidiger: Nur 37,5 Prozent (64 630 Teilnehmer) glauben an den BVB-Titel 2019.

So schön der Dortmunder Fussball ist,es bleibt doch ein fader Beigeschmack. Meistens spielen nur 2 Deutsche die für den DFB spielberechtigt sind. Das ist eine Katastrophe. In Leipzig, Schalke ,BMG ist es ähnlich.Nur die Bayern haben noch 6 Deutsche in der Startbesetzung. Die wenigen talentierten Nachwuchsspieler die wir noch haben brauchen auch Spielzeit auf höchstem Niveau,sonst stirbt unsere Nationalelf einen langsamen Tod. Der letzte Platz bei der WM in der Gruppe und der fast sichere Abstieg in der Nations League sind hier erste Vorboten einer Entwicklung, die leider von allen unterschätzt wird.

In Dortmund versuchen sie sich eh weiter im Titel-Kleinreden. Der überragende Marco Reus (29): Viel zu früh, es ist erst ein Drittel um.

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Doch immer wieder schaute der 29-Jährige über die Köpfe der Reporter hinweg auf den TV-Monitor, auf dem nichts anderes zu sehen war als ein Strandbild der Bundesliga-Tabelle: der BVB auf Platz eins, mit sieben Punkten Vorsprung auf die Bayern. Reus fühlte sich ein wenig ertappt, als er darauf angesprochen wurde. Also, das können Sie mir jetzt glauben oder nicht, sagte er. Aber das ist mir völlig wurscht. Wir haben den elften Spieltag, da lohnt es sich nicht, über mehr zu sprechen.

Beim 3:2 gegen Bayern München ist BVB-Kapitän Marco Reus Dortmunds Dreh- und Angelpunkt. Nach schwierigen Jahren ist er nun in der Form seines Lebens.

BVB gegen Bayern – Junger Rausch gegen alten Kater

Doch nicht davon zu träumen, dass nach sechs Münchener Meistertiteln hintereinander, größtenteils mit riesigem Vorsprung, die Zeit tatsächlich mal wieder reif sei für einen Wachwechsel an der Spitze, war den Fans schlicht unmöglich.

Das Tor von Reus war absolute Weltklasse. Ich wünschte, wir hätten auf Schalke auch so einen tollen Fussballer wie Reus.

Denn nach dem Schlusspfiff des deutschen Klassikers ging die Party in Dortmund erst richtig los. Wer wird Deutscher Meister? BVB Borussia, sangen die 25.000 Fans auf der Südtribüne zur Melodie von Pippi Langstrumpf, ein Dortmunder Gassenhauer aus den 90er-Jahren, als der BVB zwei Meisterschaften und die Champions League gewann.

Nach dem Wechsel spielte der BVB schwungvoller. Nach Pass von Sancho wurde Reus im Strafraum von Neuer gefoult und verwandelte den fälligen Elfmeter selbst (49.). Bayern antwortete im Stile eines Champions: erneut traf Lewandowski (52.)! Sicherheit gab die neuerliche Führung den Gästen aber nicht unbedingt. Der BVB kam immer besser ins Spiel, ließ aber riesige Ausgleichschancen durch Reus (59.) und Alcacer (62.) aus. Per Direktabnahme erzielte BVB-Kapitän Reus dann aber doch den überfälligen Ausgleich (67.). Und sechs Minuten später war das Spiel komplett gedreht. Sancho leitete mit einer Balleroberung gegen Ribery einen starken Konter ein, an dessen Ende Alcacer vor Neuer eiskalt blieb (73.). Bayern mühte sich in der Schlussphase vergeblich. Lewandowskis vermeintlichem Ausgleich in der Nachspielzeit wurde die Anerkennung wegen Abseits aber zu Recht verwehrt. Der BVB baute seinen Vorsprung auf den Serienmeister damit auf bereits sieben Punkte aus.

