Hummels, Ribéry und Co.: Wer muss gegen den BVB auf die Bank?
Mats Hummels vor Dortmund gegen Bayern: BVB erinnert an Kloppo-Jahre
Im Champions-League-Finale 2013 noch Konkurrenten, jetzt aber Teamkollegen beim FC Bayern: Robert Lewandowski (l.) und Franck Ribéry

Dortmund gegen Bayern – gerade Mats Hummels weiß um die Besonderheit dieses “Highlight-Spiels”. Von seinen Kollegen fordert er vor allem Teamgeist.

Ob Goretzka allerdings zur Startelf gehören wird, ist offen. Gegen Athen agierte der 23-Jährige unauffällig, zaghaft. Und die Konkurrenz ist trotz der Verletzungen von Thiago und Corentin Tolisso stark. Auf der Sechserposition führt kein Weg an Security-Boss Javi Martínez vorbei, der Spanier soll die BVB-Angriffe unterbinden. "Er ist sehr zweikampf- und kopfballstark", erklärte Hummels: "Sein erster Gedanke ist defensiv. Und das ist in einer Mannschaft mit sehr vielen offensiv ausgerichteten Leuten nicht verkehrt."

Was der BVB in dieser Saison national und international leistet, findet auch bei Mats Hummels Anerkennung. Der 29-Jährige, von Januar 2008 bis Juli 2016 ein Schwarz-Gelber, sieht seinen Ex-Klub vor dem Gipfelduell am Samstag (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) “in einer guten Phase”, wie er am Mittwochabend nach Bayerns 2:0-Sieg gegen AEK Athen sagte. Dieses Dortmund “und die Atmosphäre im Verein erinnern an die ersten Kloppo-Jahre”. Also die Anfangszeit unter dem damaligen Coach Jürgen Klopp. “Mir macht das Spaß, das anzusehen.”

Am Samstag ist all das aber hinfällig – zumindest für 90 Minuten plus X. Denn dann “werden die Fans das Stadion in einen Hexenkessel verwandeln, da kann man sich sicher sein”, betont Hummels: “Für uns wird es eine schwere Prüfung, ein heißer Tanz.” Ob der FC Bayern jetzt als Favorit oder als Außenseiter nach Dortmund reisen würde, sei ihm “völlig wurscht”, da er auch nicht wisse, “was besser sein soll”.

Wichtig sei der Teamgeist und dass die Münchner geschlossen ankommen und auftreten. Dann kann der FCB dem Liga-Spitzenreiter auch Paroli bieten, denn “keine Mannschaft der Welt ist unverwundbar”, bekräftigt Hummels.

Und am Samstag? Süle dürfte gesetzt sein, weil er gegen Athen geschont wurde und seine Schnelligkeit gegen die wendigen Dortmund-Angreifer eigentlich unverzichtbar ist. Hummels hat beim Spiel gegen die alte Liebe wohl einen kleinen Vorteil vor Boateng. "Das ist ein Highlight-Spiel, in dem jeder auf dem Platz sein will", sagte Hummels, "da wird es enttäuschte Gesichter geben."

Aber wie will man Dortmund im eigenen Stadion in Bedrängnis bringen? “Es gibt verschiedene Herangehensweisen, ich weiß noch nicht, welche wir wählen werden”, sagt der Innenverteidiger, wohlwissend, dass Trainer Niko Kovac erst am Samstag seiner Mannschaft die Aufstellung vorlegen wird.

Offensive Außenbahn: Dortmund-Experte Arjen Robben (Blockade im Knie) verpasst den Klassiker womöglich, er kann noch immer nicht voll trainieren. Auf der rechten Seite könnte für den Niederländer Müller spielen – oder aber Serge Gnabry. Der 23-Jährige ist aktuell der gefährlichste Außenspieler der Bayern, zuletzt gegen Freiburg gelang ihm sein erstes Tor.

Eines aber ist gewiss: Der Coach muss insbesondere bei diesem “Highlight-Spiel”, wie es Hummels betitelt, wieder einmal harte Entscheidungen treffen. Wer darf auf der Acht ran? Und wer im Abwehrzentrum? “Da wird es enttäuschte Gesichter geben”, sagt der Weltmeister von 2014, “aber damit muss man professionell umgehen. Auch wenn es mich treffen sollte…” So viel zum Teamgeist.

Eine der beiden Achterpositionen ist wohl für James Rodríguez vorgesehen. Der Kolumbianer, der zuletzt an einer Wadenblessur laboriert hatte, saß gegen Athen 90 Minuten auf der Bank. Nach AZ-Informationen konnte er das Training der Reservisten am Donnerstag ohne Probleme absolvieren. Thomas Müller ist ein Kandidat für die Position neben James, wie auch Renato Sanches.

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"Vielleicht lassen wir uns was ganz Wildes einfallen", ergänzte Hummels mit einem Schmunzeln. Bei aller Demut und der besseren Form der Dortmunder: So defensiv wird die Kovac-Elf wohl nicht ins Topspiel starten. Wir sind hier ja nicht in Frankfurt! Also wird es in der Innenverteidigung eine knifflige Personalentscheidung zu treffen geben – aber nicht nur dort.