Zuvor hatten 81.365 Zuschauer für eine aufgeladene und beeindruckende Atmosphäre auf den Rängen gesorgt, die den Rahmen eines ebensolchen Spiels gebildet hatte. Der Auftritt der Mannschaft von Lucien Favre erinnerte an die glorreichen Jahre zu Beginn des Jahrzehnts, als der BVB unter Jürgen Klopp zwei Meistertitel und den DFB-Pokal gewinnen konnte.

Vier Punkte hinter Dortmund liegt Borussia Mönchengladbach, das Platz 2 am Samstagnachmittag mit einem über weite Strecken starken Auftritt behauptete. Überragender Spieler beim 3:1 in Bremen war Alassane Plea, der die Borussia mit einem Dreierpack förmlich im Alleingang zum Auswärtssieg schoss. Der Franzose erzielte sechs Minuten vor der Pause die Führung und legte nach Wiederanpfiff binnen sieben Minuten zwei weitere Treffer nach (48./52.). Geschlagen gab sich Werder allerdings noch lange nicht: Sahin verkürzte (59.), Kruse hatte eine Minute später sogar das 2:3 auf dem Kopf. In der Schlussphase machte Bremen mächtig Druck, doch Pizarro traf nur die Latte, Gebre Selassie scheiterte an Sommer. So konnte Werder die dritte Bundesliga-Niederlage in Folge nicht mehr abwenden.

FC Bayern: Bierdusche für Hoeneß und Rummenigge nach BVB-Sieg

Nun könnte es wieder so weit sein: In Dortmund entsteht etwas Neues, äußerst Vielversprechendes. Die Borussia, die im vergangenen Sommer einen personellen Umbruch durchlebt hat, ist wieder da. Sie hat ihre bislang anspruchsvollste Reifeprüfung bestanden.

Auch Fortuna Düsseldorf stoppte seine Talfahrt nach sechs Bundesliga-Pleiten in Serie durch einen 4:1-Erfolg gegen Hertha BSC. Die Berliner hatten durch Duda zwar die beste Chance der ersten Hälfte (16.), mussten nach Gelb-Rot gegen Mittelstädt aber ab der 41. Minute in Unterzahl agieren. Das nutzte der Aufsteiger nach dem Wechsel: Usami (51.), Hennings (63.) und Raman (84./90.+2) trafen für Düsseldorf, Selke (88.) sorgte zwischenzeitlich für Ergebniskosmetik. Nach Hannovers Sieg gegen Wolfsburg am Freitagabend haben damit die letzten Drei der Tabelle am 11. Spieltag gewonnen.

FC Bayern: Uli Hoeneß kündigt Transferoffensive an – BVB-Boss Watzke: Wir haben vorgesorgt | FC Bayern

Das war ein echt geiles Spiel von beiden Seiten, sagte Reus, nachdem er und seine Teamkollegen zwei Rückstände aufgeholt und am Ende mit ihrem Hochgeschwindigkeitsfußball den Münchenern ihre Sollbruchstellen aufgezeigt hatten: Die Konter, die der BVB am Ende noch fahren konnte, waren einfach zu schnell für die Bayern.

Frankfurt setzte seinen Höhenflug mit einem 3:0-Sieg gegen Schalke am Sonntagabend fort. Zwar hatte die Eintracht einige Startschwierigkeiten, doch mit einem Doppelschlag knackte Jovic die tiefstehenden Knappen (61./73.). Mit seinen Saisontoren acht und neun übernahm der Serbe zudem die alleinige Führung in der Torjägerliste. Haller in der 80. Minute schraubte das Ergebnis in die Höhe. Durch den Erfolg zogen die Hessen wie zuvor Leipzig an den Bayern vorbei und liegen als Vierter auf einem Champions-League-Platz. Schalke muss sich mehr denn je nach unten orientieren.

Es war allerdings eins schwerer Weg dahin. In der ersten Halbzeit war Bayern klasse. Ob Ballbesitz, Bewegung, Pressing, Gegenpressing, zweite Bälle – alles sprach für Bayern, sagte Favre, ohne dessen taktische Korrekturen zur Halbzeit das Spiel wohl kaum diese Wendung genommen hätte. Zur Pause, als der BVB durch das Kopfballtor von Robert Lewandowski (26. Minute) mit 0:1 hinten lag, forderte der Coach seine Spieler auf, mutig zu werden. Er brachte Mahmoud Dahoud für Julian Weigl, stärkte das Zentrum. Noch wichtiger war aber, dass er ihnen die Angst nahm. Die Bayern würden das Tempo, das sie in der ersten Halbzeit angeschlagen hatten, nicht durchhalten können, prophezeite Favre.

Nach zuvor drei herben Pleiten fuhr der VfB Stuttgart in Nürnberg den ersten Sieg unter Trainer Markus Weinzierl ein. Schon im ersten Durchgang waren die Schwaben im Duell mit dem Club das spielerisch bessere Team. Gomez vergab die beste Chance zur Führung (39.). Für das erste Stuttgarter Tor unter Weinzierl musste ein Standard her: Baumgartl traf nach einer Ecke (68.) – der erste VfB-Treffer nach 377 torlosen Minuten. Der eingewechselte Thommy sorgte – erneut nach einer Ecke – für die Entscheidung (82.).

BVB zieht davon: Vier Gründe für den Sieg gegen Bayern

Die Überzeugungskraft ihres Trainers ist ein entscheidender Faktor des Dortmunder Aufschwungs: Die Profis glauben Favre. Sie kamen mit einer anderen, aggressiveren Körpersprache zurück und Reus ging voran: Er holte den Strafstoß heraus, den er selbst zum 1:1 verwandelte, erarbeitete sich weitere Chancen und erzielte mit einer gekonnten Direktabnahme das 2:2 (67. Minute).

Mainz legte beim Gastspiel in Freiburg früh den Grundstein für den ersten Auswärtssieg der Saison. Gbamin traf mit einem sehenswerten Distanzschuss (6.), Mateta legte per Kopf nach (18.). Der Sport-Club wachte allmählich auf, FSV-Torhüter Zentner verhinderte gegen Höfler den Anschlusstreffer. Nach der Pause verdienten sich die Freiburger den Anschlusstreffer (Sallai, 72.), den Onisiwo nach einem Ballverlust von Höfler aber schnell konterte (75.).

Hopp oder topp – entweder der Ball geht auf die Südtribüne oder rein, sagte Reus. Danach war klar, wer gewinnt – zumindest für Favre. Da wusste ich, dass wir das 3:2 machen, mit dem Publikum im Rücken, sagte Favre. Der finale Konter, abgeschlossen von Paco Alcácer, der zuvor für Mario Götze eingewechselt worden war, brachte die Entscheidung in einem epischen Kampf.

In einem packenden Topspiel behielt Borussia Dortmund am Samstagabend gegen Bayern München trotz zweimaligem Rückstand die Oberhand und hat nun schon sieben Punkte Vorsprung auf den FCB. Zweiter bleibt Gladbach, das in Bremen 3:1 gewann. Am Sonntag schoben sich Leipzig und Frankfurt auf die Plätze drei und vier vor. Stuttgart und Düsseldorf beendeten ihre Negativserien, Hoffenheim gewann gegen Augsburg.

Es war zugleich das elfte Jokertor der Borussen in dieser Saison, was einen weiteren Aspekt ihrer Stärke dokumentiert: Der neue BVB, wie der Arbeitstitel für das Projekt lautet, das im Sommer mit der Verpflichtung von Favre und sieben Spielern eingeleitet worden war, verfügt über Alternativen – im Offensivbereich sogar über deutlich mehr als der FC Bayern. Egal welche Anforderungen das Spiel auch stellt: Favres herausragende Fähigkeit ist es, die jeweilige Antwort zu finden – oft wechselt er genau die Spieler ein, die neue Impulse setzen können.

Tatsächlich erzitterten das Westfalenstadion und die Mannschaft des BVB gleichermaßen, als die Bayern ihre Topspiel-Brust schwellten und sich so gar nicht lethargisch und behäbig über das Feld bewegten wie so oft in den vergangenen Wochen. Einige wuchtig geführte Zweikämpfe zu Beginn, zwei Tempoläufe von Franck Ribéry, und schon war das junge BVB-Team eingeschüchtert. Der Bayern-Akku hat noch Power. Allerdings entlädt die sich deutlicher schneller als früher. So war sich Dortmunds Trainer Lucien Favre sicher, dass die Münchner ihren Aufwand in der Balance zwischen dominantem Angriffspiel und effizienter Konterabsicherung gegen die Überfälle der Borussia nicht 90 Minuten mit der Intensität der ersten Hälfte aufrechterhalten können. So kam's. Spätestens nach einer Stunde zerbrach die Ordnung gegen die Konterwucht der Gastgeber. Damit haderten die Bayern zwar, vor allem Jérôme Boateng und Ribéry, der sich später vor dem Team-Bus noch ein höchst emotionales Wortgefecht mit einem französischen TV-Experten lieferte und dabei von mehreren Betreuern wieder und wieder zurückgehalten werden musste. Doch in den Ärger mischte sich auch Stolz. Der zuletzt zumindest unter öffentlichem Druck stehende Niko Kovac sagte: "Das war das beste Spiel seit Schalke: spielerisch, kämpferisch und taktisch, gerade in der ersten Halbzeit." Das fanden sie übrigens auch beim BVB, so lobte Favre: "Man kann sich inspirieren lassen von der ersten Halbzeit der Bayern." Und doch bleibt die Erkenntnis: Die Bayern spielen gut, phasenweise sogar sehr gut und verlieren trotzdem. Wann gab es das zuletzt?

Es ist die Qualität des Teams, vor allem aber die Hingabe, mit der gerade die jungen Spieler zu Werke gehen. Am Samstag hatten die Dortmunder mehr zuzusetzen, auch weil sie deutlich jünger sind. Mit dem Innenverteidigerduo Dan-Axel Zagadou (19) und Manuel Akanji (23), dem von Real Madrid ausgeliehenen Außenverteidiger Achraf Hakimi (20), dem Mittelfeldspieler Dahoud (22) sowie den Außenstürmern Jadon Sancho (18) und Jacob Bruun Larsen (20) standen gleich sechs Spieler auf dem Platz, die noch erhebliches Steigerungspotenzial haben. Den personellen Umbruch, den die Bayern vor sich haben, hat der BVB vollzogen.

Apropos Klasse und Spannung: Kaum eine Mannschaft vereint derzeit Leichtigkeit, Wucht und Ausgelassenheit so perfekt wie die Frankfurter. Nach dem 3:0 gegen den FC Schalke 04, mit dem sie die Gelsenkirchener und ihren Trainer Domenico Tedesco erneut in die Krise schossen, steht die Eintracht auf Platz vier der Tabelle. Da sie aber nur die um sieben Treffer bessere Tordifferenz vom Tabellenfünften aus München trennt, steht zu vermuten, dass Hoeneß das nicht anerkennt. Was beim DFB-Pokalsieger keinen großen Geist stören würde. "Das ist eine schöne Momentaufnahme. Ich habe es nach dem 2:0 genossen, wie wir es fertig gespielt haben", sagte Trainer Adi Hütter. Und Außenverteidiger Danny da Costa betonte: "Wir sind sehr, sehr hungrig." Verantwortlich für den achten Sieg im neunten Spiel war wieder einmal Angreifer Luka Jovic. Der Serbe katapultierte sich mit seinen Saisontreffern acht und neun an die Spitze der Torschützenliste. Er ist vor dem Tor einfach eine Granate", lobte Hütter. Den 3:0-Endstand besorgte Haller, der auch schon acht Mal getroffen hat. Nach dem 0:5 im Supercup gegen den FC Bayern und dem Pokal-Aus zu Beginn der Saison darf sich die SGE nun wieder als Anwärter auf einen Platz im Europapokal fühlen. Dort läuft es in dieser Saison prima: Die Zwischenrunde der Europaliga haben die Frankfurter bereits nach vier von sechs Gruppenspielen erreicht.

Das Projekt ist auf Nachhaltigkeit ausgelegt. Die obere Vereinsetage mit Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc, hat gut vorgearbeitet. Die Verträge von Leistungsträgern und allen Talenten sind langfristig angelegt: Sie laufen bis 2020 (Pulisic, Götze), 2021 (Bruun Larsen, Weigl, Toprak, Bürki), 2022 (Sancho, Akanji, Witsel, Delaney, Philipp, Dahoud, Zagadou) oder gar bis 2023 (Reus, Diallo, Wolf). Dies könnte einen Unterschied zu den erfolgreichen Zeiten der Ära Klopp ausmachen.

Damals musste der BVB damit leben, dass ihm Leistungsträger weggekauft worden sind – speziell von den Bayern. Zwar ist auch aktuell niemand gegen böse Überraschungen gefeit, aber die Wahrscheinlichkeit, dass die Mannschaft länger zusammenbleiben wird, ist hoch. Dass im nächsten Jahr einer unserer Spieler das Trikot vom FC Bayern trägt, würde ich ausschließen. Wir haben ein bisschen vorgesorgt, sagte Watzke am Sonntag bei Sky.

Noch vor gut zwei Wochen schwärmten viele Fußballfreunde, zwar eher leise als laut, von der Hertha. Die Berliner hatten am sechsten Spieltag den FC Bayern geschlagen und sich am neunten Spieltag mit ein wenig Glück, aber auch Geschick einen Punkt beim BVB verdient. Diese Hertha nun, die musste jetzt nach Düsseldorf. Und von der Fortuna schwärmt nun wahrlich kaum einer. Nach sechs Niederlagen und einem Torverhältnis von 2:20 schien der Verdacht der Untauglichkeit fürs Oberhaus beschlossen. Doch dann das: Mit 4:1 fegte die Fortuna dank Funkel'scher Gelassenheit und Ruhe völlig souverän über die Hauptstädter hinweg. Ein Wahnsinn. Auch für Friedhelm Funkel, der sich nach 29 Jahren als Trainer noch überraschen lässt: "So wie die Mannschaft sich nach unserer schwierigen Phase präsentiert hat, das habe ich in meiner Karriere selten erlebt." Sportvorstand Erich Rutemöller war ebenfalls völlig beseelt: "Ich kann gar nicht sagen, wie schön es sich anfühlt, mal nicht eine Niederlage erklären zu müssen." Das könnte schnell wieder Alltag werden. Am nächsten Spieltag geht's zum FC Bayern.

Ob es in diesem Jahr schon zum ganz großen Wurf, der ersten Meisterschaft seit 2012 reichen wird, ist nicht ausgeschlossen. Seit Samstag ist der BVB sogar Favorit, auch wenn dies Favre naturgemäß anders sieht. Borussia Mönchengladbach ist Favorit, erklärte der Schweizer und lächelte verschmitzt. Das ist natürlich übertrieben. Aber das Favres Ex-Verein derzeit der erste Verfolger ist, kann niemand bestreiten. Wir haben zwar sieben Punkte Vorsprung auf Bayern, aber nur vier auf Gladbach, sagte er.

Der FC Bayern wird rasiert. Die Szene der Topspiel-Übertragung beim Bezahlsender Sky in der 65. Minute hatte prophetische Züge. Während Trainer Kovac endlich Hummels auswechselte, wurde Kommentator Wolff-Christoph Fuss mitten im Satz von einer Einblendung unterbrochen. Zu sehen: Ergebnisse der Partien des neunten Spieltags. Und ein 30-sekündiger Werbespot für einen Rasiererhersteller mit den Bayern-Profis um Robert Lewandowski und Joshua Kimmich. Der Aufschrei bei Twitter ist riesig. "Werbung mitten im Spiel? Schämt Ihr euch nicht Sky. Nur Geldgier. Die Premier League wurde gekauft. Irgendwo muss ja das Geld wieder rein. Ihr kostet schon ein Haufen Geld und dann sowas." Und: "Auswechslung? Zeit für 20 Sekunden Werbung mitten im Spiel. Wollt ihr mich eigentlich verarschen Sky?!" Während Fuss die Werbung im weiteren Verlauf der Spielübertragung unkommentiert ließ, bat der Sender um Entschuldigung. Es sei ein "technisches Versehen" gewesen, eine "unbeabsichtigte" Panne.

Borussia Dortmund distanziert den FC Bayern München mit dem Sieg auf sieben Punkte in der Tabelle. Lucien Favre versucht den komfortablen Vorsprung zu relativieren.

Das ist aber aus Sicht der Elf vom Niederrhein nicht die einzige gute Nachricht. Sie hat auch nach Jahren wieder einen echten Mittelstürmer in ihren Reihen, der den Unterschied ausmacht. Beim souveränen Erfolg im Weserstadion erzielte Alassane Pléa drei Tore, seine Treffer Nummer sechs, sieben und acht in dieser Saison. Damit steht er mit den Dortmundern Marco Reus und Paco Alcácer sowie dem Frankfurter Sebastien Haller in der Wertung der besten Schützen der Liga auf Platz zwei. Und die Gladbacher dürfen sich darüber freuen, die 23 Millionen Euro für den 25 Jahre alten Franzosen gut angelegt zu haben. Der gab sich bescheiden und sagte: "Ich muss meinen Kameraden ein großes Lob aussprechen. Sie haben mich super aufgenommen. Wir haben eine super Mannschaft, arbeiten unheimlich viel und deshalb läuft es auch so gut bei uns." Und so lässt sich vor der Länderspielpause konstatieren: Borussia Mönchengladbach hat sich zu einer echten Spitzenmannschaft gemausert. Auch das macht die Liga so spannend.

0 Anzeige Der Blick von Marco Reus ging immer wieder hoch zu einem Fernsehgerät, das im Vorraum zu den Mannschaftskabinen in ungefähr drei Meter Höhe an der Wand montiert ist. Der Kapitän von Borussia Dortmund sprach in den Stadionkatakomben zu einem großen Pulk von Journalisten über das dramatische Spitzenspiel, das 3:2 des BVB über den FC Bayern München: über die Atmosphäre, die Emotionen während der spannenden 95 Minuten inklusive Nachspielzeit. Über die Gründe, warum die Dortmunder gewonnen haben. Und natürlich über seine zwei Tore.

Plötzlich standen sie wieder da, unerschütterlich, selbstsicher, entschlossen. Die Fußballer des FC Bayern haben am elften Spieltag der Bundesliga auch sich selbst bewiesen, dass sie das Spiel mit dem Ball noch sehr gut beherrschen. Das war sehr wichtig, denn in der Branche und den angehängten Nebenbetrieben Medien und Experten hielt sich hartnäckig die Annahme, dass der Abo-Dominator seinen Vertrag auf die Meisterschaft im Sommer 2019 kündigen müsse. Nun sind längst nicht alle Zweifel an der Leistungsfähigkeit zerstreut, schließlich stand am Ende der dringend benötigten Muskelschau und Selbstvergewisserung eine phänomenale 2:3-Niederlage bei Borussia Dortmund. Die allerdings war so zustande gekommen, dass sich die Münchener trotz nun sieben Punkten Rückstands auf den BVB in einer starken Verfolgerposition fühlen. Nach dem "fantastischen Spiel", das Trainer Niko Kovac gesehen hatte, blickt Präsident Uli Hoeneß nun "sehr optimistisch in die nächsten Wochen bis Weihnachten".

Doch immer wieder schaute der 29-Jährige über die Köpfe der Reporter hinweg auf den TV-Monitor, auf dem nichts anderes zu sehen war als ein Strandbild der Bundesliga-Tabelle: der BVB auf Platz eins, mit sieben Punkten Vorsprung auf die Bayern. Reus fühlte sich ein wenig ertappt, als er darauf angesprochen wurde. Also, das können Sie mir jetzt glauben oder nicht, sagte er. Aber das ist mir völlig wurscht. Wir haben den elften Spieltag, da lohnt es sich nicht, über mehr zu sprechen.

BVB-Stars zu Bayern? So reagiert Zorc

Doch nicht davon zu träumen, dass nach sechs Münchener Meistertiteln hintereinander, größtenteils mit riesigem Vorsprung, die Zeit tatsächlich mal wieder reif sei für einen Wachwechsel an der Spitze, war den Fans schlicht unmöglich.

Denn nach dem Schlusspfiff des deutschen Klassikers ging die Party in Dortmund erst richtig los. Wer wird Deutscher Meister? BVB Borussia, sangen die 25.000 Fans auf der Südtribüne zur Melodie von Pippi Langstrumpf, ein Dortmunder Gassenhauer aus den 90er-Jahren, als der BVB zwei Meisterschaften und die Champions League gewann.

Zuvor hatten 81.365 Zuschauer für eine aufgeladene und beeindruckende Atmosphäre auf den Rängen gesorgt, die den Rahmen eines ebensolchen Spiels gebildet hatte. Der Auftritt der Mannschaft von Lucien Favre erinnerte an die glorreichen Jahre zu Beginn des Jahrzehnts, als der BVB unter Jürgen Klopp zwei Meistertitel und den DFB-Pokal gewinnen konnte.

Psychologie Warum wir beim FC Bayern so viel Schadenfreude verspüren Nun könnte es wieder so weit sein: In Dortmund entsteht etwas Neues, äußerst Vielversprechendes. Die Borussia, die im vergangenen Sommer einen personellen Umbruch durchlebt hat, ist wieder da. Sie hat ihre bislang anspruchsvollste Reifeprüfung bestanden.

BVB-Sieg gegen FC Bayern – Tag eins der Wachablösung

Das war ein echt geiles Spiel von beiden Seiten, sagte Reus, nachdem er und seine Teamkollegen zwei Rückstände aufgeholt und am Ende mit ihrem Hochgeschwindigkeitsfußball den Münchenern ihre Sollbruchstellen aufgezeigt hatten: Die Konter, die der BVB am Ende noch fahren konnte, waren einfach zu schnell für die Bayern.

Der Jubel kennt keine Grenzen als der Schiri entscheidet: Lewandowskis vermeintlicher Ausgleichstreffer in den letzten Sekunden der Nachspielzeit war im Abseits. Dortmund gewinnt gegen den Rekordmeister!

Es war allerdings eins schwerer Weg dahin. In der ersten Halbzeit war Bayern klasse. Ob Ballbesitz, Bewegung, Pressing, Gegenpressing, zweite Bälle – alles sprach für Bayern, sagte Favre, ohne dessen taktische Korrekturen zur Halbzeit das Spiel wohl kaum diese Wendung genommen hätte. Zur Pause, als der BVB durch das Kopfballtor von Robert Lewandowski (26. Minute) mit 0:1 hinten lag, forderte der Coach seine Spieler auf, mutig zu werden. Er brachte Mahmoud Dahoud für Julian Weigl, stärkte das Zentrum. Noch wichtiger war aber, dass er ihnen die Angst nahm. Die Bayern würden das Tempo, das sie in der ersten Halbzeit angeschlagen hatten, nicht durchhalten können, prophezeite Favre.

Bayern-Boss Uli Hoeneß: An Dortmund kommt keiner vorbei

Die Überzeugungskraft ihres Trainers ist ein entscheidender Faktor des Dortmunder Aufschwungs: Die Profis glauben Favre. Sie kamen mit einer anderen, aggressiveren Körpersprache zurück und Reus ging voran: Er holte den Strafstoß heraus, den er selbst zum 1:1 verwandelte, erarbeitete sich weitere Chancen und erzielte mit einer gekonnten Direktabnahme das 2:2 (67. Minute).

Hopp oder topp – entweder der Ball geht auf die Südtribüne oder rein, sagte Reus. Danach war klar, wer gewinnt – zumindest für Favre. Da wusste ich, dass wir das 3:2 machen, mit dem Publikum im Rücken, sagte Favre. Der finale Konter, abgeschlossen von Paco Alcácer, der zuvor für Mario Götze eingewechselt worden war, brachte die Entscheidung in einem epischen Kampf.

Der FC Bayern muss eine knappe Pleite bei Borussia Dortmund einstecken. Münchens Trainer Niko Kovac ärgern neben den individuellen Fehler auch der verursachte Elfmeter in Hälfte zwei.

Es war zugleich das elfte Jokertor der Borussen in dieser Saison, was einen weiteren Aspekt ihrer Stärke dokumentiert: Der neue BVB, wie der Arbeitstitel für das Projekt lautet, das im Sommer mit der Verpflichtung von Favre und sieben Spielern eingeleitet worden war, verfügt über Alternativen – im Offensivbereich sogar über deutlich mehr als der FC Bayern. Egal welche Anforderungen das Spiel auch stellt: Favres herausragende Fähigkeit ist es, die jeweilige Antwort zu finden – oft wechselt er genau die Spieler ein, die neue Impulse setzen können.

Es ist die Qualität des Teams, vor allem aber die Hingabe, mit der gerade die jungen Spieler zu Werke gehen. Am Samstag hatten die Dortmunder mehr zuzusetzen, auch weil sie deutlich jünger sind. Mit dem Innenverteidigerduo Dan-Axel Zagadou (19) und Manuel Akanji (23), dem von Real Madrid ausgeliehenen Außenverteidiger Achraf Hakimi (20), dem Mittelfeldspieler Dahoud (22) sowie den Außenstürmern Jadon Sancho (18) und Jacob Bruun Larsen (20) standen gleich sechs Spieler auf dem Platz, die noch erhebliches Steigerungspotenzial haben. Den personellen Umbruch, den die Bayern vor sich haben, hat der BVB vollzogen.

Borussia Dortmund setzt sich in einem hochklassigen Spiel gegen den FC Bayern München durch. Zwei Treffer von Robert Lewandowski reichen dem Rekordmeister dabei nicht aus.

BVB siegt gegen FC Bayern und baut Vorsprung aus: Nur mit der Ruhe!?

Das Projekt ist auf Nachhaltigkeit ausgelegt. Die obere Vereinsetage mit Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc, hat gut vorgearbeitet. Die Verträge von Leistungsträgern und allen Talenten sind langfristig angelegt: Sie laufen bis 2020 (Pulisic, Götze), 2021 (Bruun Larsen, Weigl, Toprak, Bürki), 2022 (Sancho, Akanji, Witsel, Delaney, Philipp, Dahoud, Zagadou) oder gar bis 2023 (Reus, Diallo, Wolf). Dies könnte einen Unterschied zu den erfolgreichen Zeiten der Ära Klopp ausmachen.

Damals musste der BVB damit leben, dass ihm Leistungsträger weggekauft worden sind – speziell von den Bayern. Zwar ist auch aktuell niemand gegen böse Überraschungen gefeit, aber die Wahrscheinlichkeit, dass die Mannschaft länger zusammenbleiben wird, ist hoch. Dass im nächsten Jahr einer unserer Spieler das Trikot vom FC Bayern trägt, würde ich ausschließen. Wir haben ein bisschen vorgesorgt, sagte Watzke am Sonntag bei Sky.

FC Bayern München verliert Spitzenspiel gegen BVB: Es fehlt der lange Atem

Ob es in diesem Jahr schon zum ganz großen Wurf, der ersten Meisterschaft seit 2012 reichen wird, ist nicht ausgeschlossen. Seit Samstag ist der BVB sogar Favorit, auch wenn dies Favre naturgemäß anders sieht. Borussia Mönchengladbach ist Favorit, erklärte der Schweizer und lächelte verschmitzt. Das ist natürlich übertrieben. Aber das Favres Ex-Verein derzeit der erste Verfolger ist, kann niemand bestreiten. Wir haben zwar sieben Punkte Vorsprung auf Bayern, aber nur vier auf Gladbach, sagte er.